Watchmen - Die Wächter - Kritik

Watchmen

US · 2009 · Laufzeit 158 Minuten · FSK 16 · Actionfilm, Science Fiction-Film · Kinostart
  • 9

    Heute grad wieder mal gesichtet! Einfach phantastisch wobei er in der zweiten Hälfte erst so richtig Fahrt aufnimmt. Das visuelle trat bei mir ein wenig in den Hintergrund weil das gesprochene Wort einfach der Eigentliche Kracher ist!

    • 2 .5

      Ich habs bis heute nicht geschafft, den Film zu Ende zu schaun. Da ich nach spätestens einer Stunde entweder einschlaf, oder was besseres vorhab!!!

      • 10

        meine nummer 1
        diesen film sollte man mehrmals anscheun um ihn zu verstehen.
        es geht um die messages .

        • 8 .5

          Für mich der mit Abstand beste Superhelden Film. Warum? Er bietet so viel mehr als eine oberflächliche Story und nette Effekte. Hier gibt es Charakterentwicklung, es wird die Frage nach deontologischer (Rorschach) oder teleologischer Ethik (Ozymandias) behandelt, wie weit darf ich gehen, wenn ich der Gute bin?

          Es ist bezeichnend, dass die dunklen Charaktere, den finalen Plan ablehnen und von den eher "hell" gezeichneten Charakteren bekämpft werden. Ein moralisches Dilemma in einen Superheldenfilm gepackt, das sah man bisher in dieser Form nicht.
          Dazu gibt es einen top Soundtrack und interessante Kameraarbeit, die immer wieder comichafte Shots einstreut und uns einige Bullet time Effekte ala Matrix beschert, so dass das Ganze sowohl im Audio- als auch im visuellen Bereich bei mehrmaligem Sehen interessant bleibt.

          Sollte man sich mal ansehen

          • 8 .5

            Watchman finde ich alternativ zu den Marvel Klassikern einfach unheimlich spannend und positiv anders von der Geschichte.

            Eigentlich wollte ich eines Tages schlafen gehen, jedoch hat mich der Film so gepackt, dass ich dranbleiben musste.

            Charaktere sind sehr gut ausgedacht und umgesetzt.
            Mag ich wirklich sehr und Film ist wirklich sehenswert.

            • 9

              nach dem ich Sucker Punch schlecht machte komme ich zu einer positiven Snyder Wertung. Watchmen ist für mich neben Nolans meisterlicher Dark Knight Trilogie ein klarer Fall von Meisterwerk bzw. Meilenstein.
              Der Film bietet zunächst eine super Ästehtik, einen Top Cast und abgefahrene action. Im Vergleich zu SUCKer PUNCH gibt es hier eine wahre Story, hinter der ganzen Super Fasade verbirgt sich die Politkritk die zwar nicht so ausgeweitet wird wie in Kubricks Orange aber seine Ziele erreicht er dann doch als clevere, abgefahrene Satire auf den Helden und gleichzeitig anspruchsvolle Unterhaltung. So geht Kino.

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              • 0

                öder Film öde Superhelden bin eingeschlafen so ein langweiliger schrott.

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                • 10
                  Schofferhofer 10.11.2015, 14:51 Geändert 10.11.2015, 20:52

                  Watchmen
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                  Versuch einer Charakteranalyse zu dem Comedian, Rorschach und V
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                  Der Comedian sieht wie Rorschach den unabwendbaren Untergang der Menschheit. Dadurch haben seine Taten keine Konsequenzen, denn es gibt nichts was er machen könnte, was die Welt noch großartig beeinflusst. Die Weltuntergangsuhr steht auf 5 vor 12, wenn es keine Arbeitsplätze mehr gibt, muss man auch nicht zur Schule gehen. Wenn die Menschheit kurz vor ihrer Auslöschung steht, muss man sich auch nicht mehr an moralische Regeln halten. Keine seiner „schlechten“ Taten könnte je so grausam sein wie das, was die Menschheit sich selbst antut.
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                  Rorschach sieht das gleiche wie der Comedian, doch kann er es nicht akzeptieren. Wie eine Mutter die auch noch Jahre nach dem Tod der Tochter mit ihr redet oder ein Fußballspieler, der beide Beine verloren hat und trotzdem normal zum Training geht, ist sein Verstand nicht in der Lage es anzunehmen. Ich würde gerne einen Vergleich mit V aus V wie Vendetta beginnen. Es gibt einige Gemeinsamkeiten, unter anderem sind beide maskiert, haben einen starken Gerechtigkeitssinn und keine Skrupel für ihre Ziele zu töten. Auf den ersten Blick sind die Ziele von V deutlich höher gesteckt. Während Rorschach nur das Verbrechen und die Ungerechtigkeit bekämpfen möchte (also quasi wie ein Polizist) hat sich V den Sturz eines Polizeistaates zum Ziel gemacht. V sieht das Problem („das Böse“) in der aktuellen Regierungsverwaltung und nicht in den Bürgern. Zwar gibt er ihnen die Schuld, dass es so weit kommen konnte: „Wie konnte es dazu kommen? Wer hat Schuld? Nun, sicherlich hat manch einer mehr zu verantworten als Andere, und er wird auch zur Rechenschaft gezogen, doch um ehrlich zu sein: Wer einen Schuldigen sucht, der muss nur in den Spiegel sehen.“, doch sieht er das Problem in der Untätigkeit des Volkes sich gegen Schlechtes aufzulehnen und es gibt einen klar definierten Bösewicht.
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                  In Rorschachs Welt gibt es keinen bösen Kanzler der gestürzt werden muss um die Menschheit zu retten. Die Menschen selbst sind böse: "Ab da gab es bloß noch Rorschach. Verstehen sie? Nicht Gott hat die Kleine umgebracht! Nicht die Vorsehung hat sie abgeschlachtet und dann von den Hunden fressen lassen... Gott hat entweder nicht hingesehen oder es war ihm egal... Ab da wusste ich... Nicht Gott macht die Welt zu dem was sie ist... Wir tun das!". Mit der Erkenntnis, dass das Böse individuell betrachtet werden muss und dadurch auch nur individuell (also eine Person nach der nächsten) bekämpft werden kann, setzt sich Walter Kovacs ein Ziel, welches nicht erreicht werden kann. Die Rettung der Menschheit, durch den von Anfang an zum Scheitern verurteilten Versuch die Welt von allem Bösen zu befreien. Kein Mensch kann das schaffen, niemand! Deshalb muss Walter Kovacs zu Rorschach werden, einem Ideal welches für Gerechtigkeit steht. Er hört auf ein Mensch zu sein, verzichtet auf sein Leben und jegliche Freuden, ernährt sich von kalten Bohnen und Zuckerwürfeln, hat weder Freunde noch Spaß. Gerechtigkeit ist jetzt nicht mehr sein Lebensziel, sondern sein Leben. V steht für eine Idee, doch auch abseits von seinem Plan hat er eine Persönlichkeit, Hobbys und Interessen. Dasselbe gilt für jeden Polizisten. Rohrschach steht nicht nur einfach für seine Prinzipien ein, er besteht aus ihnen. Das Fleisch und die Knochen sind nur ein Mittel zum Zweck. Fortsetzung folgt…

