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Young Adult

Young Adult (2011), US Laufzeit 94 Minuten, FSK 12, Komödie, Drama, Kinostart 23.02.2012


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7.1
Kritiker
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6.3
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1338 Bewertungen
105 Kommentare
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von Jason Reitman, mit Charlize Theron und Patton Oswalt

Charlize Theron übernimmt in Young Adult die Rolle einer schlecht gelaunten Autorin, die Probleme damit hat Probleme zu haben.

Nein, so benimmt sich wahrlich kein Erwachsener: Young Adult erzählt die Geschichte von Mavis Gary (Charlize Theron), die in ihrer Jugend das Zeug zu einer Homecoming Queen gehabt hätte. Heute, 20 Jahre später, zeigt das Alter seine Spuren, aber nur auf der Oberfläche ihrer Haut. Mavis arbeitet als Verfasserin von Kinder- und Jugendbüchern, zieht auf abendliche Trinkgelage um morgens verkatert aufzuwachen und weigert sich erwachsen zu werden. Als sie erfährt, dass ihre ehemalige Highschoolliebe Buddy Slade (Patrick Wilson) Vater geworden ist, glaubt sie ihn von seinem schweren Los befreien und zurückgewinnen zu müssen. Buddy ist allerdings sehr stolz auf sein Baby und mittlerweile auch glücklich verheiratet – was Mavis nicht davon abhält ihn trotzdem zurückerobern zu wollen. Bei der Umsetzung ihres Plans verbündet sich Mavis mit Matt Freehauf (Patton Oswalt), einem früheren Klassenkameraden, der ebenso wie sie in der Vergangenheit lebt. Scheinbar verloren in der Generation Young Adult, angefeindet von ihren ehemaligen Schulkameradinnen und so alles andere als willkommen versucht Mavis ihr Leben endlich auf die rechte Spur zu bringen.

Hintergrund & Infos zu Young Adult
Wie schon in Juno arbeitete Regisseur Jason Reitman in Young Adult mit Drehbuchautorin Diablo Cody zusammen, was damals von großem Erfolg gekrönt wurde, indem Cody den Oscar für das Beste Drehbuch gewann, Reitman immerhin für die Beste Regie nominiert worden war. Gleiches gilt für Up in the Air, der insgesamt sechs Oscarnominierungen erhielt (neben der Besten Regie gleich drei für die Darsteller George Clooney, Vera Farmiga und Anna Kendrick). Die Voraussetzungen für einen weiteren Erfolg stehen also nicht schlecht für Young Adult.

Nach mehreren Nebenrollen in den vergangenen Jahren (u.a. in The Road) ist Charlize Theron 2012 neben Young Adult gleich in zwei weiteren Großprojekten zu sehen: in Prometheus – Dunkle Zeichen von Ridley Scott und als böse Königin in Snow White and the Huntsman von Rupert Sanders.

Weitere Rollen in Young Adult spielen Elizabeth Reaser (Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen) und J.K. Simmons (Spider-Man), wobei Letzterer nur auf Mavis’ AB zu hören ist. (EM)

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Mehr Bilder (19) und Videos (12) zu Young Adult


Cast & Crew


Kritiken (23) — Film: Young Adult

Arthur A.: www.filmfutter.com

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6.5Ganz gut

Eine bitterböse Komödie vom Juno-Team Jason Reitman/Diablo Cody mit der Oscar-Preisträgerin Charlize Theron. Amüsant und gut gespielt, aber insgesamt zu oberflächlich.

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Julio Sacchi: Das Manifest

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5.5Geht so

Frage mich, was da der Pitch gewesen ist. Borderline-Psychopathin kommt aus der großen Stadt zurück ins verkackte Heimatkaff und will ihr Highschool-Sweetheart wiederhaben?! Zwei Fragen. Warum will sie das? Und was erzählt der Film dann? Erstens: Weiß keiner. Zweitens: Nichts. Unter den Blinden ist der Einäugige König, und so fällt die verrückte Hauptfigur inmitten der Karierte-Hemden-Träger mit ihren Blagen und den Einfamilienhäusern und den Sports Bars und dem Fast Food zwangsweise am sympathischsten aus. Charlize Theron ist zwar auch weiterhin nicht in der Lage, sowas wie Empathie in ihr Spiel zu bringen - keine Ahnung, wann aus dem natürlich-talentierten Mädchen aus DEVIL'S ADVOCATE dieser Apartheidmodel-Schauspielroboter geworden ist - aber die Bitch hat sie drauf. Reicht aber leider nicht für diesen merkwürdigen, stagnierenden Film, der sich am Ende zunächst in den Irrsinn rettet, um dann wenigstens tatsächlich seiner durchgeknallten Hauptfigur den Rücken zu stärken. Das war n Satz mit x.

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Medienjournal: Medienjournal-Blog.de

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7.5Sehenswert

[...] Doch auch der restliche Cast weiß zu überzeugen, wenn er auch – vom Bekanntheitsgrad – weit hinter Theron zurücksteht. Grundsätzlich ist Young Adult aber auch tatsächlich eine One-Woman-Show, was noch dadurch verstärkt wird, dass sich Mavis‘ Welt gleichsam ausschließlich um sie selbst dreht und alle anderen Personen zu Statisten degradiert werden, was sich auch in ihrem rücksichtslosen Verhalten widerspiegelt. Es fällt schwer, Mavis gern zu haben und das ist auch durchaus beabsichtigt, doch trotzdem baut sich im Laufe der Zeit eine gewisse Sympathie zu diesem schrulligen Charakter auf, insbesondere im Wechselspiel mit Patton Oswalt als Matt Freehauf, einen die Welt und die Menschen verachtenden Eigenbrötler, der die perfekte Entsprechung zu Mavis zu bilden scheint, so unterschiedlich die Figuren auch auf den ersten Blick wirken. [...]

