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Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage
Kritiker — Sehenswert 7.8
Der Film Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage wurde von 16 Kritikern bewertet.
M. Phillips: Chicago Tribune
Vom ruhigen beobachtenden Detail seiner visuellen Strategie hin zum präzisen Moment, wenn Regisseur und Drehbuchautor Mungiu zum Schwarzen hinschneidet - die Frauen sind Überlebende, aber zu welchem Preis? - geht alles auf, nichts wirkt übertrieben und Mungio erzielt das Unmögliche.
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Kirsten Liese: BR Online, Kinofenster, Dar...
Dem rumänischen Regisseur Cristian Mungiu geht es nicht um Gewissensentscheidungen der Abtreibung, die moralische Beurteilung des Geschehens überlässt er den Zuschauenden. Sein Film berührt Themen, die weit über die konkrete Geschichte hinausreichen: Der Wert und die Würde des Lebens, gesellschaftliche Unterdrückungsverhältnisse, das Recht auf eine selbstbestimmte Lebensplanung sowie die Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
"4 Monate" benutzt eine Handkamera, aber die hüpft nicht Dogma-haft umher, sondern schwankt leicht, ein unterbewusstes Gefühl der Desorientierung vermittelnd. Mungius Kamera missachtet die alten Kinogebote, dass man den Sprechenden stets im Bild zeigen soll und keine Körperstümpfe ins Bild ragen dürfen – alles Teil einer wohlkalkulierten Strategie, den Zuschauer aus der Sehroutine zu drängen, zwischen Politfilm, Thriller und Horrorstück hin- und her zu zerren.
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S Hentschel: Brigitte
Der unaufgeregt erzählte Film lebt von seinen grandiosen Darstellern und seinem erschreckenden Realismus. Dadurch ist der diesjährige Überraschungsgewinner der Goldenen Palme in Cannes wirklich erschütternd und teilweise nur sehr schwer auszuhalten. Kein Fall für schwache Nerven, aber wichtig. Um nicht zu vergessen, dass das wahre Leben noch sehr viel unbarmherziger ist, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden.
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
"4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" ist nicht einfach ein Spielfilm mit unangenehmem Thema, sondern ein packender Thriller. Er packt einen da, wo es am meisten wehtut. [Der Film] wirkt mit seinem perfekt schnörkellosen Stil wie ein verschollenes Dokument einer untergegangenen Epoche.
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Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
... Dem grandiosen Spiel der jungen Darstellerinnen, denen die Kamera stets nah ist, ohne ihnen zu nahe zu treten, kann sich der Zuschauer kaum entziehen. Der Film stößt ab in seiner bis ins Unerträgliche gesteigerten Realität und doch kann man sich nicht abwenden. Das Ende kommt ein wenig abrupt und lässt vieles offen. Ein Film voll schmerzhafter und heftiger Intensität, der sich dennoch ins Gedächtnis brennt.
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Kommentare — Sehenswert 7.9
Der Film Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage wurde von 120 Mitgliedern bewertet.
spanky 2010/02/07 16:31:07
Ich habe einen Schlag ins Gesicht erwartet, aber dieser Film lässt mich vollkommen kalt. Kann jemand mal meinen Puls fühlen, vielleicht bin ich schon tot.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 3 Antworten
Sonse 2010/02/07 17:00:15
Nö, du bist völlig in Ordnung. Mir erging es bei diesem hochgelobten Film ähnlich.
Allerdings hat meine mangelnde Begeisterung für "Harvey" mich gestern auch an meinen vitalen Funktionen zweifeln lassen... ;)
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spanky 2010/02/07 17:07:56
Hätteste vorher einen "lüpfen" sollen!
Sonse 2010/02/07 17:08:38
Vermutlich. Habe ihn allerdings im Original gesehen. ;)
intimira 2009/11/19 03:50:09
Selten so verstört aus dem Kino gekommen. War in seiner Aussage kaum zu ertragen. Das "wahre" Leben ist für viele Deutsche, wie mich oft sehr zu begreifen. Gut wenn man dann immer mal wieder aus der (Frucht-)Blase in der Deutschland-Matrix, gerissen wird.
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stillertony 2009/07/25 01:15:53
Dieser Film ist wirklich einzigartig.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
mister mo 2009/07/01 13:25:21
Eine wahre Filmperle - ganz großartig!
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stalker 2008/12/11 16:39:55
Bestes europäisches Kino.
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Pelle 2008/06/16 18:11:00
Interessantes Thema, das ich bis jetzt noch nie in einem Film gesehen hab. Erstaunt hat mich vorallem die Kamera. Diese langen Szene sind einfach genial. Man kann auch ohne schnelle Schnitte Spannung und Atmosphäre erzeugen, außerdem hat man die Zeit sich die Schauspieler und die Szene anzugucken. Empfehlenswert
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Kubrick_obscura 2008/06/04 09:54:19
Eine mehr als verdiente Goldene Palme für Rumänien
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Mayla 2008/02/14 20:18:07
Ich habe selten einen so intensiven Film gesehen. Die Story um die beiden rumänischen Studentinnen ging mir unter die Haut. Die Kamera war so nah, aber nie wirkte es künstlerisch aufgesetzt. Die dichte Atmosphäre im Wohnheim. Perfekt eingefangen. Und erst das klaustrophobische Wohnzimmer der Schwiegereltern. Dabei wurde der Studentin ihr Schicksal: Ehefrau, dem Mann Kartoffelsalat machen, platte Gespräche so richtig bewusst.
Im Hotel, fast ausweglos die Situation. Und wie würdevoll lassen die Mädchen "es" über sich ergehen.
Der Schluss war sehr gut und der einzig mögliche. Es wäre sonst nicht zu ertragen gewesen. Diesen Film werde ich nie vergessen.
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keepon 2008/01/05 00:02:14
Zwei Studentinnen in einer Zwangslage, eindringlichst dargestellt. Der Zuschauer kämpft ständig mit der Angst, die beiden könnten aufgegriffen werden von den Schergen des Schweines Ceausescu. Und nach all dem bedrückenden Elend einer Kindesabtreibung bleibt es am Ende offen, ob sie nicht doch noch entdeckt und aufs Neue bestraft werden. Alle Indizien sprechen allerdings dafür, dass genau dies geschehen wird. Zwischendurch ist noch ein Geburtstag der angehenden Schwiegermutter zu feiern, der alle Insignien eines Loriot'schen Tischgespräches in sich birgt - urkomisch anzuhören, wenn's für das Mädchen nicht so unerträglich wäre.
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Iroas 2008/01/03 16:38:48
Positiv in Erinnerung sind mit wirklich die eindringlichen Szenen geblieben und die überaus spannende Geschichte am Ende der Sowjetzeit.
Negativ sindsicherlich die teilweise langatmigen Szenen die für die Handlung nicht relevant waren, als Beispiel ist ein Gespräch bei den (Stief)eltern der Hauptdarstellerin zu nennen, dass in einer Kameraperspektive fast drei Minuten keinerlei Handlungsfortschritt bringt und den Film unnötig verschleppt. Weiterer Kritikpunkt - die etwas überforderten Schauspieler an manchen Stellen rauben an manchen Stellen etwas von der Atmosphäre.
Dennoch blieb mir der Film positiv in Erinnerung, weil er ein schweres Thema in einer schweren Zeit besonderes sensibel und eindringlich zu Zeigen vermag.
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