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Winterdieb

L'enfant d'en haut (2012), CH/FR Laufzeit 98 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 08.11.2012


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7.5
Kritiker
12 Bewertungen
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7.1
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146 Bewertungen
15 Kommentare
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von Ursula Meier, mit Kacey Mottet Klein und Léa Seydoux

In dem französisch-schweizerischen Drama Winterdieb klaut sich ein Zwölfjähriger durch einen alpinen Ferienort.

Der zwölfjährige Simon (Kacey Mottet Klein) fährt täglich mit der Seilbahn vom Tal ins Skigebiet, um dort oben Touristen zu bestehlen. Die gestohlene Ausrüstung verkauft er den Nachbarskindern. Anfangs will Simon damit nur sein Taschengeld aufbessern, doch dann nehmen seine Beutezüge immer größere Ausmaße an. Seine Mutter Louise (Léa Seydoux), die sich als seine Schwester ausgibt, hat ihren Job verloren und so sorgt Simon mit seinen regelmäßigen Einnahmen dafür, dass die beiden sich irgendwie durchschlagen können.

Hintergrund & Infos zu Winterdieb
Winterdieb ist eines der Filmprojekte, das unter so vielen Titeln bzw. Arbeitstiteln bekannt ist, dass das mitunter für ziemliche Verwirrung sorgen dürfte. Der französische Originaltitel, unter dem der Film der Regisseurin und Drehbuchautorin Ursula Meier (Home) 2012 auch auf der Berlinale gezeigt wurde, lautet ’L’enfant d’en haut’. Die deutschen Arbeitstitel waren unter anderem ‘Simon & Louise’ und ‘Schwester’. International bekannt wurde Winterdieb jedoch auch unter dem Filmtitel ‘Sister’.

Ursula Meier führte bei Winterdieb Regie und beteiligte sich auch an der Entwicklung des Drehbuchs. Auf der Berlinale wurde die französisch-schweizerische Produktion 2012 mit dem Silbernen Bären (Sonderpreis) ausgezeichnet. In einer Nebenrolle ist übrigens Gillian Anderson (Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI) zu sehen. (AP)

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Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Winterdieb
Genre
Drama
Handlung
Bruder-Schwester Beziehung, Dieb, Hehlerei, Taschendieb
Verleiher
Arsenal Filmverleih GmbH
Produktionsfirma
Archipel 35, Canal+, Centre national de la Cinématographie, Ciné+, Eurimages, Fonds Regio Films, Office Fédéral de la Culture, Soficinéma 7, Suissimage, Vega Film, Véga Films

Kritiken (8) — Film: Winterdieb

Jörn Hetebrügge: fluter Jörn Hetebrügge: fluter

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8.0Ausgezeichnet

'Winterdieb' besticht durch eine poetische Bildsprache, die eine große Sensibilität für Schauplätze und soziale Realitäten offenbart.

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Marli Feldvoß: epd Film Marli Feldvoß: epd Film

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7.0Sehenswert

Man darf sich von Ursula Meiers Beteuerungen, dass sie nach Home, den sie einen 'horizontalen Film' nennt, einen 'vertikalen Film' drehen wollte, nicht täuschen lassen.

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Ulrike Frick: BR Ulrike Frick: BR

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7.5Sehenswert

Großartig gefilmtes und gespieltes, nuancenreiches Sozialdrama, das ein für solche Filme eher unbekanntes Milieu illustriert.

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alviesinger: bummelkino

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7.5Sehenswert

Ein kleiner Dieb auf der Suche nach seiner Rolle im Leben. Eine nichtsnutzige Schwester/Mutter, die selbst noch ein Kind ist. Dieses ewige Rollenspiel ist kein leichter Filmgenuss, aber ein lohnenswerter. Ursula Meier zeigt ein Kind zwischen zwei Welten, zwischen einem surrealen Disneyland voller Powder-Schnee und einem verdreckt-kargen Wohnhausblock an der Schnellstraße inmitten armer Menschen, die trotz allem ihr Leben meistern müssen. Dieser stete Wechsel spiegelt auch die Gefühlswelt des Protagonisten wieder – von himmelhochjauzend bis zur bitteren Einsamkeit. Es ist beeindruckend zu sehen wie die Figuren kämpfen, hadern, die Verantwortung vor sich hin schieben. Das träge Erzähltempo passt, die Bilder sind eindrucksvoll. „Winterdieb“ ist eine kleine Produktion, die das Massenpublikum verschmähen wird. Dabei funktioniert Meiers Film auf vielen Ebenen und hat mit Kacey Mottet Klein einen herausragenden Hauptdarsteller. In diesem ambivalenten Winterwunderland erfährt der Begriff White Trash eine völlig neue Bedeutung, erinnert anhand seines sehr speziellen Mikrokosmos an den überschätzten „Winter’s Bone“, den er aber zu überflügeln weiß.

