"Wege zum Ruhm" ist ein ausgesprochen grauenerregender Film, weil Kubricks Melange aus wummerndem Ton (Kampfhandlungen), rhythmischen Plansequenzen (entlang der Gräben), radikaler Zweiteilung (Gefecht – Gericht), symmetrischen Zentralperspektiven (Hintergrund der Hinrichtung) und elliptischem Geschichtenerzählen das erste Mal in seiner Karriere ein Ausrufezeichen setzt, so als sei dieser Film nach einem experimentellen Genrestreifzug ("Der Tiger von New York") und einer zersäbelten Räuberpistole ("Die Rechnung ging nicht auf") nun endgültig dessen, was sich gemeinhin als klassischer, zweifelsfrei sofort wiedererkennbarer Kubrick in den Köpfen jener Rezipienten festklammert, die auf Kommando "Prätention!" oder "Kunst!" schreien. Grauenerregend insofern, als dass Kubrick in Händen dieser fünf stilistischen Motive, seiner Motive genauer gesagt, vor dem Hintergrund eines nicht zu gewinnenden Stellungskrieges Momente makabrer Entmenschlichung…
"Wege zum Ruhm" ist ein ausgesprochen grauenerregender Film, weil Kubricks Melange aus wummerndem Ton (Kampfhandlungen), rhythmischen Plansequenzen (entlang der Gräben), radikaler Zweiteilung (Gefecht – Gericht), symmetrischen Zentralperspektiven (Hintergrund der Hinrichtung) und elliptischem Geschichtenerzählen das erste Mal in seiner Karriere ein Ausrufezeichen setzt, so als sei dieser Film nach einem experimentellen Genrestreifzug ("Der Tiger von New York") und einer zersäbelten Räuberpistole ("Die Rechnung ging nicht auf") nun endgültig dessen, was sich gemeinhin als klassischer, zweifelsfrei sofort wiedererkennbarer Kubrick in den Köpfen jener Rezipienten festklammert, die auf Kommando "Prätention!" oder "Kunst!" schreien. Grauenerregend insofern, als dass Kubrick in Händen dieser fünf stilistischen Motive, seiner Motive genauer gesagt, vor dem Hintergrund eines nicht zu gewinnenden Stellungskrieges Momente makabrer Entmenschlichung kreiert, die beileibe nicht ironisch wirken, sondern auf die Art ironisch, wonach einem das Schmunzeln ob ihrer – das ist sie wieder – Grauenhaftigkeit hinter der Ironie im Halse stecken zu bleiben droht. "Wege zum Ruhm" war Kubricks kommerzieller Durchbruch in Hollywood und seine zweite Reflexion über die infernalische Hölle Krieg. Es sollte nicht seine letzte sein; in seinem vorletzten Film "Full Metal Jacket" wurde der Krieg 30 Jahre später erneut ein Symbol für Wahnsinn, Verfall und Wertlosigkeit.
Momente grauenerregender Ironie wie diese: General Mireau (beängstigend gefühlskalt: George Macready) stolziert die Schützengräben entlang, um seine baldigst angreifenden Soldaten zu sehen, ihnen Mut zuzusprechen und Feigheit auszutreiben. Sie müssen baldigst eine kriegsentscheidende Anhöhe auf seinen Befehl hin erstürmen. Der General spaziert patriotisch, froher Dinge, voller Optimismus, nicht den leisesten Zweifel am erfolgreichen Zustandekommen der Mission, mit donnernder Marschmusik, während um ihn herum Leichen weggetragen und Verwundete behandelt werden, während gegnerisches Artilleriefeuer einschlägt und der Geschossnebel all diejenigen verhüllt, die ihre innerliche Maske des Kontrollverlustes und des Entsetzens eines dahinvegetierenden Geisteskranken mit der äußerlichen Haltung eines gefassten Soldaten unterdrücken, damit sie Mireau nicht zum Kriegsgericht schleifen kann. Später dann beobachtet Mireau aus sicherer Entfernung das Kriegsgeschehen (das Kubrick perspektivisch ungewöhnlich minimalistisch, aber umso effektiver nachzeichnet). Als er sieht, dass die zweite vorgesehene Angriffswelle ängstlich zurückweicht, befiehlt er dem Kommandanten auf die eigenen Leute zu schießen. Wie Colonel Dax (Kirk Douglas) einmal entlarvend angemerkt hat: Patriotismus sei die letzte Zuflucht eines Schurken.
Oder diese, wenn zwei vom unwiderstehlichen Grauen auf dem Schlachtfeld desillusionierte Soldaten darüber debattieren, welche Tötungsart sie bevorzugen. Die Kugel sei schmerzloser, sauberer als das Bajonett, heißt es, aber es gilt vor allem, auf Tellerminen zu achten, die den eigenen Körper nach Explosion derart entstellen, dass man nicht wiedererkannt wird. So möchte man nicht enden. Hier geht es also nur darum, durch welches Instrument gestorben wird, den Krieg zu überleben scheint stattdessen von vornherein undenkbar. Diese zwei Soldaten sind wie ihre Kameraden Faktoren einer mathematischen Gleichung, auswechselbar und jederzeit ersetzbar von Männern an Schreibtischen, die ihren Krieg mit "Tinte und Füller" führen, sobald die von Mireau aufgestellten Prozentzahlen aller Verluste die ursprüngliche Schätzung übersteigen (eine besonders zynische Szene). Soldaten sind bei Kubrick numerisches Verschleißmaterial, es kommt und geht, es stirbt und fängt an zu sterben. Sind alle tot, rückt das nächste Bataillon an. So einfach ist das. Eine Spirale der Sinnlosigkeit kreiselt um einen Krieg, den moralisch keiner gewinnt, im Namen der Marseillaise, des Vaterlandes, im Namen der Ehre zwar, deren Sinn infolge der Sinnlosigkeit des Unterfangens jedoch niemand ernsthaft versteht.
Zusammen mit der inhaltlich diametralen zweiten Hälfte, einem improvisierten Gerichtsverfahren (aus Zeitmangel fallen die Anklageschrift, das Protokollieren und die Zeugenaussagen gleich weg), wo drei Angeklagte jeder Kompanie angesichts ihrer Feigheit vor dem Feind die Todesstrafe durch Erschießung erwarten, kritisiert Kubrick psychoanalytisch das System und seine Schutzmechanismen einer auf Selbsterhaltung, Befehlsgewalt, Karrierismus und Gehorsam fußenden Militärapparatur, die einem schier undenkbar menschenverachtenden Kodex folgt. Dieser Kodex sieht es vor, bewusstlose, verletzte Soldaten trotzdem ihrer Strafe zu unterziehen, in dem sie an einer Pritsche festgeschnallt werden, die es vorsieht, Feigheit dort zu initiieren, wo Angst überflügelte, Angst umringt von Leichenbergen, die es vorsieht, Kollateralschäden hinsichtlich der Richtigkeit des ausgehenden Befehls zu beurteilen. Dass Kubrick diesen blutverschmierten Sumpf an gewissenlosem Skrupel, verlogener Kameradschaft und finsterer Amoral, diese Demontage der Moral und des Mitgefühls, ausgerechnet unter den Franzosen seziert (was ihm viel Kritik einbrachte), sei kein kalkuliertes Phänomen, sondern universeller Natur.