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ChristiansFoyer: Cellurizon.de

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7.5Sehenswert

[...]„Young Adult“ ist nicht für‘s Herz, auch wenn das gelegentlich in der Luft liegt, eine süßliche Parfümwolke von alles-wird-schon-irgendwie-gut-Wohlfühligkeit und leise Erlösungsversprechungen für die Hauptfigur Mavis – der Film rümpft dann doch immer wieder eher die Nase, statt das klebrige Zeug aufzutragen. Jene Mavis ist from start to finish eine verdrießliche Unsympathin, die ersten paar Szenen ein Querschnitt durch ihr Leben: abgeranzt liegt sie quer über ihr Bett verteilt, während dullige Reality-TV-Formate laufen, um den Kater wegzuspülen wird die Coke light aus der Flasche eingekippt, der Brüste vergrößernde Plastik-BH wird unter’m ranzigen Shirt weggezogen, ein bißchen Sport auf der Wii getrieben – und dann das Bild eines neugeborenen Mädchens in einer Mischung aus Unverständnis und Angewidertheit betrachtet, nachdem sie die Mail von ihrem Schwarm Buddy erhalten hat. Autorin Brook Busey-Hunt, b.k.a. Diablo Cody, sollte man beim Portrait dieser Lotterlotte, die später mit Maniküre/Pedikür und Hairextensions von der Schlotter- zur Prom Queen und wieder zurück wechselt, einfach vergessen. Denn gerade in dieser Eigendemontage wirkt „Young Adult“ selbstverliebt, wenn man sich vorstellt, das Cody sich hier (inwieweit auch immer) selbst beschreibt.[...]

[...]Schwer fällt’s aber nicht, Cody dahinter zu vergessen, denn diese schlurfige Narzistin in Jogginghose und Hello Kitty-Shirt gehört ganz Charlize Theron. Ohne Anflug von Romantik jagt Mavis einem Trugbild der Jugend nach; dem Traumprinzen, dem einen, dem Mann für’s Leben. Unvorstellbar scheint es ihr, dass ihr Buddy mit einer so unscheinbaren Pomeranze wie Beth hat glücklich werden können, das der Job als Vater ihn ausfüllt. Ihre Anbiederungsversuche sind manchmal von einem peinlichen Amüsement (wenn sie Buddy daran erinnert, wie sie ihm zu dem Song einen geblasen hat, den seine Frau ihm gerade mit ihrer Band junger Mütter widmet), mitunter auch von einer tiefen Tragik und einer Armseeligkeit, die Mitleid erregen könnte, würde Mavis nur nicht so blind und selbstversessen übersehen, um wie vieles ihr die Liebe (oder was sie sich darunter vorgestellt hat) von einst entwachsen ist. Auch „Young Adult“ umgeht den Punkt nicht, an dem die saufende, emotionsfehlgesteuerte Mavis erklärt und begründet wird, schreibt ihr das gewisse Ereignis in den Lebenslauf, das ihren Fortgang bestimmt hat und ganz ohne Läuterung wird Mavis nicht in ihr Appartment nach Minneapolis zurück reisen.[...]

[...]„Young Adult“ hält es aber wie nicht viele overcome-your-past-Stories offen, wohin es diese Mavis verschlagen wird und der Film nimmt sich weder so wichtig, noch glaubt er eine Weisheit zu verkaufen, die dem Zuschauer am Ende die Antwort verbieten will, dass es einem möglicherweise völlig egal ist. Was heißt nun „erwachsen sein“ oder „nicht erwachsen sein“, das glaubt der Film nicht final beantworten zu müssen, auch wenn er diese beiden Zustände einigermaßen plakativ voneinander abspaltet: erwachsen ist Familie und so, Demut, ein Häuschen, Verantwortungsbewusstsein, irgendwie ist das auch langweilig und spießig und nicht erwachsen sein halt das Gegenteil. Dass „Young Adult“ nicht zu „entweder oder“, „kann sein oder auch nicht“ wird, liegt an seinen Hauptdarstellern. Charlize Theron zeigt sich wieder als eine der besten Schauspielerinnen unter den überirdisch schönen Hollywood-Diven, im schwammigen „King Of Queens“-Sonderling Patton Oswalt findet sich ein idealer Gegenpart, die Chemie zwischen der Zicke und dem zynischen Actionfigurenzusammensetzer passt wie’s A auf’s O.[...]

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ChristiansFoyer

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Da spricht so viel nicht dagegen ;)


Co-Pilot

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Mavis war mir überhaupt nicht unsympathisch... - aber da steh ich scheinbar allein auf weiter Flur. :()


stuforcedyou: Die Drei Muscheln, CinemaFo...

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8.5Ausgezeichnet

Mit subtilem Witz und scharfer Tragik, die sich hinter der lockerleichten Inszenierung versteckt, porträtieren Diablo Cody und Jason Reitman nicht nur die Autorin Marvis Gary (grandios: Charlize Theron), sondern auch eine ganze Charakterklasse, die ich gerne als die Quarterbacks bezeichne, da es ist ein ungeschriebenes Filmgesetz zu sein scheint, dass beliebte und egoistische Kids in Filmen meist Quarterbacks sind. Mavis Gary war kein Quarterback, aber eine High School Queen, die mit (geschätzt Mitte 30) immer noch in dieser Rolle feststeckt und sich damit vorgaukelt glücklich zu sein. Welch große Lebenslüge, die der Film ohne allzu großes Getöse hinterfragt. Das Mavis dabei unsympathisch bleibt, störte mich gar nicht, eher im Gegenteil. Genau das machte sie so interessant. Auch mit unsympathischen Figuren kann ich mitfühlen, wenn sie keine bloßen Schablonen sind, die nur Erwartungen erfüllen sollen.