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                  • 9

                    Ein großartiger Film...nimmt sich nicht zu ernst verliert dabei in keiner Weise an Ernsthaftigkeit. Tolle Charaktere...tolle Kampfszenen...super Story. Eine der besten Comicverfilmungen :)

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                    • 10

                      Die Comicvorlage zu 'Watchmen' schaffte es als einziges Graphic Novel im Jahre 2005 in die Liste der 100 großartigsten Literaturwerke (gekürt von der "Times"). Neben den ganzen X-Men, Spidermans, Batmans und co. war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann Hollywood den Stoff für sich verarbeiten wird. Der Autor von 'Watchmen' - Alan Moore - hat den Film bis heute angeblich nicht gesehen, da er sich nicht vorstellen kann, dass seine Vision adäquat umgesetzt wurde. Und damit liegt er völlig daneben. Was Zack Snyder dem Zuschauer in über 3,5 Stunden (im Ultimate Cut) präsentiert, ist ein unglaubliches Meisterwerk. Ähnlich wie Herr der Ringe, galt 'Watchmen' eigentlich für unverfilmbar. Umso erstaunlicher, dass sich der Film anfühlt wie eine 1:1 Umsetzung - Bild für Bild, Wort für Wort - der Comicvorlage. Bis auf eine erhebliche, aber vom Sinn her logische Abwandlung des Endes, kann man Watchmen ohne Bedenken als treueste Umsetzung einer Literaturvorlage der Filmgeschichte bezeichnen.

                      'Watchmen' ist anders. Es ist kein Action-Feuerwerk mit bunten Heldenfiguren. Es ist vielmehr ein Krimi/Thriller mit politischem Hintergrund. Der Film spielt in einem alternativem Amerika der 80er Jahre, wo der Vietnamkrieg gewonnen wurde und Präsident Nixon die Verfassung austrickste um eine dritte Amtszeit zu bekommen. Der kalte Krieg mit Russland ist weiterhin topaktuell. Der Atomkrieg wird nur davon abgehalten, weil die Russen Angst vor dem durch einen Unfall entstandenen Übermenschen Dr. Manhattan haben. Dr. Manhattan war Teil einer kostümierten Rächerbande namens "Watchmen", die in den Fußstapfen der "Minutemen" getreten sind. Präsident Nixon sprach aber ein Verbot gegenüber maskierte Rächer aus. Einzig der paranoide Rorschach ließ sich niemals davon abhalten weiterzumachen. Doch plötzlich stirbt der "Comedian" und Rorschach glaubt, dass es einen Komplott gegen die Watchmen gibt.

                      "A Comedian died last night, and nobody cares. Nobody cares but me. "

                      Der Film nimmt sich sehr lange Zeit, die Charaktere einzuführen. Dies ist auch zwingend notwendig, um die gesamte Geschichte glaubhaft rüberzubringen. Die "Watchmen" sind alles andere als Helden. Sie sind Menschen mit Fehlern, Vergewaltiger, Mörder...

                      Watchmen ist der perfekte Mix aus Anspruch, optischem Genuss und guter Unterhaltung. Die Action ist rar, aber heftig und mit Snyder-typischen Slow Motions. Der Soundtrack ist ein Querschnitt aus den größten Hits aller Zeiten. Alle Charaktere haben Profil und sind interessant. Die Geschichte ist im gleichen Maße spannend und politisch wichtig. Am Ende bleibt die Frage: Welches Opfer ist nötig, um Frieden zu gewährleisten. Und was ist Frieden? Waffenstillstand? Wohl kaum.

                      "Never compromise. Not even in the face of Armageddon."