Eine Gegenstimme zum ebenso scheußlichen wie sadistischen General Mireau (der sich, ganz nebenbei, erfreut über die vergleichsweise undramatische Inszenierung der Urteilsverstreckung und genüsslich zu Frühstück speist), verkörpert ein eindrucksvoller Kirk Douglas in der Rolle eines hoffnungslos gegen ein kritikloses System kämpfenden Idealisten, Kubricks Gegenstimme der Menschlichkeit und des Mitgefühls eines menschenunwürdigen Denk- und Handelkonstruktes. Seine Verteidigung im einseitigen Schauprozess gleicht mehr kreischender Verzweiflung als argumentativem Schutz, weil er gegen etwas ankämpft, gegen das er nicht gewinnen kann. In Dax manifestiert sich allerdings weder charakterliche Mannigfaltigkeit noch selbstkritisches Denken, wodurch die Figur allzu einseitig auf ihre Funktion des unbefleckten Gerechtigkeitskämpfers summiert wird. Bei aller attestierten Bösartigkeit General Mireaus darf er in einer Szene nichtsdestotrotz seine Bedenken formulieren, in dem er gesteht, dass er vielleicht zu weit ging mit seinen vom Militär gefärbten Vorstellungen. Derlei reflexive Zerrissenheit lässt sich in Dax leider nicht finden.
Die geschickt platzierten, dramaturgisch sprunghaften Ellipsen der Handlung erlauben es Kubrick, noch tiefer die Seele des Zuschauers auszuloten. Nicht nur, dass er die (selbstverständlich vorhersehbare) Urteilsverkündung der Verhandlung vollständig ausblendet, um in einer Szene darauf die Todesschützen zu zeigen, wie sie von ihrem Befehlshaber über den Verlauf instruiert werden, er zeigt ebenfalls die Häftlinge bei der Henkersmahlzeit, während wir uns elendig fühlen, als habe man uns ins kalte Wasser geworfen, weil Kubrick keinen geschmeidigen Übergang zwischen beiden emotional extrem gegeneinander laufenden Geschehnissen inszeniert. Auch die geschichtsträchtige Schlussszene ist vor erhabener Ergriffenheit einerseits und bitterböser Überraschung andererseits kaum gefeit: Eine Art Kneipe allegorisiert den Eskapismus vor den nachhallenden Nebenwirkungen der Front für die Männer, die einem jungen deutschen Mädchen zuhören. Sie singt tränenüberströmt den treuen Husaren, ein tränenerstickter Akt des Humanismus. Die Männer erinnern sich an ihre Vergangenheit, an ihre Kindheit, an die Liebe und das Leben, eine einzelne hinablaufende Träne sublimiert die vollständige Absurdität des Krieges. Spielberg soll bei Sichtung geweint haben. Nur um dann zu sehen, dass die Männer wieder im Einsatz gebraucht werden, ohne Übergang entfesselt Kubrick ein Inferno des Gefühlschaos. "Verzeih' mir."
Wie immer bei Dir:Hochreflektierter,intelligenter und durchdachter Text.Aber da (meine Denke) sich Kubrick damals einem extremst heiklen Thema gewidmet hat (Heute wäre es leichter und noch mehr "Finger auf die Wunde-legender" möglich solche Themen zu behandeln) und er alles was damals (Nachkriegsmuffzeit,weit entfernt von der Möglichkeit der direkten Konfrontation,zudem Frankreich/Großbritannien/Deutschland/Montanunion/entstehendes/einiges Europa) möglich war mehr als ausschöpft,gibst du für mich 2,5 bis 3 Punkte zuwenig,einfach weil du dir das Recht rausnimmst einen Film aus seinem zeitlichen Kontext rauszureissen.Klar,ein Zeitloser Film ist/bleibt zeitlos,aber Wege zum Ruhm (und er IST Zeitlos in seiner zutiefst humanistischen Gesinnung/Absicht) darf nicht ganz aus seiner Zeit herausgelöst werden um ihn richtig zu würdigen). Du hättest diese Punkte (meiner Meinung nach ) erwähnen MÜSSEN um eine 6,5 (ein bischen mehr wie durchschnittliche Scheiße) zu rechtfertigen. Nichts destotrotz:Schöner Kommentar (der (meiner Meinung nach) am zeitlichen Zusammenhang vorbeischrammt und der Bedeutung des Films nicht gerecht wird,ihn letztendlich falsch würdigt)...
Ich habe den Film lediglich so bewertet und rezensiert, wie ich ihn subjektiv wahrgenommen habe, nach Gefühl, Eindrücken und persönlicher Einschätzung, dem, was mir, platt ausgedrückt, spontan in den Sinn kam, ohne objektiven zeithistorischen Kontext (freilich interessant, jedoch kenne ich mich auf dem Gebiet sowieso nicht allzu gut aus, geschweige denn ist mir Quellenarbeit zu mühselig; derlei Dinge knipse ich bei Filmen eigentlich meistens aus und konzentriere mich stattdessen auf das rein Filmische), der aber auch die Wertung als solches, denke ich, nicht entscheidend verändert hätte. Was zählt, ist meine eigene Meinung darüber und inwieweit mich der Film überzeugen konnte. Außerdem sind 6,5 Punkte für einen Film bei mir entschieden mehr als ein "ganz gut" (schon gar nicht so etwas wie "etwas mehr als durchschnittliche Scheiße"), sondern muss eine Menge leisten, um überhaupt diese Wertung zu erhalten. Ich gebe es ja zu: Trotz aller Qualitäten (und davon hat WEGE ZUM RUHM genug!) wurden meine Sinne durch einige Genrekollegen (PLATOON, APOCALYPSE NOW, selbst FULL METAL JACKET etc.) entschieden mehr stimuliert als es dieses Werk vermochte. Hinzu kommt, dass ich im Schaffenswerk Kubricks zahlreiche Filme wiederfinde, die mir halt mehr am Herzen liegen. So habe ich WEGE ZUM RUHM unter anderem auch bewertet: Kubrick-intern. Demnach gibt es meiner Meinung nach kein richtiges oder falsches Würdigen. Danke für diesen Einwurf und das Lob! :) SPARTACUS müsste der nächste Kubrick sein, den ich mir eventuell vornehme...