„Young Adult“ ist ein wirklich sehenswerter und ehrlicher Film, der nicht der Versuchung erliegt einfache Lösungen darzubieten und mich wirklich gerührt hat. Jason Reitman, du bist wirklich super.

24 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 8 Antworten

freakualizer

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Klasse Kommentar! "Wirklich sehenswert" seh ich auch so. ^^
7,5 bei mir.


nukular00

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Theron und Oswalt sind wirklich Klasse in dem Film und auch die Story der beiden gefällt. Alles andere ist jedoch sehr mittelmäßig, was den Film insgesamt schlechter macht.


Flibbo: Wie ist der Film?

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6.0Ganz gut

[...] Nicht nur, dass „Young Adult“ durch Productplacement von unfassbaren Ausmaßen irritiert (aus irgendeinem Grund wird permanent Markenwerbung gemacht, als hätte der Film es nötig), man kann aus der Geschichte auch kaum etwas mitnehmen, weil die Botschaft mehr oder weniger von vornherein klar ist und man sich schließlich eher frustriert als weitergebracht fühlt. „Young Adult“ besticht durch tolle Stars und gewohnt scharfe, gute Dialoge, tut sich aber schwer mit seiner Grundstimmung und fällt auseinander, wenn das erwartete Genre nach und nach umkippt. Dass letztlich derart in psychischen Abgründen gebohrt wird, erwartet man bei der angepriesenen Komödie einfach nicht. Die Entwicklungen und der Umgang mit den Figuren sind gewagt, was an sich interessant ist, ergeben aber leider kein stimmiges Ganzes. [...]

Kritik im Original 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

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3.0Schwach

Aus irgendeinem Grund hält sich Diablo Cody offenbar für die interessanteste Person der Welt. Triefte ihr Drehbuch zu " Juno" vor unerträglich schwachsinnigen Mädchenweisheiten, die sie darin ausnahmslos jeder Figur auf die Lippen drücken musste, versucht einen die zu Papier gebrachte Dümmlichkeit namens "Young Adult" nun mit genau dieser weltfremden Hipsterideologie einer an sich selbst scheiternden Schriftstellerin zu versöhnen. Wahrscheinlich ist es deren allzu spürbar autobiographischen Zügen geschuldet, dass die wie immer im Cody-Universum hemmungslos herumplappernde Irre am Ende nicht den verdienten Weg zum Psychotherapeuten, sondern der Selbstbestätigung geht. Abseits der verlogenen Blödsinnigkeit dieses bereits zweiten Films, den der eigentlich nicht unfähige Jason Reitman nach Anleitung eines Drehbuchs dieser nervigen Trulla runterdreht, amüsieren das remarkable fancy Spiel Charlize Therons und manch kauzige Situatiönchen, die Cody vermutlich beim täglichen Schlürfen ihres Latte macchiatos eingefallen respektive schlicht ihrer kuriosen persönlichen Wahrnehmung entsprungen sind, aber natürlich mit Blick auf die Schlussszene nicht einmal infrage gestellt werden. Und liebe, liebe Diablo: Du bist nicht der einzige Mensch, der seine Pubertät in den 90ern erlebte. Also schnapp Dir Deine blöden Mixtapes und fahr nach Seattle. Tschüsschen mit Küsschen.

14 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 23 Antworten

fkfilmkritik

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Ach der ist von der Autorin? Dann spare ich mir den doch. "Juno" und besonders (!) "Jennifers Body" haben da gereicht! Schade Jason. :(


Co-Pilot

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Der Kommentar ist doch gefaked um hier Discusses anzuregen... - Mr Vincent Vega ich kauf Dir kein Wort ab...


the gaffer: the-gaffer.de

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7.0Sehenswert

Mit seinem neuen Diablo Cody-Projekt Young Adult macht Jason Reitman auf halber Strecke kehrt, um kurz vor Schluss doch noch in den kreativen Sonnenuntergang zu lenken. Charlize Theron spielt sich die Seele aus dem Leib, ohne dass sie einem diese Tatsache zwei Stunden auf die Nase bindet. Vielleicht hat die Schauspielerin des Jahres 2012™ deswegen keine Oscar-Nominierung bekommen. Wie ihre vom gewöhnlichen Leben gebeutelte Kinderbuchautorin mit dem Alkohol- und Schimpfwortproblem wider besseren Wissens versucht, ihre mittlerweile verheiratete Jugendliebe für sich zu gewinnen, gehört zu den tragischsten Selbsterfahrungstrips, die einem dieses Jahr abseits Dschungelcamp’scher Erniedrigungen unter die Augen kommen werden. Und das ist kein willkürlich gewählter Vergleich. Der beste Reitman bisher und ein Film zum Wiedererkennen.

Kritik im Original 7 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Wolfgang M. Schmitt jun.: www.die-filmanalyse.de

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7.5Sehenswert

Die Tragikomödie „Young Adult“ von Jason Reitman ist ein hochintelligentes Anti-Märchen. Die 37jährige Charlize Theron spielt eine Frau namens Mavis Gary in eben diesem Alter an dem Scheitelpunkt ihres Lebens. Ihren Job als Ghostwriterin einer Groschenromanreihe für junge Erwachsene (young adults) hat sie verloren, ihre Ehe wurde geschieden und der Aufbruch aus der Provinz in die große Stadt endete im Appartement eines anonymen Hochhauses. Sie beschließt in ihre beschauliche Heimatstadt zu reisen und ihre Highschool-Liebe Buddy Slade (Patrick Wilson) – inzwischen ist er verheiratet und Vater – zurückzuerobern. Es könnte wieder eines dieser alten neuen Hollywood-Märchen sein, doch trägt es eher Dürrenmatts Handschrift.

