Diese Weitschweifigkeit im Mittelteil, der es zu schulden ist, dass die Geschichte zeitweise leicht durchhängt, ist das Resultat dieser Inkonsequenz Roegs bezüglich anfänglich viel versprechender Schnitttechnik und Kameraführung. Dies hätte durch einen interessanteren Plot sicherlich besser kaschiert werden können, doch die Visionen einer blinden alten Frau bezüglich eines toten Menschen sind in der Filmlandschaft seit Langem kein Novum mehr und waren es auch bereits 1973 nicht. Trotzdem ist „Don’t Look Now“ ein empfehlenswerter, recht kurzweiliger und in seinen besten Zeiten sehr packender sowie intensiver Gruselthriller. Einige Kritiker mögen behaupten, Roeg sei nicht tief genug in die Psyche seiner Charaktere eingedrungen, was fatal sei für einen Film, der sich nicht auf oberflächliche Schockeffekte konzentriere, sondern dessen Schockwirkung aus dem Seelenleben der Figuren selber komme. Dem kann man Recht geben, denn die Psyche des Ehepaares wird in der Tat nur oberflächlich angekratzt, das Verarbeiten des Todes ihrer Tochter zu keinem Zeitpunkt näher thematisiert.
Nee, stimmt, wenn Julie Christie die Nähe zu ihrer verstorbenen Tochter sucht, indem sie sich mit den zwei Damen anfreundet, was praktisch der Aufhänger des ganzen Films ist, und Donald Sutherland damit nicht nur in einen Glaubenskonflikt sondern auch wieder in eine Bewältigungskrise des Todes seiner Tochter gestürzt wird, dann ist das alles schon ziemlich oberflächlich und wird garnicht näher thematisiert. ich bin ja sonst nicht so aufgekratzt, aber als Kritiker sollte man Filme schon mit offenen Augen sehen und nicht nur auf das hören, was gesagt wird.
[...] „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ist unterm Strich relativ ereignisarm und setzt dafür auf Atmosphäre und Denkanstöße. Heraus kam supersanfter Horror für Fans von „Rosemaries Baby“, mit einem Schuss „Vertigo“. Wirklich gepackt werden hier nur sensible Gemüter, doch so oder so gefällt dieser elegant inszenierte Film durch gewitzte Symbolik und düstere Gedanken zum Thema Schicksal und Parapsychologie, wo die Interpretation nach einem eindrucksvollen Ende ganz dem Publikum überlassen wird. Die Beunruhigung und Rätselhaftigkeit, die „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ausmacht, bleibt weitestgehend milde – und ist in der Filmgeschichte wahrscheinlich gerade deswegen so populär. Beim Einen oder Anderen schleicht sie sich still und leise tief ins Innere.
Creepy. Die Atmosphäre des Films fasziniert bis heute. Julie Christie und Sutherland als trauerndes Ehepaar in Venedig liefern eine beeindruckende Leistung ab.
Ein ganz eigenwilliger Schocker und auch immer noch ist die Anfangs-Szene mit der intensivste Leinwand-Tot, der einem je vor Augen geführt wurde. Besonders weil sich dies so oft in Filmen andeutet, aber dann doch noch ein Rückzieher oder ein Witz daraus gemacht wird, aber „Don´t Look Know“ zieht dies in einer kalten und trüben Konsequenz durch, welche realistischer und authentischer auf den Zuschauer nicht wirken könnte, was daran liegt, dass es sich schon vorher andeutet, was das nasse Großbritannien auch bestens vorführt. Danach geht es in das zauberhafte Venedig, was sich wunderbar für diese befremdliche Stimmung als Ort eignet. Jede Gasse, jeder Kanal, der ganze See, alles hat irgendwie etwas magisches, märchenhaftes. „Don´t Look Know“ ist dabei immer mehr sensibel-bedrückender Horror, der in vielen Szenen dank seiner ruhig-plätschernden umso auf den Magen und in den Kopf geht. Die oft wechselnden Kamera-Perspektiven und der flötende und klingelnde Score, geben den Film eine ganz einzigartige und beklemmende Atmosphäre. Das Ende erschreckt einen noch einmal enorm und lässt einen zum ersten mal einen Blick auf klassischen Horror zu und punktet mit einer bedrückend präsentierten Auflösung.
Allen die darüber lamentieren der Film sei "langatmig", sei gesagt, dass der inzwischen auch knapp 40 Jahre auf dem Buckel hat. Die Schnitte sind seitdem deutlich schneller geworden, im Film wie auch im Fernsehen. Wir sind dieses Geflimmer so gewohnt, dass lange Einstellungen, wie sie früher ganz normal waren, einigen von uns langatmig vorkommen können. Könnte mit der Aufmerksamkeitsspanne zu tun haben.
Da ich inzwischen einige Zeit in Venedig zugebracht habe, ist es schön zu sehen, wie sehr die Stadt sich verändert hat (ob zum Guten oder zum Schlechten sei mal dahingestellt). Allerdings werd ich mich nachts jetzt deutlich unwohler fühlen... Vor allem, wenn ich rote Mäntelchen sehe...
Wie die deutsche Übersetzung des Filmtitels bereits erahnen lässt, hat man hier eher eine gediegene Gondelfahrt denn einer spritzigen Rafting-tour zu erwarten. Oftmals geht Roeg die Puste aus und der Kahn verliert sowohl den Wind in den Segeln als auch den Kurs aus den Augen, aber das Talent, mitreißend zu erzählen wird bedeutungslos ob der dichten, unheimlichen Atmosphäre. Hier kann sich eine wunderschöne Stadt zu jeder Tageszeit in einen klaustrophobischen Albtraum verwandeln und die Zuschauer mit einem fast kafkaesken Gefühl von Hilflosigkeit zurücklassen. Die vielen Flashbacks sind mäßig gelungen, vor allem aber enorm nervig; und diverse Scenen lassen an stringenter, zielorientierter Erzählweise vermissen, aber die hochironische Schlusspointe lässt mich durchaus positiv gestimmt zurück.
Wer sich im Horrorgenre heimisch fühlt, sollte mit diesem Film grundlagen aufarbeiten.
Ein Horrorthrill-Klassiker aus europäischen Filmgefilden. In den nasskalten dunklen Gassen von Venedig spielend, pflügt Nicolas Roeg mit seinem neuartigen Genrefilm durch das trübe Kanalwaser des Nervenkitzels. Die Wellen, die er dabei schlägt, reichen aber nicht aus, mich vollends ins kalte Nass zu ziehen.
Es ist lange her, dass dieser gelobte Spannungsstreifen meine Augen passiert hat, doch er blieb mir lange in verschwommener Erinnerung, vor allem natürlich die leeren mit einem dicken Schleier überzogenen Augen der blinden Heather - die mich äußerlich an Christopher Walkens Verkörperung des Hessen erinnerte - schlugen die Klauen der Erinnerung tief in mein cineastisches Gedächtnis. Jetzt habe ich endlich eine Zweitsichtung in Angriff genommen und muss sagen, das sich der Zauber des Films etwas verzogen hat.