Coole,ausführliche Antwort!Kubrick Intern:Ja,kann man so stehenlassen.ABER:So darf (wieder meine Meinung) man es nicht sehen.Ich kenne mich auch nicht mit allem aus und bewerte Filme,wie du,so wie ich sie sehe(subjektiv,ambivalent,auf meine Erfahrungen begründet...),aber glaub mir,was sich Kubrick damals getraut hat (gegen das Militär,das Militär kritisierend,es ad absurdum führend,das war damals nicht normal,das war mutig,das war Eierbeweisend),das war/ist etwas besonderes gewesen,er hat sich damals gegen den Strom,gegen die allgemeine Meinung gestellt,er hat denen zu verstehen gegeben:Es geht nicht um Sieg oder Niederlage,es geht um Solidarität,es geht um Brüderlichkeit,es geht ganz einfach darum:Wir sitzen alle in einem Boot und wenn es untergeht gehen wir alle unter... Wir sind alle (Nationenunabhängig) Brüder und es geht darum das wir uns unterstützen müssen,das wir NUR Gemeinsam überleben können...6,5 ist mir da zu wenig (vielleicht übertreib ich da auch ,aber du hast wohl einfach einen " so kann ich das nicht stehen lassen "Nerv getroffen... :)
In erster Linie ist dieses (Anti-) Kriegsdrama der Weg zum Ruhm für die Buchvorlage. Was Kubrick daraus formte, ist ein immer noch verhältnismäßig preiswertes aber in den richtigen Momenten bildgewaltiges Stück Filmgeschichte zu zwei genau gleich großen Akten, die – jeder auf seine Weise – gleichermaßen emotionsgeladen sind. Hier ist Kubricks Gespür für ästhetische Kamerabewegungen und –Einstellungen, was sich trotz stets wechselnder Kameramänner durch sein folgendes Werk ziehen wird, schon richtig gut zu erkennen. Das Gleiten durch die Schützengräber und schließlich über das brodelnde Schlachtfeld erzeugt nachhaltige Bilder. Mittendrin brilliert ein charismatischer Kirk Douglas als Personifizierung von Kubricks Kritik an der Absurdität und Ungerechtigkeit des Krieges. [...]
Antikriegsfilme haben oft das Problem, dass durch die spektakulären Kampfszenen dem Zuschauer Krieg im Endeffekt doch als etwas aufregendes und spannendes präsentiert wird, was der eigentlichen Intention zuwider läuft. Kubrick ist gegen diesen Fehler nicht gefeit, begeht er in doch teilweise in seinem späteren Werk, Full Metal Jacket.
Paths of Glory hingegen hat nur relativ wenig Spektakel zu bieten, wenn man von dem mit langen Kamerafahrten eindrucksvoll gefilmten Sturm auf den Anthill einmal absieht. So zeigt dieser Film das Grauen des Krieges dann auch nicht auf dem Schlachtfeld, sondern hinter den Kulissen, in der Auseinandersetzung von Hauptfigur Colonels Dax mit den menschenverachtenden Generälen, denen er unterstellt ist. Da werden unmögliche Befehle gegeben, nur um gegenüber Politik und Presse als mutig dazustehen und danach die Soldaten, die sich weigerten, in den sicheren Tod zu laufen, als Fahnenflüchtige exekutiert. In einer Welt in der es nur um Nationalstolz, Mut und Prestige geht, und nicht um Mitleid und Menschlichkeit, ist der eigentliche Feind der einfachen Soldaten sicherlich nicht in dem Graben auf der anderen Seite des Niemandslandes zu finden, weshalb im gesamten Film auch kein einziger deutscher Soldat zu sehen ist.
Paths of Glory ist dennoch kein rein pazifistischer Film, denn der von Kirk Douglas grandios gespielte Colonolel Dax denkt in keinem Moment daran, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Sein Kampf gegen die Unmenschlichkeit des Militärs kann nicht gewonnen werden und dennoch macht er bis zum Schluss weiter. Dies ist für mich persönlich ein kleines Manko, doch gerade für eine Zeit, in der Kriegsfilme meist patriotisch und verherrlichend waren, ist dieser Film ein herausragendes Werk.
"Paths of Glory", eines der frühen Werke Kubricks mag sich noch nicht so richtig einfinden in das, was manch einer Kubrickesque nennen würde (kleiner Neologismus). Der erste Grund ist wahrscheinlich, dass der Film für kubricksche Verhältnisse (wieder ein Neologismus) einfach mindestens eine Stunde an Laufzeit vermisst und der zweite ist dann wohl ganz einfach, dass man zwar zugeben muss, dass der Film gut, aber nicht perfekt ist, wie es die meisten von Kubricks Werken im Grunde sind. Einige Kulissen sehen zu sehr nach Kulisse aus und bei manchen Dialogen fehlt einfach noch der Pfeffer, die satirische Teufelszunge, der sich Kubrick doch später so feierlich in seinem Dr. Seltsam bedient. "Paths of Glory" ist hierbei kein typischer Kriegsfilm und um genau zu sein nicht einmal ein typischer Anti-Kriegsfilm, da er sich letzten Endes ausschließlich auf die intraspezifische Konkurrenz bezieht, wenn man es einmal ökologisch ausdrücken möchte. Es geht um den Aufstiegsgeist von Offizieren und wie man sich selbst Feind sein kann, wobei Kirk Douglas als französischer Spartacus des Appells dahermaschiert und uns belehrt. Schauspielerisch ist zwar außer Kirk Douglas und Adolphe Menjou kaum jemand wirklich hervorzuheben, doch liegt das größtenteils an den verkörperten Stereotypen, die dazu dienen eine Gesamt-Moral zu konstruieren und nicht auf vereinzelte Emotionen näher einzugehen. Zum Schluss kommt auch Kubricks Versöhnung, er vereint Franzosen und Deutsche, indem er seine zukünftige Frau (Christiane Kubrick, welche im übrigen in Braunschweig geboren ist) eine Kriegsgefangene spielen lässt, die französische Soldaten mit einem deutschen Volkslied zu Tränen rührt. Doch der Krieg geht weiter.
Right...aber der Film hat seine Momente! Ist zwar ein Stück her bei mir, aber z.B. das Gesinge der Soldaten hat sich bei mir tief eingebrannt! Aber du hast ne 8 gegeben...also hast in dem Film auch mehr gesehen als der Test vielleicht vermuten lässt ;)
"Um Disziplin zu wahren, muss man ab und zu einen Mann erschießen!"
Mit "Wege zum Ruhm" führt Stanley Kubrick den Sinn und Zweck eines jeden Krieges ad absurdum.
Selten ist es einem Regisseur derartig eindrucksvoll gelungen, die Angst, Hilf- und Ausweglosigkeit der im Schützengraben ausharrenden Soldaten darzustellen, die während des Trommelfeuers auf ihren Angriffsbefehl warten, währenddessen im Hintergrund die Generalität auf blinden Gehorsam setzt und dem Schrecken des Krieges mit Zynismus begegnet.