In „Der Besuch der alten Dame“ kehrt die reiche Claire Zachanassian heim in das Dorf ihrer Kindheit, um sich an ihrer Jugendliebelei Alfred Ill zu rächen. Sie bietet dem Kaff Güllen eine Milliarde, wenn er getötet wird. Sie erkauft sich Gerechtigkeit. Gerechtigkeit fordert nach ihrem Verständnis auch Mavis Gary, sie will sich an dem kleinbürgerlichen Glück rächen, das sie verweigerte. Wie Zachanassians Körper nur noch von Prothesen zusammengehalten wird, so besteht ihre Jugendlichkeit aus einem Haarteil, Camouflage-Make-up und Silikon-Brustaufsätzen. Reitman inszeniert Mavis als Femme fatale, Femme fragile und Automatenfrau. Anders aber als bei Dürrenmatt ist Mavis am Ende Zachanassian und Ill in einer Person. Denn rächen muss sie sich an sich selbst. Sie ist der übelste Auswuchs der Konsumgesellschaft. Mit großer Lust an der Entlarvung und soziologischem Gespür zeigt uns der Regisseur eine sonst so schillernde Warenwelt aus Apple, Ben & Jerrys, Coca Cola, Hello Kitty, KFC und einer Wii Fit.

Glücklicherweise erscheint Buddy Slades Familienidyll nicht als wirkliche Alternative auf. Buddy, ehemals der Held der Schule, füllt nun die abgepumpte Muttermilch um und muss die Musik der Band „Nippel Confusion“, die seine Frau mit anderen jungen Müttern gegründet hat, ertragen. Jason Reitman ist ein schöner, trauriger Film über die krampfhafte Suche nach Glück gelungen. Alle Figuren sind die Opfer jener leeren Glücksverheißungen, die uns das Kino so gerne zu begehren lehrt.

„Young Adult“ ist ernster, nicht weniger komisch als „Thank you for Smoking“ und „Juno“ und verzichtet auf ein marktkonformes Ende wie in „Up in the Air“. Jason Reitman ist nun Hollywoods Ideologiekritiker Nummer Eins; ein Oscar ist damit in weite Ferne gerückt. Reitman braucht keinen.

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alviesinger: bummelkino

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6.0Ganz gut

Die zweite Zusammenarbeit nach „Juno“ von Jason Reitman und Diablo Cody: Im Fokus steht eine End-Dreißigern – egoistisch, verbittert, verliebt. Der plakative Seelenstriptease „Young Adult“ beginnt als Vorzeigestück über urbane Einsamkeit, verkrümmt sich leider alsbald in ein eintöniges Homecoming-Stückchen mit eindimensionalen, dazu noch mit üblen Klischees überzogenen Charakteren. Das Problem des Dramas: Codys durchwachsenes Drehbuch! Denn Charlize Theron spielt die verbittere Jugendbuchautorin auf dem absteigenden Ast exzellent, das Wechselbad aus Sympathie und Antiphatie mit der psychopathischen (Anti)-Heldin ist gewagt, gelingt weitestgehend. Doch was ist mit der Geschichte? Die (Wieder)-Eroberungsversuche des Vorstadt-Sonnyboys wirken gemessen an der Figur und ihrer Skizzierung überzogen und unpassend, die Kumpelei mit dem geschändeten Dicken ist extrem unglaubwürdig und das Ende wirkt leider äußerst unmotiviert aus dem schmuddeligen Scriptwriter-Ärmel erzwungen. „Young Adult“ ist in seiner schmucken Tristesse unterhaltsam, erreicht allerdings zu keiner Zeit die Dichte von Reitmans Glanzstück „Up in the Air“. Insgesamt – gemessen an den hohen Erwartungshaltungen: eine Pleite auf hohem Niveau.

Kritik im Original 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 1 Antworten

Co-Pilot

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"...gemessen an den hohen Erwartungshaltungen: eine Pleite auf hohem Niveau."
Da sag ich nur "selber Schuld" - hättest auch mehr Spaß an Young Adult haben können.


Andreas Fischer: Radio Köln Andreas Fischer: Radio Köln

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8.5Ausgezeichnet

Young Adult destilliert die tragische Komik des Lebens in grotesken Szenen, die mit leichter Feder gezeichnet und von Charlize Theron mit Mut zur Hässlichkeit grandios gespielt sind.

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Thomas Engel: programmkino.de Thomas Engel: programmkino.de

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7.5Sehenswert

Young Adult ist ein sehr einfaches aber durchaus sensibles und plausibles Psycho-Spiel über depressiven Tiefpunkt und menschlichen Neuanfang, das voll und ganz auf die Hauptdarstellerin Charlize Theron zugeschnitten ist. Die Oscar-Preisträgerin spielt ihre Rolle so authentisch, dass die Sache funktioniert.

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Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung Sascha Rettig: Tip, fluter, Netzeitung

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8.0Ausgezeichnet

Mit Charlize Therons One-Woman-Show wird Young Adult zum komplexen, ehrlichen Porträt einer sehr spät Pubertierenden.

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F.-M. Helmke: Filmszene.de F.-M. Helmke: Filmszene.de

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8.0Ausgezeichnet

Cody und Reitman arbeiten mit einer sehr starken Reduzierung von Dialogen und Musik [...]. Doch gerade diesen - oft erst im Nachhinein zu entschlüsselnden - einfachen Bildern liegt eine Kraft und Bedeutsamkeit inne, die einem höchsten Respekt abbringen für die Kunstfertigkeit filmischen Erzählens, die hier stattfindet.

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Christoph Huber: Die Presse Christoph Huber: Die Presse

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8.0Ausgezeichnet

Young Adult ist ein echter Ausnahmefall unter heutigen Hollywoodkomödien, und nicht nur, weil Theron mit ihrer unentschuldigten Gehässigkeit triumphiert

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Birgit Roschy: echo online, epd Film Birgit Roschy: echo online, epd Film

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7.5Sehenswert

Drehbuchautorin Diablo Cody, mit Juno bekannt geworden, gebührt erneut Applaus für dieses Porträt einer Borderline-Narzisstin.

