Wilde Erdbeeren
Smultronstället (1957), SE Laufzeit 91 Minuten, FSK 16, Drama, Kinostart 21.07.1961
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14 Kommentare
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von Ingmar Bergman, mit Victor Sjöström und Bibi Andersson
Der berühmte Mediziner Isak Borg soll an der südschwedischen Universität Lund zum 50. Jahrestag seiner Promotion ausgezeichnet werden. Gemeinsam mit seiner Schwiegertochter Marianne tritt der 78-Jährige die Reise nach Lund an. Doch die Fahrt wird zu einem ernüchternden Trip in die Vergangenheit. In Tagträumen und Erinnerungen lässt er Stationen seines Lebens passieren und muss feststellen, dass er viele Jahre seines Lebens durch seine Herzenskälte verschenkt hat. Borg beschließt, ein anderer Mensch zu werden.
Cast & Crew
-
Ingmar Bergman
-
Victor Sjöström
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Professor Isak Borg
-
Bibi Andersson
-
Ingrid Thulin
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Marianne Borg
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Gunnar Björnstrand
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Evald Borg
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Jullan Kindahl
-
Folke Sundquist
Regie
Schauspieler
-
Björn Bjelfvenstam
-
Max von Sydow
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Henrik Åkerman
-
Åke Fridell
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Karins Liebhaber
-
Ingmar Bergman
- Genre
- Psychodrama
- Ort
- Lund
- Handlung
- Alptraum, Angst vor dem Tod, Art House-Film, Ehebruch, Glaube, Identität, Kind und Jugendlicher, Klassiker, Kultfilm, Professor, Realität, Reise, Reise in die Vergangenheit, Selbsterkenntnis, Wunschtraum
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Drehbuch
Filmdetails Wilde Erdbeeren
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Trailer zum Film Wilde Erdbeeren
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Kommentare (14) — Film: Wilde Erdbeeren
Kommentar schreibenhoffman587 2012/01/22 17:06:48
Kommentar löschenSmultronstället
"Ich bin einer der Wenigen, die eine gute Haushälterin haben. Ich sollte vielleicht noch sagen, dass ich sehr pedantisch bin. Überflüssig zu bemerken, dass das den Menschen, die gezwungen waren um mich zu sein, das Leben nicht leichter gemacht hat. Und mir auch nicht. Ich heiße Eberhard Isak Borg. Und ich bin 78. Morgen werde werde ich in der Lunder-Dom-Kirche zum Doktor-Jubilaris promovieren."
Bergman Forever Teil 2:
Und erneut Bergman, in genauer Betrachtung und dem präzisen Blick auf sein Schaffen. Einer Seele des Kinos. Nun stellte sich mir, mehr oder weniger, die Frage, mit welchem Werk nun fortfahren. Doch auch hier war die Antwort schnell gefunden: Mit dem chronologischen Nachfolger von "Das Siebente Siegel", was wäre logischer? Nichts. Dies mag wohl in jedem Fall eine vorteilhafte Entscheidung gewesen sein. So nun also "Wilde Erdbeeren" von Bergman aus dem Jahre 1957.
Und auch schnell bemerkte ich, dass es hierbei durchaus Parallelen, mal ganz abgesehen vom Stile Bergmans, in Hinsicht auf die Thematik der Story gibt, auf "Das Siebente Siegel" bezogen. Denn im Vordergrund stehen die großen Fragen des Menschen, das Leben, der Tod und auch hier Gott, in Bezug auf seinen vorherigen Film also an sich gar nicht mal so unähnlich. Aber anders als bei jenem, denn Bergman betrachtet dies aus der Perspektive eines altgewordenen Mannes und seine Reise (sodass "Wilde Erdbeeren" wohl auch als Road-Movie angesehen werden könnte) zu sich und eine Erkenntnis, als ein Rückblick auf sein Leben: Der angesehene Mediziner Isak Borg soll zum 50. Jahrestag seiner Promotion hoch honoriert werden, der mittlerweile 78- jährige Mann begibt sich auf die Reise und fühlt sich bei dieser von Albträumen und Erinnerungen gequält, Visionen vom Tod erscheinen. Eine Reise in die eigene Vergangenheit und die Erkenntnis, dass er sein Leben doch vergeudete, allein durch seine Isolation und die Kälte seines Herzens.
