Azazil

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

We Need to Talk About Kevin stellt recht gut das Profil eines Psychopathen dar, aber offenbart auch eine große Schwäche. Psychologen und Neurologen gehen davon aus, dass die Entwicklung von Psychopathie auf einer Mischung aus genetischen und psychischen Faktoren basiert. Kevins Mutter, überragend gespielt von Tilda Swinton, findet keinen Zugang zu ihrem Sohn, der anscheinend nur Leere hinter den Augen besitzt. Wer sich etwas in die Thematik eingelesen hat, wird feststellen, dass der manipulative und sadistische Charakter Kevins nicht zwangsweise überzeichnet ist, aber in dem Sinne unrealistisch, dass er es schafft seinen Vater zu täuschen beziehungsweise auch ihm kein verächtliches Verhalten entgegenbringt. Der Vater wirkt außerdem arg naiv. Diese Umstände verleihen dem Film leider einen leichten "Kinderhorror"-Touch mit einer isolierten Mutter. Unrealistisch ist in diesem Sinne auch, dass Kevin nicht zum Psychiater etc. geschickt wird. Inwiefern oder ob die Ansicht der Mutter zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird bleibt etwas unterbeleuchtet. Eines ist allerdings sicher - schon lange hat man ein Kind nicht mehr derartig gehasst. Abgesehen von eben genannten Schwächen ist der Film grandios. Die Schauspieler liefern allesamt hervorragende Darbietungen ab, die Atmospähre ist dermaßen bedrohlich, und Regisseur Lynne Ramsay spricht Bildsprache fließend.

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