Zeiten des Aufruhrs
Revolutionary Road (2008), GB/US Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 15.01.2009
52 Bewertungen
Skala 0 bis 10
3038 Bewertungen
125 Kommentare
Keine
von Sam Mendes, mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet
April und Frank Wheeler sind ein junges Paar mit großen Plänen. Sie sehen sich als Individualisten, die die prüden Gesellschaftskonventionen der 50er-Jahre in Frage stellen. Als April schwanger wird, beschließt das Ehepaar, sich in der ländlichen Umgebung von Connecticut niederzulassen. Doch schon bald erkennen die beiden, dass sie genau das Leben führen, das sie eigentlich zutiefst verachten. Frank arbeitet in einem zwar gut bezahlten, aber langweiligen Bürojob, und April fristet ein Dasein als Hausfrau mit der unerfüllten Hoffnung auf eine Schauspielkarriere. Mit einem Umzug nach Europa hoffen die Wheelers diesem Konstrukt aus Alltag und Selbsttäuschungen zu entkommen und bemerken nicht, dass die “Zeiten des Aufruhrs” unaufhaltsam sind.
Mehr Bilder (11) und Videos (5) zu Zeiten des Aufruhrs
Cast & Crew
-
Sam Mendes
-
Leonardo DiCaprio
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Frank Wheeler
-
Kate Winslet
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) April Wheeler
-
Kathy Bates
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Mrs. Helen Givings
-
Ryan Simpkins
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Jennifer Wheeler
-
Michael Shannon
-
Ty Simpkins
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Michael Wheeler
Regie
Schauspieler
-
Zoe Kazan
-
David Harbour
Fan werden!Du bist Fan! (löschen) Shep Campbell
-
Justin Haythe
- Genre
- Ehedrama
- Zeit
- 1955
- Ort
- Connecticut, Manhattan, Vereinigte Staaten von Amerika, Vorstadt, Vorstadt-Idylle
- Handlung
- Abtreibung, Affäre, Amerikanischer Traum, Beförderung, Betrogene Ehefrau, Beziehungsprobleme, Büro, Ehe, Ehebruch, Ehefrau, Ehekrise, Ehemann-Ehefrau-Beziehung, Ehepaar, Entfremdung, Fremdgehen, Hausfrau, Hoffnung, Hoffnungslosigkeit, Illusion, Labiles Verhalten, Lebenstraum, Liebe, Liebe auf den ersten Blick, Liebhaber, Mann-Frau-Beziehung, Menschliche Schwäche, Neubeginn, Partnerschaft, Roman, Scheitern, Schwangerschaft, Schwangerschaft und Geburt, Sehnsucht, Sinn des Lebens, Sterben und Tod, Streit, Suche, Suizid, Trauer, Umzug, Undankbarkeit und Eifersucht, Ungewollte Schwangerschaft, Untreue, Verheirateter Liebhaber, Verlust der Ehefrau, Vernachlässigung in der Ehe, Verzweiflung, Vorstadt-Idylle, Wunsch, Wunschtraum, Zerrüttete Beziehung
- Stimmung
- Ernst, Traurig
- Mitmachen
- Wie gut passen diese Schlagworte? Stimm ab und hilf uns sie neu zu gewichten!
Drehbuch
Filmdetails Zeiten des Aufruhrs
Fans dieses Films mögen auch
Little Children
US 2006
Away We Go - Auf nach Irgendwo
GB/US 2009
Der Gott des Gemetzels
FR/DE 2011
Blue Valentine
US 2010
Milk
US 2008
Trailer zum Film Zeiten des Aufruhrs
bedenklich? | Alle Trailer, Clips & Videos (5)
Fans dieses Films gefiel auch
News zum Film Zeiten des Aufruhrs
Aktuelle moviepilot-Interviews
Schauspieler und Filmemacher
Lieblingsfilm von:
Hassfilm von:
Links zum Film Zeiten des Aufruhrs
- Zeiten des Aufruhrs: critic.de



















Kritiken (23) — Film: Zeiten des Aufruhrs
Dr. Borstel: Of Bastards And Dwarves
Kommentar löschenSam Mendes zeichnet nach Yates’ Roman ein eindringliches und differenziertes, cineastisch grandioses Porträt des Scheiterns von Träumen, das berührt.
Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/
Kommentar löschen[...]Im Ganzen ist „Zeiten des Aufruhrs“ nicht unbedingt ein Film, der unter die Haut geht, aber in jedem Fall einer, der nicht spurlos an einem vorüberzieht. Die Kommunikation des Paares erreicht einen Härtegrad von fesselnder Intensität und bekommt durch Winslets und DiCaprios Darstellungen monumentalen Nachdruck verliehen. Mendes portraitiert ihren Niedergang schonungslos und ohne jedwedes optische Element, das die Stimmung unterbrechen oder gar aufhellen könnte. Die Welt, mit denen er die Charaktere umrahmt, ist perfekt und kalt, die Häuser aufgeräumt und steril, die Revolutionary Road Wohnort und Gefangenenlager. Die Geschichte kommt sehr langsam voran und erzählt eigentlich nicht viel, steigert sich aber weiter und weiter zu einer solch rohen Vehemenz, dass sie einen dennoch vollstens einnimmt und nie das Gefühl überflüssiger Längen aufkommt.[...]
Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch
Kommentar löschen«Revolutionary Road» ist in erster Linie ein hervorragend gespieltes und ausgezeichnet geschriebenes Drama, das auch nicht an zynischen Kommentaren spart. Die Inszenierung von Regisseur Sam Mendes, dem Ehemann von Kate Winslet, ist hauptsächlich zweckdienlich und drängt sich nicht durch formale Verspieltheiten auf. Dadurch kommen die Leistungen der Darsteller natürlich noch besser zur Geltung.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr. D.: Manifest - Das Filmmagazin Mr. D.: Manifest - Das Filmmagazin
Kommentar löschenMendes vierte Regiearbeit ZEITEN DES AUFRUHRS verspricht nun ein Wiedersehen, das viele von Herzen herbeigesehnt und ebenso viele in ihren schlimmsten Schnulz-Albträumen mit Grauen befürchtet haben: Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, die beiden Turteltäubchen Rose und Jack aus James Camerons TITANIC, sind nach mehr als 10 Jahren Trennung wieder als Filmpaar vereint. Aber Vorsicht: Dieses Mal dürfen Romantik-Allergiker aufatmen, denn Mendes wäre nicht Mendes, wenn er nicht genau diesen Liebesmythos benutzen würde, um ihn aufs Schlimmste zu demontieren.