                      Es reicht nicht, Watchmen nur einmal zu gucken. Besonders im Director's Cut und in Verbindung mit dem Graphic Novel entfaltet Watchmen seine volle Wucht. Es gibt so viele Details in dieser perfekt durchdachten Geschichte, dass ich erst nach mehrmaligem Schauen und vielen Gedanken zum Film, diesen als das Meisterwerk anerkennen konnte, welches es schlicht und ergreifend ist.

                      "In my opinion, the existence of life is a highly overrated phenomenon."

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                      • 10

                        Genial.

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                        • 7

                          Dies war einer der wenigen Comicfilme der mir seit Ewigkeiten gefehlt hatte.
                          Mir wurde von allen Seiten extrem viel vorgeschwärmt.

                          Dementsprechend waren die Erwartungen dann sehr hoch als ich mich letzte Woche auf meine Couch gesessen habe und Watchmen reingeschoben habe.

                          Der Film ist optisch ziemlich gut gemacht, einige der Charakteren sind megacool.
                          Gerad der maskierte gebrochene Hautdarsteller war sehr cool und man bekam einen guten Start in den Film.
                          Allerdings fand ich andere Figuren wie Dr. Manhatten etwas lahm und auch die leider hier und da etwas zu vielen Dialoge und Erzählungen bis der Film dann in Gange kommt haben die für mich etwas zu langgezogenen 158Min ausgemacht.

                          Allem in allem aufjedenfall guckbar. Und unterhaltsam, aber ich für einen Teil habe leider mehr erwartet.

                          Somit von mir 7/10 Punkte für einige coole Darsteller, einer guten Story, die etwas langgezogen ist und einer gut gemeinten etwas anderen Art und Weise einen Comicfilm darzustellen.

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                          • 5
                            DerSommer 05.10.2015, 09:08 Geändert 05.10.2015, 09:12

                            Wie so viele Comicverfilmungen von DC ist auch diese nicht mein Fall.

                            - Zu langatmig aufgrund der vielen nötigen Charaktereinführungen
                            - Grundtenor zu negativ für meinen Geschmack: Set, Setting, Plot. Mir würde auch das Comic nicht gefallen! Geschweige denn diese Möchtegern-Superhelden. Persönlicher Geschmack eben.
                            - Wer mir irgendwas Neues nennt, dass mir der Film zeigt, bekommt nen Keks. Alles so oder verdammt ähnlich schon tausendmal gesehen. Kann aber als Kritikpunkt ignoriert werden - bei dieser 1:1 Adaption. Zum Glück für die Wertung.

                            Für Fans sicherlich ein richtig guter Film, ich war froh als er zu Ende war.

                            • 9

                              Der Superhelden Film der allen zeigte das es nicht immer Kunterbunt sein muss um gut zu sein für mich der voreiter der heutigen DC Filme die mehr in diese Düstere schiene fahren.

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                              • 9
                                HimmelHoch 22.09.2015, 09:45 Geändert 22.09.2015, 09:51

                                „Hast Du etwas Zeit für mich
                                Dann singe ich ein Lied für Dich
                                Von 99 Luftballons
                                Auf ihrem Weg zum Horizont

                                Denkst Du vielleicht g'rad an mich
                                Dann singe ich einen Lied für Dich
                                Von 99 Luftballons
                                Und dass so was von so was kommt“

                                Dudelt Nena völlig überraschend mitten im Film los. Aber genau das ist dieser Film. Eine Geschichte darüber, „dass sowas von sowas kommt“. Zack Snyder gibt dem abgewrackten, irgendwie verloren gegangenen Superheldenteam „Watchmen“ einen ungewohnt düsteren, kalten Auftritt. Snyder lässt sich viel Zeit, für einen „Superheldenfilm“ auffallend viel Zeit. Das Grundtempo seiner Erzählung ist langsam. Das gibt den willkommen komplexen, und verworrenen Charakteren viel Zeit ihre Geschichten zu erzählen – und zu erklären. Trotzdem, die fast 3 Stunden Laufzeit fordern durchaus manchmal gutes Sitzfleisch.

                                “What happened to us? What happened to the American Dream?”
                                - "What happened to the American Dream?" It came true! You're lookin' at it...“

                                Die Gesichte der „Watchmen“ ist blutig, kalt und tragisch. Erst die gefeierten Helden gewesen, dann von der Regierung verboten werden. Und hier zeigt sich deutlich, die Watchmen, bis auf einer, sind eben doch nur Menschen. Die Bilder sind dunkel, die Musik ist laut, die Gewalt ist grob und hässlich. Aber hier stehen nun die ehemaligen Superhelden, starren einen bevorstehenden Atomkrieg an und erinnern sich. Es fehlt an saloppen, flotten Onelinern, die Held A Held B noch kurz lässig zuwerfen kann, bevor der brennende Helikopter in das Glasgebäude rumst. Dafür bekommen wir so viel mehr. Zack Snyder und sein Team, zusammen mit einer durch und durch starken Cast kreieren einen Superheldenfilm mit Substanz, der ein wenig das Objekt „Superheld“ durchleuchtet. Und dabei eine unbeschreibliche Atmosphäre hat. Und den wohl besten Vorspann, den ich je gesehen habe.

                                „Miracles by they're definition are meaningless, only what can happen does happen.”

