Vision hätte ein guter Film werden können. Es ist sehr bedauerlich, dass man sich anfangs nicht die Zeit genommen hat, auf die Entwicklung der Hildegard als Mädchen zur heranreifenden Frau/Musikerin/Heilkundlerin einzugehen und somit diesen Aspekt genügend zu würdigen. So bleibt unterm Strich ein routiniert gefilmtes Werk mit guten darstellerischen Leistungen und einem interessanten und kritischen Blick auf die mystische Figur.
Auch heute noch ist die im 12. Jahrhundert wirkende Hildegard von Bingen allen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, ein Begriff. Zumal die Äbtissin selbst für heutige Verhältnisse noch als durchaus moderne und unangepasste Frau durchgeht. Die Filmemacherin Margarete von Trotta hat nun Ausschnitte aus dem Leben der Hildegard von Bingen auf die große Leinwand gebracht. In von Trottas Filmografie finden sich immer wieder Filme, die von starken Frauenfiguren bevölkert werden. Wie schon in „Die bleierne Zeit“ und „Rosa Luxemburg“ kommt es hier nun erneut zu einer Zusammenarbeit mit Barbara Sukowa, die die Rolle der Titelheldin übernommen hat und sie mit Hingabe verkörpert. Von Trotta zeichnet Hildegard von Bingen als kämpferische und den aufkommenden Wissenschaften gegenüber aufgeschlossene Frau, die auch vor den durchweg männlichen Würdenträgern der Kirche wenig Respekt zeigt, wenn es darum geht, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. So muss sie zuerst einen…
Auch heute noch ist die im 12. Jahrhundert wirkende Hildegard von Bingen allen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, ein Begriff. Zumal die Äbtissin selbst für heutige Verhältnisse noch als durchaus moderne und unangepasste Frau durchgeht. Die Filmemacherin Margarete von Trotta hat nun Ausschnitte aus dem Leben der Hildegard von Bingen auf die große Leinwand gebracht. In von Trottas Filmografie finden sich immer wieder Filme, die von starken Frauenfiguren bevölkert werden. Wie schon in „Die bleierne Zeit“ und „Rosa Luxemburg“ kommt es hier nun erneut zu einer Zusammenarbeit mit Barbara Sukowa, die die Rolle der Titelheldin übernommen hat und sie mit Hingabe verkörpert.
Von Trotta zeichnet Hildegard von Bingen als kämpferische und den aufkommenden Wissenschaften gegenüber aufgeschlossene Frau, die auch vor den durchweg männlichen Würdenträgern der Kirche wenig Respekt zeigt, wenn es darum geht, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. So muss sie zuerst einen Kampf darum austragen, dass ihre traumhaften, religiösen Visionen von der Kirche anerkannt und deren Veröffentlichung erlaubt wird. Später dann streitet sie für die Lossagung vom Kloster der Benediktinermönche und für die Gründung ihrer eigenen Glaubensgemeinschaft, was ihr dank großzügiger, adliger Sponsoren auch gelingt. Eine Niederlage muss sie allerdings einstecken, als sie die ihr so ans Herz gewachsene und als potenzielle Nachfolgerin aufgebaute Schwester Ricardis (Hannah Herzsprung) nicht davon abhalten kann, die von Bingensche Nonnen-Gemeinschaft zu verlassen, um selbst Äbtissin eines Klosters zu werden.
Geboten wird hier beschauliches bis theatralisches, jedoch weitestgehend kitschfrei inszeniertes Kostümkino, das eins in jedem Fall leistet: Man bekommt einen guten Einblick, was Hildegard von Bingen, die zu Lebzeiten bereits eine weitaus bekannte und anerkannte Persönlichkeit war, einst ausmachte und was sie bewegte. Und viel mehr kann man von einem Biopic nicht erwarten.
Von Trotta präsentiert die Titelheldin als starke Frau, deren Wirkung in der mittelalterlichen Männerwelt bis heute beeindruckt. Der Gefahr, sie als Ikone zu stilisieren, entgeht der Film trotz der Bemühung um Realismus nicht ganz. Insgesamt mag diese Inszenierung etwas bieder erscheinen. Dennoch eignet sich der Film als Einführung in mittelalterliche Denk- und Lebensweisen. Jene Zeit, in der der Glaube die Menschen einte, sich auch das politische Leben in Klöstern konzentrierte und die Kirche das alleinige Bildungsmonopol besaß, wirkt heute sehr fern und darum interessant.
"Vision" ist am interessantesten, solange dieser fromme Machtkampf lodert, da demonstriert der Film Fokus und Erkenntnisinteresse. Sobald er die Klostermauern sprengt, zerfällt er in Episoden, die mehr oder minder abgehakt werden. So fehlt von der Regisseurin letztlich eine klare Vision ihrer Protagonistin; stattdessen wirft sie uns viele Hildegard-Häppchen hin. Genau vor der Erklärung dieser historischen Figur durch ihren absoluten Gottesglauben, schreckt "Visionen" zurück, weil dies nicht der Glauben der Margarethe von Trotta und schon gar nicht der ihrer Geldgeber ist.
