Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
DE 2009
- Genre
- Biopic
- Inhalt
Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) gehört zu den bedeutendsten und faszinierendsten Frauenfiguren des Mittelalters. Sie war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Eine sehr engagierte, dem Leben zugewandte Frau, deren Ideen und Gedanken… — Mehr
Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) gehört zu den bedeutendsten und faszinierendsten Frauenfiguren des Mittelalters. Sie war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Eine sehr engagierte, dem Leben zugewandte Frau, deren Ideen und Gedanken von zeitloser Strahlkraft sind. Ihre Visionen wurden von Papst Eugen III anerkannt und Kaiser Friedrich Barbarossa hörte auf ihren Rat. Ihre Kräuter- und Heilkunde ist heute populärer denn je und ihre Kompositionen, die eine wichtige Rolle im Film übernehmen werden, erleben seit Jahren eine lebhafte Renaissance.
- Cast
- Barbara Sukowa, Heino Ferch, Hannah Herzsprung, Gerald Alexander Held, Paula Kalenberg, Sunnyi Melles, Annemarie Düringer — Mehr
- Regisseure
- Margarethe von Trotta
- Autor
- Margarethe von Trotta
- Laufzeit
- 111 Minuten
- Zeit
- 12. Jahrhundert, Mittelalter
- Handlung
- Buch, Kirche, Kloster, Mentor, Mönch, Visionen, Widerstand
- Stimmung
- Eigenwillig, Ernst
Über diesen Film
Handlung
Seit ihrem achten Lebensjahr wächst die aus adliger Familie stammende Hildegard im Benediktinerkloster Disibodenberg auf. Im Kloster – ein Ort des Schweigens, des Gebets und des Gehorsams – hält der strenge Abt Kuno … — Mehr
Handlung
Seit ihrem achten Lebensjahr wächst die aus adliger Familie stammende Hildegard im Benediktinerkloster Disibodenberg auf. Im Kloster – ein Ort des Schweigens, des Gebets und des Gehorsams – hält der strenge Abt Kuno (Alexander Held) das Zepter fest in der Hand und übergibt Hildegard an ihre Mentorin Jutta von Sponheim (Mareile Blendl). Diese fördert nicht nur Hildegards musikalische Begabung, sondern gibt ihr auch das eigene Wissen weiter.
Ihre immer wieder in den Alltag einbrechenden religiösen Visionen behält Hildegard (Barbara Sukowa) jahrelang für sich, aus Sorge, man würde ihr nicht glauben. Nach dem Tod ihrer Mentorin ermutigt der Benediktinermönch Volmar (Heino Ferch) sie zur Veröffentlichung ihrer Visionen und Hildegard erhält dazu schließlich die Erlaubnis der Kirche. In ihrem Kampf um ihren eigenen Weg innerhalb der Glaubensgesellschaft, gründet Hildegard von Bingen allen Widerständen zum Trotz im Jahr 1150 das Frauenkloster Rupertsberg in der Nähe von Bingen am Rhein.
Sie wirkt als Äbtissin und Heilkundige, sie komponiert und schreibt ihre bis heute berühmten Bücher nieder. Mit ihrem Erfolg und ihrer Strahlkraft löst Hildegard heftigen Widerstand in der Kirche aus und gerät selbst in eine tiefe, beinahe tödliche Krise, als ihre geliebte Schülerin Richardis von Stade in ein weit entferntes Kloster berufen wird und sie verlässt. Aber Hildegard ist eine Kämpferin, die weiß, dass ihr Werk noch nicht vollendet ist – und längst reicht ihr Ruf weit über die Klostermauern hinaus.
Weiterführende Informationen
Poster und Merchandise zum Film im Fanshop
Kritiker — Ganz gut 6.5
Der Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen wurde von 6 Kritikern bewertet.
Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Von Trotta präsentiert die Titelheldin als starke Frau, deren Wirkung in der mittelalterlichen Männerwelt bis heute beeindruckt. Der Gefahr, sie als Ikone zu stilisieren, entgeht der Film trotz der Bemühung um Realismus nicht ganz. Insgesamt mag diese Inszenierung etwas bieder erscheinen. Dennoch eignet sich der Film als Einführung in mittelalterliche Denk- und Lebensweisen. Jene Zeit, in der der Glaube die Menschen einte, sich auch das politische Leben in Klöstern konzentrierte und die Kirche das alleinige Bildungsmonopol besaß, wirkt heute sehr fern und darum interessant.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
"Vision" ist am interessantesten, solange dieser fromme Machtkampf lodert, da demonstriert der Film Fokus und Erkenntnisinteresse. Sobald er die Klostermauern sprengt, zerfällt er in Episoden, die mehr oder minder abgehakt werden. So fehlt von der Regisseurin letztlich eine klare Vision ihrer Protagonistin; stattdessen wirft sie uns viele Hildegard-Häppchen hin. Genau vor der Erklärung dieser historischen Figur durch ihren absoluten Gottesglauben, schreckt "Visionen" zurück, weil dies nicht der Glauben der Margarethe von Trotta und schon gar nicht der ihrer Geldgeber ist.