In der Hauptrolle der (berühmte, durchaus) schwedische Stummfilmregisseur Victor Sjöstrom, in seinem letzten Filmauftritt, als alternder und egoistischer Isak Borg, welcher sich auf diesem Trip mit sich selbst konfrontiert sieht und bemerkt, dass selbst der Tod nicht weit entfernt scheint, für ihn eine schmerzliche Reise. Somit aber auch großartig von Sjöstrom verkörpert, welcher vollen Einsatz zeigt und mit seinem starken Schauspiel absolut zu glänzen weiß bzw. seine Figur insofern hintergründig darzustellen, trotz zunächst anfänglicher Kälte jener. Und bei der Besetzung könnte man fast annehmen Bergman nehme erneut den Großteil seiner Stammbesetzung aus "Das Siebente Siegel" und füge diese gekonnt (in neue Rollen) in seinen Film ein. In jedem Fall sind jene Darsteller mindestens genauso überzeugend wie einst im Bergmans anderem Werk und so tummeln sich auch hier Gunnar Björnstrandt (mein Liebling in Bezug auf Bergman-Besetzung), Bibi Anderson und auch Max von Sydow in Nebenrollen. Zudem noch Ingrid Thulin, wie immer exzellent, als Schwiegertochter des Herrn Borg Marianne.
Wenn an es so betrachtet, gehört "Wilde Erdbeeren" wohl eindeutig zu den bereits frühen Highlights in Bergmans Filmschaffen und Karriere, denn so vereint Bergman in diesem Film nun fast alles was ihn grundlegend ausmachte. Wie gesagt sind seine Schwerpunkte wieder klar verteilt: Leben, Tod und Gott. Und erneut noch viel mehr, wie den Wandel eines Menschen und seine Erkenntnisse, durch eine einzige Reise. Für mich sogar dabei überraschend einfühlsam und trotz der Gefühlskälte der Protagonisten, mögen deren Hinergründe und Seelen doch durchaus verständlich sein, Borg wirkte auf mich sogar irgendwie sympathisch gestaltet und wie immer regelrecht faszinierend. Neben diesen Charakterporträt, bietet Bergman aber noch genug anderes. Stellt philosophische Fragen und vergisst (nochmal in Hinsicht der Charaktere) nicht die analytische Psychologie seinerseits, genauso wenig wie bei den Stilmitteln den Einsatz von Surrealismus, welcher einmal mehr perfekt inszeniert scheint und gerade solche Traumsequenzen kann ich nur immer wieder als atemberaubend und unglaublich fesselnd beschreiben, was Bergmans Werk eh an sich schon ist. Und außerdem auch wieder packend bebildert (Kamera erneut: Gunnar Fischer), perfekt gefilmt mit einer famosen Atmosphäre und Intensität, einfach fantastisch und auch hier möchte ich nochmal speziell die surrealistischen Szenen hervorheben. Durch diese entsteht nämlich auch hier eine durchaus mysteriöse Grundstimmung, welche einen bis zum Schluss nicht mehr loslässt.
Dazu noch brillant geschriebene Dialoge, davon so selbstredend angetrieben und untermalt von einem mehr als passenden Score von Erik Nordgren.
Es sei also wieder gesagt, mir fehlen auch hier die Worte, um diesen Film im jetzigen Zustand vollkommen zu erfassen. Es ist halt Bergman.
"Unser ganzes Leben mit unseren Mitmenschen, ist doch eigentlich nur, dass wir über sie reden. Bestenfalls regt man sich über sie auf. Auf dieses Miteinanderleben habe ich gerne freiwillig verzichtet. Mein Leben ist Arbeit gewesen."