Um 1106 im Rheinland-Pfälzischen. Die große Macht der katholischen Kirche dominiert das Leben in ganz Europa. Hildegard ist gerade acht Jahre alt, da überantworten ihre Eltern sie schon dem Benediktinerkloster Disibodenberg. Beten, arbeiten, verzichten, schweigen und fasten muss sie von nun an. Doch ist ihr immerhin Jutta von Sponheim eine liebevolle Mentorin. Welch grausame Entdeckung aber, als Jutta stirbt: Ein Dornengürtel umschließt ihren Unterleib. Auf diese Weise kasteite sie sich geradezu selbstmörderisch zu Tode. Von solch masochistischen Glaubensgrundsätzen grenzt sich Hildegard, die Sponheims Nachfolgerin als Äbtissin wird, ab. Erst muss die Seele gesunden, dann kann der Körper folgen, so lautet ihr Credo. Fortan erlangt Hildegard durch geschicktes Taktieren auch für sich und die Nonnen ein Stückweit Unabhängigkei. Es ist ein steiniger Weg, bei dem sie schwere Kämpfe mit den Kirchenoberen austragen muss. Einige Freunde helfen ihr dabei. Mönch Volmar (Heino…
Um 1106 im Rheinland-Pfälzischen. Die große Macht der katholischen Kirche dominiert das Leben in ganz Europa. Hildegard ist gerade acht Jahre alt, da überantworten ihre Eltern sie schon dem Benediktinerkloster Disibodenberg. Beten, arbeiten, verzichten, schweigen und fasten muss sie von nun an. Doch ist ihr immerhin Jutta von Sponheim eine liebevolle Mentorin.
Welch grausame Entdeckung aber, als Jutta stirbt: Ein Dornengürtel umschließt ihren Unterleib. Auf diese Weise kasteite sie sich geradezu selbstmörderisch zu Tode. Von solch masochistischen Glaubensgrundsätzen grenzt sich Hildegard, die Sponheims Nachfolgerin als Äbtissin wird, ab. Erst muss die Seele gesunden, dann kann der Körper folgen, so lautet ihr Credo. Fortan erlangt Hildegard durch geschicktes Taktieren auch für sich und die Nonnen ein Stückweit Unabhängigkei. Es ist ein steiniger Weg, bei dem sie schwere Kämpfe mit den Kirchenoberen austragen muss. Einige Freunde helfen ihr dabei. Mönch Volmar (Heino Ferch) zum Beispiel, der ihr glaubt, dass sie Visionen hat, "Gesichter", wie sie es nennt, Lichterscheinungen, die sie für göttlich hält, und sie ermutigt, darüber Schriften zu verfassen.
Oder die junge Novizin Richardis von Stade (Hannah Herzsprung), die für sie schwärmt und sich bei ihrer einflussreichen Mutter dafür einsetzt, dass sie ein eigenes Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen gründen kann. Das Mädchen war im Alter von sechzehn Jahren aus freien Stücken ins Kloster gekommen, um an Hildegards Seite zu leben. Umso größer ist für die "Magistra" der Schock, als Richardis aus dem Kloster herauskommandiert wird. Hildegard kann den Abschied nicht verhindern und gerät in eine tiefe Krise, doch insgeheim weiß sie, dass ihr Werk noch nicht vollendet ist.
Nach "Rosa Luxemburg", "Die bleiernde Zeit" und "Rosenstraße" hat Regisseurin Margarethe von Trotta ein weiteres Mal einen historischen Stoff packend umgesetzt. Diesmal geht sie besonders weit zurück ins Mittelalter, und es drängt sich die Frage auf: Was interessiert uns heute an der Heilkundlerin, Komponistin und Mystikerin, die ca. 1098 geboren wurde und 1179 im Alter von 81 Jahren starb? Von Trottas Film beantwortet diese Frage, denn Hildegard erscheint als eine zeitlos modern wirkende Frau. Zudem erlebt Hildegard von Bingens ganzheitliches Denken als Seelsorgerin eine wahre Renaissance.
Margarethe von Trotta unternimmt jedoch zum Glück nicht den Versuch, ihre Geschichte ins Heute zu rücken oder mit Anachronismen aufzupeppen. Die deutsch-französische Koproduktion, angesiedelt in mittelalterlichen Klöstern, zeichnet atmosphärisch stark das streng ritualisierte Leben im Orden nach. Dabei besticht der Film durch ein hohes Maß an Authentizität und eine stilsichere Inszenierung. Unter den namhaften Schauspielern wirkt vor allem Barbara Sukowa, die von Trotta schon als Rosa Luxemburg besetzte, in ihrer reifen, überlegenen Art ihrem historischen Vorbild sehr wesensverwandt.