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                                • 8
                                  BenAffenleck 21.09.2015, 20:37 Geändert 21.09.2015, 20:41

                                  Wenn sich Hollywood fast 25 Jahre bemüht, eine Comic-Verfilmung auf die Leinwand zu bringen, sollte das Ergebnis auch mindestens sensationell sein. Die Moore/Gibbons WATCHMEN Graphic-Novel brachte ja bekanntlich 1985 frischen Wind und lang vermisste Ernsthaftigkeit zurück in den bunten Bilderreigen, komplex und erwachsen gab sie sich. Nicht wenige hielten die Geschichte in nur einem Film verarbeitet für "nicht machbar". So wurden die Rechte immer weiter gereicht, Regisseure wie Terry Gilliam oder Paul Greengrass kamen und gingen, bis der Stoff letzten Endes von Zack Snyder verfilmt wurde. Der bedankte sich für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen mit einer zwar immer noch komplexen, aber geradezu großartigen visuellen Umsetzung.

                                  Ich persönlich bin bei WATCHMEN immer etwas im Zwiespalt, denn der blaue Strahlemann Dr. Manhattan ist mir zu abgefahren, seine Entmenschlichung und sein erhabener Gottstatus zu strange. Da bin ich jedes Mal leicht angenervt von. Gut, dass der Rest des Films mehr überzeugen kann.

                                  Schon die Vorspannsequenz ist eine der besten, die jemals gemacht wurde. Zu Bob Dylans "The times, they're a changing" bekommt man in Form einer Nachrichten-Collage eine informative Einführung in das Watchmen-Universum. Bei diesem gekonnten Einstieg gaffe ich immer völlig fasziniert die Leinwand an. Ganz groß, ebenso wie die unglaublich vielen liebevollen Details der Kostüme und der atmosphärischen Sets. Das Auge bekommt hier so einiges geboten, Design und Gestaltung vom Feinsten. Alleine schon deswegen landet der Film alle Jahre wieder in meinem Player, obwohl er von einem Lieblingsfilm bei mir weit entfernt ist.

                                  Die Besetzung ist stark, wobei mich da aber keine Leistung aus dem Sessel gleiten lässt. Sehr gut gefallen hat mir der „Comedian“Jeffrey Dean Morgan, die Entdeckung des Films war für mich allerdings Jackie Earle Haley als „Rorschach“, durch dessen Zynismus auch ein wenig Humor in diese triste Veranstaltung gebracht wird. Aufgrund der teils expliziten Gewaltdarstellung und des dunklen Tons ist WATCHMEN von einem AVENGERS-Kindergeburtstag dann aber immer noch Welten entfernt, denn letzten Endes geht es hier nur um eine Frage: Wer und wie viele Menschen dürfen geopfert werden, um den Frieden zu sichern. Das ist schwerer Stoff, der einen auch noch nach dem Abspann beschäftigen kann.

                                  Fazit: WATCHMEN ist anspruchsvolle, visuell berauschende Kunst. Und das es kein Glückstreffer war, hat Zack Snyder 2 Jahre später beim genau so starken SUCKER PUNCH bewiesen.

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                                  • 9 .5
                                    FolkMan 18.09.2015, 07:02 Geändert 18.09.2015, 07:03

                                    Nachdem ich nun den Director's Cut gesehen habe Aufwertung von 8,5 auf 9,5. Meisterwerk!

                                    An der Höchstnote schrammt der Film nur aufgrund unüberzeugendem CGI vorbei (Stichwort Mars).

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                                    • 7 .5

                                      Watchmen - Die Wächter nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die Zeit des kalten Krieges und zeigt, wie dieser hätte ausgehen können, wenn es Superhelden gegeben hätte, die in das Geschehen eingegriffen hätten. Ähnlich wie bei Sin City oder V wie Vendetta wurde hier nun ein relativ erfolgreicher Comic verfilmt. Herausgekommen ist ein actiongeladener Thriller, bei dem jeder Fan von Superhelden, Action und Spannung auf seine Kosten kommen sollte.

                                      Durch die Geschichte hindurch wird der Zuschauer von den Tagebucheinträgen von dem selbsternannten Superhelden Rorschach begleitet. Wie in jedem Superheldenfilm ist auch in Watchmen - Die Wächter der Kampf gegen das Böse Hauptbestandteil der Geschichte. Die Figuren sind sehr individuell und reichen von einer bezaubernden jugen Frau zu einem kettenrauchenden Schläger. In dem Punkt wurde sich hier richtig Gedanken gemacht.
                                      Schauspierisch bin ich ebenfalls sehr positiv überrascht worden. Gerade durch die verschiedenen Eigenarten der Charaktere bekommt der Zuschauer hier ordentlich etwas zu sehen.

                                      Ein großer Minuspunkt an Watchmen - Die Wächter ist die Laufzeit. 158 Minuten sind hier schon sehr viel. Ich denke, ich bin nicht allein, wenn ich sage, dass ich teilweise während des Films beinahe das Interesse verloren habe, weil sich so viele Sachen schierbar endlos in die Länge ziehen. Wenn man sich nach dem Film die Story noch einmal vor Augen führt, dann merkt man auch, dass es eine halbe Stunde weniger auch getan hätten. Naja, ansonsten ist Watchmen - Die Wächter ein schöner und spannender Film mit packenden Actionszenen und guten storytechnischen Wandlungen.

                                      Abgesehen von der Laufzeit ist Watchmen - Die Wächter auf jeden Fall weiterzuempfehlen. Für jeden Fan von Superheldenfilmen oder verfilmten Comics oder Graphic Novels ist dieser Film hier ein absolutes Muss.