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Hannelore Heider: Deutschland Radio Hannelore Heider: Deutschland Radio

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7.0Sehenswert

Dass dem Hauptcharakter so gar keine Entwicklung zugestanden wird, gehört zu den Irritationen, mit denen der Zuschauer aus dem Kino entlassen wird. Er hat eine psychologisch genaue, von Charlize Theron präzise gespielte Charakterstudie gesehen, mehr allerdings nicht.

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Ba. Schweizerhof: taz, epd Film Ba. Schweizerhof: taz, epd Film

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8.0Ausgezeichnet

Young Adult aber verzichtet mutig auf den Feelgood-Aspekt und konfrontiert den Zuschauer stattdessen mit der Schalheit der eigenen Schadenfreude.

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Julia Binder: Bayerischer Rundfunk Julia Binder: Bayerischer Rundfunk

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7.5Sehenswert

Young Adult ist in jedem Falle ein guter, sehenswerter Film. Empfehlenswert für Anti-Romantiker und die, die selbst gern nochmal jung wären.

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Hannah Pilarczyk: Spiegel Online Hannah Pilarczyk: Spiegel Online

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8.0Ausgezeichnet

Ganz beiläufig fordert "Young Adult" so seinem Publikum ab, anstelle von Mavis eine Bilanz ihres Lebens zu ziehen - und den Abgleich mit dem eigenen zu vollziehen.

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Alle Kritiken (23)


Kommentare (81) — Film: Young Adult


Sortierung

dannydiaz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Charakterstudie der schwarzhumorigsten Sorte. Viele kleine Andeutungen und der Hauch eines Blickes genügt und sagt mehr als tonnenweise Text.
Charlize Theron in einer ihrer besten Rollen. Ein kleines Kopfschütteln genügt manchmal um brüllendes Lachen hervorzurufen.
Diablo Codys ErstlingsDrehbuch 'Juno' war schon stark, der Nachfolger 'Jennifers Body' Schrott und "Young Adult" hat mich sehr positiv überrascht. Wirklich geschliffene Dialoge mit vielen leisen Untertönen.
Ihr nächster Film wird dann auch ihre erste Regie. Hoffentlich wird das was, mit Russel Brand könnte es etwas zu flappsig werden.
Mit "Young Adult" hat sie aber einen herzhaftbösgenialen Film geschrieben und er ist sicher einer der besseren Jason Reitman Filme.

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Mimuschka

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freut mich sehr dass er dir auch zugesagt hat. fand den ja ganz bezaubernd schrecklich :-)


Tampopo

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Bewertung7.5Sehenswert

Hast dich schon mal gefragt was aus der grandios hübschen, beliebten, arroganten, mobbenden Teeniefilm-Highscool-Bitch ca 20 Jahre später geworden sein könnte? Guckst du!

Charlize Theron und Patton Oswalt spielen famos

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Hate

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Bewertung7.0Sehenswert

Bitterböser Film über eine psychisch labile Mittdreissigerin, die auch 15 Jahre später noch dieser Zeit zurückhängt, in der sie in einem kleinen Städtchen mal die High-School-Queen war - was ihr psychisch, in Verbindung mit dem gescheiterten Leben danach, wohl einen ziemlichen Knacks verpasst hat. Charlize Theron spielt die alternde Teenie-Bitch absolut überragend - mehr als Oscar-reif verbindet sie die seelische Ausgehöhltheit und diese bittere, so verzweifelt erhaltene Schönheit, mit einer Maske von Anmut und Arroganz, die sie in dieser eigentlich so unglaublichen und einzigartigen Rolle so glaubhaft wirken lassen.

"Young Adult" transportiert dabei eine so bittere Art von Humor, indem die Protagonistin immer wieder demaskiert wird und uns irgendwie zu mitleidenden, sowie hämisch freuenden Vojeuristen einer brutalen Tragik werden lässt. Teilweise so am Rande der intimsten, seelischen Schamgrenzen, dass der Film in manchen Szenen kaum ansehbar erscheint, man dann aber doch fasziniert weiter sehen muss.

Das Ende ist in seinem doppelten Twist genial, da, nachdem sie durch einen Konflikt mit der Frau ihres Angebeteten, endlich aufzuwachen scheint (aus ihrer Teenie-Traumwelt), eine Verehrerin aus alten Highschool-Tagen, die auch im Kaff nicht glücklich geworden ist und nun ebenfalls in einer Traumwelt der ach-so-perfekten Charlize hinterherhängt, unsere gefallene Prinzessin wieder "aufbaut", so dass diese sich in ihrem Selbstbild doch noch bestätigt sieht - und erhobenen Hauptes die Stadt verlässt... jedenfalls versucht sie es, auch wenn es ihr sichtlich schwer fällt, den Stolz noch authentisch zu verkörpern. Gleichzeitig zu ihrem Roman aus dem Off, indem sie ihre eigene Version der Story darlegt, sieht man sie in der Schlusseinstellung geschockt auf die völlig zerstörte Front ihres Minis schauen, als würde sie ihr eigenes Leben plötzlich vor Augen haben.

Auch interessant, wieviele diesen Film nicht verstanden haben. Darunter sogar Vega, persönlich, was mich ehrlich gesagt etwas schockiert.

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strangelet

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Bewertung6.5Ganz gut

Alles sehr hübsch hier und in stylishen Bildern inszeniert, und eigentlich auch eine ganz interessante Geschichte. Aber das kleine Problem dabei ist, dass mir Mavis dann doch zu überzeichnet ist. So verhält sich doch kein echter Mensch!