Ein bisschen zu kurz kommt nur die Komponistin Hildegard von Bingen. Nicht, dass es im Film an Musik fehlen würde. Es bleibt dabei jedoch weitgehend unklar, welche der vielen mittelalterlichen Klänge Hildegard geschrieben hat. Alles in allem ist Margarethe von Trotta mit "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" ein sehr lebendiges Porträt einer faszinierenden Frau gelungen.
Ich kenne mich zu wenig mit Hildegard von Bingen aus, um bewerten zu können, ob der Film ein ihr gerecht werdendes Portrait zeichnet, allerdings hat mich Barbara Sukowa nicht wirklich überzeugt: Sobald irgendetwas nicht nach Hildegards oder Gottes Willen (huch das überschneidet sich ja) läuft, wirft sie sich darnieder und fiebert dem sicheren Tod entgegen - wenn dann aber plötzlich doch wieder alles in Hildes Wunschbahnen verläuft, ist die Kranke im Nu geheilt. Großartig. Mag am Drehbuch liegen, aber mich hats genervt.
Alles sehr authentisch, wenn man mal davon absieht, dass dies ein Film über Glauben, Religion, Mystizismus im Mittelalter ist und Hildegard von Bingen Bücher voll mit Visionen schrieb, welche von der Kirche anerkannt wurden. Ihre Errungenschaften in der Kräuterkunde in Ehren, kann ich jedoch die völlige Hingabe zu einer höheren Macht als Unreligiöser Mensch nicht nachvollziehen. Somit war der Film für mich eine Aneinanderkettung von Handlungen und Gesprächen von denen ich keine Ahnung habe, bzw. keine Ahnung haben will. Mein Desinteresse war geweckt.
Dies ließ mir Zeit (neben gelangweilt in der Gegend rumzugucken) die Kulisse unter Augenschein zu nehmen, welche mir gefiel, auch wenn es fast ausschließlich hinter Klostermauern spielte, folglich nicht viel Zeit in Anspruch nahm. Das Schauspiel war mittelmäßig, was aber auch an der Verklemmtheit der Charaktere liegen könnte. Jedoch im Vergleich mit der Hingabe wie sie die Mönche in „Der Name der Rose“ zeigten können die Nonnen bei weitem nicht mithalten. Sie schienen quasi im Wohlstand zu leben.
Ob das Portrait der Hildegard von Bingen gelungen ist kann ich nicht sagen.
Doch ich kann festhalten, dass es mich nicht sonderlich interessierte und die Bewertung deswegen mehr als bescheiden ausfällt. Sorry… Religion sucks…
Margarete von Trotta ist hier mit wenigen Mitteln ein stilsicheres Meisterwerk gelungen. Authentisch und ruhig vermittelt sie uns das Leben und Wirken der Hildegard von Bingen. Allerdings wird man hier vergeblich auf den Schwert schwingenden Ritter warten, der die armen Frauen rettet und blutige Schlachten schlägt, wie es ja in den Mittelalterfilmen der vergangenen Jahre üblich war. Hier geht es um Spiritualität und sowas wird in leisen Tönen erzählt, nicht gebrüllt. "Mann" sollte so etwas auch nicht erwarten und sich lieber vorher informieren, denn Frau Trotta tickt sehr weiblich, nicht männlich.
Von der Besetzung der Hildegard war ich allerdings enttäuscht, sie kommt doch sehr gestelzt daher und wird von einem Heino Ferch mit coolem Understatement mit links an die Wand gespielt. Hier hätte ich mir eine sorgfältigere Auswahl gewünscht.
Das kleine Fernsehspiel hinter Klostermauern. Barbara Sukowa spielt, nein ist Hildegard von Bingen, so wie sie sich ins Zeug legt. Aus meiner Sicht einer der wenigen Gründe sich diesen Film im Kino anzusehen, der Soundtrack wäre ein weiterer.
Die Handlung spielt sich fast nur im Kloster ab, ein außerhalb des Klosters gibt es in diesem Film nur dann wenn irgendwo im Wald ein neues Kloster gegründet werden soll. Keine Städte, keine Märkte, kein Leben das außerhalb existiert, von ein paar hohlwangigen Adligen auf Besuch mal abgesehen. Interessante historische Persönlichkeiten wie der Erfinder des 2. Kreuzzugs Bernhard von Clairvaux oder Kaiser Barbarossa, Teilnehmer am 3. Kreuzzug, werden mal eben im Vorbeigehen abgehakt und am Ende reitet Hildegard samt holden Begleiter von dannen in der Absicht sich nun auch mal unters Volk zu begeben.