>Stanley Kubricks< erster Kriegsfilm, der lange vor >Full Metal Jacket< enstanden ist. Wer monströe Schlachtszenen sucht, wird hier enttäuscht werden, doch dafür gibt es eine gut ausgearbeteite Geschichte über Moral und Menschlichkeit.
1. Optik
Erstens: Der Film ist Schwarz-Weiß.
Zweitens: Schon damals wusste >Kubirck< wie man perfekt die Kamere einsetzt. Sei die Fahrt durch die Schützengräben, der fast in einem Schuss aufgenommene Angriff auf die deutschen Stellungen oder die Gesichtsaufnahmen der Soldaten. Allessamt perfekt und atmosphärisch fördernd.
2. Musik
Die wenigen Stücke sind militärisch geprägt, wie beispielsweise der schnelle, ruckartige Trommeltakt, was zu dem Film auch passt.
3. Inhalt
Womit beschäftigt sich der Film? Die Kernthemen sind eindeutig Todesangst, die über jede Loyalität steht, der Willkür von Vorgesetzen und um Mitgefühl. An Letzteres appeliert der Film regelmäßig, doch am Ende nimmt alles immer eine eher nüchterne Wendung und zeigt wie so etwas in einme Krieg gerne verlorengeht - besonders wenn eigene Interessen im Vordergrund stehen.
Die Schlachten und Schlachtfelder des ersten Weltkrieges sind fabelhaft gemacht, wenn auch nicht sehr drastisch, aber wie gesagt: Darum geht es nicht. Das wird man auch daran erkennen, dass man keinen einzigen deutschen Soldaten zu Gesicht bekommt.
Die Aussagen von >Wege zum Ruhm< werden durch brillante Dialoge gestützt und man taucht regelrecht in die Handlung ein und die Zeit vergeht ungeheuer schnell beim Sehen, ohne das Langeweile aufkommt.
Das Ende ist dann äußerst aufwühlend (wenn auch nicht so grandios wie andere es hier beschrieben haben, ich kenne da Besseres) und lässt dann zum Schluss noch ein ungutes Gefühl zurück.
Die Schauspieler machen ihre Rollen auch perfekt und besonders den drei >Ausgewählten< nimmt man ihren Schrecken ab.
4. Fazit
Einer der wenigen Filme die im ersten Weltkrieg spielen und ihre Botschaft auch ausgezeichnet rüber bringen.
Ich erwähne es aber noch einmal: Wer actionreich inszenierte Ballereien will sollte lieber zu >Der Soldat James Ryan<. Wenn man dagegen etwas Sozialkritik - besonders in Sachen Militarismus - haben möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen.
Eigentlich wurde hierzu schon alles gesagt. Packendes Anti-Kriegsdrama, dass sich hauptsächlich mit den politischen Konsequenzen eines fehlgeschlagenen Angriffs und der verqueren Moral der Befehlshaber auseinandersetzt.
Stanley Kubrick beweist mit seinem dritten Film endlich sein späteres Talent und bietet knapp 90 Minuten Spannung. Kirk Douglas spielt sehr leidenschaftlich und überzeugend. Die Kriegsszenen sind authentisch, könnten jedoch etwas drastischer sein. Kubrick bietet starke Bilder und eine gute Story über den Machtmissbrauch der Wenigen oben gegen die Vielen unten. Eine gelungene Mischung aus Kriegsfilm und Drama.
Stanley Kubricks Antikriegsdrama, durch das er schlagartig berühmt wurde, kann sich locker mit anderen Antikriegsfilmen messen. Realistisch, toll und glaubhaft besetzt und gegen Ende so richtig rührend, kommt der Film mit nur wenigen Kriegsszenen aus, was der Atmosphäre aber überhaupt keinen Abbruch tut. Man taucht richtig in das Szenario ein und wird am Ende durch Christine Kubrick genauso schnell wieder herausgeholt, wie man reingekommen ist.
Solche Filme sucht man heutzutage vergebens - warum sind die aktuellen Regisseure größtenteils eigentlich so unpolitisch und unkritisch geworden?
Ähnlich wie im 30 Jahre jüngeren Film "Full Metal Jacket" klagt Kubrick auch in "Paths of Glory" den Krieg durch den Millitärismus an. Aufgrund der schlampigen Führung der Generäle verfallen einige Soldaten anhand der Todesangst dem Wahnsinn oder sie verbergen ihre lähmende Angst und Hoffnungslosigkeit durch oberflächlichen Genuß (s. Schlussszene). Kubrick verdeutlicht dies in grandiosen Szenen: der Soldat, der sagt er werde seine Frau nie wieder sehen, weil er sterben wird; die Kriegsverhandlung, in der die drei Soldaten aufgrund ihrer Todesangst (oder wie die Generäle es bezeichnen würden "Feigheit") zum Tode verurteilt werden; die anschließende Panik vor der Hinrichtung usw.
Im Gegensatz zu "Full Metal Jacket" aber versucht Kubrick nicht den hohlen Pathos der Generäle satirisch zu entlarven, sondern konzentriert sich stattdessen überwiegend auf die Figur des Colonel Dax (der einzige, der sich um das Leben jedes einzelnen Soldaten bemüht) und auf die einfachen Soldaten, die nur überleben und zurück nach Hause wollen. Das gibt dem Film Authenzität und eine enorme Intensität.
Paths of Glory von Stanley Kubrick. Dieses frühe, in schwarz-weiß gefilmte Werk von Kubrick ist viel mehr ein Justizthriller als ein Kriegsfilm. Er spielt im ersten Weltkrieg an der Stellungsfront zwischen Deutschen und Franzosen.
Kirk Douglas und seine Truppen bekommen von ihrem General den undurchführbaren Auftrag eine deutsche Festung zu stürmen. Doch sie sind überzeugt, dass dieses Unterfangen sie in den sicheren Tod schickt und weigern sich. Als Strafe soll ein Exempel statuiert werden: 3 Soldaten werden hingerichtet.
Kubrick filmt seine Figuren häufig in Frontalaufnahme. Man sieht ihnen den Schrecken, der in ihnen steckt in jeder Sekunde an.
Paths of Glory dreht sich um ein zentrales Thema in Kubricks Gesamtwerk: Die Entmenschlichung.
Wenn Kirk Douglas vor dem Kriegsgericht ein mitreißendes Plädoyer an die Menschlichkeit hält, nur damit wir dann in der nächsten Szene sehen wie die Soldaten ihre Henkersmahlzeit bekommen, dann ist das wie ein Schlag ins Gesicht.
Wenn wir erfahren, dass die Verurteilten doch noch hoffen können, nur um schließlich ihren Tod mitanzusehen, dann schmerzt das.