Letztlich bleibt mir dann nur noch zu sagen, dass "Wilde Erdbeeren" wie auch sein Vorgänger meiner Meinung nach zu den großen Meisterwerken von Ingmar Bergman bzw. der Filmgeschichte zählt (obwohl ich mir in der Hinsicht schon die Frage stelle, ob dies nicht ein gegenwärtiger Zustand bei ihm ist), in jedem Fall ein virtuoses wie auch einfühlsames und bewegendes bzw. poetisches Werk des Meisters, über eine ernüchternde Reise eines Mannes und dessen dabei erlangter Erkenntnis.
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J!GS4W 2011/12/04 23:34:48
Kommentar löschenDer alte Mann betrachtet mit Schmerz die vergangenen Jahre, denn alles was ihm geblieben ist, ist ein Zeugnis von menschlicher Kälte. Bergman konfrontiert seinen Protagonisten Isak Borg gezielt mit neuen Leuten und alten Erinnerungen im Wechsel von aktuellen Ereignissen und Traumsequenzen. Man fühlt mit, hat Bedauern und Verständnis für den alten Doktor und sehnt sich nach einem seeligen Ende für ihn. Dem Zuschauer bleibt keine andere Wahl als gesellschaftliche Kommunikation in ihrer egoistischen Form zu überdenken. Es wird aufgezeigt welche Teufel wir sind, aber auch, welche Engel wir sein können. Ebenso ist auch die Atmosphäre, denn in ihrer stoischen Ruhe können Momente ebenso kalt wie warm sein, ebenso traurig wie heiter oder witzig. Die Dialoge sind inspirierend und wirken auch heute noch frisch, sodass ich mich mit großer Neugier auf die weiteren Bergman Filme freue!
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ash-williams 2011/04/20 01:09:52
Kommentar löschenIngmar Bergmans Wilde Erdbeeren ist ein netter Film über das Leben und einen alten Mann, der merkt, dass er sein Leben nicht in vollen Zügen genossen hat. Hier wird vorallem mit Rückblenden gearbeitet, was mich persönlich etwas zu sehr an den Geist der Vergangenen Weihnacht erinnert hat. Generell ist das ganze zwar schön gemacht, aber nicht tiefgehend genug. Der ein oder andere Dialog über Gott, ein Gespräch über Kinder, eine Bemerkung zum Menschen der Moderne... es ist nichts was einem irgendwie nahe geht. Ich möchte nicht sagen, dass der Film schlecht ist, trotzdem meine ich, dass Ingmar Bergman durchaus mehr aus dem Stoff hätte herausholen können. Es muss nicht unbedingt immer so sperrig und unangenehm wie bei Das Siebente Siegel sein, jedoch ist solch ein oberflächlicher Stoff nichts bemerkenswertes!
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ElMagico 2011/04/10 19:50:23
Kommentar löschenObwohl dieser Film eine gewisse Wärme ausstrahlt, letztendlich sogar ein versöhnliches Ende findet, lässt er mich doch schaudernd zurück. Letzten Endes wird man Zeuge eines Lebenslaufes, der durch die kleinen und grossen Katastrophen des Alltags sich in der Einbahnstrasse der Einsamkeit verläuft. Und gerade für viele Ältere Menschen muss dieser Film eine wahrlich schwere Kost darstellen, was nicht heisst, dass er jüngeren Menschen nichts zu geben hat.
Ein Fahrt auf der mehr Fragen aufgeworfen werden, als beantwortet werden. Vielleicht gar nicht beantwortet werden sollten. Vielleicht gar nicht gefragt werden sollten. Denn ohne die Wärme des menschlichen Miteinanders verkommen vermeintliche Philosophische, Theologische und Wissenschaftliche Antworten zu Nebensätzen in einer einsamen Welt.