Auch von ihrer Jugend erfahren wir nichts, 30 Jahre werden gleich am Anfang mir nichts dir nichts übersprungen, damit ihre Zeit der Visionen ja nicht zu kurz kommt. Wenigstens bekommen wir einiges von ihrem Seelenleben mit und sehen wie sie die zur Verfügung stehenden beschränkten Mittel dieser Zeit für ihre Zwecke clever und zielstrebig zu nutzen weiß. Der Glaube bleibt dabei für den Zuschauer irgendwie auf der Strecke.
Im Vergleich zur "Päpstin" sicher das bessere Theaterstück, auf keinen Fall aber der bessere Kinofilm. *schnarch*
Ich bin kein Hildegard-von-Bingen-Spezialist, aber dieses Portrait scheint mir nicht gelungen. Ich hatte das Gefühl, mir fehlt wohl die religiöse Verzückung um den Film geniessen zu können - und ich würde mich nichtmal als Atheist bezeichnen.
Ich sah eine verwirrte Nonne, die glaubt, Botschaften von Gott zu empfangen und durch das positive Feedback ihrer Zeitgenossen immer weiter abhebt. Bei aufkommendem Zweifel oder Kritik an ihr und ihren Visionen klappt sie jedoch zusammen und versinkt in Selbstmitleid. Bis die nächste Vision ihr wieder Kraft gibt.
Mach Dich mal locker, Hilde.
Für die anderen Figuren gilt das gleiche: allesamt Bretter vor'm Kopf. Wenn die Menschen des Mittelalters wirklich so waren, waren sie auch selber Schuld an der Trostlosigkeit, die sie umgab.
Es liegt mir fern, mich über religiöse Gefühle lustig zu machen und ich kenne durchaus Leute, die den Film mögen und denen ich trozdem einen guten Filmgeschmack zutraue ;-)
Aber auf mich wirkte er einfach langweilig und irgendwie ... konstruiert.
ist dir nicht aufgefallen, dass ich schon seit längerer zeit keine kommentare mehr geschrieben habe? und zwar aus dem einfach grund, dass ich kein bock hab mir andauernd ne gut begründete meinung bilden zu müssen, ich finde langsam geht mir der spaß an filmen flöten vor lauter meinung. ich will filme wieder lieben und hassen dürfen ohne dass ich rechtfertigen muss, wieso.
Hm, nein, das bewegt mich nicht. In keinster Weise. Weder die Geschichte (bzw. wie sie erzählt ist), noch die Kostüme, und am allerwenigsten diese unsägliche Verschauspielerung. Die Langeweile konnte sich nur dadurch nicht perfekt entfalten, weil die Beziehung zwischen der Hauptfigur und ihrer "Tochter" menschlich einigermaßen spannend ist. Dieses Inquisitionstribunal! Also bitte. Die sahen aus wie eine Heavy-Metal-Band (nichts gegen Heavy-Metal-Bands...), und spielten auch so, als hätten sie im wahren Leben ganz andere Talente. Die "Visionen" (schreib mal ein Buch, Hildegard...), Charakter der Hauptfigur und Verortung in der (Kultur-)Geschichte blieben wackelig und unprofiliert. Da ist ja mal ne Vorhersage in die Hose gegangen... von wegen 10 Punkte!
Ein sehr ruhiger Film. Hildegard von Bingen wird als mutige, aber durchaus nicht perfekte Frau dargestellt. Ob sie verrückt war, nur vorgab, göttliche Visionen zu haben oder wirklich an ihre Hellsichtigkeit glaubte, lässt der Film interessanterweise offen.
Er zeigt eine Frau, die es auf ungewöhnliche Weise schafft, sich in in einer von Männern regierten Welt durchzusetzen. Aber hat sie das erst einmal geschafft, besteht sie auf die Erfüllung ihrer Wünsche wie ein bockiges Kind und setzt dabei ihre vermeintliche Gabe gezielt als Mittel ein, um zu bekommen, was sie will. Die Männer sind hier ganz klar als engstirnige Unterdrücker dargestellt, aber nicht alle. Und auch unter ihren Mitschwestern hat Hildegard Feindinnen. Am meisten hat sie immer wieder mit einer menschlichen Regung zu kämpfen: Neid. Sie ist keine rein gutmütige, sich aufopfernde Heldin, was den Film angenehm von anderen Biopics unterscheidet.
Die Schauspieler tragen alle ein wenig zu dick auf, was aber bei einem Film, der ohne spektakuläre Schauwerte, ohne Liebesgeschichte und mit dieser ruhigen Erzählweise vielleicht nicht verwundern sollte. Es hat etwas Theaterhaftes.
Der Film verbreitet eine kühle, nüchterne Atmosphäre, die nur von ihren Figuren erwärmt wird und wartet mit einem überraschend originellen Ende auf.
holla die waldfee. 10 punkte vorhersage? für einen film, den ich mir gar nicht anschauen wollte? da werde ich stutzig und gehe vielleicht doch ins kino?