Hoffe ich jedenfalls mal.

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Moe Szyslak

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Bewertung7.5Sehenswert

"Der Rest von uns hat sich verändert und du hattest Glück."
Charlize Theron als überaus ätzende Protagonistin, die dem Alkohol und dem Fast Food zugeneigt ist, an Depressionen leidet, gerne mal betrunken auf der Couch einpennt und zu allem Übel auch noch ihren Hund vernachlässigt, war genial und gab dieser guten Tragikomödie von Jason Reitman das gewisse Extra. Als Ghostwriterin von "Young Adult"-Büchern steckt sie selbst geistig in ihrer Vergangenheit fest, trauert eben dieser hinterher und will eben diese wieder aufleben lassen, indem sie in ihre Heimatstadt ihre alte Flamme zurückerobern will, die aber nun glücklich verheiratet ist und ein Baby hat. Klingt auf den ersten Blick irgendwie arg romcomig, aber das Gute daran war, dass es keinerlei peinlichen, albernen, kitschigen oder sonstige übertriebene Szenen gab sondern alles total glaubwürdig und realistisch inszeniert und auch gespielt wurde. Das war natürlicher Humor und natürliches Drama, perfekt bittersüß gemischt. Vor allem in den gemeinsamen Szenen mit Theron und dem großartigen Patton Oswalt kam dies richtig gut zur Geltung. Beide ständig am Frustsaufen und in ätzendem Schwelgen in Highschool-Erinnerungen, einer Zeit, die genauso lange vorbei und out ist wie die 90er, nur in den Köpfen der beiden nicht. Also hat mir wirklich sehr gut gefallen, irgendwie habe ich mich bei dem Film so richtig (un)wohl gefühlt und ich konnte sogar irgendwo Therons mehr und mehr verzerrtes Wahrnehmen von Dingen, sie es so gar nicht gibt, nachvollziehen. Klasse Score gabs nebenbei auch noch.

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sonatajessica

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Bewertung7.0Sehenswert

Was wir mit "Young Adult" haben ist so eine Art Anti-Feel-Good Movie, bei dem vor allem das Ende für mich wunderbar funktioniert, der aber leider völlig falsch durch die Trailer beworben wird. Ich hab 'ne lockerleichte, sarkastische Komödie erwartet und war damit sicher nicht die einzige, aber ich glaube, ich war dann doch zufrieden mit dem, was ich bekommen habe. Dennoch, dieses dem Zuschauer weißmachenwollen, daß der Film zum Totlachen sei und man ihn sich doch bitte daher schnell ansehen möge, ist doch kontraproduktiv, daß ist ja nun kein Twist, den man verrät, laßt das Publikum doch wissen, auf was es sich hier einläßt.
Nörgellei beiseite haben wir einen toll geschauspielerten, nachdenklichen, manchmal bösen, manchmal traurigen, manchmal witzigen Film, der ein duftes Gesamtpaket ergibt. Ich fand einige der Nebenrollen etwas zu unglaubwürdig und/oder unterentwickelt und im Mittelteil hat auch mal Pfeffer gefehlt, aber man kann gut mal reingucken, gerade wenn es auch mal abseits der typischen Sehgewohnheiten sein darf ohne gleich zu experimentell zu werden.

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angelmoonsoul

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Bewertung7.0Sehenswert

Charlize Theron ist einfach in jeder Rolle gut.

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heikschn

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Bewertung7.0Sehenswert

Jason Reitmans Filme scheinen in der Tat düsterer zu werden. Zunächst Up In The Air mit einem wenig hoffnungsvollen Ende für den Protagonisten und nun Young Adult mit einer eher deprimierten und deprimierenden Protagonistin. Im Grunde sind es aber eher nur die Charaktere in seinen Filmen, die anders sind. Eine Juno MacGuff ist eben lebensbejahender uns selbstironischer als eine Mavis Gary.
Young Adult hat mir gefallen und ich werde ihn sicher noch häufiger sehen. Trotzdem wünsche ich mir, dass Reitman auch mal wieder Filme um Figuren mit optimistischer Lebenssicht und weniger Hang zur Selbstzerstörung baut.

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Mimuschka

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

ach, was hab ich gelitten bei diesem film. denn im gegensatz zu seinen ersten beiden werken ("up in the air" hab ich noch nicht gesehen), welche ich mal als leicht bekömmliche feel-good kost bezeichnen würde, wandelt jason reitman hier eher auf todd solondz pfaden, indem er die hässlichen und unangenehmen seiten seiner protagonistin zeigt, die geblendet von einer mischung aus selbstüberschätzung und selbsthass in ihr verderben rennt, während ich mich vor dem bildschirm krümme und winde und vor fremdscham schreien möchte.
doch glücklicherweise gelingen reitman und seiner autorin diablo cody (juno) die schwierige gratwanderung zwischen bloßstellung und empathie, so dass charlize theron im grunde genommen sympathieträgerin bleibt. lobend hervorheben möchte ich auch die stellenweise genial subtile inszenierung von kleinsten zwischentönen der menschlichen kommunikation und körpersprache. der sinn vieler szenen erschließt sich erst aus der dekodierung von flüchtigen blicken, kurzen gesten oder dem auslesen von gesichtsausdrücken, was auf zuschauerseite eine gewisse kenntnis sozialer mechanismen und auch ein mindestmaß an "emotionaler intelligenz" voraussetzt. ansonsten könnte man hier wohlmöglich nur eine gewöhnliche "komödie" sehen (siehe einige der anderen rezensionen).
ich kann dieser vorzüglichen charakterstudie allerdings eine klare empfehlung aussprechen (vor allem in richtung von todd solondz-fans).

bedenklich? 18 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir 9 Antworten

Sigmund

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Freut mich :P
Und warum der schlimmste Tag?