                                      • 8 .5

                                        Komplexe Themen und Charaktere sind im Superheldengenre eher Selten. Fast jeder Charaktere der Watchmen hat irgendwelche Probleme. Die Gewalt ist sehr ausschweifend und gut eingesetzt. Auch sonst sieht alles gut aus und ist mit einem tollen Soundtrack ausgestattet. Der Film kann sich etwas ziehen an manchen Stellen. Natürlich mussten Änderungen vom Comic gemacht werden, welche ich allerdings nicht wirklich störend fand. Synder hat der Adaption dadurch seinen eigenen Stempel aufgesetzt, was Puristen wahrscheinlich nicht mögen. Mit dem Ende kann man sich selbst fragen wieweit man für die Wahrheit gehen würde.
                                        Zack Snyder hat hier kein typisches Popcorn-Kino gemacht, sondern ein sehr tiefgehendes und düsteres Superhelden-Drama. Allein wegen des unglaublichen Intros wert zu gucken.

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                                        • 5 .5

                                          Tia, ich weiß irgendwie nicht, was ich von dem Film halten soll. Watchmen wird unter Comic-Fans so gefeiert, aber umgehauen hat der mich jetzt nicht.
                                          Es ist in meinen Augen auch einfach kein Superheldenfilm! Eigentlich hatte niemand Superkräfte, außer Dr. Manhattan. Und dieser war einfach mal übermächtig, anscheinend sogar mächtiger als bekannte Helden wie Superman!
                                          Außerdem wirft der Film für mich so viele Fragen auf. Warum sind diese Typen überhaupt Superhelden? Was haben die für eine Vergangenheit?
                                          Woher können die so gut kämpfen? Wurden die von irgendeinem Profi ausgebildet?
                                          Was war das für ein Experiment, wodurch Dr. Manhattan so übermächtig wurde? Und warum lässt er sich von der US-Regierung als Waffe missbrauchen?
                                          Warum sieht die Maske von Rorschach so aus als hätte er die aus Hogwarts gestohlen?
                                          Der Film spielt im Jahr 1985 und dieser Batmanverschnitt besitzt einfach mal ein Flugobjekt, was die Technologie der Menschheit über weitem übersteigt?!
                                          Haben diese "Helden" in ihrem Leben auch mal irgendetwas heldenhaftes getan?
                                          Was ist der Comedian eigentlich für ein Held? Der tut überhaupt nichts gutes! Warum erschießt er John F. Kennedy?

                                          Warum preisen alle Fans diesen Film als total düster an? Nur weil es da die ganze Zeit regnet?^^ Gut, die Kampfsequenzen waren schön brutal, aber sonst...?

                                          Und der Twist am Ende bzw. die Auflösung war jetzt auch nicht so der Bringer. Für mich unverständlich warum Dr. Manhattan, dieses gottgleiche Wesen, das nicht vorhersehen konnte.
                                          Ach ja, und das CGI war ziemlich mies! Dr. Manhattan sah einfach so unecht aus. Aber auch andere Sequenzen waren schlecht animiert! Vor allem hatte der Film generell relativ viel CGI. Und dadurch, dass dieses mittelmäßig bis schlecht war konnte ich den Greenscreen in den jeweiligen Szenen förmlich sehen.

                                          Aber mich hat am meisten diese komische Story verärgert! Man hat da seit den 40ern irgendwelche Superhelden, die aber irgendwie auch keine sind. Niemand kann irgendetwas außer Schläge austeilen! Im Jahr 1985 sind alle eigentlich im Ruhestand, aber irgendwie auch nicht. Alle kennen sich untereinander, aber ein richtiges Team sind die anscheinend auch nicht. Und dann wird eben, weil es diese Superhelden gibt (die aber eigentlich nichts bewirken außer später Dr. Manhattan) mal eben fast die komplette zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts umgeschrieben.
                                          Hätte man die Story nicht einfach ins Jahr 2009 verlegen können, wann der Film entstanden ist? Gut, dann hätte man eben diesen ganzen Grundkonflikt nicht gehabt. Aber da hätte man sich ja etwas anderes ausdenken können. Das hat man ja bei Iron Man (2008) oder The Dark Knight (2005-2012) auch getan!

                                          Naja, mir fällt noch so viel zum Film ein. Während ich mir den angesehen habe, schwirrte bei mir im Kopf einfach permanent das Wort "Warum?" umher^^
                                          Ich weiß einfach nicht was so toll an Watchmen sein sollte?!
                                          Das Intro war gut, die Kampfsequenzen waren gut - Das wars eigentlich.
                                          Und warum wird immer diese Frage im Zusammenhang mit dem Film gestellt "Wer bewacht eigentlich die Wächter?" ??? Darauf wird im Film überhaupt nicht eigegangen! Niemand bewacht die Wächter! Vor allem sind das gar keine Wächter. Das sind Typen, die gut kämpfen können - mehr nicht!
                                          Und die ganze Zeit heißt es immer: "Oh nein, irgendwer will alle Superhelden umbringen. Wir müssen herausfinden wer!". Niemand will die umbringen! Zu Beginn wird einer getötet und das war es. Und das hatte auch einen logischen Grund. Und dieser Pseudo Frage geht auch nur dieser Typ mit der mysteriösen, magischen Maske nach. Die anderen "Helden" sind einfach nur da, weil die eben da sein müssen, weil die eben zum Comic gehören(?).

                                          Der Film ist einfach Mittelmaß! Muss man nicht gesehen haben. Die The Dark Knight - Trilogie bleibt vorerst doch das einzig gute, was DC hervorgebracht hat.