Roegs filmische Inszenierung der du Maurier Narration weißt sehr klare Stärken in ihrer technischen Umsetzung auf. Da wären der auffällig innovative Schnitt und das kluge Spiel mit den Farben sehr hervor zu heben. Auch Anfang und Schluss zeigen deutlich die Stärken von "Wenn die Gondeln Trauer tragen" auf.
Aber diese ganzen handwerklich sauberen Bildeinstellungen lassen leider nicht über die substanziell eher spärlich bewucherte Storydichte hinwegtäuschen. Dort wäre ein Aufforsten von nöten gewesen, um ein wirkliches Meisterwerk des tiefsinnig schaurigen Kinos erwachsen zu lassen. Das Ende entpuppt sich als wahre Offenbarung der Geschichtsqualität und als kleines Ärgernis.
Dennoch ist die atmosphärische Gestaltung fantastisch gelungen und wartet mit engen, schmutzigen Kanälen auf, welche dahin rottende antiquitäre Gemäuer umschließen. Und das Wasser scheint alles in seinen vergänglich wirkenden Bann zu ziehen. Venedig kann ähnlich düster und schaurig wirken wie das alte London und war somit auch perfekt für einen nervenstimulierenden Film geeignet.
Natürlich ist es auch ein großer Verdienst der beiden Hauptdarsteller, dass dieser Film als intensives Kanalspiel wahrgenommen wird.
Die grottige deutsche Synchronisation ist dennoch eine wahre Frechheit.
Donald Sutherland in seiner Paraderolle als perfekt italienisch parlierender Gebäuderestaurateur John Baxter, war eine wahre Glücksverpflichtung. Sein mystisch wirkendes Gesicht passt symbiotisch in das bedrohliche Venedig.
Julie Christie finde ich eine kleine Fehlbesetzung, sie harmoniert zwar prickelnd authentisch mit ihrem filmischen Ehegatten, aber macht bei Solo-Erscheinungen einen eher oligopräsenten Eindruck.
Es lässt sich zusammenfassen, dass dieser Film auf jeden Fall als Pflichtprogramm für Liebhaber des stimmungsvollen Bildgenusses zu empfehlen ist. Die Geschichte ist zwar durchaus interessant in ihren Ansätzen, aber letzten Endes sollte man keine Höhenflüge erwarten.
Auf ganz eigene Art und Weise fesselnd, irgendwie bedrückend und einfach anders. Eigentlich bin ich ja ein relativ cleverer Bursche, je nach Promillewert mal mehr oder mal weniger, und ich meine, eine "logische" Interpretation gefunden zu haben, doch damit kann ich andere Zugänge zu diesem Film nicht ausschließen. "Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist trotz phasenweise aufkommender Monotonie etwas Besonderes und Rätselhaftes.
»Wenn die Gondeln Trauer tragen« (zur Abwechslung mal ein deutscher Filmtitel, der passender klingt, als das Original, »Don't Look Now«) erschafft ein System aus bedrohlichen Zeichen, aus Voraus- und Zurückdeutungen, dem man immer gebannter folgt, ohne jemals zu der Bedeutung zu gelangen, die sich hinter all den Symbolen verbirgt.
Vielmehr verweist die unheilvolle Bildersprache, all die teils seltsam handelnden, und immer letztendlich unergründlichen Charaktere auf sich selbst und bilden einen Bannkreis, eine fiebertraumartige, teils ins Kafkaeske abdriftende Zwischenwelt, in die der Hauptcharakter immer weiter hineingesogen wird, so wie seine Tochter gleich zu Beginn des Films in jener seltsamen Szene im Tümpel versinkt.
Sicherlich ist die Grundgeschichte des Films nichts wirklich Neues und die verwendeten, gerade die okkulten Motive finden sich in vielen anderen Psycho-Thrillern aus jedem Jahrzehnt wieder. Betrachtet man den Film jedoch als das, was er darstellt, nämlich als ein eigenes, verstörendes Universum, stellen diese Vorlagen nur eine Plattform für einen gänzlich eigenen, visuell und vorallem schnitttechnisch ungewöhnlichen und enorm wirkungsvollen Stil dar, der zusammen mit den großartigen Schauspielern für eine Atmosphäre sorgt, die dem Zuschauer noch einige Zeit in Form des drohenden, boshaften Lachens der beiden alten Vetteln nachhängt.
In meinen Augen will der Film einen gewissen Anspruch haben, den ich einfach nicht so richtig entdecken kann. Wobei der Film an sich durchaus interessant anmutet, streckenweise - aber das Ende hat's ruiniert - empfand ich in dem Moment als richtiggehend lächerlich. Manchmal bin ich eben ein Kostverächter - so is das eben mit dem Pöbel…
Der heutige Lektor, der nochmal den Film schaute, korrigierte und schrob:
Dieser Film hat mich bis heute begleitet, geprägt und mit seiner duchweg surrealen und beklemmend-fremdartigen Stimmung traumatisiert. Das labyrinthige Venedig (gebrauche dort niemals einen Stadtplan) führt die Menschen in die Irre, den Wahnsinn oder in den Tod. Eine so dichte Atmosphäre, die besonders durch detaillierte, lange, intime Aufnahmen oder durch groteske Zwischensequenzen irritiert, ist quasi unique. Ähnlich starke Bildaussagen sind mir bis heute nicht mehr begegnet. An diesem Film werde ich nie das Interesse verlieren.
Daphne du Maurier sollte jedem Filmfan ein Begriff sein, schuf die britische Autorin doch die Vorlagen zu zahlreichen Filmklassikern, vornehmlich Hitchcockwerke, von "Rebecca" bis "The Birds". Für die Verfilmung ihrer Erzählung "Don't Look Now" (DT: "Dreh dich nicht um") wurde allerdings der aufstrebende Regisseur und ehemalige Kameramann Nicolas Roeg verpfilchtet, der aus der symbolreichen Geschichte einen okkultistischen Fieberalptraum schuf, der mit Hitchcocks Kino nichts mehr zu tun hatte, ja, sogar dessen Antithese darstellt.
Während Roeg seine ersten beiden Filme noch selbst fotografierte, stand mit Anthony Richmond nun das erste mal ein anderer hinter der Kamera. Es ist unklar inwieweit sich die beiden Filmemacher ähnelten oder Roeg seinen Kameramann beeinflusste, klar ist, dass die personelle Änderung keinen Bruch in der visueller Gestaltung erzeugte. Auffällig ist aber, dass in "Performance" und "Walkabout" die Kamera weitaus exotischere Winkel sucht als in "Don't Look Now", was dieser größeren Prestige-Produktion damals wohl eher zu Gesicht stand. Die auffällige Farbdramaturgie ist ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal von Richmonds erstem Roeg-Film. Er taucht Venedig in schwelendes grau und beige. Selten, aber umso gezielter, kommt die Farbe Rot zum Einsatz, die gleichzeitg das visuelle Leitthema des Film darstellt, roter Regenmantel, rotes Blut. Die Schuld ist rot, ebenso ist es die Farbe der Warnung. Dieser steile Kontrast unterstreicht wunderbar die zahlreichen Brüche und Gegensätze innerhalb des Films.
Visuell ist "Don't Look Now" sowieso ein Film des genauen Hinsehens, des zweiten Blicks. Obwohl Roeg in zahlreichen Interviews insistiert, dass er weder probt, noch seine Filme großartig plant, erstaunt es umso mehr, dass die zahlreichen Details scheinbar wie gezielt inszeniert wirken. Wirklich verstehen und begreifen kann man diese filmische Collage nur, wenn man sich das Puzzle noch einmal von weitem ansieht, wenn man den Film einfach ein zweites Mal schaut.
Gerade in der viel-kritisierten, angeblich langweiligen, Mitte des Films, lässt sich Roeg Zeit eine subtile Stimmung der Verschwörung und Überwachung zu kreieren, von der sich Donald Sutherlands Figur aufsaugen lässt. Immer wieder lenkt die Kamera mit schnellen Zooms und heftigen Schwenks auf mehrdeutige Objekte oder unbehagliche Blicke vertrauensunwürdiger Nebenfiguren, vom Polizeikommissar bis zu den netten alten Damen. Am Ende kann der Zuschauer niemanden mehr trauen und auch er flüchtet sich in die unheilsamen Visionen der Hauptfigur.
"Sehen heißt Glauben!" spricht John Baxter zu sich, doch was ist, wenn man mehr sieht, als man glauben könnte? "Don't Look Now" zeigt uns wie kein zweiter Film, wie abhängig wir von unseren Vorstellungen und Vorurteilen sind. Keiner von uns geht mit offenen Augen durch die Welt. Wir glauben nur das, was wir glauben wollen. Roegs Film, getarnt als psycholgischer Horror-Thriller, ist somit viel eher eine philosophische Aufarbeitung der Erkenntnistheorie und ebenso eine Abrechnung mit dem kritischen Rationalismus. Die Moderne, mit all ihrer Wissenschaft, die Aufklärung, mit seiner angeblichen Unmündigkeit, sie alle werden hier zur Schlachtbank geführt und zerschmettert mit dem vollen Einsatz von Kamera, Schnitt und Musik.
Der italienische Komponist Pino Donaggio lieferte hier seine erste Filmmusik ab, die nicht besser sein könnte. Schnelle Streicher, atonale Flötentöne, ein dumpfes Klavier, elektronische Töne, düstere Percussions, erst der vielschichtiger Score treibt "Don't Look Now" in die Höhen eines ernsthaften Horrorfilms. Später arbeitete Donaggio mit Argento und De Palma, was seine Eignung für dieses Genre noch einmal bestätigte.
Julie Christie und Donald Sutherland spielen das Baxter-Ehepaar. Christie wurde bereits von Roeg bei früheren Filmen fotografiert. Sutherland arbeitete das erste mal mit ihm. Rausgekommen ist eine der authentischsten Schauspielereignisse der 70er Jahre. Christie, bildschön und mit reiferem Gesicht, verkörpert die Laura als fragile Heldin, während Sutherland in seiner verkopften Rolle weitaus brüchiger erscheint. Die virtuose Leistung der Schauspieler, besonders bei der berüchtigten Liebesszene, führte damals zu einem kleinen Skandal, da die Leute dachten die beiden Schauspieler hätten wirklich miteinander geschlafen. Lars von Trier gelang selbiges in seinem Quasi-Remake "Antichrist" nicht, obwohl er sogar Nahaufnahmen vom Geschlechtsverkehr hineinschnitt. Roeg brauchte das nicht. Die Leistung der beiden Darsteller begeisterte auch Daphne du Maurier, die nach der Premiere auf Roeg zuging und ihm beschrieb wie sehr sie sich an wirkliche Ehepaare erinnert fühlte.
Allerdings, erst Roegs Einsatz des auktorialen Schnitts erhob den Film endgültig in den Olymp des Kinos. Angefangen bei der unvorhersehbar geschnittenen Todesszene der Tochter bis zur berühmten Sexszene, die das Liebesspiel mit dem anschließenden Anziehen ineinander montiert, was gleichzeitg Sinnbild der Dualität von Gefühl und Vernunft darstellt. Roegs undurchsichtiger und hoch-atmosphärischer Film kann sich nicht auf eine konventionelle Plot-Montage verlassen. Der Film muss hier zu seinem eigenem Rhythmus finden, muss die Möglichkeit besitzen vor- und zurückzuspringen, zu fragmentieren, seine Gedanken zu ordnen. Er muss sein eigenes Bewusstsein entwickeln. "Don't Look Now" ist somit der einzige Film, wo man glaubt, man würde dem Projektor beim Denken zuschauen.
Mittelmäßig. Die Atmosphäre, die den ganzen Film über gehalten wird, ist gelungen, außerdem gibt es einige gute Stellen, insbesondere das Ende. Andererseits fand ich den Film nie sonderlich gruselig, höchstens an einigen Stellen etwas mysteriös, das wars dann aber auch schon. Dazu kommt dann noch eine Menge Leerlauf in der Mitte des Films, dass ich mich da schon fast zu Tode gelangweilt habe.
Da gefallen mir doch ähnliche Filme wie Das Omen oder Rosemarys Baby deutlich besser.
Film nur ansehen, wenn man wirklich Zeit hat. Weil der Regisseur sich Zeit lässt, die Handlung zu entwickeln. Sequenzen, die sich wiederholen (Personen, die wechselweise gut und böse erscheinen) verführen dazu, wichtige Details zu verpassen. Dass zum Beispiel Donald Sutherland seinen eigenen Tod voraussieht, aber nicht erkennt, dass er die vorausschauende Gabe hat. Große Intensität besitzt die Vorgeschichte.
Die allgemeine Begeisterung verstehe, wer kann. "Wenn die Gondeln Trauer tragen" bietet zwar einige wirklich gelungene Szenen - der Unfall in der Kirche ist beispielsweise superb gefilmt und auch die Einleitung inklusive dem vielleicht gruseligsten Dia der Filmgeschichte ist gelungen - doch den Rest versinkt immer wieder in unbefriedigend pointierter Langatmigkeit. Die Bezüge der einzelnen Motive aufeinander sind sicherlich schön abgestimmt und lassen so einige interessante Parallelen enstehen, dienen im Endeffekt jedoch mehr dem Selbstzweck, anstatt die ereignisarme Geschichte vorwärtszutreiben. Die vielgelobte Sexszene ist höchstens interessant geschnitten und zudem von zwar guter, aber irgendwie nicht so recht passender Musik unterlegt (was für so einige Szenen gilt). Am Ende präsentiert der Film dem Zuschauer einen halbherzigen "Aha!"-Effekt, der leider schon lange angedeutet wurde und das eineinhalbstündige Warten auf einen plausiblen Grund für das ganze Geschehen ohnehin nicht befriedigen kann. Für manch einen ist dieses finstere Venedig eine unheilvolle, fatalistische Reise in die Hölle - für mich ist es der Versuch eines Irrgartens, der an jeder Ecke mystische Hinweise auf einen Ausgang zeigt und dabei völlig übersieht, dass man über seine Wände ohne Hilfsmittel klettern kann.
@Tyler: Das beruhigt mich irgendwie, man findet echt quasi keine negativen Stimmen zu dem Film...
--------
@Kubrick_obscura: Ach, ich musste einfach mal wieder einen richtig beliebten Film richtig böse bewerten, wie damals bei "In The Mood For Love". :D Keine Ahnung, einfach keinen Zugang gefunden und besonders tiefgründig erscheint mir das Werk bei bestem Willen nicht...
Jetzt mal nicht den Underdog raushängen lassen. Erstmal hat der gute Stalker dem Film nur eine 3 gegeben (wo sich mir auch schon die Fingernägel hochbiegen), zweitens gefällt dein Verriss schonmal 5 Leuten, die von dem Film nicht so begeistert sein können und drittens habe ich oft von Leuten (denen ich den Film gezeigt habe) die selbe Meinung gehört. Ihr seid nicht allein, Keine Sorge. Allerdings ist es auf der Fan-Seite weitaus kuscheliger und wärmer, ständig scheint die Sonne und es gibt gratis Bio-Eis. Das ist das Gefühl des Im-Recht-Seins. :)
Wowowow, 6 Leute, von denen mindestens einer den Film noch gar nicht geschaut hat, das ist ja fast schon eine Armee :D Ich bezog mich mehr auf die Kritiken im Internet, da findet man echt kaum etwas unter der vollen Punktzahl (sogar zu "Possession" findet man negative Reviews, da haben sich bei mir die Fingernägel hochgebogen...). Und ob es bei euch wirklich schöner ist, wage ich anzuzweifeln, als "Martyrs"-Hasser fühlt man sich beispielsweise auch im Recht und das fühlt sich auch gut an. ;)
Doch! Das hast du bestimmt! Ist aber noch so nen undefiniertes Etwas in deinem Unterbewusstsein! Das macht ja gerade den Reiz der verstörenden Bilder aus...;)
Beim Ende von Don't Look Now ist mir ein unglaublich kalter Schauer den Rücken heruntergelaufen.
Die tragische Geschichte, das mitreißende Spiel der trauernden und liebenden Sutherland und Christie, der traurigschöne Score, die durchdachte, detailreiche Symbolik, das raue, verlorenruhige Venedig, der Spannungsaufbau, der wie eine Verschwörung, verwirrend für den Zuschauer, auf das vermeintlich Unvermeintliche zu steuert. All das macht diesen Film für mich unglaublich ergreifend und intensiv. Don't Look Now verbildlicht wie unsere Wahrnehmung unser Leben definiert und wie diese getrübt wird. Durch falschen Verdacht und durch die Schwierigkeit Zeichen zu erkennen und zu deuten. Und durch das Verschließen der Augen vor unheilvollen Vorausahnungen. Eine richtig universell verstörende Wirkung erzielt Don't Look Now nicht (universell ist das Schlüsselwort) - der Schock ist da, er bleibt jedoch an den Figuren haften, als eine Familientragödie über Verlust und Trauer. Die Mysterien von Don't Look Now sind letztendlich aus der Wahrnehmung der Figuren heraus geboren, es gibt hier zwar etwas wie Schicksal und Schicksalsvorhersehung, aber es fehlt hier noch etwas bleibend Unerklärliches für mich, eine surreale Komponente, die sich aus dem Film heraus in meine Realität überträgt. Denn wenn Don't Look Now endet, endet auch sein Mysterium. Damit meine ich nicht, dass er nicht zu Mehrfachsichtungen hinreißt, im Gegenteil! Don't Look Now ist ein großartiges Werk. Aber das Verstörende bleibt an der Familie Baxter haften und am unheilvollen Venedig. Es überträgt sich nicht richtig auf mich, es lässt mich nicht mit dem Gefühl zurück, dass es in unserer Welt etwas gibt, wogegen ich mich nicht wehren kann. Es gibt Filme, die ich für mit Don't Look Now vergleichbar halte, wie Possession, oder Mulholland Dr., die das tun. Das ist auch nur der Grund, weshalb ich Don't Look Now keine 9 Punkte gebe. Roeg's Werk ist ein - in stilistischer und emotionaler Hinsicht - starkes Psycho-Horror-Drama, bei dem das Drama den Schwerpunkt bildet.
Wenn die Gondeln Trauer tragen - Kritik
IT/GB 1973 Laufzeit 110 Minuten, FSK 16, Thriller, Kinostart 29.08.1974
Kritiken (3) — Film: Wenn die Gondeln Trauer tragen
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschenDiese Weitschweifigkeit im Mittelteil, der es zu schulden ist, dass die Geschichte zeitweise leicht durchhängt, ist das Resultat dieser Inkonsequenz Roegs bezüglich anfänglich viel versprechender Schnitttechnik und Kameraführung. Dies hätte durch einen interessanteren Plot sicherlich besser kaschiert werden können, doch die Visionen einer blinden alten Frau bezüglich eines toten Menschen sind in der Filmlandschaft seit Langem kein Novum mehr und waren es auch bereits 1973 nicht. Trotzdem ist „Don’t Look Now“ ein empfehlenswerter, recht kurzweiliger und in seinen besten Zeiten sehr packender sowie intensiver Gruselthriller. Einige Kritiker mögen behaupten, Roeg sei nicht tief genug in die Psyche seiner Charaktere eingedrungen, was fatal sei für einen Film, der sich nicht auf oberflächliche Schockeffekte konzentriere, sondern dessen Schockwirkung aus dem Seelenleben der Figuren selber komme. Dem kann man Recht geben, denn die Psyche des Ehepaares wird in der Tat nur oberflächlich angekratzt, das Verarbeiten des Todes ihrer Tochter zu keinem Zeitpunkt näher thematisiert.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Kubrick_obscura 2011/03/24 00:23:02
Antwort löschenNee, stimmt, wenn Julie Christie die Nähe zu ihrer verstorbenen Tochter sucht, indem sie sich mit den zwei Damen anfreundet, was praktisch der Aufhänger des ganzen Films ist, und Donald Sutherland damit nicht nur in einen Glaubenskonflikt sondern auch wieder in eine Bewältigungskrise des Todes seiner Tochter gestürzt wird, dann ist das alles schon ziemlich oberflächlich und wird garnicht näher thematisiert. ich bin ja sonst nicht so aufgekratzt, aber als Kritiker sollte man Filme schon mit offenen Augen sehen und nicht nur auf das hören, was gesagt wird.
Flibbo: wieistderfilm.de
Kommentar löschen[...] „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ist unterm Strich relativ ereignisarm und setzt dafür auf Atmosphäre und Denkanstöße. Heraus kam supersanfter Horror für Fans von „Rosemaries Baby“, mit einem Schuss „Vertigo“. Wirklich gepackt werden hier nur sensible Gemüter, doch so oder so gefällt dieser elegant inszenierte Film durch gewitzte Symbolik und düstere Gedanken zum Thema Schicksal und Parapsychologie, wo die Interpretation nach einem eindrucksvollen Ende ganz dem Publikum überlassen wird. Die Beunruhigung und Rätselhaftigkeit, die „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ ausmacht, bleibt weitestgehend milde – und ist in der Filmgeschichte wahrscheinlich gerade deswegen so populär. Beim Einen oder Anderen schleicht sie sich still und leise tief ins Innere.
Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Andy78 2010/11/18 19:39:12
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Batzman: moviepilot / Fünf Filmfreunde
Kommentar löschenCreepy. Die Atmosphäre des Films fasziniert bis heute. Julie Christie und Sutherland als trauerndes Ehepaar in Venedig liefern eine beeindruckende Leistung ab.
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patcharisma 2010/08/08 02:10:42
Antwort löschenFür einen Kritiker einen zu minimalisten und - ja - auch etwas blamablen Kommentar.
Habs nicht so gemeint! xD
Kommentare (37) — Film: Wenn die Gondeln Trauer tragen
Kommentar schreibenfkfilmkritik 2012/02/09 19:14:36
Kommentar löschenEin ganz eigenwilliger Schocker und auch immer noch ist die Anfangs-Szene mit der intensivste Leinwand-Tot, der einem je vor Augen geführt wurde. Besonders weil sich dies so oft in Filmen andeutet, aber dann doch noch ein Rückzieher oder ein Witz daraus gemacht wird, aber „Don´t Look Know“ zieht dies in einer kalten und trüben Konsequenz durch, welche realistischer und authentischer auf den Zuschauer nicht wirken könnte, was daran liegt, dass es sich schon vorher andeutet, was das nasse Großbritannien auch bestens vorführt. Danach geht es in das zauberhafte Venedig, was sich wunderbar für diese befremdliche Stimmung als Ort eignet. Jede Gasse, jeder Kanal, der ganze See, alles hat irgendwie etwas magisches, märchenhaftes. „Don´t Look Know“ ist dabei immer mehr sensibel-bedrückender Horror, der in vielen Szenen dank seiner ruhig-plätschernden umso auf den Magen und in den Kopf geht. Die oft wechselnden Kamera-Perspektiven und der flötende und klingelnde Score, geben den Film eine ganz einzigartige und beklemmende Atmosphäre. Das Ende erschreckt einen noch einmal enorm und lässt einen zum ersten mal einen Blick auf klassischen Horror zu und punktet mit einer bedrückend präsentierten Auflösung.
20 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
PNKE 2012/01/08 00:50:39
Kommentar löschenAllen die darüber lamentieren der Film sei "langatmig", sei gesagt, dass der inzwischen auch knapp 40 Jahre auf dem Buckel hat. Die Schnitte sind seitdem deutlich schneller geworden, im Film wie auch im Fernsehen. Wir sind dieses Geflimmer so gewohnt, dass lange Einstellungen, wie sie früher ganz normal waren, einigen von uns langatmig vorkommen können. Könnte mit der Aufmerksamkeitsspanne zu tun haben.
Da ich inzwischen einige Zeit in Venedig zugebracht habe, ist es schön zu sehen, wie sehr die Stadt sich verändert hat (ob zum Guten oder zum Schlechten sei mal dahingestellt). Allerdings werd ich mich nachts jetzt deutlich unwohler fühlen... Vor allem, wenn ich rote Mäntelchen sehe...
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TheJoker 2012/01/03 19:28:37
Kommentar löschenEin Klassiker, zu dem ich leider keinen Zugang finden konnte. Die Kamera ist herausragend!
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Puebleau 2011/12/30 19:47:11
Kommentar löschenWie die deutsche Übersetzung des Filmtitels bereits erahnen lässt, hat man hier eher eine gediegene Gondelfahrt denn einer spritzigen Rafting-tour zu erwarten. Oftmals geht Roeg die Puste aus und der Kahn verliert sowohl den Wind in den Segeln als auch den Kurs aus den Augen, aber das Talent, mitreißend zu erzählen wird bedeutungslos ob der dichten, unheimlichen Atmosphäre. Hier kann sich eine wunderschöne Stadt zu jeder Tageszeit in einen klaustrophobischen Albtraum verwandeln und die Zuschauer mit einem fast kafkaesken Gefühl von Hilflosigkeit zurücklassen. Die vielen Flashbacks sind mäßig gelungen, vor allem aber enorm nervig; und diverse Scenen lassen an stringenter, zielorientierter Erzählweise vermissen, aber die hochironische Schlusspointe lässt mich durchaus positiv gestimmt zurück.
Wer sich im Horrorgenre heimisch fühlt, sollte mit diesem Film grundlagen aufarbeiten.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
JimiHendrix 2011/11/08 12:51:15
Kommentar löschenEin Horrorthrill-Klassiker aus europäischen Filmgefilden. In den nasskalten dunklen Gassen von Venedig spielend, pflügt Nicolas Roeg mit seinem neuartigen Genrefilm durch das trübe Kanalwaser des Nervenkitzels. Die Wellen, die er dabei schlägt, reichen aber nicht aus, mich vollends ins kalte Nass zu ziehen.
Es ist lange her, dass dieser gelobte Spannungsstreifen meine Augen passiert hat, doch er blieb mir lange in verschwommener Erinnerung, vor allem natürlich die leeren mit einem dicken Schleier überzogenen Augen der blinden Heather - die mich äußerlich an Christopher Walkens Verkörperung des Hessen erinnerte - schlugen die Klauen der Erinnerung tief in mein cineastisches Gedächtnis. Jetzt habe ich endlich eine Zweitsichtung in Angriff genommen und muss sagen, das sich der Zauber des Films etwas verzogen hat.
Roegs filmische Inszenierung der du Maurier Narration weißt sehr klare Stärken in ihrer technischen Umsetzung auf. Da wären der auffällig innovative Schnitt und das kluge Spiel mit den Farben sehr hervor zu heben. Auch Anfang und Schluss zeigen deutlich die Stärken von "Wenn die Gondeln Trauer tragen" auf.
Aber diese ganzen handwerklich sauberen Bildeinstellungen lassen leider nicht über die substanziell eher spärlich bewucherte Storydichte hinwegtäuschen. Dort wäre ein Aufforsten von nöten gewesen, um ein wirkliches Meisterwerk des tiefsinnig schaurigen Kinos erwachsen zu lassen. Das Ende entpuppt sich als wahre Offenbarung der Geschichtsqualität und als kleines Ärgernis.
Dennoch ist die atmosphärische Gestaltung fantastisch gelungen und wartet mit engen, schmutzigen Kanälen auf, welche dahin rottende antiquitäre Gemäuer umschließen. Und das Wasser scheint alles in seinen vergänglich wirkenden Bann zu ziehen. Venedig kann ähnlich düster und schaurig wirken wie das alte London und war somit auch perfekt für einen nervenstimulierenden Film geeignet.
Natürlich ist es auch ein großer Verdienst der beiden Hauptdarsteller, dass dieser Film als intensives Kanalspiel wahrgenommen wird.
Die grottige deutsche Synchronisation ist dennoch eine wahre Frechheit.
Donald Sutherland in seiner Paraderolle als perfekt italienisch parlierender Gebäuderestaurateur John Baxter, war eine wahre Glücksverpflichtung. Sein mystisch wirkendes Gesicht passt symbiotisch in das bedrohliche Venedig.
Julie Christie finde ich eine kleine Fehlbesetzung, sie harmoniert zwar prickelnd authentisch mit ihrem filmischen Ehegatten, aber macht bei Solo-Erscheinungen einen eher oligopräsenten Eindruck.
Es lässt sich zusammenfassen, dass dieser Film auf jeden Fall als Pflichtprogramm für Liebhaber des stimmungsvollen Bildgenusses zu empfehlen ist. Die Geschichte ist zwar durchaus interessant in ihren Ansätzen, aber letzten Endes sollte man keine Höhenflüge erwarten.
14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Andi Shiva 2011/10/26 02:17:54
Kommentar löschenFazit: Er kann locker mit den schlechtesten Neuzeit TV-Krimis mithalten. Mehr aber auch nicht. Nächster bitte :)
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guggenheim 2011/10/25 22:30:52
Kommentar löschenAuf ganz eigene Art und Weise fesselnd, irgendwie bedrückend und einfach anders. Eigentlich bin ich ja ein relativ cleverer Bursche, je nach Promillewert mal mehr oder mal weniger, und ich meine, eine "logische" Interpretation gefunden zu haben, doch damit kann ich andere Zugänge zu diesem Film nicht ausschließen. "Wenn die Gondeln Trauer tragen" ist trotz phasenweise aufkommender Monotonie etwas Besonderes und Rätselhaftes.
16 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
patcharisma 2011/10/25 22:48:09
Antwort löschenJAAAA! ;-)
Alle 3 Antworten zeigen
ElMagico 2011/10/25 23:07:05
Antwort löschenIch hatte doch am Ende tatsächlich richtig Furch als ich ihn das erste mal sah! :)
Kubrick_obscura 2011/10/27 21:41:07
Antwort löschenDit jefällt mir!
Andre Jonas 2011/10/18 13:20:59
Kommentar löschen»Wenn die Gondeln Trauer tragen« (zur Abwechslung mal ein deutscher Filmtitel, der passender klingt, als das Original, »Don't Look Now«) erschafft ein System aus bedrohlichen Zeichen, aus Voraus- und Zurückdeutungen, dem man immer gebannter folgt, ohne jemals zu der Bedeutung zu gelangen, die sich hinter all den Symbolen verbirgt.
Vielmehr verweist die unheilvolle Bildersprache, all die teils seltsam handelnden, und immer letztendlich unergründlichen Charaktere auf sich selbst und bilden einen Bannkreis, eine fiebertraumartige, teils ins Kafkaeske abdriftende Zwischenwelt, in die der Hauptcharakter immer weiter hineingesogen wird, so wie seine Tochter gleich zu Beginn des Films in jener seltsamen Szene im Tümpel versinkt.
Sicherlich ist die Grundgeschichte des Films nichts wirklich Neues und die verwendeten, gerade die okkulten Motive finden sich in vielen anderen Psycho-Thrillern aus jedem Jahrzehnt wieder. Betrachtet man den Film jedoch als das, was er darstellt, nämlich als ein eigenes, verstörendes Universum, stellen diese Vorlagen nur eine Plattform für einen gänzlich eigenen, visuell und vorallem schnitttechnisch ungewöhnlichen und enorm wirkungsvollen Stil dar, der zusammen mit den großartigen Schauspielern für eine Atmosphäre sorgt, die dem Zuschauer noch einige Zeit in Form des drohenden, boshaften Lachens der beiden alten Vetteln nachhängt.
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russel 2011/09/23 15:13:53
Kommentar löschenüber 100 mal geschaut und jedesmal hat er mich gefesselt. eine atmosphäre, die seinesgleichen sucht. dafür eine 10.
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ewigkeit 2011/09/22 12:32:40
Kommentar löschenIn meinen Augen will der Film einen gewissen Anspruch haben, den ich einfach nicht so richtig entdecken kann. Wobei der Film an sich durchaus interessant anmutet, streckenweise - aber das Ende hat's ruiniert - empfand ich in dem Moment als richtiggehend lächerlich. Manchmal bin ich eben ein Kostverächter - so is das eben mit dem Pöbel…
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sikkmeidack 2011/07/09 23:21:15
Kommentar löschenDer heutige Lektor, der nochmal den Film schaute, korrigierte und schrob:
Dieser Film hat mich bis heute begleitet, geprägt und mit seiner duchweg surrealen und beklemmend-fremdartigen Stimmung traumatisiert. Das labyrinthige Venedig (gebrauche dort niemals einen Stadtplan) führt die Menschen in die Irre, den Wahnsinn oder in den Tod. Eine so dichte Atmosphäre, die besonders durch detaillierte, lange, intime Aufnahmen oder durch groteske Zwischensequenzen irritiert, ist quasi unique. Ähnlich starke Bildaussagen sind mir bis heute nicht mehr begegnet. An diesem Film werde ich nie das Interesse verlieren.
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Kubrick_obscura 2011/04/21 01:02:49
Kommentar löschenDaphne du Maurier sollte jedem Filmfan ein Begriff sein, schuf die britische Autorin doch die Vorlagen zu zahlreichen Filmklassikern, vornehmlich Hitchcockwerke, von "Rebecca" bis "The Birds". Für die Verfilmung ihrer Erzählung "Don't Look Now" (DT: "Dreh dich nicht um") wurde allerdings der aufstrebende Regisseur und ehemalige Kameramann Nicolas Roeg verpfilchtet, der aus der symbolreichen Geschichte einen okkultistischen Fieberalptraum schuf, der mit Hitchcocks Kino nichts mehr zu tun hatte, ja, sogar dessen Antithese darstellt.
Während Roeg seine ersten beiden Filme noch selbst fotografierte, stand mit Anthony Richmond nun das erste mal ein anderer hinter der Kamera. Es ist unklar inwieweit sich die beiden Filmemacher ähnelten oder Roeg seinen Kameramann beeinflusste, klar ist, dass die personelle Änderung keinen Bruch in der visueller Gestaltung erzeugte. Auffällig ist aber, dass in "Performance" und "Walkabout" die Kamera weitaus exotischere Winkel sucht als in "Don't Look Now", was dieser größeren Prestige-Produktion damals wohl eher zu Gesicht stand. Die auffällige Farbdramaturgie ist ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal von Richmonds erstem Roeg-Film. Er taucht Venedig in schwelendes grau und beige. Selten, aber umso gezielter, kommt die Farbe Rot zum Einsatz, die gleichzeitg das visuelle Leitthema des Film darstellt, roter Regenmantel, rotes Blut. Die Schuld ist rot, ebenso ist es die Farbe der Warnung. Dieser steile Kontrast unterstreicht wunderbar die zahlreichen Brüche und Gegensätze innerhalb des Films.
Visuell ist "Don't Look Now" sowieso ein Film des genauen Hinsehens, des zweiten Blicks. Obwohl Roeg in zahlreichen Interviews insistiert, dass er weder probt, noch seine Filme großartig plant, erstaunt es umso mehr, dass die zahlreichen Details scheinbar wie gezielt inszeniert wirken. Wirklich verstehen und begreifen kann man diese filmische Collage nur, wenn man sich das Puzzle noch einmal von weitem ansieht, wenn man den Film einfach ein zweites Mal schaut.
Gerade in der viel-kritisierten, angeblich langweiligen, Mitte des Films, lässt sich Roeg Zeit eine subtile Stimmung der Verschwörung und Überwachung zu kreieren, von der sich Donald Sutherlands Figur aufsaugen lässt. Immer wieder lenkt die Kamera mit schnellen Zooms und heftigen Schwenks auf mehrdeutige Objekte oder unbehagliche Blicke vertrauensunwürdiger Nebenfiguren, vom Polizeikommissar bis zu den netten alten Damen. Am Ende kann der Zuschauer niemanden mehr trauen und auch er flüchtet sich in die unheilsamen Visionen der Hauptfigur.
"Sehen heißt Glauben!" spricht John Baxter zu sich, doch was ist, wenn man mehr sieht, als man glauben könnte? "Don't Look Now" zeigt uns wie kein zweiter Film, wie abhängig wir von unseren Vorstellungen und Vorurteilen sind. Keiner von uns geht mit offenen Augen durch die Welt. Wir glauben nur das, was wir glauben wollen. Roegs Film, getarnt als psycholgischer Horror-Thriller, ist somit viel eher eine philosophische Aufarbeitung der Erkenntnistheorie und ebenso eine Abrechnung mit dem kritischen Rationalismus. Die Moderne, mit all ihrer Wissenschaft, die Aufklärung, mit seiner angeblichen Unmündigkeit, sie alle werden hier zur Schlachtbank geführt und zerschmettert mit dem vollen Einsatz von Kamera, Schnitt und Musik.
Der italienische Komponist Pino Donaggio lieferte hier seine erste Filmmusik ab, die nicht besser sein könnte. Schnelle Streicher, atonale Flötentöne, ein dumpfes Klavier, elektronische Töne, düstere Percussions, erst der vielschichtiger Score treibt "Don't Look Now" in die Höhen eines ernsthaften Horrorfilms. Später arbeitete Donaggio mit Argento und De Palma, was seine Eignung für dieses Genre noch einmal bestätigte.
Julie Christie und Donald Sutherland spielen das Baxter-Ehepaar. Christie wurde bereits von Roeg bei früheren Filmen fotografiert. Sutherland arbeitete das erste mal mit ihm. Rausgekommen ist eine der authentischsten Schauspielereignisse der 70er Jahre. Christie, bildschön und mit reiferem Gesicht, verkörpert die Laura als fragile Heldin, während Sutherland in seiner verkopften Rolle weitaus brüchiger erscheint. Die virtuose Leistung der Schauspieler, besonders bei der berüchtigten Liebesszene, führte damals zu einem kleinen Skandal, da die Leute dachten die beiden Schauspieler hätten wirklich miteinander geschlafen. Lars von Trier gelang selbiges in seinem Quasi-Remake "Antichrist" nicht, obwohl er sogar Nahaufnahmen vom Geschlechtsverkehr hineinschnitt. Roeg brauchte das nicht. Die Leistung der beiden Darsteller begeisterte auch Daphne du Maurier, die nach der Premiere auf Roeg zuging und ihm beschrieb wie sehr sie sich an wirkliche Ehepaare erinnert fühlte.
Allerdings, erst Roegs Einsatz des auktorialen Schnitts erhob den Film endgültig in den Olymp des Kinos. Angefangen bei der unvorhersehbar geschnittenen Todesszene der Tochter bis zur berühmten Sexszene, die das Liebesspiel mit dem anschließenden Anziehen ineinander montiert, was gleichzeitg Sinnbild der Dualität von Gefühl und Vernunft darstellt. Roegs undurchsichtiger und hoch-atmosphärischer Film kann sich nicht auf eine konventionelle Plot-Montage verlassen. Der Film muss hier zu seinem eigenem Rhythmus finden, muss die Möglichkeit besitzen vor- und zurückzuspringen, zu fragmentieren, seine Gedanken zu ordnen. Er muss sein eigenes Bewusstsein entwickeln. "Don't Look Now" ist somit der einzige Film, wo man glaubt, man würde dem Projektor beim Denken zuschauen.
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Puni 2010/12/30 12:13:02
Kommentar löschenMittelmäßig. Die Atmosphäre, die den ganzen Film über gehalten wird, ist gelungen, außerdem gibt es einige gute Stellen, insbesondere das Ende. Andererseits fand ich den Film nie sonderlich gruselig, höchstens an einigen Stellen etwas mysteriös, das wars dann aber auch schon. Dazu kommt dann noch eine Menge Leerlauf in der Mitte des Films, dass ich mich da schon fast zu Tode gelangweilt habe.
Da gefallen mir doch ähnliche Filme wie Das Omen oder Rosemarys Baby deutlich besser.
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Agentin Erdbeere 2010/12/04 12:59:11
Kommentar löschenFilm nur ansehen, wenn man wirklich Zeit hat. Weil der Regisseur sich Zeit lässt, die Handlung zu entwickeln. Sequenzen, die sich wiederholen (Personen, die wechselweise gut und böse erscheinen) verführen dazu, wichtige Details zu verpassen. Dass zum Beispiel Donald Sutherland seinen eigenen Tod voraussieht, aber nicht erkennt, dass er die vorausschauende Gabe hat. Große Intensität besitzt die Vorgeschichte.
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Kubrick_obscura 2010/12/04 14:01:51
Antwort löschenähmmm SPOILER-ALARM!!!
duffy 2010/12/04 14:15:27
Antwort löschenAber sowas von.
Bradbury 2011/04/20 19:55:23
Antwort löschenVerdammt!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
ReubenCogburn 2011/10/30 13:44:45
Antwort löschenDanke Agentin Erdbeere, jetzt brauch ich ihn mir nicht mehr ansehen :-(
JimiHendrix 2011/11/02 17:00:12
Antwort löschenxD immer wieder lustig...
ReubenCogburn 2011/11/03 15:07:53
Antwort löschen... nicht, dass ich es wirklich vorgehabt hätte *hüstel*
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TheJoker 2012/01/06 12:50:44
Antwort löschenund solche Leute kommen dann ungestarft davon ;-)
Shalashaska 2012/01/21 21:41:11
Antwort löschenNarf +_+
BigDi 2010/10/10 15:05:12
Kommentar löschenDie allgemeine Begeisterung verstehe, wer kann. "Wenn die Gondeln Trauer tragen" bietet zwar einige wirklich gelungene Szenen - der Unfall in der Kirche ist beispielsweise superb gefilmt und auch die Einleitung inklusive dem vielleicht gruseligsten Dia der Filmgeschichte ist gelungen - doch den Rest versinkt immer wieder in unbefriedigend pointierter Langatmigkeit. Die Bezüge der einzelnen Motive aufeinander sind sicherlich schön abgestimmt und lassen so einige interessante Parallelen enstehen, dienen im Endeffekt jedoch mehr dem Selbstzweck, anstatt die ereignisarme Geschichte vorwärtszutreiben. Die vielgelobte Sexszene ist höchstens interessant geschnitten und zudem von zwar guter, aber irgendwie nicht so recht passender Musik unterlegt (was für so einige Szenen gilt). Am Ende präsentiert der Film dem Zuschauer einen halbherzigen "Aha!"-Effekt, der leider schon lange angedeutet wurde und das eineinhalbstündige Warten auf einen plausiblen Grund für das ganze Geschehen ohnehin nicht befriedigen kann. Für manch einen ist dieses finstere Venedig eine unheilvolle, fatalistische Reise in die Hölle - für mich ist es der Versuch eines Irrgartens, der an jeder Ecke mystische Hinweise auf einen Ausgang zeigt und dabei völlig übersieht, dass man über seine Wände ohne Hilfsmittel klettern kann.
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Tyler__Durden 2010/10/10 15:32:59
Antwort löschenDa bist du nicht alleine. Empfinde es leider genau so wie du.
fabel 2010/10/10 15:48:55
Antwort löschenschön :)
Kubrick_obscura 2010/10/10 17:55:34
Antwort löschenKommentar gefällt mir NICHT! Aber sowas von nicht! Was fällt dir überhaupt ein? :)
BigDi 2010/10/11 01:58:50
Antwort löschen@Tyler: Das beruhigt mich irgendwie, man findet echt quasi keine negativen Stimmen zu dem Film...
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@Kubrick_obscura: Ach, ich musste einfach mal wieder einen richtig beliebten Film richtig böse bewerten, wie damals bei "In The Mood For Love". :D Keine Ahnung, einfach keinen Zugang gefunden und besonders tiefgründig erscheint mir das Werk bei bestem Willen nicht...
Kubrick_obscura 2010/10/11 08:46:47
Antwort löschenJetzt mal nicht den Underdog raushängen lassen. Erstmal hat der gute Stalker dem Film nur eine 3 gegeben (wo sich mir auch schon die Fingernägel hochbiegen), zweitens gefällt dein Verriss schonmal 5 Leuten, die von dem Film nicht so begeistert sein können und drittens habe ich oft von Leuten (denen ich den Film gezeigt habe) die selbe Meinung gehört. Ihr seid nicht allein, Keine Sorge. Allerdings ist es auf der Fan-Seite weitaus kuscheliger und wärmer, ständig scheint die Sonne und es gibt gratis Bio-Eis. Das ist das Gefühl des Im-Recht-Seins. :)
BigDi 2010/10/11 15:24:59
Antwort löschenWowowow, 6 Leute, von denen mindestens einer den Film noch gar nicht geschaut hat, das ist ja fast schon eine Armee :D Ich bezog mich mehr auf die Kritiken im Internet, da findet man echt kaum etwas unter der vollen Punktzahl (sogar zu "Possession" findet man negative Reviews, da haben sich bei mir die Fingernägel hochgebogen...). Und ob es bei euch wirklich schöner ist, wage ich anzuzweifeln, als "Martyrs"-Hasser fühlt man sich beispielsweise auch im Recht und das fühlt sich auch gut an. ;)
Kubrick_obscura 2010/10/11 22:49:46
Antwort löschenDann verschließ doch deine Augen vor diesem Meisterwerk ;) Wie du schon sagst, gibt ja genug Leute die den Film mögen, spiel ich eben mit denen :)
BigDi 2010/10/11 23:21:42
Antwort löschenJa, spiel du mit der Leiche im roten Regenmantel. :P
Andy78 2010/11/18 20:10:36
Antwort löschenVernehme meine warnenden Worte uninteressierter "Big"Di: Nur die größten Tore glauben ihrem Schicksal durch Flucht entkommen zu können...;)
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BigDi 2010/11/19 15:55:42
Antwort löschenJetzt ist er auch hier angekommen, na klasse. :D
Andy78 2010/11/24 20:26:02
Antwort löschenJaaa, ich bin ÜBERALL...;)
Filmkenner77 2010/08/16 13:53:18
Kommentar löschenToller Klassiker in großartigen Bildern, aber das Ende habe ich bis heute nicht verstanden.
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Andy78 2010/11/18 20:14:26
Antwort löschenDoch! Das hast du bestimmt! Ist aber noch so nen undefiniertes Etwas in deinem Unterbewusstsein! Das macht ja gerade den Reiz der verstörenden Bilder aus...;)
the traveler 2010/05/25 16:45:20
Kommentar löschenBeim Ende von Don't Look Now ist mir ein unglaublich kalter Schauer den Rücken heruntergelaufen.
Die tragische Geschichte, das mitreißende Spiel der trauernden und liebenden Sutherland und Christie, der traurigschöne Score, die durchdachte, detailreiche Symbolik, das raue, verlorenruhige Venedig, der Spannungsaufbau, der wie eine Verschwörung, verwirrend für den Zuschauer, auf das vermeintlich Unvermeintliche zu steuert. All das macht diesen Film für mich unglaublich ergreifend und intensiv. Don't Look Now verbildlicht wie unsere Wahrnehmung unser Leben definiert und wie diese getrübt wird. Durch falschen Verdacht und durch die Schwierigkeit Zeichen zu erkennen und zu deuten. Und durch das Verschließen der Augen vor unheilvollen Vorausahnungen. Eine richtig universell verstörende Wirkung erzielt Don't Look Now nicht (universell ist das Schlüsselwort) - der Schock ist da, er bleibt jedoch an den Figuren haften, als eine Familientragödie über Verlust und Trauer. Die Mysterien von Don't Look Now sind letztendlich aus der Wahrnehmung der Figuren heraus geboren, es gibt hier zwar etwas wie Schicksal und Schicksalsvorhersehung, aber es fehlt hier noch etwas bleibend Unerklärliches für mich, eine surreale Komponente, die sich aus dem Film heraus in meine Realität überträgt. Denn wenn Don't Look Now endet, endet auch sein Mysterium. Damit meine ich nicht, dass er nicht zu Mehrfachsichtungen hinreißt, im Gegenteil! Don't Look Now ist ein großartiges Werk. Aber das Verstörende bleibt an der Familie Baxter haften und am unheilvollen Venedig. Es überträgt sich nicht richtig auf mich, es lässt mich nicht mit dem Gefühl zurück, dass es in unserer Welt etwas gibt, wogegen ich mich nicht wehren kann. Es gibt Filme, die ich für mit Don't Look Now vergleichbar halte, wie Possession, oder Mulholland Dr., die das tun. Das ist auch nur der Grund, weshalb ich Don't Look Now keine 9 Punkte gebe. Roeg's Werk ist ein - in stilistischer und emotionaler Hinsicht - starkes Psycho-Horror-Drama, bei dem das Drama den Schwerpunkt bildet.
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Kill_Diether 2010/04/05 19:17:26
Kommentar löschenEin Klassiker, der seinesgleichen sucht und
vielleicht nie findet. Wahnsinnig intensive
Atmosphäre.
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torbsen 2009/11/13 16:46:03
Kommentar löschenbedrückende atmosphäre, wie ich sie lang nicht mehr empfunden hab. war gar nicht mein genre, dafür hab ich vielleicht die speerspitze entdeckt
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inspektor 2009/11/09 14:53:55
Kommentar löschenEin herausragender Film bis zum heutigen Tag. Es gibt wenige Filme die sich mit diesem Film messen können.
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