Water Makes Money

Water Makes Money (2010), DE
Laufzeit 90 Minuten, Dokumentarfilm

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- Kritiker
1 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.8 Community
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4 Kommentare

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von Herdolor Lorenz und Leslie Franke,

Wasser ist neben der Luft, die wir atmen, das wichtigste Element für den Menschen und die Tier- und Pflanzenwelt. Am 27. Juli 2010 wurde der Zugang zu sauberem Trinkwasser von der Vollversammlung der UNO in die allgemeine Erklärung der Menschenrechte aufgenommen. Und doch wird das Wasser zunehmend den Geschäftsinteressen privater Konzerne unterworfen, die ausschließlich dem Wohl ihrer Aktionäre verpflichtet sind. Das ist keineswegs nur ein Problem der Entwicklungsländer, sondern auch der reichen Industriestaaten.Überall, wo finanzschwache Kommunen nach Entlastung suchen, klopfen die zwei weltgrößten Wasserkonzerne Veolia oder Suez an die Tür. Gemeinsam bilden sie ein undurchsichtiges Duopol, das zum Beispiel in Frankreich mittlerweile etwa 80 Prozent der Bevölkerung mit Wasser versorgt. Die Folgen: rasant steigende Verbraucherpreise, Intransparenz und oft auch Korruption. Seit viele Menschen die Konsequenz des Verkaufs öffentlichen Eigentums am eigenen Leib verspüren und sich dagegen wehren, ist es nicht mehr opportun, von Privatisierung zu sprechen. Die neuen Geschäftsmodelle haben klangvolle Namen wie “Public Private Partnership” oder “Cross Border Leasing”. Aber der Effekt ist der gleiche geblieben. Water Makes Money dokumentiert, mit welchen Methoden sich Städte und Gemeinden die Kontrolle über ihr Wasser abhandeln lassen. Der Film zeigt, dass die unternehmerischen Risiken den Steuerzahlern aufgebürdet werden, der Gewinn aber privatisiert wird. Und er zeigt, wie es in etlichen Regionen gelungen ist, die Selbstbestimmung über das Lebenselixier Wasser zurück zu holen.


Cast & Crew


Kritiken (1) — Film: Water Makes Money

Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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7.0Sehenswert

Private Public Partnership lautete die Zauberformel der letzten 20 Jahre, mit der sich überschuldete Kommunen refinanzieren wollten – und oft die gesamte Wasserwirtschaft in die Hände privater Firmen legten. Preissteigerungen von bis zu 100 Prozent, Wasser, das nie dort ankommt, wo es hin soll, Chlor statt Infrastruktur: Überall dort, wo finanzschwache Kommunen nach Einnahmequellen und Ausgabenminimierung suchten, müssen sie sich mit denselben Folgen herumschlagen.
Die Dokumentarfilmer Franke und Lorenz fragen, wie man mit einem Stoff, der eigentlich frei zugänglich in der Landschaft liegt, wenn er nicht vom Himmel regnet, erstaunliche Profitraten erwirtschaften kann: Haarsträubende Verträge und seltsamste Abrechnungsmodalitäten sind die Begleitumstände, die die Bürger zu bewältigen – und zu bezahlen haben.
Die Filmemacher haben eine beachtliche Materialsammlung zusammengestellt. Ihr Fazit: Privatisierung von Wasser macht soviel Sinn wie Sozialabbau: gar keinen.

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Kommentare (3) — Film: Water Makes Money

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Tytus

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vorgemerkt

Könnte ihr bei Arte ansehen, ist aber nur noch kurz Online!

http://videos.arte.tv/de/videos/water_makes_money-3775756.html

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Abronsius

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eindringlicher Appell an die Vernunft und ein sauber rausgeboxter Knock-Out gegen gewissenlose/dumme Politiker und Geldficker.

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Broken_Psycho

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

'Water makes Money' ist ein Dokumentarfilm, der die Privatisierung der kommunal verwalteten Wasserwerke kritisiert.
Auf eindrucksvolle Weise werden in dem Film das Vorgehen der Konzernmonopole gezeigt, die Folgen der Privatisierung für einzelne Kommunen und Städte weltweit sowie Möglichkeiten, sich aus der schon durchgesetzten Privatisierung zu lösen und die Verwaltung der Wasserwerke wieder in eigene Hand zu nehmen.

Als Ausgangspunkt dient hierzu Frankreich, die Heimat der weltweit größten Wasserunternehmen. Somit werden zunächst viele französische Beispiele aufgezeigt, in denen deutlich wird, dass es den Konzernen ausschließlich um extreme Gewinne und nicht etwa das Wohl des Menschen geht. Auch wenn bei öffentlichen Gipfeln das soziale Ziel, dass kein Mensch Durst leiden muss proklamiert wird, so steht hinter vorgehaltener Hand der eigene Verdienst im Vordergrund.
Die Dokumentation führt hierzu Beispiele an, in denen die Wasserkonzerne auf verschiedenste Arten in die Verwaltung der Kommunen eingreifen. Es werden ausführlich die Folgen für die Landwirtschaft, Natur allgemein, den Menschen wie sogar auf die Bildung erklärt.
Im weiteren Verlauf des Films werden negative wie auch positive Reaktionen deutscher Kommunen, aber auch anderer Großstädte in der Welt dokumentiert. Somit erfährt der Zuschauer von extremen Umweltbelastungen, die aus dem Handeln der privaten Unternehmen resultieren, diese aber nicht direkt betreffen, und deshalb zu Lasten der Bürger der jeweiligen Region gehen.

Diese Dokumentation wird trotz einer Länge von 1,5 Stunden zu keiner Sekunde langweilig. Nicht nur viele Beispiele und ihre Folgen werden angeführt, sie zeigt auch unterschiedliche Meinungen und Personen, von Politikern, über Gewerkschaftlern und Bürgerinitiativen bis hin zu "einfachen" Einwohnern und ihren Sorgen.
Natürlich kommen auch ein paar Beführworter der Privatisierung bzw. des "Private Public Partnership" zu Wort, jedoch haben ihre Argumente in Kontrast zu allen angeführten Punkten nur wenig 'Hand und Fuß'.

Da auch wir (damit sind die Einwohner Deutschlands gemeint) mit der Fragestellung 'Öffentliches Eigentum - Ja oder Nein?' betroffen sind, ist gerade dieser Dokumentarfilm sehr interesant anzusehen. Letztenendes kann sich jeder selbst seine Meinung machen, jedoch bleibt den Beführwortern nach dem Schauen nur wenig Spiel- und Argumentationsraum.

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