                                          • 9

                                            Ich bin fan des Comic und hatte geringe Erwartungen an den Film (ua schon wegen des Covers, das irgendwie nach konventioneller 90-minütiger PG13 CGI kacke aussieht, aber auch wegen der Komplexität des Ursprungswerks).
                                            Jetzt bin ich aber echt beeindruckt. Es ist wirklich eine quellennahe, optisch beeindruckende, spannende und schauspielerisch gute Umsetzung entstanden. Meine Befürchtung, dass die Aussage des Comics durch simple Blockbuster-Moral ersetzt wird, hat sich nicht bestätigt. Allerdings passt sie nicht zu den reißerischen, oft isoliert wirkenden Kampfszenen.
                                            Total gut war auch, dass man tatsächlich auf die Figuren eingegangen ist und dafür auch Überlänge in Kauf genommen hat, anstatt zb alles nur mit wilden, undetaillierten Flashbacks anzudeuten. Einfach klasse.

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                                            • 10

                                              Ein Superheldenfilm der etwas andren Art. Streckenweise hat sichs etwas gezogen aber alles in allem bin froh drum dieses kleine Schmuckstück mal gesehen zu haben. Und ich werde ihn auch definitiv nochmal sehen.

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                                              • 8 .5

                                                Einfach geil.

                                                • 7 .5

                                                  Sehr abstruse Story... Konnte Ihn nicht ganz zu Ende schauen aber trotzdem eine Meinung bilden. Kurz und knapp: Tolle Atmosphäre, coole Superhelden aber viel zu abstruse Story (wie oben erwähnt).

                                                  Habe jetzt einen neuen Superhelden gefunden, den ich neben Iron Man und The Falcon liebe: Rorschach :D

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                                                  • CrimsonK 28.06.2015, 02:16 Geändert 28.06.2015, 02:24

                                                    "Der Übermensch existiert und er ist Amerikaner."

                                                    Watchmen ist ein verdammt geiler Superheldenfilm.
                                                    Watchmen beschäftigt sich kritisch mit der neuen Zeitgeschichte sowie politischen Auswirkungen, die unsere Welt heute noch beeinflussen.
                                                    Watchmen ist wahrhaftig ein philosophischer Express-Diskurs von den alten Ägyptern über die Antike, mit Alexander dem Großen, zum Nihilismus und Utilitarismus und wahrscheinlich vielem mehr.
                                                    Watchmen ist Style equals Substance und kann wahrscheinlich bei richtiger Dosierung Krebs heilen und bei Überdosierung welchen verursachen.

                                                    "Ich bin falsch zitiert worden. Ich habe nicht gesagt, der Übermensch existiert und er ist Amerikaner. Ich habe gesagt Gott existiert und er ist Amerikaner."

                                                    Es gibt in Watchmen zwei Grupierungen.
                                                    1. Menschliche Helden
                                                    2. Gott
                                                    -Spoiler-
                                                    Gott:
                                                    Dr. Manhattan streitet das "Gott sein" zwar ab, und er war ja auch zuvor nur ein Mensch, letztendlich ist aber nichts humanes mehr geblieben. Der letzte Funken an Menschlichkeit in ihm wird auch noch als seine Schwäche ausgelegt und von Ozymandias zur Täuschung genutzt. Selbst sein Äußeres ähnelt nicht mehr seiner fleischlichen Hülle des Jon Ostermann, sondern er schwebt in einem himmlischen Blau (eine neutrale "politisch korrekte" Farbe), unbehaart und nackt (perfekter Körper) über der Erde. Es ist einfach die, für uns (weisse Männer) Menschen, logische Selbstprojektion auf das Wesen "Gott". Würden wir riesige superfluffige rosa Katzenwesen sein, so wäre unser Bild von Gott eben auch jenes einer fluffigen rosa Katze.
                                                    Watchmen geht da sogar noch einen Schritt weiter und macht Gott sogar zu einem Amerikaner. Der auch einzig für die USA verfügbar ist.
                                                    Zudem hat Dr. Manhattan die göttliche Kraft "etwas" aus "nichts" zu schaffen. All seine weiteren "Superkräfte" sind nur Ausformungen seiner Göttlichkeit. Warum ist Gott also nicht in der Lage die Zukunft Anderer zu sehen? Ich denke zum einen weil er sich nicht bewusst ist, dass er Gott ist. Das würde auch seine Bescheidenheit erklären, er wird sich am Ende des Filmes darüber bewusst und will in ein anderes Universum reisen um dort "neues" Leben zu schaffen. Ich stelle hier auch gleich in den Raum, das er dort ein "besseres neues Leben" schaffen möchte. Warum verlässt er die Erde?
                                                    1. Weil er nun der Feind ist (wieder) und nicht erwünscht ist.
                                                    2. Weil er am Ende von Watchmen in die Zukunft geschaut hat (er wird ja nicht mehr blockiert) und gesehen hat, dass der Mechanismus der menschlichen Selbstzerstörung wieder einmal nur resetet wurde, und er erkannt hat, dass er diese Welt nicht mehr retten kann.
                                                    Seine Macht ist nämlich begrenzt. Obwohl er Gott ist, ist er nicht absolut allmächtig. Er kann die Welt nicht mehr in dem Maße beeinflussen, wie es ein Gott bei der Schöpfung der Welt getan hat. Die Welt und besonders die Menschheit ist wie ein Uhrwerk, welches eventuell von Gott geschaffen wurde, ab dem Zeitpunkt seiner Fertigstellung aber nicht mehr beeinflussbar war. Dabei muss man "Uhrwerk" im Sinne von Zeit als relativ betrachten. Dr. Manhattan kann sich in ihr bewegen aber nicht wirklich beeinflussen. Und das ist auch der zweite Grund, warum er die Zukunft Anderer nicht mehr sehen kann. Es liegt einfach außerhalb seines Einflussbereiches, so wie der rationale Mensch funktioniert. Aber Warum? Nun, Dr. Manhattan also Gott war ja vorher nicht da, er wurde durch Wissenschaft geschaffen. Ein Paradox, worauf ich nicht weiter eingehe. Vor seiner Erschaffung, war er ... frei nach Nietzsche ... tot! Die Menschen haben Gott getötet indem sie den Shit aus der Welt herausrationalisiert haben. Mit jeder logischen Erkenntnis, mit jedem kritischen hinterfragen und jeder wissenschaftlichen Errungenschaft, mit jeder biologischen Aufschlüsselung des Lebens und mit jeder Entschlüsselung der Welt und der menschlichen Psyche wurde Gott qualvoll hingerichtet. Er ist nicht mehr in der Lage die Welt zu beeinflussen, sondern wir Menschen leiten sie nun. Womit füllen wir dieses göttliche Loch nun? Eigentlich gibt es da nur zwei Möglichkeiten: Mit falschen Idologien oder mit Nichts (Nihil - Nihilismus).

