Winterdieb

L'enfant d'en haut (2012), CH/FR Laufzeit 98 Minuten, FSK 6, Drama, Kinostart 08.11.2012


Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.3
Kritiker
13 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.1
Community
155 Bewertungen
17 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Ursula Meier, mit Kacey Mottet Klein und Léa Seydoux

In dem französisch-schweizerischen Drama Winterdieb klaut sich ein Zwölfjähriger durch einen alpinen Ferienort.

Der zwölfjährige Simon (Kacey Mottet Klein) fährt täglich mit der Seilbahn vom Tal ins Skigebiet, um dort oben Touristen zu bestehlen. Die gestohlene Ausrüstung verkauft er den Nachbarskindern. Anfangs will Simon damit nur sein Taschengeld aufbessern, doch dann nehmen seine Beutezüge immer größere Ausmaße an. Seine Mutter Louise (Léa Seydoux), die sich als seine Schwester ausgibt, hat ihren Job verloren und so sorgt Simon mit seinen regelmäßigen Einnahmen dafür, dass die beiden sich irgendwie durchschlagen können.

Hintergrund & Infos zu Winterdieb
Winterdieb ist eines der Filmprojekte, das unter so vielen Titeln bzw. Arbeitstiteln bekannt ist, dass das mitunter für ziemliche Verwirrung sorgen dürfte. Der französische Originaltitel, unter dem der Film der Regisseurin und Drehbuchautorin Ursula Meier (Home) 2012 auch auf der Berlinale gezeigt wurde, lautet ’L’enfant d’en haut’. Die deutschen Arbeitstitel waren unter anderem ‘Simon & Louise’ und ‘Schwester’. International bekannt wurde Winterdieb jedoch auch unter dem Filmtitel ‘Sister’.

Ursula Meier führte bei Winterdieb Regie und beteiligte sich auch an der Entwicklung des Drehbuchs. Auf der Berlinale wurde die französisch-schweizerische Produktion 2012 mit dem Silbernen Bären (Sonderpreis) ausgezeichnet. In einer Nebenrolle ist übrigens Gillian Anderson (Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI) zu sehen. (AP)

  • 37795279001_1863872722001_th-506454932144b0e42ec10c39-672293882001
  • 37795279001_1863983780001_th-5064567ab838b0e41dfac454-1592194031001
  • Winterdieb
  • Winterdieb
  • Winterdieb

Mehr Bilder (10) und Videos (4) zu Winterdieb


Cast & Crew

Regie
Schauspieler
Drehbuch
Filmdetails Winterdieb
Genre
Drama
Handlung
Bruder-Schwester Beziehung, Dieb, Hehlerei, Taschendieb
Verleiher
Arsenal Filmverleih GmbH
Produktionsfirma
Archipel 35, Canal+, Centre national de la Cinématographie, Ciné+, Eurimages, Fonds Regio Films, Office Fédéral de la Culture, Soficinéma 7, Suissimage, Vega Film, Véga Films

Kommentare (9) — Film: Winterdieb


Sortierung

uncut123

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

was am anfang noch als "acher der freche bengel" rüberkommt wird dann immer mehr zur intensiven tahlfart zwischen den beiden...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

dannydiaz

Kommentar löschen
Bewertung6.0Ganz gut

Eigentlich ganz gut, aber dann doch zu lasch ausgeführt.
Ursula Meier ist halt keiner der Dardenne Brüder. (Rosetta)
Das ganze ist triefend an Symbolik. Bergvs Tal Oben/Unten vs Ober/Unterschicht, Beziehung hat Risse, Hauswände haben Risse. Die Kamera ist viel zu, viel zu,sehr viel zu selbstverliebt. Da ist mir eine nahe spontane Kamera lieber. Es muss nicht total verwackelt sein, aber ein bischen messy kann es schon sein. Dieses Kamerschienefahrten Ding noch und nöcher nervt.
Auch von der Storykonstrukion gibts es einige Stolpersteine, die zwar nicht schlimme Logikgoofs sind aber ebenso aus einem guten Film rausschleudern. ("Ey die geklauten Ski sehen zu neu aus, ich bring sie dir morgen, damit du einen Kratzer rein machen kannst." Warum macht er das nicht einfach selbst.?)
Daraus hätte echt ein interessanter Film werden können, wie sich ein Junge durch den Winter im LuxusSkiort hadert, aber irgendwo hat der Film mich auf dem Weg verloren.
Der Film will das Richtige zeigen, aber er hat ja gar keine Ahnung von seinen Charakteren.
Nene, da guck ich lieber nochmal "Le gamin avec le velo"

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hate

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Vorsicht, kleiner "Spoiler" enthalten, wobei dieser auch in der Beschreibung steht, was mich zumindest etwas geärgert hat, denke es ist besser, wenn sich dies erst später auflöst. Da aber die meisten schon vorher die Beschreibung gelesen haben, sollte es kein Problem sein, das auch hier im Kommentar zu erwähnen.

Jedenfalls ein großartiger Film über eine interessante Mutter-Sohn-Beziehung, die man so wohl auch noch nicht gesehen hat.. ein Junge, der nie Kind sein kann, komplett auf sich gestellt ist und dabei große Überlebensfertigkeiten entwickelte, aber sich doch nur nach der Liebe und Fürsorge seiner Mutter sehnt.. die Mutter, selbst der Kindheit beraubt, total überfordert, hasst ihren Sohn dafür, aber (auch deshalb) noch mehr sich selbst.. gibt sich als die Schwester des Jungen aus um dieser Mutterrolle zu entfliehen.