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle
Kommentar löschenRevolutionary Road bekommt meine Stimme für den besten amerikanischen Film 2008.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...
Kommentar löschenMendes, der nicht nur im Kino sondern auch im Theater zu Hause ist, inszeniert das Scheitern dieser Beziehung wie ein intimes Bühnenstück. Der Fokus liegt dabei von der ersten bis zur letzten Minute auf den Darstellern. Diese danken es ihm mit durchweg hochklassigen Leistungen. Für Winslet, die schon seit Jahren völlig zu Unrecht auf ihren „Titanic“-Auftritt reduziert wird, erweist sich die Rolle der Desperate Housewive gar als schauspielerischer Durchmarsch. Sowohl in den kurzen Momenten des Glücks als auch in Momenten der totalen Verzweiflung verschwindet sie ganz hinter ihrer Rolle. Wir sehen und fühlen Aprils Wut, Aprils Schmerz und Aprils Einsamkeit, wenn sie suchend und hilflos in die Kamera blickt. DiCaprio wiederum bricht einmal mehr mit seinem Sunnyboy-Image. Während der äußerst lautstarken Auseinandersetzungen schreit auch er sich die Seele aus dem Leib – in einer erschreckenden Art und Weise.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag
Kommentar löschenUnd doch steckt genau in dieser Akkuratesse ein grundlegender Mangel: Die Deutlichkeit - mit der Mendes seine Welt von gestern inszeniert, in der weder die Geschlechterbeziehungen noch die Rolle des psychisch Kranken als mirakulösem Wahrsager aktualisiert sind - lässt keine Fragen offen. Jedem Gesichtsausdruck kann eine Entscheidung zugeordnet werden, jedes Bild versteht sich durch sich selbst. Der Besuch von Zeiten des Aufruhrs ist der Gang durch ein Museum, das pädagogisch wertvoll all seine Exponate bis ins Letzte erklärt.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Hausmeister: Nerdtalk.de
Kommentar löschen[...] DiCaprio spielt mit jeder Faser Frank Wheeler und sich selbst damit die Seele aus dem Leib. Alle Emotionen, angefangen bei rasender Wut über Hoffnungslosigkeit bis hin zu überzeugenden Liebesbekundungen, bringt er wie mit Fingerschnippen mal eben so in Perfektion rüber. In einer Szene war er sogar dermaßen gut, dass mich allein sein intensives Schauspiel schon ganz dicht an den Augenwinkel-Dammbruch führte (sein Wutausbruch während eines Kaffeekränzchens mit Nachbars und deren Sohn). Standing Ovations für diese Leistung. [...] Ich kann mich nur wiederholen: wirklich großes Gefühlskino.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage
Kommentar löschen[...] Eine durchaus gelungene Pointe, für die Darstellung einer nach Jahren kriselnden Beziehung das Kino-Traumpaar der letzten Dekade zu besetzen - vielleicht war es also ganz gut so, dass es für Winslet und DiCaprio in Titanic kein Happy End gab, man sieht ja wo das geendet hätte. [...]
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Corsovilla: SchönerDenken
Kommentar löschenEs gibt Filme, die man unbedingt mögen möchte. “Zeiten des Aufruhrs” zum Beispiel. Man könnte eine halbe Stunde aufzählen, was an diesem Film so gelungen ist - von der dramatischen Geschichte über die Kameraarbeit, die Requisiten - bis hin zur suggestiven Filmmusik von Thomas Newman. Ja, und die Schauspieler … Michael Shannon ist zurecht für den Oscar nominiert. Die einzige Schwäche des Films ist schnell erklärt: immer wieder hölzerne, verkopfte Theaterdialoge. Wer sich als Zuschauer von dieser intellektuellen Kunstsprache aus dem Tritt bringen lässt, dem gehen die großen Gefühle des Films verloren. Wer damit keine Probleme hat, kann einen intensiven Kinoabend genießen. Nur leider kann man sich das nicht aussuchen. (Mehr im Podcast)
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Kaltduscher: MoviezKult.de
Kommentar löschen[...] Dass Zeiten Des Aufruhrs trotz aller Lobhudelei letztlich doch ein kleines bisschen enttäuscht, ist dem Drehbuch geschuldet, welchem die letzte Konsequenz fehlt. Man hätte gerne mehr erfahren über das Leben der Familie Wheeler, nicht nur des Ehepaars Wheeler. Die Kinder, die inhaltlich mehr zur Geschichte beitragen als vordergründig angenommen, werden so gut wie gar nicht beleuchtet. Auch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Nachkriegszeit werden trotz ihrer Relevanz nicht präzise genug erläutert. Der Film konzentriert sich mehr oder weniger auf den Mikrokosmos der Familie, ohne ihn passend in den Makrokosmos einzuordnen – und das kann Mendes mit seiner schlichten Regie ohne Experimente nicht mehr ausgleichen. [...]
Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
Kommentar löschen„Zeiten des Aufruhrs“ ist von Sam Mendes mit der gleichen Perfektion inszeniert wie auch schon seine früheren Werke, und setzt noch mehr als seine früheren Filme auf die erzählerische Stärke seines Ausgangsstoffes. Die ruhigen, melancholischen und ganz und gar wunderbaren Klavier-Anschläge der musikalischen Untermalung von Thomas Newman fügen sich in den sehr gesetzten Grundtenor des Films ein, und erinnern wohl nicht von Ungefähr an Sam Mendes „Road to Perdition“. Und auch wenn „Zeiten des Aufruhrs“ natürlich zu Vorderst ein Film über eine ganz spezifische Periode ist, ist der Film doch in seiner letztlichen Intention universell veranlagt: Ob man sein eigenes Leben, vielleicht sogar seine Gewöhnlichkeit, zu akzeptieren lernt, ob man den Mut hat aus eingefahrenen Bahnen auszubrechen, oder ob man sich gar bis zu seinem letztem Tag etwas vormacht, ist ein äußerst schmaler Grat und letztlich eine anthropologische Konstante. Das Ergebnis aber, dies ist gewiss, ist Ungewiss und eben auch oftmals tragisch
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...