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

CINEMAN.ch

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10.0Lieblingsfilm

Ursula Meier (Home) erzählt von einem Jungen und seiner Suche nach Liebe und Nähe, ohne dabei in Rührseligkeit zu verfallen. Dabei gelingt es ihr, einen Stil zwischen Realismus und künstlerischer Überhöhung zu finden, die von den Bildern der Kamerafrau Agnès Godard kongenial übersetzt werden. Ein wunderbarer Film, der durch seine leisen Zwischentöne, der feinen Spannung zwischen den Charakteren und seiner klugen Erzählweise zu überzeugen vermag.

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B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung B.Spoerri: Neue Zürcher Zeitung

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6.0Ganz gut

Bisweilen reizt Ursula Meier die Symbolhaftigkeit solcher Szenen bis zur Überdeutlichkeit aus, eine Neigung, die sich auch schon in «Home» bemerkbar gemacht hat.

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Jonas Ulrich: outnow.ch Jonas Ulrich: outnow.ch

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8.0Ausgezeichnet

Das Herzstück dieses Filmes ist also ganz und gar die Geschichte - eine herzerwärmende, berührende Geschichte, die sowohl mit leisem Humor wie mit stiller Tragik aufwartet.

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Andreas Borcholte: Spiegel Online Andreas Borcholte: Spiegel Online

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7.0Sehenswert

Sehenswertes Prekariatsdrama im Schatten des St-Moritz-Glamours.

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Kommentare (7) — Film: Winterdieb


Sortierung

Hate

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Vorsicht, kleiner "Spoiler" enthalten, wobei dieser auch in der Beschreibung steht, was mich zumindest etwas geärgert hat, denke es ist besser, wenn sich dies erst später auflöst. Da aber die meisten schon vorher die Beschreibung gelesen haben, sollte es kein Problem sein, das auch hier im Kommentar zu erwähnen.

Jedenfalls ein großartiger Film über eine interessante Mutter-Sohn-Beziehung, die man so wohl auch noch nicht gesehen hat.. ein Junge, der nie Kind sein kann, komplett auf sich gestellt ist und dabei große Überlebensfertigkeiten entwickelte, aber sich doch nur nach der Liebe und Fürsorge seiner Mutter sehnt.. die Mutter, selbst der Kindheit beraubt, total überfordert, hasst ihren Sohn dafür, aber (auch deshalb) noch mehr sich selbst.. gibt sich als die Schwester des Jungen aus um dieser Mutterrolle zu entfliehen.

Auch interessant, wie der arme Junge immer wieder in diese Reichen-Idylle einbricht (die dann auch entzaubert wird, wenn man die snobistischen, abwertenden und übertriebenen Reaktionen der Reichen sieht).. und ganz in diesem Ferienort aufgeht, wie in seiner eigenen kleinen Welt. Immer mit hohem Risiko und keinerlei Skrupeln, denn er sieht genau: Die haben alles - und wir nichts... in diesem Film steckt so viel, einfach ein Meisterwerk und grandios umgesetzt, in bedrückenden, eindrucksvollen Bildern festgehalten - toll gespielt, vor allem vom starken Jungschauspieler Kacey Mottet Klein und natürlich der fabelhaften Léa Seydoux (ihre traurigen, schulderfüllten Blicke!) und grandios erzählt, so dass es auch keinen Leerlauf gibt und auch stets immer wieder Spannung generiert werden kann. Alles in allem ein gelungenes Werk, das man auf jeden Fall gesehen haben sollte, wenn man auf anspruchsvollere Sozialdramen steht.

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VisitorQ

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Bewertung6.5Ganz gut

Jaha, in Léa Seydoux kann man sich durchaus schon mal vergucken. Winterdieb ist ein kleines, schönes und gelungenes Drama, das durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Sehenswert.

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ratomelf

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein seltsames Seherlebnis. Ich will diesen Film mögen, aber ich kann leider nicht.

