Wiedersehen mit Brideshead

Brideshead Revisited (2008), GB
Laufzeit 133 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 20.11.2008

6.1 Kritiker
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Skala 0 bis 10
6.1 Community
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14 Kommentare
Wiedersehen mit Brideshead - Bild 55934
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von Julian Jarrold, mit Emma Thompson und Matthew Goode

England zwischen den Weltkriegen. Beim Studium in Oxford freundet sich Charles Ryder mit dem lasziven, exzentrischen Freigeist Sebastian Flyte an, Sohn aus vermögendem Haus. Charles ist der glamourösen Welt seines neuen Freundes schnell verfallen, die beiden sind bald unzertrennlich. Charles ist überglücklich, als er nach Brideshead eingeladen wird, in das prächtige Schloss von Sebastians Familie. Betört von dieser Umgebung und bezaubert von ihrer Schönheit, verliebt Charles sich unsterblich in Sebastians Schwester Julia – sehr zum Missfallen ihrer strengen Mutter und Sebastians. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Der Film startet am 20.November 2008 in den deutschen Kinos.

Handlung

Zweiter Weltkrieg

Der Offizier Charles Ryder (Matthew Goode) wird mit seinen Leuten in dem prunkvollen Adelshaus Brideshead einquartiert. Ryder, der in der Vorkriegszeit mit der Familie Marchmain, Besitzer des Anwesens befreundet war, erinnert sich an diese Zeit zurück.

1922

Ryder stammt aus gutbürgerlichem Haus und verlässt dieses für ein Studium in Oxford.Dort freundet er sich mit Sebastian (Ben Whishaw) an, dem Sohn der Marchmains. Neben der intensiven Freundschaft ist Charles vor allem dem ihm völlig unbekannten Leben der Familie fasziniert. Diese leben in Reichtum und insbesondere das prunkvolle Schloss Brideshaed begeistert Charles. Der Film erzählt ähnlich der Romanvorlage, wie Charles das Leben der Marchmains mit erlebt, mal aus der Ferne über Erzählungen, mal im direkten Kontakt.

Marquis Lord Marchmain of Brideshead

Der Vater (Michael Gambon) lebt seit Ende des 1. Weltkriegs mit einer Geliebten Cara (Greta Scacchi) in Venedig, seine Ehefrau dagegen auf Brideshead, wo sie ihrem streng katholischen Glauben nachgeht.

Sebastian Flyte

Sebastian führt ein exzentrisches Leben, kommt jedoch mit dem Druck, den seine Mutter (Emma Thompson) auf ihn ausübt, nicht zurecht. Er fühlt sich kontrolliert und eingeengt und flüchtet sich trotz der Freundschaft zu Charles in den Alkohol.

Cordelia Flyte

Die jüngste Schwester Cordelia (Felicity Jones ) ist wie die Mutter streng katholisch und engagiert sich als Krankenschwester im Spanischen Bürgerkrieg.

Julia Flyte

Die ältere Schwester Julia (Hayley Atwell) von Sebastian geht mit Charles eine Liebesbeziehung ein. Doch der Druck der Mutter zwingt sie dazu, eine Ehe mit Rex Mottram (Jonathan Cake ) einzugehen.

Julia und Charles

Je intensiver die Beziehung zwischen Julia und Charles wird, desto mehr lässt die Freundschaft zwischen Charles und Sebastian nach. Letztlich verlieren sie sich aus den Augen, bis Lady Marchmain bei Charles auftaucht und ihn bittet, Sebastian in Indien aufzusuchen, wo er alkoholkrank zur Ruhe gekommen ist.

Charles

Nachdem Charles sein Studium in Oxford frühzeitig abgebrochen hat, hat er sein Interesse für die Malerei zum Beruf gemacht und ist inzwischen ein angesehener Maler geworden. Er ist nach der Trennung von Julia mit Celia (Anna Madley ) verheiratet. Durch einen Zufall treffen sich Julia und Charles während einer Vernissage wieder. Erneut gehen sie eine Beziehung miteinander ein,die zur Scheidung von ihren jeweiligen Ehepartnern führt. Doch die Beziehung ist nicht von Dauer.

Am Sterbebett

Am Sterbebett von Lord Marchmain treffen alle bis auf Lady Marchmain, die inzwischen verstorben ist und Sebastian, der weiterhin in Indien weilt, nocheinmal zusammen. Lord Marchmain konvertiert kurz vor seinem Tod wieder zum katholischen Glauben. Auch Julia kehrt wendet sich erneut der katholischen Kirche zurück und verlässt Charles, den sie nicht heiraten will, weil er nach katholischem Eherecht trotz seiner Scheidung als verheiratet gilt.