Kommentar löschenNach dem mit fünf Oscars ausgezeichneten "American Beauty" und dem ebenfalls mehrfach ausgezeichneten "Road to Perdition" inszeniert Sam Mendes (Ehemann von Kate Winslet) erneut ein...
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr Vincent Vega: Fünf Filmfreunde, gamona, D...
Kommentar löschen[...] Wenn sich die Eheleute hier dann verbal in Stücke reißen und schönstes Möbelinventar zu Bruch geht, möchte man Winslet und DiCaprio eigentlich bei gar nichts anderem mehr zusehen. Das mag so klingen, wie es gewiss nicht inszeniert ist - Mendes hält sich mit ausgestelltem Zynismus, so wie er in "American Beauty" einen faden Beigeschmack hatte, auffällig zurück -, doch lässt sich schwer leugnen, dass die beiden Hauptdarsteller ganz und gar in ihren intensiven Rollen aufgehen. So dramatisch flogen Ehe-Fetzen im Kino seit "Wer hat Angst vor Virginia Wolf?" nicht mehr. [...]
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
TheCorey: MovieMaze
Kommentar löschen„You’re the most interesting person I’ve ever met“, erklärt April (Kate Winslet) 1948 ihrem Freund Frank. Auf einer Party hatten sich die ambitionierte Schauspielerin und der Kriegsveteran kennen gelernt. Beide lachen und philosophieren über Paris, jene Stadt, der Frank im Zweiten Weltkrieg verfallen ist und die er seitdem wieder besuchen möchte. Dort seien die Menschen noch frei, versichert er seiner Freundin. Doch es kommt alles anders als geplant. April wird schwanger und Frank nimmt einen Job in der ehemaligen Firma seines Vaters an. Er mag den Job nicht und es beschämt ihn, wie sein Vater geendet zu sein, gesteht er an seinem 30. Geburtstag sieben Jahre später einer Sekretärin seiner Firma. Kurz darauf steht er in ihrem Zimmer und bindet sich die Krawatte. Es hat sich viel getan in den vergangenen sieben Jahren seit die Wheelers in ihr weißes Haus in der Revolutionary Road gezogen sind. Dem ersten Kind folgte ein zweites, hauptsächlich um sich selbst zu beweisen, dass die Älteste kein Unfall gewesen sei. Was als Übergang geplant war, ist zur Routine verkommen. Die Ehe ist in ihrem verflixten siebten Jahr am Bröckeln.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
Kommentar löschenMendes' Film ist eine abgründige Studie der westlichen Ehe. Manchmal erinnert er an "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" oder Bergmans "Szenen einer Ehe", dann wieder an Satiren von Woody Allen und die Suburbia-Filme von Todd Solondz ("Happiness") und Todd Fields ("Little Children"). Wie letztere ist auch "Zeiten des Aufruhrs" vor allem eine überaus hellsichtige und berührende, mitunter auch bittere Betrachtung über Entfremdung, Hoffnungslosigkeit und Angst vor der Freiheit. Ein Angriff auf das vermeintlich "normale Leben", auf blindes Sicherheitsdenken und unsere ganz alltägliche Feigheit.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard
Kommentar löschenSam Mendes, der mit American Beauty schon einmal eine zeitgenössische Variante von Lebenslügen in der Vorstadt gedreht hat, ist wiederum ein Regisseur mit einer ausgeprägten Vorliebe für tableauhafte Bilder, in denen er nichts dem Zufall überlässt. Das selbstzerstörerische Wirken der Wheelers fasst er in Einstellungen, die sie und ihr stylishes Ambiente wie in einem Coffetable-Book festhalten, aus dem es kein Entkommen gibt. Das Vorhaben des Paares, aus dem verhassten Alltag der Vorstadt auszubrechen, um nach Paris zu gehen, löst sich denn auch alsbald in Luft auf.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs
Kommentar löschenSam Mendes findet in seiner zweiten Bloßlegung (nicht nur amerikanischer) Lebensleere Bilder und Momente unendlicher Einsamkeit. Die ungelebten Träume in leeren Blicken, der klägliche Spott der ganz großen Feiglinge, die sich über das Scheitern der verzweifelten Träumer mokieren, all das schickt einen tief erschüttert ins Leben zurück. Auch dank des großartigen, konzentrierten Schauspiels, das ohne viel Drumherum, ohne Action den Film trägt. Grandios wie Leonardo DiCaprio und Kate Winslet durch die Zustände von Öde, Hoffnung, Desillusion und Hass gehen. Ein Drumherum ist allerdings sehr wichtig, die Kulissen und Kostüme, die das Jahr 1955 glaubhaft machen und trotzdem die Figuren atmen und lebendig lassen.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer Carrie Rickey: Philadelphia Inquierer
Kommentar löschenEin unschlagbarer Film, auch wenn die Adaption der Novelle von Richard Yates fehlerhaft ist.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
M. Phillips: Chicago Tribune M. Phillips: Chicago Tribune
Kommentar löschenSam Mendes injiziert ein paar Milligramm Hoffnung in die Filmversion von Richard Yates' Novelle von 1961. Ein vernichtend kritisierendes Porträt einer Ehe in den 50er, aufgebaut auf Stöcken, Stroh und Einbildung.
Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Alle Kritiken (23)
Kommentare (102) — Film: Zeiten des Aufruhrs
Kommentar schreibenMarkbln 2012/04/25 19:46:47
Kommentar löschenEndlich mal wieder ein Film, der meine Erwartung übertroffen hat.
Sam Mendes wandelt auf den Spuren seines Hits "American Beauty". Erneut zeigt er ein Paar aus der weißen Mittelschicht, dass versucht, sich aus seinem stereotypen Dasein zu befreien, mit Konventionen zu brechen und ein eigenständiges Leben innerhalb einer starren Gesellschaft zu führen.
Diesmal zeigt er dies anhand des Ehepaars Wheeler, dass in den biederen 50er Jahren in einer amerikanischen Kleinstadt versucht, seine Ehe zu retten.