                                                    Menschliche Helden:

                                                    "Hab mal einen Witz gehört. Mann geht zum Arzt, sagt er ist deprimiert. Das Leben kommt ihm rau vor und herzlos. Sagt, er fühlt sich allein in einer bedrohlichen Welt. Arzt sagt "Behandlung ist einfach! Der große Clown Paleacci ist in der Stadt. Gehen Sie hin, wird Sie aufheitern." Mann bricht in Tränen aus. "Aber Doktor", sagt er, "ich bin Paleacci!"
                                                    Guter Witz. Alles lacht. Tusch! Vorhang..."
                                                    -Rorschach spricht über den Comedian-

                                                    Bei den Watchmen gibt es zwei Helden, die beide die Wahrheit erkannt haben (allerdings unterschiedlich interpretierten) und einer Art Nihilismus verfallen sind.
                                                    Der Comedian und Rorschach sind zwei Seiten einer Medaille. Der Comedian hat die wahre Natur der Menschheit erkannt und wurde zu einer zynischen Satire davon. Er ist der mit Abstand effektivste Kämpfer der Watchmen, weil er alle Menschen gleich macht. Für ihn existiert nicht "Jung" und "Alt" oder "Frau" und "Mann" und erst recht nicht "Schuld" und "Unschuld". Dadurch, dass er ohne Moralvorstellung lebt, wird er automatisch für den Zuschauer zum Bösewicht. Weil er so eine coole Socke ist, sehen ihn manche auch als Antihelden und reden sich so sein Vergewaltigen und Morden schön. Warum ist und bleibt er einer der Watchmen? Warum richten sie sich nicht gegen ihn? Rorschach bezeichnet ihn sogar noch nach seinem Tod als einen von ihnen. Weil er es ihnen gezeigt hat! Weil sie durch ihn ein wenig von der Wahrheit sehen konnten. Und mit diesen Informationen konnten sie dann arbeiten, ihre eigenen Filter von Moral und Ethik darüberlegen. Dem Comedian, war es egal. Allerdings wurde er depressiv als er die Ganze Wahrheit erkannt hat (als Einziger) und musste deswegen sterben. Rorschach besitzt nur die abgeschwächte Version des Xray-Blickes vom Comedian. Noch einmal ganz klar: Der Comedian war ein Gleichmacher. Rorschach hat klare Vorstellungen von Recht und Unrecht und unterteilt diese in Schwarz und Weiss (so wie seine Maske). Der Rorschachtest dient zur Psychoanalyse eines Menschen. Rorschach ist ein Psychopat, der die gottlose Welt nur in Recht und Unrecht aufteilt und die Unrechten auslöscht. Mit dieser Weltanschauung ist er aber immerhin noch derjenige mit dem zweitbesten Durchblick. Nightowl ist für meine Ausführung vernachlässigbar. Er ist der Naive, der sich eine fleischliche Hülle über seine wahre Natur zieht und sich dem System beugt. Nightowl ist zwar ein toller Charakter, aber ohne Rorschachs Ermittlungen hätte er wahrscheinlich nicht mehr zu seinem wahren "Ich" gefunden. Seine auferlegte menschliche Hülle macht ihn schwach, blind und sogar impotent. Genau wie Superman (Kill Bill Analyse) wählt er sein Alter Ego nach dem, wie er den Menschen sieht.

