Von Einem der Auszog - Wim Wenders' frühe Jahre
Von Einem der Auszog - Wim Wenders' frühe Jahre (2007), DE Laufzeit 96 Minuten, FSK 0, Dokumentarfilm, Kinostart 24.01.2008
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
11 Bewertungen
1 Kommentare
Keine
von Marcel Wehn, mit Wim Wenders
“Ich bin meine Geschichte.” antwortet Kamikaze in Wim Wenders’ “Im Lauf der Zeit” auf die Frage “Wer bist Du?” Der Geschichte von Wim Wenders spürt dieser Dokumentarfilm nach und stellt eine Verbindung zwischen dessen früher Biografie und Werk her. Im Fokus steht das Leben des Regisseurs bis zu seinem Weggang in die USA nach seinem internationalen Durchbruch mit “Der amerikanische Freund”. In offenen und sehr persönlichen Gesprächen erzählt Wim Wenders von seinem behüteten Elternhaus im Oberhausen der Nachkriegszeit. Man begleitet ihn auf dieser Reise in die Vergangenheit nach Paris, wo er als junger Maler lebt und den Entschluss fasst, Filmemacher zu werden. Er berichtet über Erlebnisse, Erfolge und Misserfolge als Filmstudent auf dem Weg zum Regisseur. Es entsteht ein Bild des Lebensgefühls und der Aufbruchstimmung der Studenten des ersten Jahrgangs an der Filmhochschule in München. Neben Wenders selbst kommen u.a. Peter Handke, Robby Müller, Rüdiger Vogler, Bruno Ganz und Lisa Kreuzer als einige seiner wichtigsten Wegbegleiter zu Wort. In ihren Aussagen und Erinnerungen sprechen sie über die wiederkehrenden Grundthemen in Wenders’ Filmen. Es geht um Identitätssuche, Einsamkeit, Freundschaft und Kommunikation. Ebenso zur Sprache kommen ganz persönliche Erfahrungen in der privaten und beruflichen Beziehung zu Wenders. In Verbindung mit Ausschnitten aus seinen frühen Filmen wird deutlich, dass Wenders immer wieder authentische Erlebnisse und Menschen seines eigenen Lebens verarbeitet hat. Der Film vermittelt dadurch einen ganz neuen Einblick in Wenders’ frühes Filmwerk.
Cast & Crew
-
Marcel Wehn
-
Wim Wenders
Regie
Schauspieler
-
Marcel Wehn
- Genre
- Dokumentarfilm


















Kommentar — Film: Von Einem der Auszog - Wim Wenders' frühe Jahre
Kommentar schreibendae-su 2011/10/06 16:56:58
Kommentar löschenSchön, wie ruhig und bedächtig sich der Film der Person Wim Wenders nähert. In Wenders eigenem Tempo, nicht überstürzt sondern bedacht, fast nachdenklich, trifft hier ein sehr junger Regisseur auf einen der "Alten" des deutschen Films, versucht, dessen eigene jungen Jahre spürbar zu machen und nachzuzeichnen, nachzuvollziehen.
Dabei bleibt er nie auf sein Filmschaffen begrenzt, im Gegenteil, es scheint viel mehr der persönliche, ganz private Werdegang Wim Wenders' zu sein, der die kurzen, aber immer informativen Begegnungen mit seinen frühen Filmen bestimmt. Seine Flucht zum Film in der Cinemathèque Paris', seine Liebes-Beziehungen, die in ALICE IN DEN STÄDTEN kulminieren, seine freundschaftlichen und/oder (!) professionellen Beziehungen zu Personen wie Peter Handke, Peter Przygodda, Robby Müller oder Bruno Ganz. Stark auch die Momente, in denen eine offensichtlich reuige Ulrike Sachweh den Seitensprung und damit das Beziehungsende zum ganz jungen Wenders schmerzt oder andere (Ehe-) Frauen wie Lisa Kreuzer oder Edda Köchl zu Wort kommen.
VON EINEM DER AUSZOG ist ein sehr gelungenes, sehr nahes und privates Portrait eines schweigsamen Mannes. Des großen Mannes des deutschen Kinos, mit dem großen Mund und der großen Nase und dem sanften Wesen. Wer Wim Wenders mal live hat sprechen sehen, spürt richtig, wie nahe die wunderbare Doku dem sonst vielleicht eher unnahbaren Mann kommt, wie sehr Wenders' sich Wehn wirklich öffnet.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten