Wickie und die starken Männer - Kritik

Wickie und die starken Männer

DE · 2009 · Laufzeit 87 Minuten · FSK 0 · Abenteuerfilm, Komödie, Actionfilm · Kinostart
Du
  • 6

    Als komplexe Charakterstudie ist der Streifen nicht angelegt. Stattdessen kommt eine dem Geist und der Form der Vorlage (die Ähnlichkeit der Schauspieler zu ihren gezeichneten Cousins ist bemerkenswert) erstaunlich nahe Neuauflage, die gute Unterhaltung liefert, wenn sie vermutlich auch nie den nostalgischen Wert der Trickfilmserie erreichen kann; dafür ist sie dann doch zu sehr Nachahmer, zu wenig originell.

    • 7 .5

      Und wieder ein Stück Kindheit, das endlich das Licht der Leinwand erblickt.
      Es wurde aber auch Zeit, dass die berühmte Fernsehshow „Wickie und die starken Männer“ in die Kinosäle kommt.
      Kein geringerer als Michael „Bully“ Herbig nahm sich der Sache an.
      Viele, dazu zähle auch ich, befürchteten im Vorfeld, dass er daraus eine reine Blödelkomödie machen würde und den Charme der Serie zu keiner Zeit einfangen könnte.
      Das ist, Gott sei dank, nicht passiert.
      Schon ab der 1. Minute an atmet der Film den Geist der Serie und ein nostalgisches Gefühl macht sich breit. Man vergleicht natürlich alles und jeden sofort mit dem Vorbild und es ist ja schon fast unheimlich, wie ähnlich jeder Darsteller, jedes Schiff und jedes Haus aussieht. Da ist mit viel Liebe zum Detail gearbeitet worden und das spürt man.
      Die Story ist eine gelungene Mischung aus Serienepisoden und Eigenkreation. Während die Elemente aus der Serie für ein Dauerlächeln sorgen, können die neu hinzugefügten Teile meistens überzeugen. Einziger Kritikpunkt ist, dass Bully selbst wieder mitmischen muss. Seine Rolle ist aber total überflüssig und nervt die meiste Zeit. Das hätte ruhig der Schere zum Opfer fallen können. Dafür gibt es mit Ankie Beilke eine aufregende und wahnsinnig schöne Neuentdeckung. Ich habe sie jedenfalls noch nie zuvor gesehen, wird sich aber bestimmt ändern.
      Überraschend für mich ist, wie oft ich doch tatsächlich lachen musste. Es gibt wirklich zahlreiche lustige Momente. Zwar versackt Bully hier und da in billigstem Slapstick, aber das ist nicht so schlimm. Schließlich ist „Wickie und die starken Männer“ in erster Linie ein Kinderfilm.
      Die Darsteller, die vorher zum Teil während einer Casting Show gecastet wurden, passen perfekt in ihre Rollen. Waldemar Kobus( mir noch bekannt als fieser Nazi in „Black Book“) als Halvar passt wie die Faust aufs Auge, genau wie Günther Kaufman als over the top Bösewicht „Der schreckliche Sven“.
      Auch die zahlreichen Gaststars, wie Christoph Maria Herbst und Jürgen Vogel sind sehr komisch und hatten sichtlich Spaß an ihrer Rolle.
      Vom Aufwand her kann „Wickie und die starken Männer“ zu jederzeit mit einer Hollywoodproduktion mithalten, nur die Effekte sind manchmal etwas schwammig. Aber sei’s drum.
      Der Film hat Herz, Charme und den Geist der Serie eingefangen und das ist mehr, als ich erwartet habe.
      Und jetzt lasst uns alle singen….
      „Hey hey Wickie,
      hey, Wickie, hey,
      zieh fest das Segel an….”

      3
      • 5

        Vor circa zwei Jahren suchte Autor, Regisseur und Darsteller Michael Bully Herbig auf Pro7 die Akteure für die starken Männer. Nun kann man sich das Ergebnis auf DVD ansehen und obwohl die erste Realverfilmung von "Wickie und die starken Männer" gewiss kein Hit geworden ist, so kann man Herbig und sein Team nur loben, denn die Darsteller von Faxe, Urobe und wie sie nicht alle heißen sind nicht nur optisch perfekte Duplikate der legendären Trickfilmfiguren. Auch bei der Ausstattung punktet der Film. Alles wirkt bekannt und das kindliche Flair der TV-Vorlage wird so spielerisch erreicht.
        "Wickie und die starken Männer" krankt nicht an seiner Besetzung oder Atmosphäre, viel mehr hinkt Herbigs Werk bei der Erzählung hinterher. Die ist überaus schnarchig geraten, was auch damit zusammenhängt, dass Herbig es nicht sein lassen kann auch parodistische Szenen, Figuren und Verweise in die Handlung zu integrieren. Die sind allesamt hüftsteif und altbacken, wie auch das gemächliche Tempo des Films, dass durch Figuren entsteht die für die Handlung überaus verzichtbar sind und dennoch größeren Raum im Film erhalten. So ist die Figur der hübschen Asiatin absolut sinnlos, zumindest in der Größe, die ihr der Film einräumt.
        Michael Bully Herbig beweist mit "Wickie und die starken Männer" dass er ein wirklich begabter Regisseur ist, nur dass mit den Geschichten erzählen hat er hier leider ordentlich verbockt, so dass der Realfilm-Wickie trotz enormen Potenzial nicht übers Mittelmaß hinaus kommt.

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        • 5

          Erklären kann man den überbordenden Erfolg angesichts seiner bislang meist mittelprächtigen Filme "Erkan & Stefan", "Der Schuh des Manitu", "T(r)aumschiff Surprise" und "Lissy und der wilde Kaiser" vielleicht nicht. Aber dass Bully in puncto Zuschauerzahlen nach "Wickie" mehr denn je zu den ganz starken Männern des deutschen Kinos gehört, muss man nun wirklich niemandem mehr unter die Nase reiben.

          • 8 .5

            Die aufwändige Ausstattung, die Verwendung der Original-Musik und des Titelsongs, die sorgfältige Auswahl der Schauspieler und Herbigs gewissenhafte Inszenierung machen aus "Wickie und die starken Männer" einen schönen Film für Kinder - und deren Eltern.

            • 6 .5

              Je älter Michael „Bully“ Herbig wird, desto jünger werden seine Filme. Richteten sich seine früheren Regiearbeiten noch an ein erwachsenes Publikum, verjüngte sich seine Zielgruppe danach zusehends. So ist „Wickie und die starke Männer“ nicht zuletzt aufgrund seines eher schlichten, wenig doppeldeutigen Humors zuallererst für Kinder gemacht. Die sie begleitenden Erwachsenen werden hier zwar ebenfalls noch ordentlich unterhalten, humoristisch aber eindeutig unterfordert – zumal beileibe nicht jeder Gag zündet.
              Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Titelfigur, für den mit Jonas Hämmerle eine erstklassige Besetzung gefunden wurde, selbst noch ein Kind ist. Ein relativ schlaues allerdings, das in seinem zarten Alter schon seinen Vater, den Wikingerhauptmann Halvar (Waldemar Kobus), an Cleverness locker in den Schatten stellt. Eine Kombination aus Gehirnschmalz und Muskelkraft wird dann auch benötigt, als Halvar und seine Mannen (plus natürlich Wickie als zunächst blindem Passagier) sich aufmachen, um die geraubten Kinder ihres Dorfes zu suchen und wieder nach Hause zu holen.
              Die wunderbar typgerecht zusammen gestellte Besetzung, die noch mit Günther Kaufmann und Christoph Maria Herbst als der schrecklicher Sven und sein Assistent Pokka sowie weiteren zahlreichen prominenten Gast- und Ultrakurzauftritten protzen kann, ist der große Pluspunkt dieser Realverfilmung der Trickfilmreihe aus den 1970ern. Auf die Figur eines spanischen Nachrichtenreporters, die sich Bully selbst auf den Leib und in die Geschichte hinein geschrieben hat, hätte man hingegen gut verzichten können. Der legt mit seiner fünften Regiearbeit eine aufwändig produzierte und liebevoll an den Geist der Vorlage anknüpfende Abenteuerkomödie vor, die jedoch vor allem bei den lieben Kleinen für ungetrübten und spannenden Kinospaß sorgen wird.

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              • 8

                Doch nein, all diese sich im Nachhinein geradezu aufdrängenden Assoziationen lässt Herbig verstreichen. Sein "Wickie" ist der erste reine Kinderfilm aus seiner Hand, mit von seiner Seite äußerst überraschendem Ernst betrieben. Das Ganze wird herrlich altmodisch erzählt, ohne all die Computertricks, die möglich gewesen wären und die die heutigen Kinderfilme so erdschwer dominieren. Da zeigt ein Kind gebliebener Erwachsener, wie man damals noch Kinderfilme erzählt hat und wie das einen ganz eigenen Charme hat, gerade durch das Unvollkommene, Unperfektionierte von damals.

                • 6

                  Bullys Film ist keine Parodie der Vorlage, sondern eine detailverliebte Realverfilmung und ein beschaulicher Abenteuerfilm für Kinder. Der Münchner Filmemacher ließ sich bereitwillig in das enge Korsett des Originals zwängen. Fans der Vorgängerfilme wie „Der Schuh des Manitu“ oder „Traumschiff Surprise – Episode I“, die auf einen wild zusammen gewürfelten Haufen von Gags und Parodien hoffen, werden enttäuscht. Ähnlich der immens populären amerikanischen Animationsfilme bietet Bully durch seine diesmal allerdings stark eingeschränkte Zitatfreude – „Der weiße Hai“ oder „Herr der Ringe“ - auch dem erwachsenen Publikum etwas Unterhaltung. Obwohl der ewige Sonnenschein Herbig während der Presskonferenz erklärte, dass er auf einen comichaften Humor á la der Realverfilmungen der „Asterix und Obelix“-Reihe bewusst verzichtete, muss man ihm vorhalten, dass „Wickie und die starken Männer“ gerade dort plündern und mit soliden CGI-Effekten um sich werfen. Auch überzeugt der Hauptdarsteller Jonas Hämmerle mit seinen großen Kulleraugen nicht. Aber in dem Alter einen geeigneten Schauspieler zu finden, war wahrscheinlich ein schwieriges Unterfangen.

                  • 6 .5

                    Auch mit viel Sympathie- und vor allem Nostalgiebonus war der Film ein durchwachsener Spaß. Kinder, als Hauptzielgruppe, haben wohl am ehesten ihre Freude an der raubauzigen Truppe, die ihren Zeichentrick-Vorbildern wirklich wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Als erwachsener Fan und Zuschauer, entdeckte ich zwar immer wieder sehr sympathische Szenen und Referenzen (von jaws bis Pirates of the Carribean und natürlich endlose Verweise auf die alte Serie), dennoch fehlte der letzte dramaturgische Schliff, die zwingende Handlung die das Ganze über eine Ansammlung von (zum Teil sehr Bully-Showesken-) Sketchmomenten hinaus hebt und zu einem wirklich großen Spielfilm macht.
                    Die Details sind alle da, die Story würde es vielleicht auch hergeben, aber sehr oft hatte ich den Eindruck eben thematisch ähnliche Fragmente zu sehen, die den Übungsaufgaben der Casting-Show ähnelten, aber nicht zwangsläufig eine durchgehende Handlung ergeben müssen.

                    *Warnung: Leichte Spoiler*

                    Was dem Film fehlt ist eine große, glaubhafte Bedrohung - gerade auch, weil es ein Kinderfilm ist. Die böse Wikingertruppe um den grimmig grunzenden Sven, einen fast unkenntlichen Christoph Maria Herbst (der sichtlich Spaß an seinem irrwitzigen Comic-Acting hat) ist aber viel zu dämlich, albern und unbedrohlich, als dass sie als Handlungsantrieb wirklich funktionieren würde. Bully scheut die Dunkelheit, das gewalttätige und die Angst - und verwehrt den Zuschauern damit auch, wirklich um die entführten Kinder aus Wickies Dorf zu bangen.

                    Natürlich sollte ein Kinderfilm nicht zu hart sein, aber wohldosierte Gruselmomente und die Andeutung, dass die Bösewichte wirklich grausam sein können, wäre der Story eindeutig zu Gute gekommen, denn auch die Zeichentrick-Serie nahm den schrecklichen Sven, genauso wie den Wolf, der Wickie verfolgt, als Bedrohung ernst. Bei Bully ist alles harmlos und heiter, der Wolf sieht aus wie ein schmutziger Schäferhund und der schreckliche Sven verurteilt seine Piraten zum Stricken, wenn sie nicht brav waren.

                    Wickie ist spaßig und schön ausgestattet, größtenteils ordentlich getrickst, mit einer etwas langweiligen Kamera-Arbeit und ganz sicher ein hübscher Film für Kinder und ihre Eltern. Er ist aber auch ein wenig eine verschenkte Chance für den talentieren Filmemacher Bully, sich wirklich weiter zu entwickeln und einen handfesten, packenden Abenteuerfilm für Kinder abzuliefern, der mehr ist als eine nostalgische Sketchparade.

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