                                                    Ozymandias. Der eigentliche Über-Mensch. Die Sonderstellung in Watchmen. Er wird permanent nur als der "klügste" Mensch bezeichnet. Was wir sehen ist allerdings auch die physische Perfektion (Superman) sowie der "reichste" Mensch. Und trotz all seiner Überlegenheit, ordne ich ihn unter dem Comedian und Rorschach ein. Warum?
                                                    Weil er mehr Mensch ist, als sie. Er ist derjenige, der Gott getötet hat und es wieder versucht. Er ist derjenige, der so sehr nach Göttlichkeit strebt um Gottes Platz einzunehmen (unbewusst). Er sieht sich als neue Instanz. Gott ist nicht in der Lage den Menschen zu helfen, er spricht ihm diese Fähigkeit ab (was ist wenn Dr. Manhattan nur 99% aller Raketen aufhalten kann?). Er zweifelt an Gott, aber nicht an sich selbst. Damit tötet er nicht nur Gott, sondern stellt sich über ihn. Sowie der Comedian als auch Rorschach haben beide eine Erkenntnis, und zwar:
                                                    "Entweder hat Gott nicht hingesehen, oder es hat ihn nicht interessiert."
                                                    Damit machen sie ein Statement. Gott existiert. Dr. Manhattan ist Gott. Der Comedian sagt nämlich genau dies zu Dr. Manhattan als er ihn testet.
                                                    "Ja habe ich und du hast mir dabei zugesehn, du hättest die Knarre in Dampf, die Kugel in Quecksilber und die die Flasche in in ne Schneeflocke verwandel können, aber das hast du nicht weil dir Menschen nämlich am Arsch vorbei gehn, du driftest immer weiter von uns weg Doc, Gott steh uns bei." Ein zynischer Witz, da Gott uns ja nicht bei steht. Diese Fehlbarkeit Gottes hat auch Ozymandias erkannt und beschlossen in bester Utilitaristischer Manier das größtmögliche Glück für alle zu erzwingen. Und zwar indem er für eine friedliche Welt Opfer bringt.
                                                    "Der Tod von Millionen, zur Rettung von Milliarden"
                                                    Und er schafft es! Die Welt ist kurzfristig vereint und das große Unheil (Nuklearer Krieg - Auslöschung der Menschheit) abgewandt. Das kann Rorschach nicht hinnehmen und entledigt sich quasi freiwillig seiner menschlichen Hülle. Er betont mehrmals im Film, dass es nur Rorschach gäbe, und die Maske sei sein wahres Gesicht. Nun, kurz vor seinem Abgang zieht er sich die Maske herunter. Er stirbt also nicht als Rorschach, sondern nur seine fleischliche Hülle. Insgesamt sind der Comedian und Rorschach die einzigen Watchmen, die im Film sterben. Zwei Seiten einer Medaille, untrennbar, beide haben die Wahrheit erkannt. Der Comedian am Anfang des Filmes und Rorschach am Ende. Rorschach hebt am Anfang des Filmes den Smileyanhänger auf und Rorschachs Tagebuch ist in der letzten Szene des Filmes mit dem Smiley-Tshirt des Comedian zu sehen. Beide vereint. Trauert nicht um ihn. Er ist für eine größere Sache gestorben (Sokrates-Style) und der Blutfleck zeigt, dass er weiter existiert. Man kann die Wahrheit nicht töten, nur mit möglichst vielen Lügen überdecken.
                                                    Gott hat das erkannt und es ist ihm egal, bzw. er hat keinen Einfluss mehr auf die Menschheit. Er hat am Menschen versagt und wird in einer anderen Galaxy neues Leben erschaffen. Ein besseres Leben.

                                                    Ozymandias ist übrigens der Rufname von Ramses dem Zweiten. Was hat Ozymandias mit seiner List nun erreicht? Was hat Dr. Manhattan gesehen?
                                                    Ich zitiere Wikipedia.
                                                    "Während seiner (Rames II) Regierungszeit erreichte Ägypten eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, wie sie nach ihm unter keinem Pharao mehr erreicht wurde. Durch sein diplomatisches Handeln gelang es ihm, einen fast fünfzigjährigen Frieden mit seinen Nachbarvölkern, darunter auch mit den Hethitern, zu halten."

                                                    Er hat die Welt also kurzfristig gerettet.
                                                    In seiner Pyramide in der Eiswüste steht eine Statue mit folgender Aufschrift:
                                                    ‚My name is Ozymandias, king of kings:
                                                    Look on my works, ye Mighty, and despair!‘
                                                    Das ist ein Ausschnitt aus einem Gedicht.

                                                    Hier die deutsche Übersetzung

                                                    Ein Wandrer kam aus einem alten Land,
                                                    Und sprach: „Ein riesig Trümmerbild von Stein
                                                    Steht in der Wüste, rumpflos Bein an Bein,
                                                    Das Haupt daneben, halb verdeckt vom Sand.

                                                    Der Züge Trotz belehrt uns: wohl verstand
                                                    Der Bildner, jenes eitlen Hohnes Schein
                                                    Zu lesen, der in todten Stoff hinein
                                                    Geprägt den Stempel seiner ehrnen Hand.

                                                    Und auf dem Sockel steht die Schrift: ‚Mein Name
                                                    Ist Osymandias, aller Kön’ge König: –
                                                    Seht meine Werke, Mächt’ge, und erbebt!‘

                                                    Nichts weiter blieb. Ein Bild von düstrem Grame,
                                                    Dehnt um die Trümmer endlos, kahl, eintönig
                                                    Die Wüste sich, die den Koloß begräbt.“

                                                    Und hier ist es in englisch von Brian Cranston (unglaubliche Stimme) vorgetragen (Ozymandias spielt in Breaking Bad auch eine Rolle)

                                                    https://www.youtube.com/watch?v=sPlSH6n37ts

                                                    Kurzinterpretation: Ozymandias täuscht sich, und sein Werk, größer als alle Anderen ist vergänglich und wird eines Tages vom Sande begraben sein.

                                                    Das ist alles nur meine Meinung. Und nur ein einziger klitzekleiner Blickwinkel von vielen, auf einen der größten Filme aller Zeiten.

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