Vertreter des von mir soeben erfundenen "Odyssee-Genres": Ein etwa achtjähriger Junge versucht hartnäckig und bedingungslos, von einem anderen Menschen Unheil abzuwenden. Da er als Kind jedoch zu den Schwachen der Gesellschaft gehört, kommt er gegen die Ignoranz und den Egoismus des Umfelds nicht an. Erst die Nächstenliebe eines alten Mannes - der auf der anderen Seite des Lebens steht und damit ebenfalls zu den Vergessenen zählt - mindert die Hoffnungslosigkeit.
Eine wundervolle Parabel über Nächstenliebe und die Freiheit, die daraus erwächst. Einfach und schlicht im besten Sinne. Die Kamera ist meist auf der Höhe des Kindes, um dem Alltag sein gewohntes Antlitz zu nehmen (mal abgesehen davon, dass für einen Westeuropäer in diesem Film nichts alltäglich ist). Explizite Gesellschaftskritik wird man vergeblich suchen, darin liegt letztlich auch die Größe des Films.
Verwandte: „Die Geschichte der Qiuju“ und "Keiner weniger" von Zhang Yimou.
Tja, so spontan will mir leider nichts mehr einfallen. Aber ich bin sicher, da gibt's noch einiges. Halt so Michael-Kohlhaas-Varianten; Roadmovies, aber eher Kafka als Easy Rider, eher Tretmühle als Freiheit. Oft tauchen auch immer wieder die gleichen Orte auf.
Dabei komm ich drauf: "Das Schloß" vom Haneke (???) - ich trau's mich ja fast nicht zu schreiben. Oder als Grenzgänger zum Film Noir: "Red Rock West" von John Dahl. Aber das trifft alles nicht den Nagel auf den Kopf. Am ehesten noch die ganz oben Genannten.
Ich habe diesen film vor vielen Jahren zufällig auf ARTE gesehen und nicht mehr vergessen, so sehr hat er mich beeindruckt. Seither versuche ich vergeblich diesen Film auf DVD zu bekommen. Hat jemand einen Tipp für mich, wie ich zu diesem Film kommen könnte? Ich habe schon so vielen Leuten diesen Film erzählt und würde ihn auch gerne mal anderen zeigen. Auch die Filmmusik hat mir übrigens gut gefallen.
Wo ist das Haus meines Freundes? - Kritik
IR 1987 Laufzeit 83 Minuten, Drama, Kinostart 07.01.1993
Kommentare (2) — Film: Wo ist das Haus meines Freundes?
Kommentar schreibenSchlegel 2009/11/12 13:59:32
Kommentar löschenVertreter des von mir soeben erfundenen "Odyssee-Genres": Ein etwa achtjähriger Junge versucht hartnäckig und bedingungslos, von einem anderen Menschen Unheil abzuwenden. Da er als Kind jedoch zu den Schwachen der Gesellschaft gehört, kommt er gegen die Ignoranz und den Egoismus des Umfelds nicht an. Erst die Nächstenliebe eines alten Mannes - der auf der anderen Seite des Lebens steht und damit ebenfalls zu den Vergessenen zählt - mindert die Hoffnungslosigkeit.
Eine wundervolle Parabel über Nächstenliebe und die Freiheit, die daraus erwächst. Einfach und schlicht im besten Sinne. Die Kamera ist meist auf der Höhe des Kindes, um dem Alltag sein gewohntes Antlitz zu nehmen (mal abgesehen davon, dass für einen Westeuropäer in diesem Film nichts alltäglich ist). Explizite Gesellschaftskritik wird man vergeblich suchen, darin liegt letztlich auch die Größe des Films.
Verwandte: „Die Geschichte der Qiuju“ und "Keiner weniger" von Zhang Yimou.
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alanger 2009/11/12 14:37:27
Antwort löschenwas würdest du sonnst noch in das "Odyssee-Genre" (von den beiden genannten, die mir leider nix sagen) reintun?
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Schlegel 2009/11/12 15:49:19
Antwort löschenTja, so spontan will mir leider nichts mehr einfallen. Aber ich bin sicher, da gibt's noch einiges. Halt so Michael-Kohlhaas-Varianten; Roadmovies, aber eher Kafka als Easy Rider, eher Tretmühle als Freiheit. Oft tauchen auch immer wieder die gleichen Orte auf.
Schlegel 2009/11/12 15:53:08
Antwort löschenDabei komm ich drauf: "Das Schloß" vom Haneke (???) - ich trau's mich ja fast nicht zu schreiben. Oder als Grenzgänger zum Film Noir: "Red Rock West" von John Dahl. Aber das trifft alles nicht den Nagel auf den Kopf. Am ehesten noch die ganz oben Genannten.
traubella 2009/09/23 13:33:03
Kommentar löschenIch habe diesen film vor vielen Jahren zufällig auf ARTE gesehen und nicht mehr vergessen, so sehr hat er mich beeindruckt. Seither versuche ich vergeblich diesen Film auf DVD zu bekommen. Hat jemand einen Tipp für mich, wie ich zu diesem Film kommen könnte? Ich habe schon so vielen Leuten diesen Film erzählt und würde ihn auch gerne mal anderen zeigen. Auch die Filmmusik hat mir übrigens gut gefallen.
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