Manchmal springt Mendes dabei etwas zwischen den Handlungssträngen hin und her und Kathy Bates Rolle ist meines Erachtens etwas überzeichnet. Ihr behinderter Sohn spielt jedoch eine zentrale Rolle für die Wendung der Geschichte.
Was Kate Winslet und teilweise auch Leonardo di Caprio hier zeigen, ist das beste Argument, warum die beiden zur Topliga der aktuellen Darstellerriege zählen. Besonders die geliebte Kate ist nach "Little Children" schlicht wieder umwerfend. Ihre letzte Szene ist geradezu atemberaubend.
Wie sie alle Phasen des Leidenswegs der April Wheeler mit ihrer Kunst interpretiert, ist ein Fest für Schauspielfans. Der sehr dialoglastige Film bietet ihr und Di Caprio eine perfekte Fläche zum Austoben. Hier können sie zeigen, was sie drauf haben und das kitschige Liebespaarbild aus "Titanic" zurechtrücken.
Mir gefällt ganz besonders, dass Sam Mendes sich vollkommen auf die beiden Hauptdarsteller konzentriert, Gesellschaftliches nur periphär und nebenbei anspricht. So wird das Drama um das Ehepaar am Scheideweg extrem kammerspielartig und könnte so auch im Jahr 2012 spielen. Wie öfters in den vergangenen Jahren, gefallen mir solche universellen Erzählungen am besten. Besonders, wenn sie ohne zu denunzieren oder moralischem Zeigefinger wie hier gezeigt werden.
So wird "Zeiten des Aufruhrs" zu einem weiteren herausragend inszenierten Drama über den amerikanischen Traum vom Engländer Sam Mendes.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
_Garfield 2012/04/02 17:47:42
Kommentar löschenDrei Jahre nach seinem kritischen Kommentar zum Golfkrieg, kehrt Sam Mendes mit „Zeiten des Aufruhrs“ in zweierlei Hinsicht zu seinen Ursprüngen zurück. Wie bereits Jahre zuvor, wendet er sich in seiner erst vierten Regie-Arbeit der Aufarbeitung der Vergangenheit hinzu und wie auch schon bei seinem Debüt verschreibt er sich der filmischen Desillusionierung eines gescheiterten Ehepaares. Und selten war ein Titel treffender: Denn tatsächlich herrschen Zeiten des Aufruhrs - zumindest im Leben des jungen Ehepaares und bereits während des ersten Streites (Di Caprio und Winslet sind nach ihrem gemeinsamen „Titanic“-Auftritt sichtlich gereift) drängen sich die ersten, offensichtlichen Parallelen zu Mendes' Debüt „American Beauty“ auf. Die Optik in „Revolutionary Road“ ist geprägt von der oberflächlichen Kälte der 50er Jahre. Gepflegte Vorgärten säumen die Straßen, eine klinische Sterilität bestimmt den Blick in das Wohnzimmer des Vorzeige-Paares Wheeler. Wie bereits neun Jahre zuvor bedient sich Mendes der selben Metaphorik, das scheinbare Paradies ist eine Scheinwelt, eine Fassade, hinter denen Männer ihre Frauen betrügen und ohnmächtig sind, ihre wahren Gefühle zu artikulieren. Und wie schon neun Jahre zuvor, funktioniert die Metapher des Vorstadtparadieses als Sinnbild für vorherrschende Gesellschaftszustände, gerade aufgrund ihrer natürlichen Authentizität, überaus gut. Mendes variiert sein Konzept jedoch, ersetzt die Dekonstruktion des American Dream durch ein kritisches Gesellschaftsporträt und positioniert seine Protagonisten neu: Seine Protagonisten sind sich ihrer eigenen illusionären Existenz bewusst und versuchen dagegen vorzugehen.
Die Gesellschaft in „Revolutionary Road“ ist eine statische, eine in Konventionen festgefahrene Gesellschaft und die Idee der Wheelers bleibt nicht ohne Auswirkungen auf ihre Umwelt. Das Festhalten an Träumen und der Mut sich gegen Konventionen aufzulehnen, sowie ihre revisionistische Definition von Leben, von Erfüllung und von Glück, verbreitet sich ebenso schnell wie die Neuigkeit, dass die beiden nach Paris ziehen wollen. Ideen, die das bisherige Leben, ja ganze Existenzen plötzlich zu hinterfragen beginnen und wenn sich die Freunde der Wheelers in einem kurzen Schlafzimmer-Gespräch gegenseitig in ihrer Schein-Existenz zu bestärken versuchen, ehe die letzte Affektion zu bröckeln beginnt, wird der Film seinem Titel vollends gerecht. Währenddessen implementiert Mendes in die Szenerie, der sich regenerierenden Fassade, einen fast schon satirischen Kommentar (Yates' genialer Vorlage geschuldet), einen Kommentar, der nur möglich ist unter dem Deckmantel der Narrenfreiheit als Irrer, als Freak, als jemand, der nicht „ganz normal“ ist. Der satirische Höhepunkt wäre vermutlich dann erreicht, wenn Mendes den Kontrast zwischen aufwühlenden Streitdiskussionen und formalem Frühstücks-Gespräch vollends auskostet, wenn er die verzweifelten Blicke, die flüchtigen Gesten seiner Darsteller die Szene bestimmen lässt.
Doch bis zu seinen ersten, wirklich überragenden Szenen, benötigt „Revolutionary Road“ schlichtweg zu viel Anlaufzeit. Der grundsätzliche Plot der ersten Hälfte bleibt zu vage formuliert, erzeugt keine Spannung, zumal er nicht imstande ist, eine schnelle Bindung zu den Protagonisten zu generieren. Der Antrieb, die Vergangenheit der Protagonisten bleibt weitgehend ungeklärt und vermag nur geringes bis kein Interesse am weiteren Verlauf der Geschichte wecken. Ironischerweise ist es gerade der ersten schwachen Hälfte zuzuschreiben, dass die zweite dafür umso intensiver daherkommt. Nach seiner langen Anlaufzeit entwickelt Mendes' Werk nämlich eine solch immense Sogwirkung, dass man gar nicht anders kann, als der vollkommenen Dekonstruktion einer einstigen Traum-Ehe einfach nur gebannt zuzuschauen. Dies ist in erster Linie dem perfekt harmonierenden Duo Winslet / Di Caprio zu danken, die über zehn Jahre nach ihrem Auftritt auf dem Passagier-Dampfer einmal mehr ihr enormes schauspielerisches Potenzial unter Beweis stellen. Auf dem Weg zu seinem finalen Klimax spitzt sich Mendes' Gesellschaftsporträt dann schließlich immer weiter zu, hält sich jedoch gleichzeitig angenehm zurück und lässt „Revolutionary Road“ schließlich in der perfekten Schlusssequenz enden. Eine Schlusssequenz, die das Vorangegangene, die essenzielle Intention auf einen Handgriff zu reduzieren weiß. Bemerkenswert!
