Wuthering Heights

Wuthering Heights (2011),
Laufzeit 129 Minuten, FSK 0, Drama

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- Kritiker
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Wuthering Heights - Bild 5870810
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von Andrea Arnold, mit Kaya Scodelario und Nichola Burley

Das Findelkind Heathcliff lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Obhut der betuchten Familie Earnshaw. Über die Jahre entwickelt sich zwischen Heathcliff und seiner Stiefschwester Cathy eine tiefe Freundschaft, die schließlich zur Liebe reift. Doch als diese einen Heiratsantrag vom wohlhabenden Edgar Linton erhält und diesem nicht abgeneigt scheint, sieht Heathcliff keinen anderen Weg als das Gut zu verlassen – zumal er nach dem Tod des alten Earnshaw zunehmend von seinem Stiefbruder Hindley schikaniert wird.

17. Adaption von Emily Brontës Literaturklassiker, den u.a. schon William Wyler (Stürmische Höhen) (1939), Luis Buñuel (Abgründe der Leidenschaft) (1954) und Jacques Rivette (Sturmhöhe) (1985) verfilmten. In die Fußstapfen von Stars wie Laurence Olivier oder Ralph Fiennes bzw. Merle Oberon oder Juliette Binoche treten Newcomer James Howson, der erste schwarze Heathcliff, und Englands Nachwuchshoffnung Kaya Scodelario. Für die Regie der hier erstmals aus weiblicher Perspektive, sehr modern und rau erzählten Story zeichnet Fish Tank -Regisseurin Andrea Arnold verantwortlich.

Quelle: Blickpunkt:Film


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Kommentar — Film: Wuthering Heights

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Andrea Arnold und ihre ersten Werke habe ich bis jetzt leider sträflichst vernachlässigt. Umso neugieriger war ich schließlich auf ihre Interpretation von "Wuthering Heights" sowie ihre Annäherung diesen Stoff Film werden zu lassen.
Dabei wird von ihr ein sehr interessanter und für mich in erster Linie auch angenehmer Weg gewählt, indem sie die Opulenz herkömmlicher Kostümdramen konsequent verneint und stattdessen auf Realismus setzt. Freunde ersterer werden es wohl schwer haben sich mit dieser Version anfreunden zu können, denn neben der angesprochenen Form der Inszenierung liegt es Arnold des weiteren fern ihren Film durch musikalische Begleitung zu dem ein oder anderen gekünstelten Emotions-Klimax zu führen, sondern überlässt es vielmehr jedem selbst die Gefühlswelt der Protagonisten zu erkunden. So ist es auch nicht verwunderlich, dass bis auf die letzte Minute inklusive Abspann nur natürliche Geräusche für eine akkurate Soundkulisse sorgen.
Ein sehr faszinierender Ansatz dieses Werkes ist es, wie Arnold die Umwelt ihrer Figuren ins Bild rückt. Man ist geneigt zu behaupten, dass die Natur die eigentliche, tragende Rolle spielt. Andrea Arnold verlässt sich hier voll auf die impressionistische Kraft der naturalistischen Bilder um einen Blick für die Düsternis der Geschichte zu bekommen. Oberflächlich betrachtet mag das dem Stil eines Terrence Malick gar nicht unähnlich sein und doch so konträr, da sich die Regisseurin nicht einem philosophischen Unterbau bedient, sondern vielmehr oder besser lediglich Eindrücke schaffen möchte.
Ich bin ja persönlich ein großer Freund der "Show, don't tell" Auffassung und deshalb ist es so erfreulich, dass hier die Worte Platz machen müssen für die Eindringlichkeit von Blicken, Gesten und zarten Berührungen, welche die anfängliche Neugier, Liebe, Wut, Bessessenheit und den Hass der Menschen füreinander besingen.
Arnold kreiert eine unglaublich raue Atmosphäre, die von Momenten großer Intimität durchbrochen wird, nicht aufdringlich sondern ganz großartig eingeflochten. Als beispielsweise die junge Catherine Heathcliff seinen von Peitschenhieben blutigen Rücken mit der Zunge liebkost empfinde ich das als einen sehr sensibel eingefangenen Augenblick, der ohne dabei ein Wort zu verlieren unglaublich viel zu erzählen weiß.
Lobenswert mutig und kompromisslos inszeniert, nicht im ersten Moment überwältigend, gibt man ihm jedoch Zeit seine Wirkung zu entfallten, ist er ein wahrlich großartiges Filmerlebnis und für mich ein kleines Meisterwerk.

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