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Kritiken (6) — Film: Wiedersehen mit Brideshead

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4.5Uninteressant

An Kostümen, »elegischer« Musik, und prächtig arrangierten Bildern ist auch hier kein Mangel. Doch Merchant-Ivory boten immer mehr als Zeitkolorit, Nostalgie und Wehmutskitsch. Satire, gar Gesellschaftskritik, die sich in den Merchant-Ivory-Filmen zahlreich finden und ihr inneres Zentrum ausmachen, die Skepsis gegenüber der Klassengesellschaft, fehlen bei Jarrod. Man müsste schon sehr gewagt interpretieren, um von der ebenso hübschen wie parasitären Oberklasse des verfallenden britischen Empire der späten 20er Jahre vielleicht gewisse Linien zu den neuen maßlos Reichen unserer Tage zu ziehen, auch wenn in deren neuen Kleidern dieselbe alte Dekadenz stecken mag.

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E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film E. Knörer: taz, perlentaucher, cargo-film

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5.0Geht so

Nicht dass "Wiedersehen mit Brideshead" wie jede Romanverfilmung verkürzt, verschiebt und verdichtet, ist das Problem, sondern dass der Film das zentrale Thema, das Verhältnis der Figuren zum Katholizismus nämlich, simplifiziert und verfälscht. Aus der tiefen Ambivalenz des selbst zum katholischen Glauben konvertierten, erzkonservativen, schwulen Exzentrikers Waugh wird hier eine simple Abrechnung mit himmelschreiender Bigotterie. Dabei ist das Ganze nicht einmal so verschnarcht inszeniert, wie von Fernsehmann Julian Jarrold vielleicht zu befürchten war.

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fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

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5.0Geht so

Die 1945 von Waugh erfundenen Personen können ihren Umständen nicht enfliehen, ihre anerzogenen Schuldgefühle nicht einfach so abwerfen. Alle Entscheidungen werden auf den Konflikt zwischen freiem Willen (choice) und Glauben (faith) reduziert. Ich kann diese sozialen Zwänge zwar bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen, mitfühlen kann ich mit den Figuren jedoch nicht. So wirken die sozialen Verrenkungen in der Verfilmung von «Brideshead Revisited» aus heutiger Sicht reichlich hilflos.

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Claudia Puig: USA Today Claudia Puig: USA Today

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7.5Sehenswert

Diejenigen, die der zotigen Sommerkomödien und Superhelden schon überdrüssig sind, werden von Wiedersehen in Brideshead ergriffen sein, der nun als Spielfilm herauskommt. Die Adaption des Romans von Evelyn Waugh aus dem Jahr 1945 ist zwar nicht genauso nuanciert wie die PBS-Fernsehserie aus den 80er Jahren, aber die Geschichte verlorener Unschuld vor dem Zweiten Weltkrieg ist intelligent von Jeremy Brock und Andrew Davies geschrieben und schön von Regisseur Julian Jarrold aufgezogen.

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M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune

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6.5Ganz gut

Laurence Olivier nahm sich in der britischen Fernsehserie von 1981 mehr Zeit, eine Tasse Tee zu trinken, als es kostet, die lebendige, aber zerraufte Leinwandadaption des Romans von Evelyn Waugh anzuschauen. [...] Der neue Film wurde unter der Regie des Veteranen des britischen Fernsehens, Julian Jarrold, realisiert, der auch für Geliebte Jane mit Anne Hathaway verantwortlich zeichnet. "Brideshead Revisited" ist besser.

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Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer

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8.0Ausgezeichnet

Der Film ist nobel, leidenschaftlich und mit eleganten Darstellungen versehen. Davon kann als beste die der Emma Thompson als Matriarchin Lady Marchmain genannt werden, die einer Mischung aus Queen Elizabeth II und Papst Benedikt gleichkommt.

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Kommentare (8) — Film: Wiedersehen mit Brideshead

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agynessa

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Bewertung5.5Geht so

Es fehlte mir das gewisse Etwas, die Spannung und das Unvorhersehbare. Irgendwie plätscherte der Film geradewegs an mir vorbei, ohne dabei wirklich bedeutende Spuren zu hinterlassen. Zwar aufwändig inszeniert und in wahrlich großartigen Bildern festgehalten. Jedoch zu unscheinbar erzählt, die Töne waren mir persönlich viel zu leise. Da war keine Kraft und kein Ausdruck dahinter und man fühlte sich nicht wirklich gefesselt von der Leidenschaft der schauspielerischen Mimiken. Es war manchmal sogar etwas Dröge, die Kommunikationen verliefen zeitweise stockend. Es fehlte das Feuer einer lodernden Flamme, welche sich in das Zuschauerherz brennt. Ich werde ihn in der Kategorie "unscheinbar" abhaken.