Die mechanische Gleichgültigkeit, mit der die Erwachsenen diesem klauenden Jungen begegnen, hat irgendwie auf mich abgefärbt. Das ganze kam mir vor wie eine Versuchsanordnung; wie einer dieser Thesen-Filme aus den 70ern. Kopf-Kino, gut gespielt, aber emotional für mich nicht greifbar. Erwähnenswert bleibt aber die hervorragende Kameraarbeit..

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Hawaii91

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein klasse inszeniertes Drama aus der Schweiz/Frankreich. Besonders die Thematik, das ein Kind nicht ein Kind sein kann sondern in dem Alter wie ein Erwachsener denken und handeln muss am Beispiel des gebrochenen Verhältnisses zwischen Simon und seiner "Schwester", hat mir sehr gefallen. Kameraführung ist 1A - die emotionale Verfassung der einzelnen Charaktere wird dadurch besonders perfekt zur Geltung gebracht.

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8martin

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Bewertung7.5Sehenswert

Der zweite Film von Ursula Meier ist durchdachter und daher auch eindrucksvoller als ihr Erstling. Der 12jährige Simon (Kacey Mottet Klein), der unten im Tal in einem seelenlosen Hochhaus wohnt, fährt ins Skigebiet hinauf auf den Berg und klaut den reichen Touristen ihre Ausrüstung. Damit verdient er für sich und seine ‘Schwester‘ Louise (Léa Seydoux) den gemeinsamen Lebensunterhalt.
Diese Ausgangssituation wird dramaturgisch gesteigert durch diverse Probleme, die der Job für Simon mit sich bringt. Gleichzeitig erhöht aber auch die menschliche Seite der Geschichte ihre Schlagzahl. Louise gesteht, dass für sie Simon seit 12 Jahren ein Klotz am Bein war. Zweifel an dem angeblichen Bruder-Schwester Verhältnis kommen auf.
Hier liegt die Stärke des Films. Während Simon unter der Einsamkeit leidet und erst am Ende unter Tränen seine verletzte Seele offenbart, ist Louise alles andere als eine Mutter. Diese Rolle hat sie immer schon abgelehnt und dabei bleibt es auch. Meier schildert auch Ansätze der Verwahrlosung des sonderbaren Pärchens. Die lokale Differenz von unten (wo die Armen wohnen) und oben (die Reichen) ist eine ebenso geistreiche Facette wie das Ende: Simon und Louise in zwei gegenläufig fahrenden Gondeln. Die Welt der Reichen wird kurz aber eindrucksvoll von Gillian-Akte-X- Anderson verkörpert.
Plot und Schauspieler überzeugen. Das wunderschöne, winterliche Panorama dient als Kontrast zum menschlichen Drama.

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based_god

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Winterdieb" aka. "Sister" aka. "L’enfant d’en haut"

All diese Titel gehören ein und dem selben Film. Einem guten Film. Einem bedrückenden Film. Simon (verkörpert von unserer Zukunftshoffnung "Kacey Mottet Klein") erklaut sich in einem Schweizer Skigebiet seinen Lebensunterhalt. Er lebt zusammen mit der erwachsenen Louise (grandios: Léa Seydoux), die er "Sister" nennt und der er immer wieder Geld borgen muss. Durch einen grandiosen Dialog im BMW eines Lovers von Louise verändert sich für den Zuschauer die ganze Geschichte und langsam erkennt man, wie tieftraurig und grandios Ursula Meiers Werk ist.

Die Bilder des Skigebiets sind grandios eingefangen. Einige Kamera-Einstellungen sind Weltklasse. Die Regisseurin spielt gekonnt mit Erwartungen und schafft es durch das Verschweigen bzw. weglassen einiger Szenen und Informationen, Spannung bzw. Überraschungsmomente zu erzeugen. Kacey Mottet Klein ist trotz oder gerade wegen seinem Geburtsjahr 1998 ein für die Zukunft sehr interessanter Schauspieler, der unter Ursula Meier irgendwie am besten agiert.

Eine Nommination für den Ausland-Oscar sollte dieses Werk schon erhalten!

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Martin Quilitz

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein schönes Drama um einen Jungen der versucht an Geld zu kommen um seiner Mutter und sich selbst das Leben zu erleichtern. Während er mit 12 Jahren versucht irgendwie an Geld zu kommen, lässt die Mutter ihr Leben schleifen...

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