Vorname Carmen

Prénom Carmen (1983), FR
Laufzeit 81 Minuten, FSK 16, Drama, Kriminalfilm, Kinostart 13.07.1984

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mit Maruschka Detmers und Myriem Roussel

Carmen besucht ihren Onkel Jean, einen ehemaligen Regisseur, der in einer psychiatrischen Anstalt lebt. Sie will ihn für ein neues Filmprojekt gewinnen. Was er nicht ahnt: Die Filmaufnahmen dienen nur als Täuschung für ein Verbrechen. Kompliziert wird die Sache für Carmen, als sie ausgerechnet mit einem Sicherheitsbeamten eine leidenschaftliche Affäre beginnt.


Cast & Crew


Kommentare (2) — Film: Vorname Carmen

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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Unter den zahlreichen Bearbeitungen des Carmen-Themas ist die von Godard wohl die freieste, d.h. die mit der größten Distanz zum Thema. Nur wenn man mit dem Stoff vertraut ist, kann man Anklänge an die Vorlage registrieren. So sagt Carmen zu einem ihrer Männer „Wenn ich dich liebe, bist du erledigt“ oder es wird schon mal eine Melodie gepfiffen, die man aus der Oper kennt. Meistens allerdings ist Kammermusik unterlegt und die nervt auf die Dauer ganz schön. Es wäre unerträglich, wenn nicht Tom Waits eine Einlage geben würde. Das ist Balsam für die Ohren. Dass Godard der Handlung einen Banküberfall zugrunde legt, ist seine Version. Immer wieder rauscht die Meeresbrandung dazwischen. Manche Szenen sind ungewöhnlich, weil die Darstellung aus dem Rahmen fällt. Und es gibt für 1983 recht freizügigen Sex unter der Dusche oder Sonderbares von Carmen auf der Herrentoilette. Die unterschiedlichsten Szenen werden von der Titelfigur (Maruschka Detmers) verbunden. Sie ist fast immer im Bild. Sie macht die beiden Männer an. Ihre Zerrissenheit verdeutlichen zwei hintereinander gesprochene Sätze „Machen sie, dass sie wegkommen. Machen sie mich an.“
Vielleicht entdeckt man die Genialität von Godard, der hier selbst den Onkel von Carmen spielt, erst beim zweiten Mal, weil man zuvor von der absonderlichen Bilderfolge erschlagen worden war.

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Jack_Torrance

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Bewertung6.5Ganz gut

Wer Godards Filme kennt, der weiß, dass sie vor allem eines auszeichnet: künstlerische Freiheit. Auch hier pfeift Godard auf jegliche cineastische Gesetze.
Immer wieder tauchen sich wiederholende Einstellungen auf: eine Küste, nächtliche Züge etc. Das alles tut er um das Innere seiner Charaktere metaphorisch wiederzugeben.
Das aber tut er auf so unterkühlte Art und Weise, dass "Vorname Carmen" teilweise anstrengend ist. Langatmigkeit ist hier zu selten fehl am Platz.
Größtenteils sehnt man sich geradezu nach einem größeren Zugang zu den Helden. Zu steril bleibt der Film in dem wichtigen Zusammenhang.

Fazit:
Prénom Carmen mag ein sehenswertes Stück Film sein, den aber nur hartgesottene Godard-Fans komplett genießen können...

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