Anspruchsvoll-schwere und langatmige aber hervorragend inszenierte Kost ueber eine starke Frau, die sich in der Hochzeit der Kirche durchzusetzen wusste und von Barbara Sukowa nicht besser gespielt werden konnte.
Für kurze Zeit wurde ich ins Mittelalter geholt, obwohl es sicher nicht annähernd so war wie aufgezeichnet. Doch es wurde sehr deutlich wie diese eigentlich doch kränkliche Frau in ihrer Stärke ihrer Zeit um Lichtjahre voraus war. Ihre gute Bildung verhinderte, dass sie von Männern klein gehalten wurde. Wir Töchter von Alice Schwarzerr können dies nur ehrwürdig anerkennen.
Ich war positiv überrascht. Diese Hildegard von Bingen war offenbar mehr als eine esoterische Kräuterhexe, die ein paar Lieder schrieb. Margarethe von Trotta gelingt es, einen für anderthalb Stunden ins Mittelalter zu entführen.
Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen - Kritik
DE 2009 Laufzeit 111 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 24.09.2009
Kritiken (5) — Film: Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenVision hätte ein guter Film werden können. Es ist sehr bedauerlich, dass man sich anfangs nicht die Zeit genommen hat, auf die Entwicklung der Hildegard als Mädchen zur heranreifenden Frau/Musikerin/Heilkundlerin einzugehen und somit diesen Aspekt genügend zu würdigen. So bleibt unterm Strich ein routiniert gefilmtes Werk mit guten darstellerischen Leistungen und einem interessanten und kritischen Blick auf die mystische Figur.
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Dirk Lüneberg: Stadtmagazin [030], film.de...
Kommentar löschenAuch heute noch ist die im 12. Jahrhundert wirkende Hildegard von Bingen allen, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, ein Begriff. Zumal die Äbtissin selbst für heutige Verhältnisse noch als durchaus moderne und unangepasste Frau durchgeht. Die Filmemacherin Margarete von Trotta hat nun Ausschnitte aus dem Leben der Hildegard von Bingen auf die große Leinwand gebracht. In von Trottas Filmografie finden sich immer wieder Filme, die von starken Frauenfiguren bevölkert werden. Wie schon in „Die bleierne Zeit“ und „Rosa Luxemburg“ kommt es hier nun erneut zu einer Zusammenarbeit mit Barbara Sukowa, die die Rolle der Titelheldin übernommen hat und sie mit Hingabe verkörpert.
Von Trotta zeichnet Hildegard von Bingen als kämpferische und den aufkommenden Wissenschaften gegenüber aufgeschlossene Frau, die auch vor den durchweg männlichen Würdenträgern der Kirche wenig Respekt zeigt, wenn es darum geht, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen. So muss sie zuerst einen…
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Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter Philipp Bühler: Berliner Zeitung, fluter
Kommentar löschenVon Trotta präsentiert die Titelheldin als starke Frau, deren Wirkung in der mittelalterlichen Männerwelt bis heute beeindruckt. Der Gefahr, sie als Ikone zu stilisieren, entgeht der Film trotz der Bemühung um Realismus nicht ganz. Insgesamt mag diese Inszenierung etwas bieder erscheinen. Dennoch eignet sich der Film als Einführung in mittelalterliche Denk- und Lebensweisen. Jene Zeit, in der der Glaube die Menschen einte, sich auch das politische Leben in Klöstern konzentrierte und die Kirche das alleinige Bildungsmonopol besaß, wirkt heute sehr fern und darum interessant.
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschen"Vision" ist am interessantesten, solange dieser fromme Machtkampf lodert, da demonstriert der Film Fokus und Erkenntnisinteresse. Sobald er die Klostermauern sprengt, zerfällt er in Episoden, die mehr oder minder abgehakt werden. So fehlt von der Regisseurin letztlich eine klare Vision ihrer Protagonistin; stattdessen wirft sie uns viele Hildegard-Häppchen hin. Genau vor der Erklärung dieser historischen Figur durch ihren absoluten Gottesglauben, schreckt "Visionen" zurück, weil dies nicht der Glauben der Margarethe von Trotta und schon gar nicht der ihrer Geldgeber ist.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
Kommentar löschenUm 1106 im Rheinland-Pfälzischen. Die große Macht der katholischen Kirche dominiert das Leben in ganz Europa. Hildegard ist gerade acht Jahre alt, da überantworten ihre Eltern sie schon dem Benediktinerkloster Disibodenberg. Beten, arbeiten, verzichten, schweigen und fasten muss sie von nun an. Doch ist ihr immerhin Jutta von Sponheim eine liebevolle Mentorin.