Und wenn eine junge deutsche Gefangene mit tränenüberströmten Gesicht vor pfeifenden französischen Soldaten singt und diese in einem Moment der Stille zu einem sanften, gefühlvollen Mitsummen bewegt, nur um dann doch wieder in die nächste Schlacht ziehen zu müssen, dann ist das pure Melancholie.
Paths of Glory ist wahrlich ein starker Film.
Wir schreiben das Jahr 1916, an der Westfront tobt ein erbarmungsloser Stellungskrieg. Der eigentlich nur eine reine Materialschlacht ist, auch die Soldaten gelten als reines Kanonenfutter und nicht als Menschen. In dieser Zeit spielt dieser grandios fotogafierte Antikriegsfilm.
Ein General will einen Hügel einnehmen, dabei müssen die Soldaten durch ein Sperrfeuer laufen aber sie haben überhaupt keine Chance. Als die Männer schließlich keinen Meter Boden gut machen konnten, blieben sie im Graben und bekamen somit Feigheit vor dem Feinde unterstellt.
Stanley Kubrick ist es gelungen einen Film zu erschaffen, der nicht nur das Grauen an der Front zeigt, sondern auch die verbohrte Sturheit der Generäle. Gerade diese intensive Mischung und die hervorragenden Darsteller bewirken, dass der Film beim Zuschauer lange nachwirkt.
Die Menschlichkeit bleibt in einem Krieg immer als erstes auf der Strecke.
Ein Meisterwerk! Hier ist der Feind der Soldaten nicht der böse Deutsche sondern die eigene Obrigkeit. Den Soldaten geht es nicht darum die Krauts zu besiegen sondern möglichst schmerzfrei zu sterben.
Währenddessen berät sich die Generealität darüber wie viel Prozent Ausfälle die Einheit wohl haben wird.
Kubrick schafft es keine strahlenden Helden aufzubauen, viel mehr verwirft er jede Figur die sich annährend zum Sympathiecharakter entwickeln könnte.
Einer dieser Werke bei dem man zu spüren bekommt, dass Kino mehr kann oder konnte als Effektspektakel und müde Komödien!
"Wege Zum Ruhm" darf man ohne weiteres zu den besten Antikriegsfilmen zählen. Tolle Kamera, packende Atmosphäre und wirklich grandiose Schauspieler (Kirk Douglas ist fantastisch als Colonel Dax). Und dieses Ende... ganz Groß!
Der AntikriegsFilm schlechthin.
Kubrick erzählt einfach markellos die mitreißende Geschichte über die Ungerechtigkeit.
Douglas ist auch spitze.
Und die Optik beim Angriff auf die 16 Höhe umwerfend.
Kubrick, du warst der Regisseur überhaupt.
Ich bewundere dich !
Wege zum Ruhm - Kritik
US 1957 Laufzeit 86 Minuten, FSK 12, Drama, Historienfilm, Kinostart 25.10.1957
Kritiken (2) — Film: Wege zum Ruhm
Timo K.: Blockbuster Entertainment
Kommentar löschen"Wege zum Ruhm" ist ein ausgesprochen grauenerregender Film, weil Kubricks Melange aus wummerndem Ton (Kampfhandlungen), rhythmischen Plansequenzen (entlang der Gräben), radikaler Zweiteilung (Gefecht – Gericht), symmetrischen Zentralperspektiven (Hintergrund der Hinrichtung) und elliptischem Geschichtenerzählen das erste Mal in seiner Karriere ein Ausrufezeichen setzt, so als sei dieser Film nach einem experimentellen Genrestreifzug ("Der Tiger von New York") und einer zersäbelten Räuberpistole ("Die Rechnung ging nicht auf") nun endgültig dessen, was sich gemeinhin als klassischer, zweifelsfrei sofort wiedererkennbarer Kubrick in den Köpfen jener Rezipienten festklammert, die auf Kommando "Prätention!" oder "Kunst!" schreien. Grauenerregend insofern, als dass Kubrick in Händen dieser fünf stilistischen Motive, seiner Motive genauer gesagt, vor dem Hintergrund eines nicht zu gewinnenden Stellungskrieges Momente makabrer Entmenschlichung…
22 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 5 Antworten
Andy Dufresne 2011/07/24 00:55:34
Antwort löschenWie immer bei Dir:Hochreflektierter,intelligenter und durchdachter Text.Aber da (meine Denke) sich Kubrick damals einem extremst heiklen Thema gewidmet hat (Heute wäre es leichter und noch mehr "Finger auf die Wunde-legender" möglich solche Themen zu behandeln) und er alles was damals (Nachkriegsmuffzeit,weit entfernt von der Möglichkeit der direkten Konfrontation,zudem Frankreich/Großbritannien/Deutschland/Montanunion/entstehendes/einiges Europa) möglich war mehr als ausschöpft,gibst du für mich 2,5 bis 3 Punkte zuwenig,einfach weil du dir das Recht rausnimmst einen Film aus seinem zeitlichen Kontext rauszureissen.Klar,ein Zeitloser Film ist/bleibt zeitlos,aber Wege zum Ruhm (und er IST Zeitlos in seiner zutiefst humanistischen Gesinnung/Absicht) darf nicht ganz aus seiner Zeit herausgelöst werden um ihn richtig zu würdigen). Du hättest diese Punkte (meiner Meinung nach ) erwähnen MÜSSEN um eine 6,5 (ein bischen mehr wie durchschnittliche Scheiße) zu rechtfertigen. Nichts destotrotz:Schöner Kommentar (der (meiner Meinung nach) am zeitlichen Zusammenhang vorbeischrammt und der Bedeutung des Films nicht gerecht wird,ihn letztendlich falsch würdigt)...
Timo K. 2011/07/24 01:34:42
Antwort löschenIch habe den Film lediglich so bewertet und rezensiert, wie ich ihn subjektiv wahrgenommen habe, nach Gefühl, Eindrücken und persönlicher Einschätzung, dem, was mir, platt ausgedrückt, spontan in den Sinn kam, ohne objektiven zeithistorischen Kontext (freilich interessant, jedoch kenne ich mich auf dem Gebiet sowieso nicht allzu gut aus, geschweige denn ist mir Quellenarbeit zu mühselig; derlei Dinge knipse ich bei Filmen eigentlich meistens aus und konzentriere mich stattdessen auf das rein Filmische), der aber auch die Wertung als solches, denke ich, nicht entscheidend verändert hätte. Was zählt, ist meine eigene Meinung darüber und inwieweit mich der Film überzeugen konnte. Außerdem sind 6,5 Punkte für einen Film bei mir entschieden mehr als ein "ganz gut" (schon gar nicht so etwas wie "etwas mehr als durchschnittliche Scheiße"), sondern muss eine Menge leisten, um überhaupt diese Wertung zu erhalten. Ich gebe es ja zu: Trotz aller Qualitäten (und davon hat WEGE ZUM RUHM genug!) wurden meine Sinne durch einige Genrekollegen (PLATOON, APOCALYPSE NOW, selbst FULL METAL JACKET etc.) entschieden mehr stimuliert als es dieses Werk vermochte. Hinzu kommt, dass ich im Schaffenswerk Kubricks zahlreiche Filme wiederfinde, die mir halt mehr am Herzen liegen. So habe ich WEGE ZUM RUHM unter anderem auch bewertet: Kubrick-intern. Demnach gibt es meiner Meinung nach kein richtiges oder falsches Würdigen. Danke für diesen Einwurf und das Lob! :) SPARTACUS müsste der nächste Kubrick sein, den ich mir eventuell vornehme...
Andy Dufresne 2011/07/24 01:42:56
Antwort löschenCoole,ausführliche Antwort!Kubrick Intern:Ja,kann man so stehenlassen.ABER:So darf (wieder meine Meinung) man es nicht sehen.Ich kenne mich auch nicht mit allem aus und bewerte Filme,wie du,so wie ich sie sehe(subjektiv,ambivalent,auf meine Erfahrungen begründet...),aber glaub mir,was sich Kubrick damals getraut hat (gegen das Militär,das Militär kritisierend,es ad absurdum führend,das war damals nicht normal,das war mutig,das war Eierbeweisend),das war/ist etwas besonderes gewesen,er hat sich damals gegen den Strom,gegen die allgemeine Meinung gestellt,er hat denen zu verstehen gegeben:Es geht nicht um Sieg oder Niederlage,es geht um Solidarität,es geht um Brüderlichkeit,es geht ganz einfach darum:Wir sitzen alle in einem Boot und wenn es untergeht gehen wir alle unter... Wir sind alle (Nationenunabhängig) Brüder und es geht darum das wir uns unterstützen müssen,das wir NUR Gemeinsam überleben können...6,5 ist mir da zu wenig (vielleicht übertreib ich da auch ,aber du hast wohl einfach einen " so kann ich das nicht stehen lassen "Nerv getroffen... :)
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barney stinson 2012/02/02 21:10:13
Antwort löschen@Andy super Kommentar!!!!
Andy Dufresne 2012/02/03 09:27:12
Antwort löschen@Barney:Danke :D
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschenIn erster Linie ist dieses (Anti-) Kriegsdrama der Weg zum Ruhm für die Buchvorlage. Was Kubrick daraus formte, ist ein immer noch verhältnismäßig preiswertes aber in den richtigen Momenten bildgewaltiges Stück Filmgeschichte zu zwei genau gleich großen Akten, die – jeder auf seine Weise – gleichermaßen emotionsgeladen sind. Hier ist Kubricks Gespür für ästhetische Kamerabewegungen und –Einstellungen, was sich trotz stets wechselnder Kameramänner durch sein folgendes Werk ziehen wird, schon richtig gut zu erkennen. Das Gleiten durch die Schützengräber und schließlich über das brodelnde Schlachtfeld erzeugt nachhaltige Bilder. Mittendrin brilliert ein charismatischer Kirk Douglas als Personifizierung von Kubricks Kritik an der Absurdität und Ungerechtigkeit des Krieges. [...]
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten
Kommentare (22) — Film: Wege zum Ruhm
Kommentar schreibenDiscostu 2012/02/02 22:10:19
Kommentar löschenAntikriegsfilme haben oft das Problem, dass durch die spektakulären Kampfszenen dem Zuschauer Krieg im Endeffekt doch als etwas aufregendes und spannendes präsentiert wird, was der eigentlichen Intention zuwider läuft. Kubrick ist gegen diesen Fehler nicht gefeit, begeht er in doch teilweise in seinem späteren Werk, Full Metal Jacket.
Paths of Glory hingegen hat nur relativ wenig Spektakel zu bieten, wenn man von dem mit langen Kamerafahrten eindrucksvoll gefilmten Sturm auf den Anthill einmal absieht. So zeigt dieser Film das Grauen des Krieges dann auch nicht auf dem Schlachtfeld, sondern hinter den Kulissen, in der Auseinandersetzung von Hauptfigur Colonels Dax mit den menschenverachtenden Generälen, denen er unterstellt ist. Da werden unmögliche Befehle gegeben, nur um gegenüber Politik und Presse als mutig dazustehen und danach die Soldaten, die sich weigerten, in den sicheren Tod zu laufen, als Fahnenflüchtige exekutiert. In einer Welt in der es nur um Nationalstolz, Mut und Prestige geht, und nicht um Mitleid und Menschlichkeit, ist der eigentliche Feind der einfachen Soldaten sicherlich nicht in dem Graben auf der anderen Seite des Niemandslandes zu finden, weshalb im gesamten Film auch kein einziger deutscher Soldat zu sehen ist.
Paths of Glory ist dennoch kein rein pazifistischer Film, denn der von Kirk Douglas grandios gespielte Colonolel Dax denkt in keinem Moment daran, seinen Beruf an den Nagel zu hängen. Sein Kampf gegen die Unmenschlichkeit des Militärs kann nicht gewonnen werden und dennoch macht er bis zum Schluss weiter. Dies ist für mich persönlich ein kleines Manko, doch gerade für eine Zeit, in der Kriegsfilme meist patriotisch und verherrlichend waren, ist dieser Film ein herausragendes Werk.
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aberaber 2012/01/26 14:25:31
Kommentar löschenEindrucksvoller Film. Weniger ein Film gegen den Krieg als vielmehr für den gesunden Menschenverstand.
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J!GS4W 2011/12/11 22:04:07
Kommentar löschen"Paths of Glory", eines der frühen Werke Kubricks mag sich noch nicht so richtig einfinden in das, was manch einer Kubrickesque nennen würde (kleiner Neologismus). Der erste Grund ist wahrscheinlich, dass der Film für kubricksche Verhältnisse (wieder ein Neologismus) einfach mindestens eine Stunde an Laufzeit vermisst und der zweite ist dann wohl ganz einfach, dass man zwar zugeben muss, dass der Film gut, aber nicht perfekt ist, wie es die meisten von Kubricks Werken im Grunde sind. Einige Kulissen sehen zu sehr nach Kulisse aus und bei manchen Dialogen fehlt einfach noch der Pfeffer, die satirische Teufelszunge, der sich Kubrick doch später so feierlich in seinem Dr. Seltsam bedient. "Paths of Glory" ist hierbei kein typischer Kriegsfilm und um genau zu sein nicht einmal ein typischer Anti-Kriegsfilm, da er sich letzten Endes ausschließlich auf die intraspezifische Konkurrenz bezieht, wenn man es einmal ökologisch ausdrücken möchte. Es geht um den Aufstiegsgeist von Offizieren und wie man sich selbst Feind sein kann, wobei Kirk Douglas als französischer Spartacus des Appells dahermaschiert und uns belehrt. Schauspielerisch ist zwar außer Kirk Douglas und Adolphe Menjou kaum jemand wirklich hervorzuheben, doch liegt das größtenteils an den verkörperten Stereotypen, die dazu dienen eine Gesamt-Moral zu konstruieren und nicht auf vereinzelte Emotionen näher einzugehen. Zum Schluss kommt auch Kubricks Versöhnung, er vereint Franzosen und Deutsche, indem er seine zukünftige Frau (Christiane Kubrick, welche im übrigen in Braunschweig geboren ist) eine Kriegsgefangene spielen lässt, die französische Soldaten mit einem deutschen Volkslied zu Tränen rührt. Doch der Krieg geht weiter.
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ElMagico 2011/12/11 22:26:22
Antwort löschenRight...aber der Film hat seine Momente! Ist zwar ein Stück her bei mir, aber z.B. das Gesinge der Soldaten hat sich bei mir tief eingebrannt! Aber du hast ne 8 gegeben...also hast in dem Film auch mehr gesehen als der Test vielleicht vermuten lässt ;)
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J!GS4W 2011/12/11 22:32:05
Antwort löschenRichtig!
ElMagico 2011/12/11 22:33:40
Antwort löschenTest-Text...blablabla ;)
cpt. chaos 2011/11/07 16:01:08
Kommentar löschen"Um Disziplin zu wahren, muss man ab und zu einen Mann erschießen!"
Mit "Wege zum Ruhm" führt Stanley Kubrick den Sinn und Zweck eines jeden Krieges ad absurdum.
Selten ist es einem Regisseur derartig eindrucksvoll gelungen, die Angst, Hilf- und Ausweglosigkeit der im Schützengraben ausharrenden Soldaten darzustellen, die während des Trommelfeuers auf ihren Angriffsbefehl warten, währenddessen im Hintergrund die Generalität auf blinden Gehorsam setzt und dem Schrecken des Krieges mit Zynismus begegnet.
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Max_Wayne 2011/11/05 21:07:45
Kommentar löschenSuper Film! hat mir sehr gut gefallen, kann ich nur empfehlen
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Selcarnor 2011/10/20 18:34:25
Kommentar löschen>Stanley Kubricks< erster Kriegsfilm, der lange vor >Full Metal Jacket< enstanden ist. Wer monströe Schlachtszenen sucht, wird hier enttäuscht werden, doch dafür gibt es eine gut ausgearbeteite Geschichte über Moral und Menschlichkeit.
1. Optik
Erstens: Der Film ist Schwarz-Weiß.
Zweitens: Schon damals wusste >Kubirck< wie man perfekt die Kamere einsetzt. Sei die Fahrt durch die Schützengräben, der fast in einem Schuss aufgenommene Angriff auf die deutschen Stellungen oder die Gesichtsaufnahmen der Soldaten. Allessamt perfekt und atmosphärisch fördernd.
2. Musik
Die wenigen Stücke sind militärisch geprägt, wie beispielsweise der schnelle, ruckartige Trommeltakt, was zu dem Film auch passt.
3. Inhalt
Womit beschäftigt sich der Film? Die Kernthemen sind eindeutig Todesangst, die über jede Loyalität steht, der Willkür von Vorgesetzen und um Mitgefühl. An Letzteres appeliert der Film regelmäßig, doch am Ende nimmt alles immer eine eher nüchterne Wendung und zeigt wie so etwas in einme Krieg gerne verlorengeht - besonders wenn eigene Interessen im Vordergrund stehen.
Die Schlachten und Schlachtfelder des ersten Weltkrieges sind fabelhaft gemacht, wenn auch nicht sehr drastisch, aber wie gesagt: Darum geht es nicht. Das wird man auch daran erkennen, dass man keinen einzigen deutschen Soldaten zu Gesicht bekommt.
Die Aussagen von >Wege zum Ruhm< werden durch brillante Dialoge gestützt und man taucht regelrecht in die Handlung ein und die Zeit vergeht ungeheuer schnell beim Sehen, ohne das Langeweile aufkommt.
Das Ende ist dann äußerst aufwühlend (wenn auch nicht so grandios wie andere es hier beschrieben haben, ich kenne da Besseres) und lässt dann zum Schluss noch ein ungutes Gefühl zurück.
Die Schauspieler machen ihre Rollen auch perfekt und besonders den drei >Ausgewählten< nimmt man ihren Schrecken ab.
4. Fazit
Einer der wenigen Filme die im ersten Weltkrieg spielen und ihre Botschaft auch ausgezeichnet rüber bringen.
Ich erwähne es aber noch einmal: Wer actionreich inszenierte Ballereien will sollte lieber zu >Der Soldat James Ryan<. Wenn man dagegen etwas Sozialkritik - besonders in Sachen Militarismus - haben möchte, kann hier bedenkenlos zugreifen.
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Percilitor 2011/09/24 12:58:00
Kommentar löschenEigentlich wurde hierzu schon alles gesagt. Packendes Anti-Kriegsdrama, dass sich hauptsächlich mit den politischen Konsequenzen eines fehlgeschlagenen Angriffs und der verqueren Moral der Befehlshaber auseinandersetzt.
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ash-williams 2011/05/28 00:47:22
Kommentar löschenStanley Kubrick beweist mit seinem dritten Film endlich sein späteres Talent und bietet knapp 90 Minuten Spannung. Kirk Douglas spielt sehr leidenschaftlich und überzeugend. Die Kriegsszenen sind authentisch, könnten jedoch etwas drastischer sein. Kubrick bietet starke Bilder und eine gute Story über den Machtmissbrauch der Wenigen oben gegen die Vielen unten. Eine gelungene Mischung aus Kriegsfilm und Drama.
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Puni 2011/05/16 14:14:01
Kommentar löschenStanley Kubricks Antikriegsdrama, durch das er schlagartig berühmt wurde, kann sich locker mit anderen Antikriegsfilmen messen. Realistisch, toll und glaubhaft besetzt und gegen Ende so richtig rührend, kommt der Film mit nur wenigen Kriegsszenen aus, was der Atmosphäre aber überhaupt keinen Abbruch tut. Man taucht richtig in das Szenario ein und wird am Ende durch Christine Kubrick genauso schnell wieder herausgeholt, wie man reingekommen ist.
Solche Filme sucht man heutzutage vergebens - warum sind die aktuellen Regisseure größtenteils eigentlich so unpolitisch und unkritisch geworden?
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Jack_Torrance 2011/03/11 18:51:32
Kommentar löschenÄhnlich wie im 30 Jahre jüngeren Film "Full Metal Jacket" klagt Kubrick auch in "Paths of Glory" den Krieg durch den Millitärismus an. Aufgrund der schlampigen Führung der Generäle verfallen einige Soldaten anhand der Todesangst dem Wahnsinn oder sie verbergen ihre lähmende Angst und Hoffnungslosigkeit durch oberflächlichen Genuß (s. Schlussszene). Kubrick verdeutlicht dies in grandiosen Szenen: der Soldat, der sagt er werde seine Frau nie wieder sehen, weil er sterben wird; die Kriegsverhandlung, in der die drei Soldaten aufgrund ihrer Todesangst (oder wie die Generäle es bezeichnen würden "Feigheit") zum Tode verurteilt werden; die anschließende Panik vor der Hinrichtung usw.