Mimuschka

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naja, weil sich beide filme um etwa das doppelte in die länge gezogen haben, da ich pausen machen musste, um mich nicht aus dem fenster zu stürzen. außerdem war mir währenddessen die ganze zeit unwohl und mein körper zeigte stresssymptome. das schaffen nicht viele filme, eine lohnenswerte erfahrung also... :-D


PaJeRo

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Es ist schade, wenn Menschen hierbei ein Gagfeuerwerk erwarten und dann auf dem falschen Fuß erwischt werden. Wenn man den Film in eine Schublade stecken will, dann ist er am ehesten eine Tragikomödie, wenn auch zu 90% eher Tragödie als Komödie. Ein Feel-Bad Movie sozusagen. Die komischen Momente entstehen hier durch unangenehme Situationen als Folge von Mavis' Entscheidungen. Reitman hat mit Charlize Theron als Hauptrolle die perfekte Wahl getroffen. Ein Film ist nicht dazu da, Menschen den Sinn des Lebens beizubringen, denn dafür sind die Ansichten dazu viel zu unterschiedlich, als dass eine Person hinsichtlich der Thematik absolut richtig liegen könnte. Und genau DAS nimmt Reitman gekonnt auf die Schippe! Nicht jeder findet das Glück auf Erden, auch wenn es erstrebenswert ist. Wir erwarten die berüchtigte 180°-Drehung beim Hauptcharakter, nur gibt es die eben nicht immer. Matts Schwester Sandra sagt, dass alle in Mercury nur dumm und fett seien und Mavis besser als sie alle sei, womit sie ihre eigene Trotteligkeit beweist und den Film gleichzeitig passend abrundet.

"Young Adult" liefert mit seinen pessimistischen Zügen auch am Ende keine befriedigenden Erkenntnisse für den Zuschauer, der hofft, möglicherweise irgendwas daraus mitnehmen zu können. Vielleicht besteht die Moral des Filmes daraus, dass man nicht immer erlösende Weisheiten zu liefern hat, nur weil man den Zuschauer einlädt, sich 90 Minuten lang etwas anzugucken. Wer hat denn schon genau einen Plan davon, wie das perfekte Leben aussieht...

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

DieFilmguckerin

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Bewertung5.5Geht so

Wenn man die Namen Jason Reitman und Diablo Cody hört, denkt man gleich an so tolle Filme wie Juno. Die Erwartungen an Young Adult steigen. Ich gehe aber davon aus, dass ich den Film auch mit unübersteigerten Erwartungen nicht besser gefunden hätte, denn die "Komödie" hat ein entscheidenes Problem, dass ich in letzter Zeit des Öfteren beobachten konnte: der Film ist schlicht und einfach nicht lustig. Und das ist immer schwierig, wenn man auf dem DVD-Cover und sonstigen Beschreibungen immer groß und breit Komödie lesen kann. Man stellt sich auf mindestens 90 Minuten Gelächter ein und bekommt: Tragik. Und Momente zum Fremdschämen.

Young Adult startet sogleich mit jeder Menge unschönen Momenten. Da ist diese Frau, ihre unbeschwerte Jugend hat sie hinter sich, sie hat sich gerade scheiden lassen und ihr Job läuft ebenfalls alles andere als gut. Dann bekommt sie eine Email ihrer nie ganz vergessenen Jugendliebe, die inzwischen glücklich verheiratet ist und soeben ein Kind bekommen hat. Und weil man ja immer das haben will, was man nicht haben kann, beschließt sie, in die Kleinstadt zurückzufahren, aus der sie einst kam und ihre Jugend mit ihrer ersten großen Liebe wieder aufflammen zu lassen. Dass ihr Ex daran wenig Interesse hat, ist nicht auf ihrem Radar, stattdessen schmeißt sie sich in aufregende Outfits und schwafelt mit verführerischem Augenaufschlag von alten Zeiten. In ihrer augenscheinlichen Erbärmlichkeit verbündet sie sich mit dem ehemaligen Schulnerd, der genau wie sie immernoch in der Vergangenheit lebt.

Das Schlagwort für den von Charlize Theron verkörperten Hauptcharakter heißt: Verzweiflung. Da sie mit der hoffnunglosen Zukunft konfrontiert wird, wendet sie sich lieber der von total verdrehten und geschönten Vergangenheit zu. In ihrer Verzweiflung blendet sie jegliche negative Erfahrungen aus und versteht jede kleinste Regung ihres Highschool-Freundes als Annäherung und als erfolgsversprechende Wendung in ihrem Unterfangen. Abneigung von ihm oder anderen empfängt sie entweder überhaupt nicht oder wertet sie als Eifersucht, weil sie sich trotz aller Rückschläge immernoch als die erfolgreichste Bewohnerin des Dorfes sieht, da sie es augenscheinlich als Einzige in die große Stadt geschafft hat.

Der Film wartet mit jeder Menge extrem unangenehmer Situationen auf, die Protagonistin ist sehr tief gesunken und wird dem Zuschauer als Wrack präsentiert, das sich an einer Zukunft festklammert, die es niemals geben kann. Dabei ist der Film leider nicht ein einziges Mal besonders witzig, sondern zeigt eigentlich nur die ungeschönte Wahrheit über die Charaktere, die einen das ein oder andere Mal in die Fremdscham treibt. Schade eigentlich, wäre der Film nicht als Brüllerkomödie angepriesen worden, hätte man sich in der richtigen Stimmung auf ein Drama mit ausgeprägter Charakterzeichnung freuen können. Die Schauspieler sind allesamt super und auch die Gesichte hat ihren Reiz, man kann das alles nur nicht richtig wertschätzen, wenn man die ganze Zeit auf das vermeintlich noch kommende Gag-Feuerwerk wartet.