Welch grausame Entdeckung aber, als Jutta stirbt: Ein Dornengürtel umschließt ihren Unterleib. Auf diese Weise kasteite sie sich geradezu selbstmörderisch zu Tode. Von solch masochistischen Glaubensgrundsätzen grenzt sich Hildegard, die Sponheims Nachfolgerin als Äbtissin wird, ab. Erst muss die Seele gesunden, dann kann der Körper folgen, so lautet ihr Credo. Fortan erlangt Hildegard durch geschicktes Taktieren auch für sich und die Nonnen ein Stückweit Unabhängigkei. Es ist ein steiniger Weg, bei dem sie schwere Kämpfe mit den Kirchenoberen austragen muss. Einige Freunde helfen ihr dabei. Mönch Volmar (Heino…
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Kommentare (12) — Film: Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen
Kommentar schreibenSchloøpselcki 2011/05/10 00:30:12
Kommentar löschenIch kenne mich zu wenig mit Hildegard von Bingen aus, um bewerten zu können, ob der Film ein ihr gerecht werdendes Portrait zeichnet, allerdings hat mich Barbara Sukowa nicht wirklich überzeugt: Sobald irgendetwas nicht nach Hildegards oder Gottes Willen (huch das überschneidet sich ja) läuft, wirft sie sich darnieder und fiebert dem sicheren Tod entgegen - wenn dann aber plötzlich doch wieder alles in Hildes Wunschbahnen verläuft, ist die Kranke im Nu geheilt. Großartig. Mag am Drehbuch liegen, aber mich hats genervt.
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rockschlumpf 2010/06/07 16:58:18
Kommentar löschenVerflucht seiest du Religionsunterricht...
Alles sehr authentisch, wenn man mal davon absieht, dass dies ein Film über Glauben, Religion, Mystizismus im Mittelalter ist und Hildegard von Bingen Bücher voll mit Visionen schrieb, welche von der Kirche anerkannt wurden. Ihre Errungenschaften in der Kräuterkunde in Ehren, kann ich jedoch die völlige Hingabe zu einer höheren Macht als Unreligiöser Mensch nicht nachvollziehen. Somit war der Film für mich eine Aneinanderkettung von Handlungen und Gesprächen von denen ich keine Ahnung habe, bzw. keine Ahnung haben will. Mein Desinteresse war geweckt.
Dies ließ mir Zeit (neben gelangweilt in der Gegend rumzugucken) die Kulisse unter Augenschein zu nehmen, welche mir gefiel, auch wenn es fast ausschließlich hinter Klostermauern spielte, folglich nicht viel Zeit in Anspruch nahm. Das Schauspiel war mittelmäßig, was aber auch an der Verklemmtheit der Charaktere liegen könnte. Jedoch im Vergleich mit der Hingabe wie sie die Mönche in „Der Name der Rose“ zeigten können die Nonnen bei weitem nicht mithalten. Sie schienen quasi im Wohlstand zu leben.
Ob das Portrait der Hildegard von Bingen gelungen ist kann ich nicht sagen.
Doch ich kann festhalten, dass es mich nicht sonderlich interessierte und die Bewertung deswegen mehr als bescheiden ausfällt. Sorry… Religion sucks…
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Mokba 2010/05/09 13:59:36
Kommentar löschenMargarete von Trotta ist hier mit wenigen Mitteln ein stilsicheres Meisterwerk gelungen. Authentisch und ruhig vermittelt sie uns das Leben und Wirken der Hildegard von Bingen. Allerdings wird man hier vergeblich auf den Schwert schwingenden Ritter warten, der die armen Frauen rettet und blutige Schlachten schlägt, wie es ja in den Mittelalterfilmen der vergangenen Jahre üblich war. Hier geht es um Spiritualität und sowas wird in leisen Tönen erzählt, nicht gebrüllt. "Mann" sollte so etwas auch nicht erwarten und sich lieber vorher informieren, denn Frau Trotta tickt sehr weiblich, nicht männlich.
Von der Besetzung der Hildegard war ich allerdings enttäuscht, sie kommt doch sehr gestelzt daher und wird von einem Heino Ferch mit coolem Understatement mit links an die Wand gespielt. Hier hätte ich mir eine sorgfältigere Auswahl gewünscht.
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greenkeeper 2009/11/08 00:41:16
Kommentar löschenDas kleine Fernsehspiel hinter Klostermauern. Barbara Sukowa spielt, nein ist Hildegard von Bingen, so wie sie sich ins Zeug legt. Aus meiner Sicht einer der wenigen Gründe sich diesen Film im Kino anzusehen, der Soundtrack wäre ein weiterer.
Die Handlung spielt sich fast nur im Kloster ab, ein außerhalb des Klosters gibt es in diesem Film nur dann wenn irgendwo im Wald ein neues Kloster gegründet werden soll. Keine Städte, keine Märkte, kein Leben das außerhalb existiert, von ein paar hohlwangigen Adligen auf Besuch mal abgesehen. Interessante historische Persönlichkeiten wie der Erfinder des 2. Kreuzzugs Bernhard von Clairvaux oder Kaiser Barbarossa, Teilnehmer am 3. Kreuzzug, werden mal eben im Vorbeigehen abgehakt und am Ende reitet Hildegard samt holden Begleiter von dannen in der Absicht sich nun auch mal unters Volk zu begeben.
Auch von ihrer Jugend erfahren wir nichts, 30 Jahre werden gleich am Anfang mir nichts dir nichts übersprungen, damit ihre Zeit der Visionen ja nicht zu kurz kommt. Wenigstens bekommen wir einiges von ihrem Seelenleben mit und sehen wie sie die zur Verfügung stehenden beschränkten Mittel dieser Zeit für ihre Zwecke clever und zielstrebig zu nutzen weiß. Der Glaube bleibt dabei für den Zuschauer irgendwie auf der Strecke.
Im Vergleich zur "Päpstin" sicher das bessere Theaterstück, auf keinen Fall aber der bessere Kinofilm. *schnarch*
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MaTn 2009/10/24 21:17:33
Kommentar löschenIch bin kein Hildegard-von-Bingen-Spezialist, aber dieses Portrait scheint mir nicht gelungen. Ich hatte das Gefühl, mir fehlt wohl die religiöse Verzückung um den Film geniessen zu können - und ich würde mich nichtmal als Atheist bezeichnen.
Ich sah eine verwirrte Nonne, die glaubt, Botschaften von Gott zu empfangen und durch das positive Feedback ihrer Zeitgenossen immer weiter abhebt. Bei aufkommendem Zweifel oder Kritik an ihr und ihren Visionen klappt sie jedoch zusammen und versinkt in Selbstmitleid. Bis die nächste Vision ihr wieder Kraft gibt.
Mach Dich mal locker, Hilde.
Für die anderen Figuren gilt das gleiche: allesamt Bretter vor'm Kopf. Wenn die Menschen des Mittelalters wirklich so waren, waren sie auch selber Schuld an der Trostlosigkeit, die sie umgab.
Es liegt mir fern, mich über religiöse Gefühle lustig zu machen und ich kenne durchaus Leute, die den Film mögen und denen ich trozdem einen guten Filmgeschmack zutraue ;-)
Aber auf mich wirkte er einfach langweilig und irgendwie ... konstruiert.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
Kris 2009/10/25 09:56:19
Antwort löschen"Leute, die den Film mögen und denen ich trozdem einen guten Filmgeschmack zutraue" - damit kann nur ich gemeint sein!
MaTn 2009/10/25 11:21:41
Antwort löschenGenau ;-)
MaTn 2009/11/01 14:38:12
Antwort löschenGerne jeder, der sich angesprochen fühlt ;-)
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Kris 2009/11/01 22:38:49
Antwort löschen@ Ortege Lorre: Es scheint als seien wir da ganz allein!
MaTn 2009/11/02 00:06:45
Antwort löschenAlso meinen Segen habt Ihr ;-)
maniacmonkey 2009/10/17 18:31:51
Kommentar löschenEinen halben Punkt für mein verschwommenes Selbst im Hintergrund. Ansonsten... bääh.
Wieso zum Teufel hatte ich eine Vorraussage von 9????
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crazyape 2009/10/18 07:16:31
Antwort löschenhattest du nicht mal was erwähnt von einem versuch deine meinungen immer zu begründen?
maniacmonkey 2009/10/18 14:49:36
Antwort löschenist dir nicht aufgefallen, dass ich schon seit längerer zeit keine kommentare mehr geschrieben habe? und zwar aus dem einfach grund, dass ich kein bock hab mir andauernd ne gut begründete meinung bilden zu müssen, ich finde langsam geht mir der spaß an filmen flöten vor lauter meinung. ich will filme wieder lieben und hassen dürfen ohne dass ich rechtfertigen muss, wieso.
crazyape 2009/10/18 15:03:57
Antwort löschendu wolltest deine meinung immer begründen.keiner zwingt dich dazu. lieb deine filme. hass deine filme. mach einfach. mir doch egal. (=
maniacmonkey 2009/10/18 15:07:07
Antwort löschenalles klar
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nurleben 2009/10/26 20:52:44
Antwort löschenpah, ich begründe meine kommentare auch nur, wenn ich grad bock drauf hab :)
crazyape 2009/11/01 11:13:52
Antwort löschenoder grausam...oder genial :D
Amalthea 2009/10/14 14:17:21
Kommentar löschenHm, nein, das bewegt mich nicht. In keinster Weise. Weder die Geschichte (bzw. wie sie erzählt ist), noch die Kostüme, und am allerwenigsten diese unsägliche Verschauspielerung. Die Langeweile konnte sich nur dadurch nicht perfekt entfalten, weil die Beziehung zwischen der Hauptfigur und ihrer "Tochter" menschlich einigermaßen spannend ist. Dieses Inquisitionstribunal! Also bitte. Die sahen aus wie eine Heavy-Metal-Band (nichts gegen Heavy-Metal-Bands...), und spielten auch so, als hätten sie im wahren Leben ganz andere Talente. Die "Visionen" (schreib mal ein Buch, Hildegard...), Charakter der Hauptfigur und Verortung in der (Kultur-)Geschichte blieben wackelig und unprofiliert. Da ist ja mal ne Vorhersage in die Hose gegangen... von wegen 10 Punkte!
