Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

DE 2009

Community:

4.5

Uninteressant

bewerten

 

Kritiker: 6.5

Vormerken Kein Interesse Kommentar schreiben


Genre
Biopic
Inhalt

Hildegard von Bingen (ca. 1098 - 1179) gehört zu den bedeutendsten und faszinierendsten Frauenfiguren des Mittelalters. Sie war Äbtissin, Seherin, Heilkundige und Komponistin. Eine sehr engagierte, dem Leben zugewandte Frau, deren Ideen und Gedanken… Mehr

Cast
Barbara Sukowa, Heino Ferch, Hannah Herzsprung, Gerald Alexander Held, Paula Kalenberg, Sunnyi Melles, Annemarie Düringer Mehr
Regisseure
Margarethe von Trotta
Autor
Margarethe von Trotta
Laufzeit
111 Minuten

Über diesen Film

Handlung

Seit ihrem achten Lebensjahr wächst die aus adliger Familie stammende Hildegard im Benediktinerkloster Disibodenberg auf. Im Kloster – ein Ort des Schweigens, des Gebets und des Gehorsams – hält der strenge Abt Kuno … Mehr

Poster und Merchandise zum Film im Fanshop


Kritiker — Ganz gut 6.5

Der Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen wurde von 6 Kritikern bewertet.

Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...

6.5Ganz gut

Auch heute noch ist die im 12. Jahrhundert wirkende Hildegard von Bingen allen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, ein Begriff. Zumal die Äbtissin selbst für heutige Verhältnisse noch als durchaus moderne und unangepasste Frau durchgeht. Die Filmemacherin Margarete von Trotta hat nun Ausschnitte aus dem Leben der Hildegard von Bingen auf die große Leinwand gebracht. In von Trottas Filmografie finden sich immer wieder Filme, die von starken Frauenfiguren bevölkert werden. Wie schon in „Die bleierne Zeit“ und „Rosa Luxemburg“ kommt es hier nun erneut zu einer Zusammenarbeit mit Barbara Sukowa, die die Rolle der Titelheldin übernommen hat und sie mit Hingabe verkörpert.
Von Trotta zeichnet Hildegard von Bingen als kämpferische und den aufkommenden Wissenschaften gegenüber aufgeschlossene Frau, die auch vor den durchweg männlichen Würdenträgern der Kirche wenig Respekt zeigt, wenn es darum geht, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. So muss sie zuerst ei
Mehr

Kommentar gefällt mir Antworten

Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter

7.5Sehenswert

Von Trotta präsentiert die Titelheldin als starke Frau, deren Wirkung in der mittelalterlichen Männerwelt bis heute beeindruckt. Der Gefahr, sie als Ikone zu stilisieren, entgeht der Film trotz der Bemühung um Realismus nicht ganz. Insgesamt mag diese Inszenierung etwas bieder erscheinen. Dennoch eignet sich der Film als Einführung in mittelalterliche Denk- und Lebensweisen. Jene Zeit, in der der Glaube die Menschen einte, sich auch das politische Leben in Klöstern konzentrierte und die Kirche das alleinige Bildungsmonopol besaß, wirkt heute sehr fern und darum interessant.

Kommentar gefällt mir Antworten

HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost

6.0Ganz gut

"Vision" ist am interessantesten, solange dieser fromme Machtkampf lodert, da demonstriert der Film Fokus und Erkenntnisinteresse. Sobald er die Klostermauern sprengt, zerfällt er in Episoden, die mehr oder minder abgehakt werden. So fehlt von der Regisseurin letztlich eine klare Vision ihrer Protagonistin; stattdessen wirft sie uns viele Hildegard-Häppchen hin. Genau vor der Erklärung dieser historischen Figur durch ihren absoluten Gottesglauben, schreckt "Visionen" zurück, weil dies nicht der Glauben der Margarethe von Trotta und schon gar nicht der ihrer Geldgeber ist.

Kommentar gefällt mir Antworten

Alle Kritiken (5)


Kommentare — Uninteressant 4.5

Der Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen wurde von 83 Mitgliedern bewertet.

greenkeeper

Bewertung5.5Geht so

Das kleine Fernsehspiel hinter Klostermauern. Barbara Sukowa spielt, nein ist Hildegard von Bingen, so wie sie sich ins Zeug legt. Aus meiner Sicht einer der wenigen Gründe sich diesen Film im Kino anzusehen, der Soundtrack wäre ein weiterer.