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harperpitt

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Bewertung7.5Sehenswert

Fein gemacht, aber irgendwas fehlt. Jede Abteilung verdient zehn Punkte, aber als Gesamtes bekommt dieses Juwel von mir nur acht. Vielleicht weil Laurence Olivier nicht mitspielt, grins.

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Grohacke

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Bewertung7.0Sehenswert

Nicht gerade meine Lieblingsart von Film, aber interessante Behandlung der Frage, ob Glaube und Verpflichtung durch gesellschaftliche Stellung mehr stützt oder mehr einengt und letztlich zerbricht.

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Keoma

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Bewertung3.5Schwach

Die Vorlage ist anscheinend eine klassische englische Novelle, und so schaut Brideshead Revisited auch aus. Anspruch tropft aus jeder Szene und alles ist so staubtrocken, dass man sich nach einem englischen Tee sehnt um den Hals wieder freizubekommen. Der Film ist an sich ja nichtmal schlecht, sauber inszeniert, annehmbare Musik und gute Schauspieler hat er. Alles riecht aber zu sehr nach Englisch LK am Gymnasium, wo er in Zukunft grantiert noch einigen armen Schülern kredenzt werden wird, die mal nen Film schauen wollten und eigentlich auf sowas wie Matrix gehofft haben. Arme Teufel, aber warum soll es denen besser gehen als MIR? Ich musste damals Oscar Wilde lesen...jahaaaa...und danach interpretieren. Leben ist nicht immer nur Zuckerschlecken, da können sie sich gleich mal von verabschieden, die feinen Damen und Herrn Schüler!!!

Brideshead Revisited war also nix für mich. Menschen die auf klassische englische Literatur stehen mögen das anders sehen, ich hab mich meist gelangweilt.

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nattydread

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein lobenswerter Film mit toller Besetzung und grandioser Kulisse. Eine poetisch erzählte Geschichte über die Zerreissprobe einer wahren Freundschaft bzw. Liebe. Zu Beginn wirkt alles sehr unbeschwert und lebhaft, was sich allmählich zu einem eher unerwartet tragischen Ende entwickelt. Der Konflikt zwischen Mittelstand und Aristokratie nimmt auch hier neben religiösen Ansichten sowie der Missbilligung der Homosexualität zur damaligen Zeit, ein klägliches Ende. Mit "Brideshead Revisited" hat Julian Jarrold nach "Becoming Jane" ein weiteres Meisterstück geschaffen, bin gespannt was er als nächstes realisiert.

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jubilee

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Bewertung6.0Ganz gut

Romanverfilmungen sind immer schwierig, vor allem, wenn man wie hier eine Geschichte vor sich hat, die sich über viele Jahre zieht. Sicher muss man da an bestimmten Stellen kürzen und Sachen ändern - aber ich finde, das hätte man in diesem Falle auch besser lösen können... Wirklich begeistert hat mich der Film nicht, da bevorzuge ich dann doch eher die Miniserie, die sich ja wirklich sehr detailliert ans Buch hält. Recht gut waren allerdings die Schauspieler, hervorzuheben wäre hier wohl Emma Thompson, die mal wieder großartig spielt.

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Muuvy

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Bewertung7.0Sehenswert

Als Deutscher und Nicht-Kenner der britischen TV-Mini-Serie, die im Vereinigten Königreich absoluten Kult-Status genießt, geht man ja etwas unvoreingenommener an diese Kino-Adaption des Romans heran. Tatsächlich schlägt sich die Cast hervorragend und braucht keinen Vergleich zu scheuen, allen voran Ben Whishaw (nur Emma Thompson ist meines Erachtens fehlbesetzt). Das Setting ist nicht anders als üppig und extravagant zu bezeichnen und gelegentlich droht darunter die Story zu ersticken, aber Regisseur Julian Jarrold kriegt meist die Kurve. Dennoch merkt man dem Film - trotz seiner Dauer von über zwei Stunden - an, dass der Roman viel differenzierter seine Charaktere und ihre Motivationen zu zeichen im Stande sein muss, denn manche Handlungen und Charakterentwicklungen wirken unmotiviert oder wenig nachvollziehbar.
Alles in allem ein optischer Genuss mit gewissen Abzügen im Detail.

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spanky

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich liebe derlei epische Familiendramen und da ist es nicht weiter verwunderlich, dass mir dieser teilweise vor atemberaubender Kulisse verfilmte Klassiker sehr gefällt. Matthew Goode und vor allem Ben Whishaw sind einfach herausragend. Aber auch Emma Thompson ist super. Schöner Film!

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