Auch interessant, wie der arme Junge immer wieder in diese Reichen-Idylle einbricht (die dann auch entzaubert wird, wenn man die snobistischen, abwertenden und übertriebenen Reaktionen der Reichen sieht).. und ganz in diesem Ferienort aufgeht, wie in seiner eigenen kleinen Welt. Immer mit hohem Risiko und keinerlei Skrupeln, denn er sieht genau: Die haben alles - und wir nichts... in diesem Film steckt so viel, einfach ein Meisterwerk und grandios umgesetzt, in bedrückenden, eindrucksvollen Bildern festgehalten - toll gespielt, vor allem vom starken Jungschauspieler Kacey Mottet Klein und natürlich der fabelhaften Léa Seydoux (ihre traurigen, schulderfüllten Blicke!) und grandios erzählt, so dass es auch keinen Leerlauf gibt und auch stets immer wieder Spannung generiert werden kann. Alles in allem ein gelungenes Werk, das man auf jeden Fall gesehen haben sollte, wenn man auf anspruchsvollere Sozialdramen steht.

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

VisitorQ

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Jaha, in Léa Seydoux kann man sich durchaus schon mal vergucken. Winterdieb ist ein kleines, schönes und gelungenes Drama, das durchaus etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Sehenswert.

bedenklich? 10 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ratomelf

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Ein seltsames Seherlebnis. Ich will diesen Film mögen, aber ich kann leider nicht.

Die mechanische Gleichgültigkeit, mit der die Erwachsenen diesem klauenden Jungen begegnen, hat irgendwie auf mich abgefärbt. Das ganze kam mir vor wie eine Versuchsanordnung; wie einer dieser Thesen-Filme aus den 70ern. Kopf-Kino, gut gespielt, aber emotional für mich nicht greifbar. Erwähnenswert bleibt aber die hervorragende Kameraarbeit..

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hawaii91

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Ein klasse inszeniertes Drama aus der Schweiz/Frankreich. Besonders die Thematik, das ein Kind nicht ein Kind sein kann sondern in dem Alter wie ein Erwachsener denken und handeln muss am Beispiel des gebrochenen Verhältnisses zwischen Simon und seiner "Schwester", hat mir sehr gefallen. Kameraführung ist 1A - die emotionale Verfassung der einzelnen Charaktere wird dadurch besonders perfekt zur Geltung gebracht.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

8martin

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Der zweite Film von Ursula Meier ist durchdachter und daher auch eindrucksvoller als ihr Erstling. Der 12jährige Simon (Kacey Mottet Klein), der unten im Tal in einem seelenlosen Hochhaus wohnt, fährt ins Skigebiet hinauf auf den Berg und klaut den reichen Touristen ihre Ausrüstung. Damit verdient er für sich und seine ‘Schwester‘ Louise (Léa Seydoux) den gemeinsamen Lebensunterhalt.
Diese Ausgangssituation wird dramaturgisch gesteigert durch diverse Probleme, die der Job für Simon mit sich bringt. Gleichzeitig erhöht aber auch die menschliche Seite der Geschichte ihre Schlagzahl. Louise gesteht, dass für sie Simon seit 12 Jahren ein Klotz am Bein war. Zweifel an dem angeblichen Bruder-Schwester Verhältnis kommen auf.
Hier liegt die Stärke des Films. Während Simon unter der Einsamkeit leidet und erst am Ende unter Tränen seine verletzte Seele offenbart, ist Louise alles andere als eine Mutter. Diese Rolle hat sie immer schon abgelehnt und dabei bleibt es auch. Meier schildert auch Ansätze der Verwahrlosung des sonderbaren Pärchens. Die lokale Differenz von unten (wo die Armen wohnen) und oben (die Reichen) ist eine ebenso geistreiche Facette wie das Ende: Simon und Louise in zwei gegenläufig fahrenden Gondeln. Die Welt der Reichen wird kurz aber eindrucksvoll von Gillian-Akte-X- Anderson verkörpert.
Plot und Schauspieler überzeugen. Das wunderschöne, winterliche Panorama dient als Kontrast zum menschlichen Drama.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

based_god

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Winterdieb" aka. "Sister" aka. "L’enfant d’en haut"

All diese Titel gehören ein und dem selben Film. Einem guten Film. Einem bedrückenden Film. Simon (verkörpert von unserer Zukunftshoffnung "Kacey Mottet Klein") erklaut sich in einem Schweizer Skigebiet seinen Lebensunterhalt. Er lebt zusammen mit der erwachsenen Louise (grandios: Léa Seydoux), die er "Sister" nennt und der er immer wieder Geld borgen muss. Durch einen grandiosen Dialog im BMW eines Lovers von Louise verändert sich für den Zuschauer die ganze Geschichte und langsam erkennt man, wie tieftraurig und grandios Ursula Meiers Werk ist.

Die Bilder des Skigebiets sind grandios eingefangen. Einige Kamera-Einstellungen sind Weltklasse. Die Regisseurin spielt gekonnt mit Erwartungen und schafft es durch das Verschweigen bzw. weglassen einiger Szenen und Informationen, Spannung bzw. Überraschungsmomente zu erzeugen. Kacey Mottet Klein ist trotz oder gerade wegen seinem Geburtsjahr 1998 ein für die Zukunft sehr interessanter Schauspieler, der unter Ursula Meier irgendwie am besten agiert.

Eine Nommination für den Ausland-Oscar sollte dieses Werk schon erhalten!

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Martin Quilitz

Kommentar löschen
Bewertung6.5Ganz gut

Ein schönes Drama um einen Jungen der versucht an Geld zu kommen um seiner Mutter und sich selbst das Leben zu erleichtern. Während er mit 12 Jahren versucht irgendwie an Geld zu kommen, lässt die Mutter ihr Leben schleifen...

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten


Fans dieses Films mögen auch