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Kommentare — Uninteressant 4.5
Der Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen wurde von 83 Mitgliedern bewertet.
greenkeeper 2009/11/08 00:41:16
Das kleine Fernsehspiel hinter Klostermauern. Barbara Sukowa spielt, nein ist Hildegard von Bingen, so wie sie sich ins Zeug legt. Aus meiner Sicht einer der wenigen Gründe sich diesen Film im Kino anzusehen, der Soundtrack wäre ein weiterer.
Die Handlung spielt sich fast nur im Kloster ab, ein außerhalb des Klosters gibt es in diesem Film nur dann wenn irgendwo im Wald ein neues Kloster gegründet werden soll. Keine Städte, keine Märkte, kein Leben das außerhalb existiert, von ein paar hohlwangigen Adligen auf Besuch mal abgesehen. Interessante historische Persönlichkeiten wie der Erfinder des 2. Kreuzzugs Bernhard von Clairvaux oder Kaiser Barbarossa, Teilnehmer am 3. Kreuzzug, werden mal eben im Vorbeigehen abgehakt und am Ende reitet Hildegard samt holden Begleiter von dannen in der Absicht sich nun auch mal unters Volk zu begeben.
Auch von ihrer Jugend erfahren wir nichts, 30 Jahre werden gleich am Anfang mir nichts dir nichts übersprungen, damit ihre Zeit der Visionen ja nicht zu kurz kommt. Wenigstens bekommen wir einiges von ihrem Seelenleben mit und sehen wie sie die zur Verfügung stehenden beschränkten Mittel dieser Zeit für ihre Zwecke clever und zielstrebig zu nutzen weiß. Der Glaube bleibt dabei für den Zuschauer irgendwie auf der Strecke.
Im Vergleich zur "Päpstin" sicher das bessere Theaterstück, auf keinen Fall aber der bessere Kinofilm. *schnarch*
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MaTn 2009/10/24 21:17:33
Ich bin kein Hildegard-von-Bingen-Spezialist, aber dieses Portrait scheint mir nicht gelungen. Ich hatte das Gefühl, mir fehlt wohl die religiöse Verzückung um den Film geniessen zu können - und ich würde mich nichtmal als Atheist bezeichnen.
Ich sah eine verwirrte Nonne, die glaubt, Botschaften von Gott zu empfangen und durch das positive Feedback ihrer Zeitgenossen immer weiter abhebt. Bei aufkommendem Zweifel oder Kritik an ihr und ihren Visionen klappt sie jedoch zusammen und versinkt in Selbstmitleid. Bis die nächste Vision ihr wieder Kraft gibt.
Mach Dich mal locker, Hilde.
Für die anderen Figuren gilt das gleiche: allesamt Bretter vor'm Kopf. Wenn die Menschen des Mittelalters wirklich so waren, waren sie auch selber Schuld an der Trostlosigkeit, die sie umgab.
Es liegt mir fern, mich über religiöse Gefühle lustig zu machen und ich kenne durchaus Leute, die den Film mögen und denen ich trozdem einen guten Filmgeschmack zutraue ;-)
Aber auf mich wirkte er einfach langweilig und irgendwie ... konstruiert.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten
Kris 2009/10/25 09:56:19
"Leute, die den Film mögen und denen ich trozdem einen guten Filmgeschmack zutraue" - damit kann nur ich gemeint sein!
Ortega Lorre 2009/10/22 13:37:09
Als Quasi Atheist hab ich den Film trotz allem sehr genossen.
Diese Abwehrhaltung einiger Piloten hier, weil sie die Quelle der Zeitgeistkritik in sich vermuten und einen massiven Coolnesverdacht gegen sich selbst gefährdet sehen, ist einfach nur lächerlich.
Wer den Film als das sieht was er sein will, wird nicht enttäuscht: Nämlich das Portrait einer Frau die für ihre Zeit und ihren Kulturkreis sehr weit gegangen ist.
Der Film schafft es trotz der Einschränkungen, gegeben durch die Historie, die Kostüme und das Szenenbild, eine Spannung zu erzeugen und ich mußte immer wieder lachen wenn die Gesichter der mächtigen Mönche jedesmal ein wenig fahler werden wenn "Magistra Hildegard" mal wieder eine neue Idee hat.
Alles in allem gelungenes deutsches Historienkino mit lauter Kreuzen und ohne Haken.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten
alanger 2009/10/22 15:58:53
jaja, diese katholischen atheisten aus dem rheinland die zur tarnung in nordeutschland leben.
Ortega Lorre 2009/10/22 17:40:54
Exakt! :) Und dazu noch aus irischstämmigen Gründen, die katholische Kirche nicht verlassen.
MaTn 2009/10/24 20:59:12
Wer Filme immer als das sieht, was sie sein wollen, wird niemals enttäuscht ;-)
MaTn 2009/10/24 21:52:18
Aber diese Piloten, die ständig "die Quelle der Zeitgeistkritik in sich vermuten und einen massiven Coolnesverdacht gegen sich selbst gefährdet sehen" find' ich auch ganz schlimm ;-)
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Link zu vollständiger Kritik (externer Link)
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