bedenklich? 12 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Coach T 2012/04/02 18:08:01
Antwort löschenSehr schön! :)
_Garfield 2012/04/02 19:58:51
Antwort löschenFreut mich. :)
relaxingdave 2012/03/26 23:44:26
Kommentar löschenInteressante Geschichte über Lebensträume und Lebenswirklichkeit, gut gespielt, aber teilweise etwas dick aufgetragen und mit dem unglaubwürdigen Interpretierer von nebenan, der der Familie ihr Leben vor Augen führt. Di caprio wirkt auch nicht so recht wie ein familienvater, eher wie ein spitzbube.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
RoosterCogburn 2012/03/25 22:39:28
Kommentar löschenVorweg möchte ich bemerken, das ich keine Ahnung hatte was da auf mich zu kam. Ich wusste nur das Sam Mendes einen Film mit DiCaprio und Kate Winlet gemacht hat und ich den noch nicht kannte. Also war das ein Sprung ins kalte Wasser. Das mache ich manchmal ganz gerne, umso mehr wirkt ein Film ganz unvoreingenommen auf einen. Denn ansonsten kennt man schon Inhaltsangabe oder Trailer oder Werbeplakte. Hier konnte ich mich an all das nicht mehr erinnern. Aber der Regisseur und die Mitwirkenden klang schon interessant genug. Also hab ich mir das Drama reingezogen.
Mal abgesehen davon, das das dargestellte Zeitbild total verklärend wirkt, der Film überschwenglich dialogschwer ist (was nervt, weil unnötig für die Geschichte) und die Melodramatik aufgesetzt und gekünstelt auf mich wirkt, hinterlässt die Normalität der Geschichte einen so etwas von nicht erzählenswerten Eindruck bei mir. Die steife Charakterzeichnung der Figuren und die künstlich hergestellte Vorstadtidylle wirkt auf mich total uninteressant. Einzig das bemühte Spiel von Kate Winslet und der deprimirend-tragisch wirkenden Bilderinszenierung, kann ich etwas positives abgewinnen [so paradox sich das auch lesen mag ^^].
Ganz eindeutig - dieser Film war nicht für mich bestimmt!
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
george.taylor 2012/02/12 11:11:21
Kommentar löschenDer Film hat mich schwer beeindruckt. Das Drehbuch war phantastisch, die Darsteller agierten mitreissend. Bis zum grandiosen Schluss!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Laura Eissenberger 2012/02/11 16:43:24
Kommentar löschenSelten ist Hollywoodkino so bewegend wie in "Zeiten des Aufruhrs" (eine übrigens eher schlechte Übersetzung der titelgebenden "Revolutionary Road" aus dem Film). Dass dieses Zeitgemälde exzellent funktioniert, liegt neben dem glaubwürdigen Drehbuch vor allem an den Hauptdarstellern. Leonardo DiCaprio macht hier ein für allemal klar, dass er ein ernstzunehmender Schauspieler geworden ist. Seite an Seite mit Titanic-Partnerin Kate Winslet zieht er den Knoten der 50er-Jahre-Enge immer fester, bis Liebe und Leben des Paares davon erwürgt werden. Ein beeindruckender Film, der im Gedächtnis bleibt.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Mr. Pink 2012/01/17 18:41:38
Kommentar löschenStarker, insgesamt sehr gelungener Film, der recht zurückhaltend inszeniert wurde und vor allem auf das Können seiner beiden Hauptdarsteller setzt. Leonardo DiCaprio und Kate Winslet können ihr Talent hervorragend ausspielen und machen "Revolutionary Road" für mich absolut sehenswert, auch wenn mich die grundsätzliche Story, obwohl gefühlvoll und aufwühlend erzählt, nicht voll und ganz begeistern konnte.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
lastadiel 2012/01/17 00:52:55
Kommentar löschenEndlich mal ein Film, der die Schattenseiten der sonst gerne einseitig idealisierten 50erjahre zeigt, die Depression, die Enge. Dabei lebt der Film sehr von seinen beiden Hauptdarstellern, die Ehekrach so richtig überzeugend nachstellen.
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
Laura Eissenberger 2012/02/11 16:44:26
Antwort löschenWo werden die 50er denn idealisiert? o_O
Spielberg_Fan 2012/01/13 17:26:11
Kommentar löschenDie Dramen einer Ehe oder besser gesagt, Geschichten die das Leben so schreibt. „Zeiten des Aufruhrs“ ist nicht nur ausgezeichnetes Schauspielkino vom Feinsten, sondern auch ein Spiegelbild der Gesellschaft der 50er Jahre. Aber die Thematik, welche der Film anspricht, nur auf die 50er Jahre zu beschränken, wäre ein Trugschluss. In unserer Gegenwart ist der Stoff des Films nach wie vor aktuell. Zwei Personen treffen sich im Leben und entwickeln gegenseitig Sympathien füreinander. Sie verlieben sich, heiraten, bekommen Kinder und finden ein ruhiges Zuhause in einem putzigen Vorort. Doch der Schein trügt. Beide Parteien stellen mit der Zeit immer mehr fest, dass sie sich ihr Leben anders vorgestellt haben. Der Job wird nur gemacht, weil man ihn machen muss, man ist Hausfrau, weil es die Gesellschaft so verlangt (jedenfalls in den 50er Jahren), die Kinder sind auch nur aus Versehen entstanden und zwingen so das Paar zu einem völlig geregelten Leben. Und mit all dieser Unzufriedenheit beginnt der große Bruch in einer Beziehung. Man redet aneinander vorbei, geht fremd, um wenigstens ein Abenteuer zu erleben und bei manchen löst dieser Zustand sogar erheblich Depressionen aus, die böse enden können. Genau das thematisiert „Zeiten des Aufruhrs“ mit einer Stille, die immer mehr auf den großen Sturm zu steuert.