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PaJeRo

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Es ist schade, dass du den Film aufgrund falsche Erwartungen so schlecht bewertest. Er ist natürlich keine Komödie und will auch nicht möglichst viele Lacher auf sich ziehen. Die tragischen Fremdschämmomente sind beabsichtigt.


PaJeRo

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*falscher


Henchman #2

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Die allergrößte Mehrzahl der Filme, die, wie dieser, "in grau" beginnen, beginnen dann sehr schnell damit, Konturen in klarem Schwarz und Weiß herauszukristallisieren; Die meisten Kommentatoren hier würden sagen solche Filme gewännen an Fahrt. Young Adult macht das anders, und verfehlt sein(!) Ziel damit in keinster Weise. Nicht dass ich hier falsch verstanden werde: Manche Filme sind wirklich "lahm", sei es wegen schlechtem Schnitt oder der Belanglosigkeit der Geschehnisse. Young Adult mangelt es nirgends an Tempo. Hier geht es eben um genau diese Grautöne. Es gibt Kontrastbeziehungen unter den Figuren und eine gut getroffene Symbolik. Von dem Ende enttäuscht, ist genau der, der dramatische Kehrtwenden der Handlung und besagtes Schwarz-Weiß erwartet hat - zurecht, ein Stück weit. In der Tat wird dem Zuschauer mit dem Ende ein BIld präsentiert, das dem vom Anfang nahezu gleicht. Bis auf die Beule im Auto, aber die hat natürlich so rein garnichts zu bedeuten...

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mondauge

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Bewertung6.5Ganz gut

oh wusste gar nicht dass Charlize Theron so sexy ist, aber sonst lernt man von dem Film nicht viel und die Lacher sind harmlos

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Amadis

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Bewertung7.5Sehenswert

Ich mag die Filme von Jason Reitman sehr. Sie strahlen eine frische und natürliche Kraft aus, die sie von anderen modernen Produktionen abhebt. So auch in diesem Streifen "Yound Adult", in dem die Geschichte einer psychisch sehr angeschlagenen, unter dem Borderline-Syndrom leidende Autorin erzählt wird. Die Hauptfigur wird hervorragend gespielt von Charlize Theron.
Der Film ist zu keiner Zeit romantisch, nie nett und schon gar keine Liebesgeschichte. Aus dem Leben gegriffen eben und mit allem Realismus versehen, den Hollywood so fürchtet. Und was den Schluss angeht... nun, die meisten Probleme lösen sich eben tatsächlich nicht einfach so in Wohlgefallen auf...

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Spike1990

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Bewertung6.0Ganz gut

Charlize Theron spielt die gescheiterte Ex-Highschoolzicke, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegt oder besser gesagt, verzweifelt versucht ihrem Leben einen Sinn zu geben, sehr überzeugend. Aber aus den Socken gehauen hat der Film mich nicht gerade. Irgendwie plätschert er trotz der kurzen Laufzeit nur so vor sich hin.

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TinaCocaine

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Bewertung3.0Schwach

Total ermüdent und einfach nichtssagend. Zwar von überzeugenden Darstellern gespielt, aber irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Der Film versucht sowohl Drama als auch Komödie zu bedienen, schafft aber beides überhaupt nicht. Zwar ist der Charakter der Marvis echt interessant, hätte aber wesentlich besser in den Film integriert werden können. Gegen Ende zieht das Tempo an, kann aber den Rest auch nicht wieder gut machen...

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Begbie

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Bewertung6.5Ganz gut

Ein ganz "nettes" Filmchen, mehr aber nicht. Ist eine Mischung aus Drama/Komödie, kann aber beides nicht so recht bedienen. Braucht auch sehr lang um in Fahrt zu kommen und dann ist er schon wieder vorbei. Kann man sich mal zwischendurch anschauen, mehr aber nicht...

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Teo

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Bewertung3.5Schwach

Eine unerträgliche Aufzählung von Wohlstandsproblemen einer abgestürzten High School Diva. Klar, Marvis' Leben ist mehr Schein als Sein, aber um das klar zu machen hätten auch 30 Minuten gereicht. Leider kommt da dann auch nicht mehr viel. Auf der Haben-Seite steht eine Charlize Theron in Höchstform, aber die kann die unglaublich langweilige, ab Minute 5 vorhersehbare Geschichte ohne jegliche Überraschungen auch nicht rausreißen. Young Adult fühlt sich dadurch einfach belanglos an und ist es vermutlich auch.

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Nihil.Verum

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Mavis Gary ist so genial. Ich weiß nicht wie man diese Frau unsympathisch finden kann.
Abgesehen von der hedonistischen alkoholkranken Ader, hatte ich ab und zu echt das Gefühl sie ist mein älteres, weibliches Alter Ego. x3
Ich hasse eigentlich Komödien. Und noch mehr Romanzen.
Aber das Ding hier ist irgendwie gut.
Genau mein Humor und 2 unglaublich sympathische Charaktere (Matt & Mavis natürlich).
Die letzten 20 Minuten verkommen dann ein wenig zu einem Appell für lahmarschige Hinterwäldler-Provinzscheiße und gegen das Eigenständige, Besondere und Freitümliche, ganz nach dem Gusto "Jeder will im Herzen doch nur eine Familie, 3 Kinder, 'nen Hund, 'nen Baum pflanzen und in einem Hinterwäldlerdorf in einem 0815-Job bei Kuchen und Tee in der Bedeutungslosigkeit vergammeln."
Das abschließende Credo ("Nur einfache Menschen sind einfach glücklich und zufrieden zu stellen.") jedoch spricht mir dann wieder aus dem Herzen. <3

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REDDF1VE

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Bewertung6.5Ganz gut

Der Film fängt vielversprechend an, entwickelt sich dann aber einfach nicht weiter und hat auch ein für mich unbefriedigendes Ende. Schade!

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