Wendy and Lucy

US 2008

Community:

6.9

Ganz gut

bewerten

 

Kritiker: 8.0

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Genre
Drama
Inhalt

Wendy hat nicht mehr als ein paar Dollar in der Tasche. Zusammen mit ihrer Hündin Lucy wohnt sie in einem alten Honda, der sie nach Alaska bringen soll, wo sie auf einen Job in einer Fischfabrik hofft. Doch mitten im Nirgendwo gibt das Auto seinen… Mehr

Cast
Michelle Williams, Will Patton, Will Oldham, John Robinson, Wally Dalton, Larry Fessenden Mehr
Regisseure
Kelly Reichardt
Autoren
Jonathan Raymond, Kelly Reichardt
Laufzeit
80 Minuten

Poster und Merchandise zum Film im Fanshop

Kritiker — Ausgezeichnet 8.0

Der Film Wendy and Lucy wurde von 11 Kritikern bewertet.

peter-noster: peter-noster.de

8.0Ausgezeichnet

Simpler kann ein Film kaum sein und er kann doch so viel aussagen. Wendy will nach Alaska, um dort mit ihrem Hund Lucy ein neues Leben zu starten. In einer Kleinstadt in Oregon bleibt jedoch ihr Auto liegen. Ohne Geld für die Reperatur ist Wendy in der Stadt gestrandet. Es entstehne Probleme mit den Autoritäten, die auch ein Kontakt mit zu Hause nicht lösen können. Die Problem, die zu Wendys Flucht führten, bleiben vage. Michelle Williams als Wendy trägt den Film mit einer Ernsthaftigkeit und inneren Stärke, die den Zusammenbruch und den Verlauf der Geschichte sehr ergreifend macht, ohne dabei auf cineastisches Blendwerk zurückgreifen zu müssen. Ein Indieperle für geduldige Filmfreunde.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

9.0Herausragend

Kelly Reichardts "Wendy & Lucy" ist, ganz zu Recht, von den zuständigen kritischen Stellen als einer der schönsten Filme des vergangenen Jahrs längst gefeiert. Es ist ein Film von großer und anrührender Einfachheit, einer Einfachheit, die um die große Kunst, die in ihr steckt - als Kunst des Verzichts auf alles, was falsch ist - kein Aufhebens macht.

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Michael Kienzl: critic.de

Mit einer Heldin, die am System scheitert, widmet sich der Film einem typisch sozialrealistischen Sujet. Dabei beschränkt sich Reichardts Inszenierung weder auf eine rein nüchterne und objektive Schilderung noch auf eine Anklage des Kapitalismus. Dafür konzentriert sich der Film viel zu stark auf atmosphärische, unabhängig von der Narration funktionierende Qualitäten, die ihm eine traumwandlerische, fest mit der Befindlichkeit seiner Protagonistin verknüpfte Stimmung verleihen.

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Alle Kritiken (9)


Kommentare — Ganz gut 6.9

Der Film Wendy and Lucy wurde von 55 Mitgliedern bewertet.

Schlegel

Bewertung10.0Lieblingsfilm

Am Ende von "Old Joy", Kelly Reichardts zweitem Film, trifft der vermeintliche Lebenskünstler Kurt am Straßenrand einen Bettler und will sich eigentlich davonstehlen. Schließlich drückt er ihm doch etwas Geld in die Hand und offenbart in dieser Geste seine eigene Armut. Kurt weiß, wie es ist, nichts zu haben. Im Nachfolgefilm "Wendy & Lucy" greift Kelly Reichardt dieses Thema wieder auf und macht es abendfüllend. Die Welt wird aus dem Blickwinkel einer "Verliererin" betrachtet, und eine einfache Frage wird gestellt: Was passiert, wenn ein Einzelner auf eine Gesellschaft stößt, die an seinem Schicksal kaum Anteil nimmt? Lucy, der Hund aus "Old Joy", bekommt dabei eine zentrale Rolle, und es ist ganz erstaunlich, dass Reichardt für ihr grandioses Zeitbild tatsächlich nicht mehr benötigt als eine Frau, diesen Hund und ein Auto (das noch nicht mal fahren muss).
Der US-Kritiker Dennis Lim nannte die Filme dieser großen Minimalistin "beispielhaftes Kino einer neuen Ära in Amerika, das der harten, ökonomisch prekären Gegenwart ein wenig Hoffnung und Menschlichkeit entgegenhält."

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dae-su

Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein wundervoller kleiner Film, so ruhig, elegisch, bewegend. Reichardts Inszenierung ist meisterhaft: Ohne Probleme hätte man die Geschichte in 10 Minuten erzählen können, ohne Handlung dabei auszulassen. Und doch schafft es der Film, einen über die Laufzeit von 80 Minuten nicht nur zu fesseln, sondern in einen Sog zu ziehen, den man im Kino heuer selten erlebt. Keine Ahnung, wieso nicht für eine Sekunde Langeweile aufkommt, aber es funktioniert.
Dazu die traumhaft schönen Bilder von Sam Levy, die die Tristesse und Melancholie des trostlosen kleinen Ortes in Oregan auf subtile, zurückhaltende Art einfangen. Das sanfte Sounddesign runden das Ganze ab. Wundervoll.

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denise

Bewertung4.5Uninteressant

Ich bin kein großer Freund der unprätentiösen, schmucklosen, an das reale Leben erinnern sollende Independent-Filme, die ja überall gerne in den Himmel gelobt werden. Natürlich muss nicht alles gleich mit Special Effects und allerlei Computeranimationen aufgebessert werden, aber man muss meiner Meinung nach das wahre Leben auch nicht dröger darstellen, als es ist.

Ich möchte außerdem im Kino nicht auch noch meinen üblichen Alltag abgebildet sehen, sondern andere Geschichten, andere Leben und Schicksale teilen oder manchmal auch einfach nur stumpfe Action-Thriller oder romantische Komödien genießen.

Nicht, dass Wendy & Lucy nicht auch eine Geschichte fern von meinem Altag zu erzählen hätte. Aber leider auch nicht mehr - die Story hätte allemal für einen Kurzfilm gereicht, aber definitiv nicht für einen 80 Minuten langen Kinofilm. Die kleine, fast anekdotenhafte Geschichte um die arbeits- und derzeit obdachlose Wendy auf ihrem Weg nach Alaska ist durchaus schön, stimmt nachdenklich und hätte ein kleines Juwel sein können. Wenn nicht irgendjemand auf die Idee gekommen wäre, daraus einen abendfüllenden Independent-Film zu machen, der sich spröde mit Gefühlen und vor allem einer irgendwie auch nur irgendeinem dramaturgischen Muster folgenden Geschichte zurückhält.

Wenn Leute wie Gus van Sant solchen Filme drehen, nutzt er die Andersartigkeit wenigstens künstlerisch aus oder serviert einem schöne (oder wie sagt man so hübsch: künstlerisch wertvolle) Bilder. Hier fängt man sich mit der Zeit an zu fragen, ob dieser Indie-Film einem seinen mittlerweile leicht dogmatisch wirkenden Realismus ins Hirn prügeln möchte.

Ansonsten: Michelle Williams ist gewohnt gut, war schön, mal wieder Will Patton zu sehen, der Hund ist niedlich.

Und jetzt gucke ich mir aus Trotz nochmal Gigante an, hier wird die Stille, der Realismus und die Alltäglichkeit mit einem Zauber und einer zwingenden, weil einfachen Wahrheit versehen, dass ich jedes Mal weinen könnte. Bei Wendy & Lucy tränten mir am Ende leider nur vor Müdigkeit die Augen.

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