Bergmann schafft es trotz der anfänglichen Kälte und seelischen Isolation der Figuren, dem Zuschauer diese Personen sehr Nahe zu bringen. Niemand hier ist ohne eine prägende negative Eigenschaft, auch wenn diese oft nur als Oberfläche besteht. Seltsamerweise kann man aber jedem Charakter in seiner sich eigenen Erklärung folgen und diese auch annehmen. Erzählt wird das alles langsam, aber in einem steten, fast meditativen Fluss. Träume und Erinnerungen fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und wirken niemals wie ein Beiwerk, vielmehr scheint die reale Storyline eine Konsequenz aus diesen Fiktionen zu sein. Besonders imposant war der erste Traum des Isak, das war auch der Moment, in dem der Film mich dann vollends vereinnahmt hatte.
Eine kleine Theorie meinerseits kurz nach dem Ende war, dass womöglich der ganze Film eine Fiktion ist. Das Bildgewordene Revue-passieren-lassen eines zu Ende gehenden Lebens. In der alle Personen nochmal aufblitzen, nur in verschiedenen Körperlichkeiten. Aber wie gesagt, nur so eine Idee von mir ;)
Insgesamt für mich nicht so zwingend wie "Das siebente Siegel", aber das ist auch einer meiner abosluten Lieblingsfilme. Gleichwohl ist "Wilde Erdbeeren" wirklich jedem dringenst zu Empfehlen!
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Benni-THE-KING 2011/03/04 19:26:29
Kommentar löschenMindestens genauso genial wie Das Siebente Siegel
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Tyler__Durden 2010/10/07 17:07:28
Kommentar löschenNicht ganz so Süß wie Erdbeeren (obwohl Bibi Andersson und Ingrid Thulin?) und auch alles andere als Wild ist Bergmans Road Trip ein komischerweise recht Amüsantes und gar nicht mal so zähes Werk welches sich zur Aufgabe gemacht hat das Leben eines alternden Mannes reflektieren zu lassen, dessen Ängste und Fehler auf zu wirbeln um dabei etwas über den Sinn des ach so traurigen, kalten aber auch irgendwie schönen Lebens zu erfahren.
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Filmsuechtiger 2010/10/07 17:46:02
Antwort löschenWoody Allen hat übrigens eine gelungene Hommage zu Wilde Erbeeren gedreht: Harry außer sich.
dae-su 2010/04/14 21:22:30
Kommentar löschenMein erster Bergman, ausgewählt, weil er als zugänglichster, einsteigerfreundlichster Film des schwedischen Meisters des intellektuellen Kinos gilt. Nunja, zugänglich mag er sein, leichte Kost ist er sicherlich nicht.
Der 76jährige Dr. Isak Borg fährt mit dem Auto von Stockholm nach Lund, wo er eine Ehrung für das 50. Jubiläum seiner Promotion entgegennimmt. Auf der mehrstündigen Fahrt dahin, auf der er von seiner Schwiegertochter begleitet wird, hinterfragt er, wer er ist, was im Laufe der Jahre aus ihm wurde und wo er eigentlich noch hin will.
Diese Sinnsuche nach Identität und Herkunft wird in Gesprächen mit seinen Wegbegleitern und zum Teil surrealistisch anmutenden Träumen und "Flashbacks" subtil inszeniert. Der grantige, egoistische Borg kommt dem Zuschauer wie sich selbst von Minute zu Minute näher - und zusammen entdeckt man, wie Werte, Familie, Beziehungen und andere prägende Dinge ihn zu dem Menschen machen konnten, als der er zu seiner Reise aufbricht.
Trotz der geringen Laufzeit von 87 Minuten schlich sich bei mir die ein oder andere Länge ein - sicherlich zurückzuführen auf den Kinostil der 50er Jahre. Insbesondere die Träume aber reißen doch immer wieder mit und deuten den Genius des noch jungen Regisseurs an. Die Darsteller sind allesamt hervorragend, allen voran ein unheimlich präsenter Victor Sjöström, der dem alten Mann mit kleinsten Bewegungen und gefühlvoller Mimik zu einem faszinierenden Protagonisten macht.