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten
Kris 2009/10/14 19:40:08
Antwort löschenIch vermute, "Inquisitionstribunal" soll mehr eine bildliche Umschreibung als eine tatsächliche Bezeichnung für die Herren sein...
Amalthea 2009/10/16 09:09:58
Antwort löschenDanke Kris. Aber gut aufgepasst, Ortega Lorre ;-)
Kris 2009/10/16 14:00:59
Antwort löschenUnd übrigens: Sie HAT ja ein Buch geschrieben, mehrere sogar und gehörte damit zu den sehr wenigen Frauen, die das damals tun konnten!
Amalthea 2009/10/16 14:35:34
Antwort löschenich sach ja auch nicht, dass diese Person nicht toll war. Nur der Film ist es absolut nicht
Alle 6 Antworten zeigen
Kris 2009/10/16 17:10:59
Antwort löschenNa dann schreib doch mal'n Buch!
MaTn 2009/10/24 21:04:07
Antwort löschenNennen wir die HipHop-Band doch einfach "Battle-Mönche" ...
Kris 2009/10/14 10:14:36
Kommentar löschenEin sehr ruhiger Film. Hildegard von Bingen wird als mutige, aber durchaus nicht perfekte Frau dargestellt. Ob sie verrückt war, nur vorgab, göttliche Visionen zu haben oder wirklich an ihre Hellsichtigkeit glaubte, lässt der Film interessanterweise offen.
Er zeigt eine Frau, die es auf ungewöhnliche Weise schafft, sich in in einer von Männern regierten Welt durchzusetzen. Aber hat sie das erst einmal geschafft, besteht sie auf die Erfüllung ihrer Wünsche wie ein bockiges Kind und setzt dabei ihre vermeintliche Gabe gezielt als Mittel ein, um zu bekommen, was sie will. Die Männer sind hier ganz klar als engstirnige Unterdrücker dargestellt, aber nicht alle. Und auch unter ihren Mitschwestern hat Hildegard Feindinnen. Am meisten hat sie immer wieder mit einer menschlichen Regung zu kämpfen: Neid. Sie ist keine rein gutmütige, sich aufopfernde Heldin, was den Film angenehm von anderen Biopics unterscheidet.
Die Schauspieler tragen alle ein wenig zu dick auf, was aber bei einem Film, der ohne spektakuläre Schauwerte, ohne Liebesgeschichte und mit dieser ruhigen Erzählweise vielleicht nicht verwundern sollte. Es hat etwas Theaterhaftes.
Der Film verbreitet eine kühle, nüchterne Atmosphäre, die nur von ihren Figuren erwärmt wird und wartet mit einem überraschend originellen Ende auf.
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annaberlin 2009/10/06 17:07:41
Kommentar löschenholla die waldfee. 10 punkte vorhersage? für einen film, den ich mir gar nicht anschauen wollte? da werde ich stutzig und gehe vielleicht doch ins kino?
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DoM 2009/10/01 14:42:58
Kommentar löschenAnspruchsvoll-schwere und langatmige aber hervorragend inszenierte Kost ueber eine starke Frau, die sich in der Hochzeit der Kirche durchzusetzen wusste und von Barbara Sukowa nicht besser gespielt werden konnte.
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lucie 2009/09/26 18:10:55
Kommentar löschenFür kurze Zeit wurde ich ins Mittelalter geholt, obwohl es sicher nicht annähernd so war wie aufgezeichnet. Doch es wurde sehr deutlich wie diese eigentlich doch kränkliche Frau in ihrer Stärke ihrer Zeit um Lichtjahre voraus war. Ihre gute Bildung verhinderte, dass sie von Männern klein gehalten wurde. Wir Töchter von Alice Schwarzerr können dies nur ehrwürdig anerkennen.
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JoeShoe 2009/09/01 14:43:41
Kommentar löschenIch war positiv überrascht. Diese Hildegard von Bingen war offenbar mehr als eine esoterische Kräuterhexe, die ein paar Lieder schrieb. Margarethe von Trotta gelingt es, einen für anderthalb Stunden ins Mittelalter zu entführen.
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