Durch Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, welche das gescheitert Ehepaar mit einer hervorragenden Leistung spielen, wird „Zeiten des Aufruhrs“ unter der Regie von Sam Mendes zu einem beeindruckenden Gesellschaftsdrama.
bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 4 Antworten
summerwine-lee 2012/01/13 18:35:09
Antwort löschenEndlich mal ein Dreher, der lustig ist: Kate Winselt
Spielberg_Fan 2012/01/13 19:02:40
Antwort löschenGradios:) ich werds gleich mal ändern. Danke für den Hinweis!
Alle 4 Antworten zeigen
tobiwankenobi 2012/01/16 08:03:53
Antwort löschenHattest du den nicht vor paar Wochen noch als Lieblingsfilm markiert?
Spielberg_Fan 2012/01/16 14:24:52
Antwort löschenJa, aber nach der dritten Sichtung jetzt musst ich leichte Abstriche machen. Die Magie der erstmaligen Sichtung fehlte irgendwie...
aundo 2012/01/06 02:20:57
Kommentar löschenselten so eine unglaubliche schauspielerische leistung gesehen und gefühlt!
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
hollygolightly1 2012/01/03 21:47:01
Kommentar löschenAls erstes dachte ich ja, "Das wird bestimmt wieder ein Titanic-ähnlicher Liebesfilm, wenn Leonardo DiCaprio und Kate Winslet da mitspielen", umso überraschter war ich, als ich ihn dann sah. Ironischerweise ist es eher ein Anti-Liebesfilm und die beiden spielen hervorragend!
Der Film ist so tiefgründig und faszinierend, dass ich ihn nicht einmal wirklich beschreiben kann.
Sehr überzeugend fand ich hier auch den Soundtrack. Er ist wundervoll und passt einfach perfekt zur Handlung!
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Janus Winter 2012/01/02 06:08:06
Kommentar löschenNa was soll man bei der grandiosen Romanvorlage von Richard Yates auch falsch machen. Außer dass man im Vergleich verliert. Dass Thomas Newman eine (fast schon dreist kopierte) Variante seines AMERICAN BEAUTY Soundtracks anbietet, ist die einzige Überraschung. Kate Winslet spielt gewohnt oscarreif. Soll keine Beleidigung sein...
Bunnyfaktor: 6,5 (Leo ist nicht so mein Ding:)
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Filmkenner77 2011/12/31 12:21:01
Kommentar löschenApril und Frank Wheeler sind eigentlich zwei vollkommen verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen und es darf bezweifelt werden, dass es jemals Liebe war, die sie zusammengeführt hat. Oder aber ihnen ist die Liebe mit den Jahren allmählich abhanden gekommen. In Kästners Gedicht "Eine sachliche Romanze", in dem es um ein Paar geht, das sich in ihrer Beziehung immer weiter voneinander entfernt hat, heißt es etwa:
"Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie andern Leuten ein Stock oder Hut."
So geht es auch den Wheelers. Während Frank in einem Beruf arbeitet, den er im Grunde nur aus finanziellen Zwängen ausübt, fristet April ein Leben als Hausfrau in den biederen 50er Jahren. Ihr Traum von einem Leben als Bühnenschauspielerin erfüllte sich nicht und so fügte sie sich gezwungenermaßen in die gesellschaftlichen Konventionen von Kindern, Heim und Herd, denen sie nur zu gerne entfliehen wollte. Im Prinzip sind alle Worte zwischen Frank und April gewechselt. Sie reden zwar miteinander, aber zu oft aneinander vorbei. Schließlich fasst April den Entschluss, der "hoffnungslosen Leere" ihres Daseins entschieden entgegenzuwirken und ein neues Leben in Europa zu beginnen. Zunächst kann sie den widerwilligen Frank von dieser Idee überzeugen, als dieser jedoch unverhofft die Chance erhält, Karriere in seiner Firma zu machen, verwirft er die Pläne, zerstört die Hoffnungen seiner Frau auf einen Neubeginn und schwört damit eine Katastrophe herauf.
"Zeiten des Aufruhrs" lebt von der berühmt-berüchtigen Chemie zwischen den Darstellern Leonardo DiCaprio und Kate Winslet, die perfekt miteinander harmonieren und dadurch absolut glaubwürdig das Ehepaar verkörpern. Schauspielerisch liefern beide Protagonisten eine absolute Glanzleistung ab. Die "Szenen einer Ehe", die eigentlich längst zu einer Zweckgemeinschaft zum Wohle der Kinder verkommen ist, ermöglichen einen Blick auf eine Gesellschaft, die in ihren Werten und Normen erstarrt ist. Selbstverwirklichung und Individualismus werden als Sinnbilder für Träumereien verstanden, die mit der Realität nichts mehr gemein haben. "Zeiten des Aufruhrs" wirft auch die Frage auf, was wir aus unserem Leben machen oder zu was wir durch die Gesellschaft gemacht werden. Wer befindet sich in der Traumwelt? Diejenigen, die dem Herdentrieb folgen und die Erwartungen erfüllen, die die Gesellschaft an sie stellt und die ihr Leben leben, ohne wirklich gelebt zu haben? Oder diejenigen, die erkennen, dass es nur dieses eine Leben gibt und man dieses nicht damit verschwenden sollte, Dinge zu tun, die von anderen aufoktroyiert werden.
Die Tragik der Wheelers ist, dass ihre Beziehung am Widerspruch zwischen Pflichterfüllung und individuellen Bedürfnissen zerschellt. "Zeiten des Aufruhrs" ist ein gut inszeniertes Gesellschaftsdrama mit einigen wenigen Längen, das vor allem dank des sehr gut aufspielenden Schauspielensembles zu überzeugen weiß. Dennoch kann es emotional nicht so sehr berühren wie vergleichbare Werke. Regisseur Mendes seziert wie durch ein Brennglas eine Durchschnittsfamilie der 50er Jahre und deshalb wirkt der Film für meinen Geschmack etwas zu kühl und zu distanziert. Zweifellos ein guter Film, aber kein Meisterwerk.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
Markbln 2012/05/10 10:23:10
Antwort löschenwelche "vergleichbare Werke" meint der Kommentator denn?