Die Handlung spielt sich fast nur im Kloster ab, ein außerhalb des Klosters gibt es in diesem Film nur dann wenn irgendwo im Wald ein neues Kloster gegründet werden soll. Keine Städte, keine Märkte, kein Leben das außerhalb existiert, von ein paar hohlwangigen Adligen auf Besuch mal abgesehen. Interessante historische Persönlichkeiten wie der Erfinder des 2. Kreuzzugs Bernhard von Clairvaux oder Kaiser Barbarossa, Teilnehmer am 3. Kreuzzug, werden mal eben im Vorbeigehen abgehakt und am Ende reitet Hildegard samt holden Begleiter von dannen in der Absicht sich nun auch mal unters Volk zu begeben.

Auch von ihrer Jugend erfahren wir nichts, 30 Jahre werden gleich am Anfang mir nichts dir nichts übersprungen, damit ihre Zeit der Visionen ja nicht zu kurz kommt. Wenigstens bekommen wir einiges von ihrem Seelenleben mit und sehen wie sie die zur Verfügung stehenden beschränkten Mittel dieser Zeit für ihre Zwecke clever und zielstrebig zu nutzen weiß. Der Glaube bleibt dabei für den Zuschauer irgendwie auf der Strecke.

Im Vergleich zur "Päpstin" sicher das bessere Theaterstück, auf keinen Fall aber der bessere Kinofilm. *schnarch*

Kommentar gefällt mir Antworten

MaTn

Bewertung4.0Uninteressant

Ich bin kein Hildegard-von-Bingen-Spezialist, aber dieses Portrait scheint mir nicht gelungen. Ich hatte das Gefühl, mir fehlt wohl die religiöse Verzückung um den Film geniessen zu können - und ich würde mich nichtmal als Atheist bezeichnen.

Ich sah eine verwirrte Nonne, die glaubt, Botschaften von Gott zu empfangen und durch das positive Feedback ihrer Zeitgenossen immer weiter abhebt. Bei aufkommendem Zweifel oder Kritik an ihr und ihren Visionen klappt sie jedoch zusammen und versinkt in Selbstmitleid. Bis die nächste Vision ihr wieder Kraft gibt.

Mach Dich mal locker, Hilde.

Für die anderen Figuren gilt das gleiche: allesamt Bretter vor'm Kopf. Wenn die Menschen des Mittelalters wirklich so waren, waren sie auch selber Schuld an der Trostlosigkeit, die sie umgab.

Es liegt mir fern, mich über religiöse Gefühle lustig zu machen und ich kenne durchaus Leute, die den Film mögen und denen ich trozdem einen guten Filmgeschmack zutraue ;-)
Aber auf mich wirkte er einfach langweilig und irgendwie ... konstruiert.

1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir 7 Antworten

Ortega Lorre

@Kris: Ja, scheint so... Freundschaft?


MaTn

Also meinen Segen habt Ihr ;-)


Ortega Lorre

Bewertung8.0Herausragend

Als Quasi Atheist hab ich den Film trotz allem sehr genossen.
Diese Abwehrhaltung einiger Piloten hier, weil sie die Quelle der Zeitgeistkritik in sich vermuten und einen massiven Coolnesverdacht gegen sich selbst gefährdet sehen, ist einfach nur lächerlich.
Wer den Film als das sieht was er sein will, wird nicht enttäuscht: Nämlich das Portrait einer Frau die für ihre Zeit und ihren Kulturkreis sehr weit gegangen ist.
Der Film schafft es trotz der Einschränkungen, gegeben durch die Historie, die Kostüme und das Szenenbild, eine Spannung zu erzeugen und ich mußte immer wieder lachen wenn die Gesichter der mächtigen Mönche jedesmal ein wenig fahler werden wenn "Magistra Hildegard" mal wieder eine neue Idee hat.
Alles in allem gelungenes deutsches Historienkino mit lauter Kreuzen und ohne Haken.

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 10 Antworten

MaTn

Wer Filme immer als das sieht, was sie sein wollen, wird niemals enttäuscht ;-)


MaTn

Aber diese Piloten, die ständig "die Quelle der Zeitgeistkritik in sich vermuten und einen massiven Coolnesverdacht gegen sich selbst gefährdet sehen" find' ich auch ganz schlimm ;-)


Kommentar schreiben | Alle Kommentare (10)


Deine Meinung zum Film Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen

Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.


Fans dieses Films gefiel auch