Das versöhnliche Ende scheint nicht im Mindesten Fehl am Platz, es schließt im Gegenteil die Handlung als logische, runde Sache ab.
WILDE ERDBEEREN ist ein intelligenter Film, der in klug geschriebenen Dialogen und durch gekonnte Inszenierung allerlei Fragen nach dem Sinn des Seins, göttlicher Existenz und einem ganzen Haufen anderer philosophischer Fragen stellt und manche davon auch beantwortet. Nichtsdestotrotz muss er als sperrig und schwierig bezeichnet werden, man muss sich schon in der richtigen und vor allem aufgeweckten Stimmung befinden. Lässt man sich aber darauf ein, bekommt man anspruchsvollste Kost geboten, die sicherlich auch einen zweiten oder dritten Blick wert ist.
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filmfan90 2010/03/17 19:29:16
Kommentar löschenBergman beschreibt in seinem Film „Wilde Erdbeeren“ einen schicksalhaften Tag im Leben eines alten Medizinprofessors, der auf Grund der Ereignisse während einer Autofahrt von Stockholm nach Lund, wo ihm ein Ehrendoktortitel verliehen wird, den Beschluss fasst, sein Leben zu ändern.
Im Verlauf jener Autofahrt besucht der Professor verschiedene Orte seiner Vergangenheit, was in ihm Erinnerungen und Reflexionen über sein eigenes Leben hervorruft; gleichzeitig treten verschiedene neue Personen in sein Leben, so drei Junge Leute, die auf der Durchreise nach Italien sind, und ein zerstrittenes Ehepaar- das Zusammenspiel aus Vergangenheit und Gegenwart und die Gewissheit des Bevorstehens des eigenen Todes, hervorgerufen durch einen Traum, bewegen den alten Mann dazu, den wenigen Menschen, die ihm in seinem Leben noch geblieben sind, offener und liebevoller gegenüberzutreten.
Bergman schuf einen faszinierenden Film, der trotz aller Emotionalität niemals kitschig wird. Bezeichnend sind die zahlreichen Rückblenden und surrealistisch angehauchten Traumsequenzen des Professors Isak Borg, die den gealterten Mann mit Schlüsselszenen seiner Vergangenheit konfrontieren: Erinnerungen an jenen Sommer, als Isak seine Jugendliebe Sara an seinen Bruder Sigfrid verloren hat, an seine Frau Karin, die ihn mit einem anderen Mann betrogen hat und an seine Abschlussprüfung, durch die er in jenem Traum durchfällt und an deren Ende ihm von seinem Prüfer „Inkompetenz“ bescheinigt wird. So belanglos die dargestellten Ereignisse des Tages auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, besitzen sie für Borg eine enorme Bedeutung. Während der Tonfall im Gespräch mit seiner Schwiegertochter Marianne, seiner Gefährtin auf der Reise, die wegen Eheproblemen einige Zeit bei Borg gewohnt hat, zu Beginn der Fahrt noch sehr schroff ist, entwickelt sich im Zuge der Reise ein freundschaftliches Verhältnis und man spricht sich über die Fehler der Vergangenheit aus. Am Ende des Films ist der schlafende, zufrieden lächelnde Professor zu sehen, der nun offenbar mit sich und der Welt im Reinen ist.
Im Gegensatz zu dem im selben Jahr entstandenen „Das Siebente Siegel“ besitzt „Wilde Erdbeeren“ zwar keine derartige philosophische Tiefe, weiß aber auf menschlicher Ebene umso mehr zu überzeugen, was den Film (für mich zumindest) deutlich ansprechender macht. Die Tragödie um den alten Mann, der auf wissenschaftlicher Ebene ein Genie, aber in privater Hinsicht stets ein Versager war, lässt Parallelen zur „Gelehrtentragödie“ aus Goethes „Faust“ erkennen, denn auch Faust muss erkennen, dass das Leben mehr zu bieten hat als reines Bücherwissen…
Hervorzuheben sind außerdem die grandiosen Schwarz- Weiß- Bilder des Kameramanns Gunnar Fischers, mit dem Bergman auch in anderen Filmen zusammen arbeitete.
Herausragend ist vor allem die schauspielerische Leistung Victor Sjöströms, der der Rolle des Isak Borg ein ungeheures Charisma verleiht.
„Wilde Erdbeeren“ wurde bei der Berlinale 1958 mit dem goldenen Bären ausgezeichnet und ist aus heutiger Sicht immer noch ein Meisterwerk der Filmkunst.
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alanger 2010/02/23 17:00:28
Kommentar löschensehr schön aber nicht mein lieblingsbergman.
andererseits, hab ich keinen lieblingsbergman ...obwohl er einer meiner lieblings regisseure ist. seltsam...
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spanky 2010/02/24 11:23:42
Antwort löschenIch empfehle ja immer "Fanny und Alexander". Den find ich super! Aber die Meinungen gehen da ganz weit auseinander...
alanger 2010/02/24 16:52:45
Antwort löschen"fanny und alexander" mag ich auch sehr.
cannibal83 2010/02/23 16:38:54
Kommentar löschenMein erster Bergman-Film. Und ich sollte nicht enttäuscht werden.
Beeindruckend wie klug und feinfühlig Bergman sich hier mit dem Leben auseinandersetzt, und somit einen Film geschaffen hat der dem Zuschauer gleichzeitig einen etwas anderen Blick auf das eigene Dasein vermittelt sowie auch sehr nachhaltig wirkt.
Natürlich ist die Handlung - die im Grunde nur aus einem Tag eines alten Mannes erzählt - phasenweise etwas zäh, insgesamt überzeugt der Film jedoch vollkommen mit hervorragenden Charakteren, originellen Dialogen und toller Kamera.
Am Ende sicherlich kein Streifen für jedermann, doch wer intelligentes Kino mag kommt hieran nicht vorbei.
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willy50 2010/02/26 17:52:42
Antwort löschenwir alten Männer sind nun mal phasenweise etwas zäh... Nur Mut, schau dir noch mehr Bergmann an: Die frühen Werke lohnen sich alle.
cannibal83 2010/02/27 10:43:41
Antwort löschenDas werde ich sogar ganz bestimmt tun. :)
JimiHendrix 2009/03/27 00:33:26
Kommentar löschenIngmar Bergmans Werk, über die Erinnerung eines Alten Herren an seine Kindheit und sein daraus resultierender Sinneswandel, erreichte mich nur teilweise.
Ich hatte mir irgendwie etwas mehr von dem Film versprochen, aber mir fehlte da der rote Faden. Die Rückblenden sind zwar gut dargestellt aber eigentlich sind mir die Einstellungen zu lang.
Was diesen Streifen etwas nachwirken lässt, sind seine Dialoge. Stets klug eingesetzt, passen sie wirklich gut in den Film. Grade der Anfangsdialog, zwischen dem Professor und seiner Haushälterin, ist wirklich sehenswert.
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maslobojew 2008/08/26 17:25:06
Kommentar löschenEin sehr anregender, stellenweise auch mutiger Film. Auf der Doppel-DVD befindet sich ein interessantes, deutsch untertiteltes Interview mit Bibi Andersson.
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Xpander 2008/03/13 14:52:00
Kommentar löschenjetzt nach 2 Tagen Nachdenken über diesen Film, muß ich wirklich sagen sehr inteligent, wel er sehr lang nachwirkt.
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Obi 2008/01/11 21:59:19
Kommentar löschenTiefgründigkeit ohne Langeweile die einen anregt das eigene Handeln zu überdenken.
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