Vorsicht Sehnsucht

Les Herbes folles (2009), FR/IT
Laufzeit 103 Minuten, FSK 0, Drama, Kinostart 22.04.2010

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7.8 Kritiker
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Skala 0 bis 10
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von Alain Resnais, mit André Dussollier und Sabine Azéma

In Vorsicht Sehnsucht wird Marguerite (Sabine Azéma) nach einem Schuhkauf mitten in Paris die Handtasche entrissen. Ihre Brieftasche findet der Pensionär Georges (André Dussollier). Er beginnt sofort, sich für diese Frau um die 50 zu interessieren. Marguerite, die einen Pilotenschein hat und in einem Pariser Vorort lebt, leitet gemeinsam mit einer Kollegin (Emmanuelle Devos) eine Zahnarztpraxis. In seiner Phantasie versucht Georges sich vorzustellen, wie sie lebt und wer sie ist. Also beschließt er, sie kennen zu lernen und ihr die Brieftasche persönlich zu bringen. Schließlich gibt er sie aber doch bei der Polizei ab und hinterlässt dort seine Telefonnummer. Marguerite bedankt sich telefonisch, legt aber keinen Wert auf ein persönliches Treffen, was Georges nur um so mehr dazu bringt, sich ein Bild von ihr zu machen und sich in ihr Leben zu drängen.
Der gutbürgerlich situierte Georges wirkt geradezu besessen von dieser unbekannten Frau, auch seine eigene Frau Suzanne (Anne Consigny) und seine erwachsenen Kinder beginnen sich zu wundern. Dann aber kommt es nach einem Kinobesuch doch noch zu einem Treffen von Georges und Marguerite. Obwohl beide sehr lebenserfahrene Menschen sind, geraten die Dinge völlig außer Kontrolle.

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Kritiken (7) — Film: Vorsicht Sehnsucht

Lukas Foerster: taz / cargo / perlentaucher...

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9.0Herausragend

"Vorsicht Sehnsucht" ist Free Jazz.

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D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

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6.5Ganz gut

"Les herbes folles" heißt "wildes Gras", es wächst dort, wo es nicht hingehört, zwischen Pflastersteinen beispielsweise. Ein Bild dieses Wildwuchses geistert auch durch den gleichnamigen Film, der ungezähmt auch in dem Sinne ist, dass er sich für keine eindeutige Tonart entscheiden will. Die Komödie hat hier eine gefährliche Schlagseite, die die Eigenschaften des Menschen, ihr Begehren roher und ungestümer zum Ausdruck bringt. Georges und Marguerite, die mit Fortdauer des Films immer fahriger wirken, sind Getriebene im Sturzflug.

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Filmering: Filmering.at

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8.0Ausgezeichnet

Vorsicht Sehnsucht ist ein wunderschöner Film mit dem Altmeister Alain Resnais noch einmal auf sein Talent verweist. Sein Film besitzt klassische Schönheit und jugendliche Leichtigkeit und fügt beides zu einem sehr sehenswerten Ganzen zusammen. In ein Genre kann man den Film aber nur schwer pressen, da er es geradezu anlegt die Genreerwartungen zu unterwandern. Muster des Melodramas werden angedeutet und mit unerwarteten Thrillerelementen gebrochen, die wiederum den Anstrich des Surrealen verpasst bekommen. Lediglich das Ende fällt leider etwas ab, aber dies ändert nichts daran, dass Vorsicht Sehnsucht ein sehr sehenswerter Film im Oeuvre eines großen Altmeisters geworden ist.

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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...

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6.0Ganz gut

,,Vorsicht Sehnsucht" warnt schon im Titel vor zuviel emotionalen Erwartungen von Mann und Frau, die sich auf das dünne Eis der Gefühle begeben. Allerdings muten so manche Entwicklungen derart bizarr an, dass man rätselt, worauf Alain Resnais (87) eigentlich hinaus will. Erst allmählich wird deutlich, dass es dem Altmeister, von dessen Inszenierung diesmal etwas Ungeordnetes, Zufälliges, Verspieltes ausgeht, um das Fantasieren als solches geht.

Mit früheren Meisterwerken wie ,,Hiroshima mon amour", ,,Letztes Jahr in Marienbad" oder ,,Das Leben ist ein Chanson", in denen er der Psychologie seiner Figuren tiefer auf den Grund geht, möchte man seinen jüngsten Film zwar nicht auf eine Stufe stellen.

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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...