Alle 3 Antworten zeigen
Filmkenner77 2012/05/10 17:06:17
Antwort löschenEtwa die Filme von Douglas Sirk oder auch einige Werke von Fassbinder.
Markbln 2012/05/10 18:00:24
Antwort löschenSchön. Danke.
BadGuardian 2011/12/28 21:57:47
Kommentar löschenwirkllich ein überwiegend ruhiger film. aber alles in einer tollen atmosphäre es hat wirklich spaß gemacht.;) der sex der beiden war auch geil*.*
bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Lea<33 2011/12/26 13:03:36
Kommentar löschenDie Schauspieler sind herausragend, DiCaprio ist eine Wucht und Kate Winslet steht eine tragische Rolle einfach zu gut, da gibt es keine Zweifel. Der Score ist ein Traum, die Kameraführung fängt mit den kalten, klaren Bildern die Hoffnungslosigkeit der Wheelers perfekt ein, die Trostlosigkeit eines Vorstadtlebens.
Warum kann ich mich aber trotzdem nicht dem allgemeinen Lob, meinen hohen Erwartungen und der vielversprechenden Vorhersage von 8.0 anschließen?
Zum einen wäre da einfach, dass ich das Ehe-Drama gedanklich die ganze Zeit mit dem Klassiker "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" verglichen habe und das Titanic-Dreamteam gegen die keifende Taylor und den bombastischen Burton einfach nicht wirken. Mir ist schon klar, dass die Filme verschieden sind und 'Revolutinary Road' das zynische Augenzwinkern fehlt, dass den eben genannten Film ausmacht, aber Mendes Ehedrama ist irgendwie blutleer. Nicht belanglos, nein, sondern nicht berührend und ergreifend sind die zwei Stunden an mir vorbeigezogen. Außerdem kann ich so manches am Film einfach nicht nachvollziehen:
Die Charaktere sind blass gezeichnet, Aprils Handlungen für den Zuschauer unnachvollziehbar aneinandergereiht und einige Aspekte sind einfach nicht stimmig. Was ist mit den Kindern? Die scheinen im Eheleben nicht die geringste Rolle zu spielen. Die Gesellschaftskritik kommt erst am Ende etwas zur Geltung und außer Michael Shannons genialen Auftritten fehlen dem Film einfach jegliche Schlüsselszenen, die aha-Momente also.
Anfang top, Ende ebenso, dazwischen funktioniert "Revolutionary Road" trotz bester Vorraussetzungen für mich trotzdem nicht wirklich, irgendetwas fehlt da, genau benennen kann ich's nicht. Schade.
bedenklich? 17 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
stalker 2011/12/27 16:49:27
Antwort löschenDas Buch, und alle anderen von Richard Yates eigentlich auch, ist ganz große Literatur.
Lea<33 2011/12/27 22:52:36
Antwort löschenWerd ich nachholen, danke für den Tipp!
BibbelDiBubb 2011/12/26 11:46:27
Kommentar löschenEines vorneweg: 90 Prozent der freien deutschen Filmtitelübersetzungen sind echt das Letzte. Wenn man schon unbedingt, warum auch immer, einen deutschen Filmtitel haben will, weil man die Zielgruppe für zu doof für den englischen hält, und wenn die eigene Kreativität nur für schwülstige, pseodonachdenkliche und nichtssagende Namen reicht, sollte man einfach die Originaltitel übersetzen oder es ganz lassen. Danke.
Zum Film: In "Titanic" waren ihre Leistungen bestenfalls akzeptabel, aber dafür wurden sie zum Filmtraumpaar schlechthin. Hier sind sie alles andere als ein Traumpaar, dafür aber spielen DiCaprio und Winslet, die sich in den vergangenen Jahren zu den mitunter besten Schauspielerin ihrer Generation gemausert haben, grandios. Es ist ihr Talent, das den Film trägt, ihre Leidenschaft und ihr Hass, was den Zuschauer mitreißt. "Revolutionary Road" ist keine Liebesgeschichte im klassischen Sinne, sondern ein Porträt der verpassten Chancen, der sterbenden Träume und dem verheerenden Schatten des Alltags, und vielleicht gerade deshalb ein Film über die Liebe - nicht über das Verliebtsein, wie es in etlichen seichten Komödien thematisiert wird, sondern über Liebe, wie sie wirklich ist: Manchmal wunderschön, aber auch zermürbend, ein ewiger Kampf und manchmal zum Scheitern verurteilt.
"Revolutionary Road" fesselt einen deshalb so sehr, weil man genau weiß: Das könnte auch meinen Freunden passieren, meinen Eltern, meinen Nachbarn (und mir)...
bedenklich? 11 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 3 Antworten
JohnnyKee 2011/12/26 13:50:32
Antwort löschenDanke! Nach den ganzen schlechten Wertungen hab ich fast schon die Hoffnung aufgegeben ;)
Alle 3 Antworten zeigen
stalker 2011/12/27 16:51:50
Antwort löschenUnd als Dessert unbedingt den Roman lesen, um diese große Geschichte abzurunden.
BibbelDiBubb 2011/12/28 12:57:30
Antwort löschen@ stalker: Danke für den Tipp, werde ich machen :)
Max... 2011/12/26 09:05:55
Kommentar löschenEin Aufruhr ist es tatsächlich gewesen. Ein Aufruhr in mir selber. Ich neige dazu, wenn niemand zusieht, die Filme so intensiv zu schauen, dass sie mich völlig einschließen. Und das war bei REVOLUTIONARY ROAD auch so. Ich hatte den Film schon im Kino gesehen, kaufte ihn mir vor einigen Wochen auf DVD. Als ich ihn eines Abends alleine schaute, war ich mal wieder so intensiv im Film vergraben, dass ich nach dem dramatischen Ende völlig aufgelöst war.
