Wings of Honneamise - Die Eroberung des Weltraums
Ôritsu uchûgun - Oneamisu no tsubasa (1993), Laufzeit 125 Minuten, Drama, Science Fiction-Film
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On a far-off planet, a Kingdom tries to launch the planet’s first manned spacecraft. This ten year old project not only faces funding and technical problem, but also is subject to political conspiracy and the neighboring Republic’s aggression. It’s all up to Shilo, the first spaceman to be, his friends and their faith to make the space program a success.
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Kommentare
Kommentar schreibenmikkean 2010/09/08 15:51:25
Kommentar löschenEin ganzes starkes Stück Anime-Unterhaltung aus dem Hause Gainax (Heimat von "Neon Genesis Evangelion"). Auf einer Parallel-Welt-Ausgabe unserer Erde will eine Nation den Wettlauf in den Weltraum gewinnen. In einem sozialistisch anmutenden Phantasie-Staat namens Honneamise meldet sich der verträumte Lhadatt freiwillig für den ersten bemannten Raumflug. Schon seit Kindertagen will er Fliegen und der erste Pilot eines Space Shuttles werden. Unbekümmert fristet er sein Dasein in der Royal Space Force, der Lachnummer der Luftwaffe. Stets zwischen langen Saufgelagen und Beerdigungen der immer wieder verunglückten Kameraden. Aber damit soll endlich Schluss sein, denn das neuste Modell der Raum-Flotte erweist sich als funktionstüchtig. Für Lhadatt beginnt ein ziemlicher Umbruch in seinem Leben. Zwischen den Test-Flügen wird er mehr und mehr von der Propaganda-Maschinerie durchgekaut und lernt nebenbei die religiöse Riquinni kennen. Aus dem ersten hormon-getriebenen Interesse keimt so langsam eine neue Betrachtungsweise in Lhadatt. Schließlich wird er auch er zur Zielscheibe diverser Attentäter und als am Ende ein Krieg am Abschussplatz ausbricht, wird Lhadatt bewusst, dass die Eroberung des Weltraums einem höheren Ideal, als persönlichen Ruhm oder politischer Überlegenheit, dienen sollte. In der Schwerelosigkeit wird der junge Astronaut die Menschheit zu einem Friedensgebet aufrufen. Keine Sorge, allzu religiös motiviert geht es hier nicht zu. In zwei Stunden bricht "Royal Space Force: The Wings Of Honnemaise" mit den gewohnten Erzähl-Tempos der meisten Action-Anime. Manchmal ist die Entwicklung der Figuren subtil, dann zeigt sich eine sehr ungewohnte emotionale Tiefe, die jene Charaktere über die zweite Dimension hinaus hebt. Dazu gesellt sich ein rundum großartiger Zeichen- und Animations-Standard, der dem Kino-Anspruch voll gerecht wird. Auch nach beinahe einem Viertel-Jahrhundert besticht der Film mit fantastischen Bildern, die auch die fiktive Nation mit ihren Bezügen zur Sowjet-Volks-Kultur mit den Wandbildern und Propaganda-Veranstaltungen glaubhaft Leben einhaucht. Und von den letzten Minuten will ich gar nicht erst anfangen. Denn die sind epochal. Regisseur Hiroyuki Yamaga reicht in einer atemberaubenden Sequenz die Menschheits-Geschichte nach, die Kubrick in "2001" einfach per Schnitt überging. Allein dieser bewegende Augenblick mit seinen Errungenschaften unterstreicht die pazifistische Ansicht des Stoffes und lässt jedes Mal meine Nacken-Haare in Reih und Glied aufstellen. Einer von vielen großen Momente in einem einzigartigen Animations-Film, der völlig zu Unrecht die verdiente Anerkennung verwehrt blieb. Ein unbekannter Klassiker eben, der hoffentlich nochmals auf deutsch veröffentlicht wird.
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