Im Gegensatz zu "Full Metal Jacket" aber versucht Kubrick nicht den hohlen Pathos der Generäle satirisch zu entlarven, sondern konzentriert sich stattdessen überwiegend auf die Figur des Colonel Dax (der einzige, der sich um das Leben jedes einzelnen Soldaten bemüht) und auf die einfachen Soldaten, die nur überleben und zurück nach Hause wollen. Das gibt dem Film Authenzität und eine enorme Intensität.
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Ripley1 2011/03/11 22:41:59
Antwort löschenAls Christiane Kubrick am Schluss ihr Lied singt und die Stimmung umschlägt, war das vielleicht der ergreifendste Moment im Film.
Jack_Torrance 2011/03/12 12:10:42
Antwort löschenMomente wie dieser machen diesen Film dann auch so eindringlich.
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Shorty06 2011/03/12 14:08:55
Antwort löschengroßartiger Film, schöner Kommentar. Aber die Wertung ist zu niedrig
Jack_Torrance 2011/03/12 14:23:40
Antwort löschenAsche auf mein Haupt. Da muss ich dem Film wirklich mehr Punkte geben !
Shorty06 2010/08/23 16:01:39
Kommentar löschenPaths of Glory von Stanley Kubrick. Dieses frühe, in schwarz-weiß gefilmte Werk von Kubrick ist viel mehr ein Justizthriller als ein Kriegsfilm. Er spielt im ersten Weltkrieg an der Stellungsfront zwischen Deutschen und Franzosen.
Kirk Douglas und seine Truppen bekommen von ihrem General den undurchführbaren Auftrag eine deutsche Festung zu stürmen. Doch sie sind überzeugt, dass dieses Unterfangen sie in den sicheren Tod schickt und weigern sich. Als Strafe soll ein Exempel statuiert werden: 3 Soldaten werden hingerichtet.
Kubrick filmt seine Figuren häufig in Frontalaufnahme. Man sieht ihnen den Schrecken, der in ihnen steckt in jeder Sekunde an.
Paths of Glory dreht sich um ein zentrales Thema in Kubricks Gesamtwerk: Die Entmenschlichung.
Wenn Kirk Douglas vor dem Kriegsgericht ein mitreißendes Plädoyer an die Menschlichkeit hält, nur damit wir dann in der nächsten Szene sehen wie die Soldaten ihre Henkersmahlzeit bekommen, dann ist das wie ein Schlag ins Gesicht.
Wenn wir erfahren, dass die Verurteilten doch noch hoffen können, nur um schließlich ihren Tod mitanzusehen, dann schmerzt das.
Und wenn eine junge deutsche Gefangene mit tränenüberströmten Gesicht vor pfeifenden französischen Soldaten singt und diese in einem Moment der Stille zu einem sanften, gefühlvollen Mitsummen bewegt, nur um dann doch wieder in die nächste Schlacht ziehen zu müssen, dann ist das pure Melancholie.
Paths of Glory ist wahrlich ein starker Film.
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Filmkenner77 2010/08/08 19:38:30
Kommentar löschenStarker Antikriegsfilm von Kubrick. Ein zeitloser Klassiker.
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Sozionaut 2010/08/01 14:33:23
Kommentar löschenPhantastisch! Ein von seiner gesellschaftskritischen und ethischen Botschaft her höchst komprimierter Film.
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Jerry50 2010/06/29 01:37:48
Kommentar löschenEinfach grandios !
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Blonder 2010/01/21 16:59:02
Kommentar löschenWir schreiben das Jahr 1916, an der Westfront tobt ein erbarmungsloser Stellungskrieg. Der eigentlich nur eine reine Materialschlacht ist, auch die Soldaten gelten als reines Kanonenfutter und nicht als Menschen. In dieser Zeit spielt dieser grandios fotogafierte Antikriegsfilm.
Ein General will einen Hügel einnehmen, dabei müssen die Soldaten durch ein Sperrfeuer laufen aber sie haben überhaupt keine Chance. Als die Männer schließlich keinen Meter Boden gut machen konnten, blieben sie im Graben und bekamen somit Feigheit vor dem Feinde unterstellt.
Stanley Kubrick ist es gelungen einen Film zu erschaffen, der nicht nur das Grauen an der Front zeigt, sondern auch die verbohrte Sturheit der Generäle. Gerade diese intensive Mischung und die hervorragenden Darsteller bewirken, dass der Film beim Zuschauer lange nachwirkt.
Die Menschlichkeit bleibt in einem Krieg immer als erstes auf der Strecke.
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ruf mich an 2009/11/10 22:15:20
Kommentar löschenEin Meisterwerk! Hier ist der Feind der Soldaten nicht der böse Deutsche sondern die eigene Obrigkeit. Den Soldaten geht es nicht darum die Krauts zu besiegen sondern möglichst schmerzfrei zu sterben.
Währenddessen berät sich die Generealität darüber wie viel Prozent Ausfälle die Einheit wohl haben wird.
Kubrick schafft es keine strahlenden Helden aufzubauen, viel mehr verwirft er jede Figur die sich annährend zum Sympathiecharakter entwickeln könnte.
Einer dieser Werke bei dem man zu spüren bekommt, dass Kino mehr kann oder konnte als Effektspektakel und müde Komödien!
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Marti DiBergi 2009/10/03 17:52:46
Kommentar löschenErschütternd und pessimistisch ist das Bild, das Kubrick uns von der Moral in Zeiten des Krieges zeichnet.
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alanger 2008/09/08 21:21:06
Kommentar löschensein humanistischster, ergreifendster, bester film!
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Kris 2009/10/26 19:13:40
Antwort löschenWow, da stimme ich Dir zu!
cannibal83 2008/08/28 14:40:18
Kommentar löschen"Wege Zum Ruhm" darf man ohne weiteres zu den besten Antikriegsfilmen zählen. Tolle Kamera, packende Atmosphäre und wirklich grandiose Schauspieler (Kirk Douglas ist fantastisch als Colonel Dax). Und dieses Ende... ganz Groß!
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jackii93 2008/04/14 18:19:37
Kommentar löschenDer AntikriegsFilm schlechthin.
Kubrick erzählt einfach markellos die mitreißende Geschichte über die Ungerechtigkeit.
Douglas ist auch spitze.
Und die Optik beim Angriff auf die 16 Höhe umwerfend.
Kubrick, du warst der Regisseur überhaupt.
Ich bewundere dich !
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