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7.5Sehenswert

(...)
Immer wieder verweist diese Scharade der Möglichkeiten (...) den Zuschauer ins Reich der Hypo­these. Die Reaktionen der Figuren sind so kapriziös wie die der überaus agilen Kamera. (...) Die Montage von Hervé de Luze treibt ein exzentrisches Spiel mit der Verschiebung und dem Insistieren, das an Resnais’ frühes Meisterwerk Muriel oder die Zeit der Wiederkehr erinnert; auch dies eine Geschichte über Liebende, die nicht zusammenfinden können. Vorsicht Sehnsucht knüpft daran an in einem Gestus des entschiedenen Zögerns, der Revision der Gesten. (...)

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G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

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8.5Ausgezeichnet

Gerade einem Film wie „Vorsicht Sehnsucht“ wird man mit den üblichen Besprechungs-Kriterien nicht gerecht. Geriet doch die Form bei der sehr freien Verfilmung des Romans „L’Incident“ von Christian Gailly viel wichtiger als die Handlung. Dauernd gehen die Kamera oder der Off-Kommentar eigene Wege. Damit ist Resnais ziemlich altmodisch und in einer von Handlungs-Korsagen beherrschten Kinozeit richtig avantgardistisch. Kongenial aktiert die Resnais-Familie mit Azéma und Dussollier das Spiel an der Grenze zur Albernheit aus. Und selten erzeugte ein Film eine derartige Mischung aus Vergnügen und Verwirrung auf den Gesichtern.

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José Garcia: Textezumfilm

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8.5Ausgezeichnet

Der inzwischen 87 Jahre alte Regiealtmeister Alain Resnais, der vor einem halben Jahrhundert mit „Hiroshima, mon amour“ (1959) und „Letztes Jahr in Marienbad“ (1961) weltberühmt wurde, spielte etwa in „Das Leben ist ein Chanson“ (1997) insofern mit den Erzählstrukturen des Kinos, als er in die Dialoge der Schauspieler Playbackeinlagen von populären französischen Chansons hineinschnitt. Auch „Vorsicht Sehnsucht!“ nimmt sich als ein erzählerisches Experiment aus: Da die Hauptfigur George eine blühende Fantasie besitzt, die ähnlich den sich ganz am Anfang des Filmes durch den Asphalt einen Weg bahnenden, titelgebenden „Les herbes folles“ („Verrückte Gräser“) wild sprießt, kann sich der Zuschauer in keinem Augenblick sicher sein, wo die Wirklichkeit endet und Georges Vorstellung beginnt. Schließlich hatte ihn eine Off-Stimme gewarnt: „Er schrieb auf, was er über sein Leben dachte, bis er es glaubte“. Die betont künstliche Inszenierung läst es völlig offen. Die in grelle Neonfarben getauchte, menschenleere Straße mit dem Kino und dem Café etwa erinnert stark an einen Traum oder an eine sterile Filmkulisse. Die ausgiebige Verwendung der Off-Stimme und die teilweise einem Thriller entnommene Filmmusik tragen ebenfalls zu einem surrealen Eindruck bei, unter dessen Oberfläche sich jedoch ein Anflug von Sehnsucht und diffuser Melancholie bemerkbar macht.

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Kommentare (2) — Film: Vorsicht Sehnsucht

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Andy Dufresne

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein einzigartiger Film !

Ich habe den Film Gestern Abend gesehen und zwar ohne irgendetwas darüber zu wissen (hab zufällig ins Erste gezappt als er anfing).
Als der Film vorbei war hatte ich das selbe Gefühl.Und ich meine dies positiv.

Am Anfang dachte ich jetzt kommt etwas Amelie-mäßiges.Dann dachte ich,nein es ist eine klassische Liebesgeschichte,ein Film über den zweiten Frühling.Dann dachte ich das es doch zum Stalkerpsychodrama ausartet.Und immer mit feiner Ironie,feinem Humor. Bis der Film zuende war wechselten diese Gedanken und wie gesagt:Was ich da genau sah weiß ich immer noch nicht.

Was ich weiß:Es war interessant,sehr unterhaltend,feingeistig und etwas ganz Eigenständiges,irgendwie Erhabenes.

Ihr sucht einen besonderen Film? "Vorsicht Sehnsucht" ist einer.

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ovgucker

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Bewertung2.0Ärgerlich

Mein ärgerlichstes Kinoerlebnis seit langem! Kein grandioses Alterswerk, wie von vielen Kritikern propagiert, sondern seniler Schwachsinn.

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