Kate Winslet und Leonardo DiCaprio sind ohne Zweifel eine der größten Schauspieler und eventuell das beste Duo, was ich je gesehen habe. Leonardo DiCaprio spielt sehr gut. Aber was Kate Winslet hier abliefert ist unglaublich. Sie spielt die April so intensiv und so authentisch und das ohne viel Gejammere. Man braucht ihr nur ins Gesicht zu schauen und man sieht alle Leiden der April. Dafür wurde sie auch zurecht mit dem Golden Globe ausgezeichnet.
Nicht zu vergessen auch die gute Leistung von Michael Shannon, der mit dem verrückten Charakter den Film deutlich auflockerte. Es ist doch wirklich erstaunlich, dass nur ein Verrückter dazu fähig war, April und Frank mal die Wahrheit vor Augen zu halten, wo sie doch tagtäglich mit "normalen" Leuten zutun haben. REVOLUTIONARY ROAD ist ein Film, der einem an manchen Stellen wirklich grotesk erscheint. Doch er regt zum Nachdenken an und ist so wunderbar ehrlich.
Apropos: Auch die "unsinkbare Molly Brown" war mit von der Partie. Sie spielte die Mutter des Verrückten und die Maklerin, die Frank und April das Haus verkauft hatte.
Abschließende Worte zu finden sind nun schwer. Der Film ist nicht leicht. Er ist an vielen Stellen sehr langatmig und anspruchsvoll. Er ist nicht das, was sich viele vielleicht vorgestellt haben, er ist nämlich keine Liebesschnulze, sondern ein verzweifeltes Liebesdrama. Aber der Film hat eine immens lange Nachwirkung. Es ist und bleibt Geschmackssache, aber für mich stellt REVOLUTIONARY ROAD eines der besten Dramen dar, die ich je sah.
bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
moviee 2011/12/26 04:22:01
Kommentar löschenIch gebe zu, ich stehe auf Dramen. Ich stehe auf leise Dramen, die ohne viel Worte auskommen und doch irgendwie eine Botschaft vermitteln. Aber ich stehe definitiv nicht auf Dramen, die vollkommen monoton und reizlos über zwei elendig lange Stunden hinweg vergeblich versuchen Gesellschaftskritik zu äußern.
Selten habe ich ein so belangloses und mageres Ehedrama gesehen, dass dermaßen hoffnungslos überschätzt wird. Lediglich die guten Schauspielleistungen bewahren den Film vor einem noch vernichtenderen Urteil. Der Rest ist und bleibt aber absolut schwach.
bedenklich? 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
HollyHoliday 2011/12/26 00:41:58
Kommentar löschenJohn Givings: Hopeless emptiness. Now you've said it. Plenty of people are onto the emptiness, but it takes real guts to see the hopelessness.
Es ist doch sehr interessant wie das Ende eines Filmes nochmal einen alles überdenken lässt was man gerade gesehen hat. Nun ich muss zugeben in etwa der Hälfte des Filmes war ich schon dazu geneigt einen anderen Sender einzuschalten und etwas anderes zu schauen, doch ich blieb hängen. Zum Gunsten des Filmes, denn er regt wirklich zum Nachdenken an.
Dieses Trugbild, des perfekten Paares, des perfekten Lebens und der Wunsch des Entfliehens, dem Entfliehen in ein anderes Leben, in der man nicht dem alltäglichen Trott verfallen ist. Dies alles zeigt einem der Film, wenn auch vielleicht in einer erst sehr eigentümlichen Art.
[spoiler]
Der Film beginnt mit einem Streit des jungen Paares, man merkt wie unzufrieden beide mit ihrem konventionellen Leben sind, welches sie am Anfang ihrer Beziehung stets verachtet haben.
Die Beziehung der Wheelers verbessert sich erst als er ihrer Idee zustimmt nach Paris auszuwandern. Man merkt wie April (Kate Winslet) erst nach dem Entschluss, Hoffnung fasst und sich die Liebe zu ihrem Mann Frank (Leonardo DiCaprio) wieder neu aufblüht.
Als sie jedoch schwanger wird und ihre Pläne für Paris zum Scheitern verurteilt sind dreht sie durch, sie wird förmlich verrückt, ein Leben zu führen, welches sie sich nie für ihre Zukunft erträumt hat.
Als sie jedoch ihrem Mann nach einem heftigen Streit, in dem sie äußerte, dass sie ihn hassen würde, am Morgen eine perfekte Welt vorspielt und beginnt ein normales alltägliches Leben zu führen, nimmt sie, als er das Haus verlassen hat, selbst eine Abtreibung vor, welche zu spät zu Stande gekommen ist und sie deshalb das Leben kostet – vermutlich sogar beabsichtigt.
[/spoiler]
Eine echte Bereicherung war John, der Intelektuelle aus der Irrensnastalt, für den Film, denn er gab, wenn auch oft auf eine sehr beängstigende Weise seine Meinung kund. Viele Szenen waren mir persönlich zu „anders“, da ich mich auf einen wundervollen Liebesfilm eingestellt habe und einfach nicht sehen wollte wie jeder jeden in diesem Film betrügt, weil alle unzufrieden mit der Situation und dem Leben sind.
Auch ertappte ich mich dabei wie ich öfter dachte, dass der Film eigenartig sei und irgendwie seltsam, doch wenn ich so darüber nachdenke hat er manches Wahres an sich, wenn auch nicht auf so eine verrückte Art.
Zum Schluss möchte ich noch sagen dass Mister Givings Senior echt kuhl ist, denn welcher Mann hätte nicht ein Hörgerät, welches er leiser stellen kann, wenn die Frau wieder Stumpfsinn und Tratsch weitergeben muss!
Und trotz diesen Kommentares weiß ich immer noch nicht genau was ich von dem Film halten soll...
April Wheeler: Tell me the truth, Frank, remember that? We used to live by it. And you know what's so good about the truth? Everyone knows what it is however long they've lived without it. No one forgets the truth, Frank, they just get better at lying.
bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
Haschbeutel 2012/01/02 01:32:47
Antwort löschenFeiner Kommentar :)
HollyHoliday 2012/01/02 23:38:41
Antwort löschendanke <3
Magnolia 2011/12/25 23:09:52
Kommentar löschenzweifellos stellen kate winslet und leonardo dicaprio mal wieder ihr talent unter beweis, aber "zeiten des aufruhrs" war nicht so meins. der film hat mich einfach nicht mitgerissen.
bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten