Weisse Lilien

Weisse Lilien (2007), AT/LU/HU/DE
Laufzeit 100 Minuten, FSK 16, Thriller, Kinostart 11.09.2008

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5.1 Kritiker
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von Christian Frosch, mit Brigitte Hobmeier und Johanna Wokalek

Zwischen Science-Fiction und Verschwörungsthriller erzählt Regisseur Christian Frosch die Geschichte einer jungen Frau in einer nicht mehr allzu fernen Zukunft. Hannah lebt in einer neondurchfluteten Wohneinheit in der futuristischen “Neustadt”, einem Ort der Sicherheit und der Kontrolle. Als sie ihren gewalttätigen und krankhaft eifersüchtigen Ehemann verlässt und in ein neues Appartement zieht, gerät ihr Leben aus der Bahn. Sie entdeckt, dass jene Frau, die das Appartement zuvor bewohnte, unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Freunde von ihr werden verhaftet und dann verschwindet auch ihr Ehemann spurlos. Hannah wird zur Hauptverdächtigen. Von ihrem Liebhaber und den neuen Nachbarn wird sie aufmerksam beobachtet und gerät langsam in die Sicherheitsmaschinerie von Neustadt. Nur die Freundschaft zu der geheimnisvollen Anna, die sich gegen die Kontrollmechanismen der Neustadt auflehnt, gibt ihr Halt und Hoffnung. Die Grenzen zwischen Manipulation und Halluzination verschwimmen, und beide Frauen werden zum Teil einer Verschwörung, bei der Freund und Feind immer schwerer zu unterscheiden sind.


Cast & Crew


Kritiken (3) — Film: Weisse Lilien

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

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7.0Sehenswert

Mutig und konsequent zeichnet der Thriller das Spiegelbild einer zerstörten Gesellschaft und spricht viele Fragen des modernen Lebens und der „Inneren Sicherheit“ in der Kontrollgesellschaft an. Die Kamera schafft Filmbilder von außerordentlichen Qualität. Setting und Inszenierung sind bewusst künstlich und „theaterhaft“ gehalten – ganz in einer sehr deutschen Filmtradition mit Anklängen ans Kino des Expressionismus.

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Julia Teichmann: film-dienst Julia Teichmann: film-dienst

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8.0Ausgezeichnet

"Weiße Lilien" ist ein exotischer Science-Fiction-Thriller, verwirrend schön und verstörend künstlich, eine kostbare Seltenheit im deutschen Kino. Nichts ist natürlich in Froschs sozialkritischem Albtraum vom zukünftigen 'Schöner Wohnen'; die guten und gut besetzten Schauspieler sprechen oft in formelhaft steifen Sätzen, bleiben in verlangsamten Blicken und Gesten hängen oder zelebrieren kurz die große Bühnenpose.

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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...

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3.0Schwach

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: Dieser Film ist gedreht worden, damit man die nackten Brüste von Brigitte Hobmeier sieht. Hobmeiers Brüste unter der Dusche, die Brüste betastet von den entseelten Stasi-Händen der Privatpolizisten, die Brüste geknetet von der Hauptfigur selbst auf dem Weg in die Entseelung. Hannahs Brust, das ist die Unschuld der Natur, die sich hier verzweifelt dem zivilisatorischen Angriff qua betatschender Rückversicherung entziehen möchte.

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Kommentare (2) — Film: Weisse Lilien

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Janus Winter

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Bewertung5.0Geht so

Schöne Bilder machen noch lange keinen guten Film - dafür ist WEISSE LILIEN ein eindrucksvolles Beispiel. Frosch verliert sich im pseudosozialkritischen Kitsch und hat einfach nichts mitzuteilen.

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Stefan Ishii

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Bewertung7.5Sehenswert

Beim Schauen von "Weiße Lilien" hatte ich das Gefühl, eine kafkaeske Variate von 1984 zu sehen, die von David Lynch verfilmt wurde. Ob das etwas Gutes ist, weiss ich leider selbst nicht so genau. Auf jeden Fall ist der Film äußerst interessant, wenn auch die meisten Ideen für diese Utopie irgendwie so ähnlich schonmal irgendwo auftauchten.

Rein stilistisch betrachtet hat "Weiße Lilien" viel zu bieten. Sowohl visuell als auch schauspielerisch weiß der Film wirklich zu beeindrucken. Besonders mochte ich das übertriebene Agieren der Figuren. Das gab dem Film eine eigenwillige Atmosphäre. Das Ganze wurde dann noch mit einigen Verschwörungsthriller- und Horrorfilm-ähnlichen Elementen gespickt, was ich persönlich als durchaus passend empfand.

Leider bleibt unter der Oberfläche des Filmes wenig übrig, das tatsächlich als neuartig und hervorragend zu bezeichnen wäre. Es geht der Utopie dann doch mehr um das Vermitteln gewisser Gefühle (wie es in solchen Filmen aber ja eigentlich immer der Fall ist). Aber das gelingt in "Weiße Lilien" vorzüglich und ist schlussendlich vielleicht auch kein großer Kritikpunkt.

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