Zeiten des Aufruhrs

Revolutionary Road (2008), GB/US Laufzeit 119 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 15.01.2009

noch nicht bewertet

Diesen Film bewerten
Bewertung löschen
7.9
Kritiker
56 Bewertungen
Skala 0 bis 10
7.2
Community
3799 Bewertungen
150 Kommentare
admin image admin trailer admin edit edit group memberships sweep cache Moviemaster:Movie

von Sam Mendes, mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet

In Sam Mendes Drama Zeiten des Aufruhrs muss das Titanic-Traumpaar Kate Winslet und Leonardo DiCaprio mit Eheproblemen in den 1050ern kämpfen.

April (Kate Winslet) und Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio) sind ein junges Paar mit großen Plänen. Sie sehen sich als Individualisten, die die prüden gesellschaftlichen Konventionen der 1950er Jahre in Frage stellen. Als April schwanger wird, beschließt das Ehepaar, sich in der ländlichen Umgebung von Connecticut niederzulassen. Doch schon bald erkennen die beiden, dass sie genau das Leben führen, das sie eigentlich zutiefst verachten. Frank arbeitet in einem zwar gut bezahlten, aber langweiligen Bürojob, und April fristet ein Dasein als Hausfrau mit der unerfüllten Hoffnung auf eine Schauspielkarriere. Mit einem Umzug nach Europa hoffen die Wheelers diesem Konstrukt aus Alltag und Selbsttäuschungen zu entkommen und bemerken nicht, dass die “Zeiten des Aufruhrs” unaufhaltsam sind. Er entflieht in die Arme einer Kollegin, während sie sich auf ein Schäferstündchen mit dem Nachbarn trifft. Obwohl jeder dem jeweils anderen den Seitensprung wahrscheinlich verzeihen würde, schaffen sie es nicht, ihre Liebe zu retten, zu unterschiedlich wollen sie ihr Leben leben.

  • 37795279001_1860759933001_th-5061d584c7e7b0e4414073d8-1471893302001
  • 37795279001_1860756095001_th-5061d53ac7e7b0e4533473d8-95694976001
  • Zeiten des Aufruhrs
  • Zeiten des Aufruhrs
  • Zeiten des Aufruhrs

Mehr Bilder (19) und Videos (5) zu Zeiten des Aufruhrs


Cast & Crew


Kritiken (25) — Film: Zeiten des Aufruhrs

SoulReaver: CinemaForever

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Dabei wirken die Inszenierung, die schauspielerischen Leistungen und die Aufmachung zu keiner Zeit hölzern, konstruiert oder überzeichnet, sondern als Zuschauer bekommt man das Gefühl, ein Teil dieser qualvollen Lage zu werden, als würden wir es mit einem realen Paar zu tun bekommen und wir sind gezwungen ihnen bei der unausweichlichen Zerstörung zuzusehen, gerade die impulsiven Streitgespräche, die von bebender Intensivität zehren, brennen sich ins Gedächtnis Sicher ist „Zeiten des Aufruhrs“ kein „Szenen einer Ehe“, genau wie Sam Mendes kein Ingmar Bergman ist, doch der Engländer hat es wieder einmal mit einem beachtlichen Ergebnis geschafft, den amerikanischen Traum und die scheinbar heile Welt zu sezieren und zu entblößen.

Kritik im Original 23 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 13 Antworten

stuforcedyou

Antwort löschen

Bier ist schon kalt gestellt. :D


SoulReaver

Antwort löschen

Super. :D


Dr. Borstel: Sharks, Pencils and Ben Aff...

Kommentar löschen
9.5Herausragend

Sam Mendes zeichnet nach Yates’ Roman ein eindringliches und differenziertes, cineastisch grandioses Porträt des Scheiterns von Träumen, das berührt.

Kritik im Original 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...]Im Ganzen ist „Zeiten des Aufruhrs“ nicht unbedingt ein Film, der unter die Haut geht, aber in jedem Fall einer, der nicht spurlos an einem vorüberzieht. Die Kommunikation des Paares erreicht einen Härtegrad von fesselnder Intensität und bekommt durch Winslets und DiCaprios Darstellungen monumentalen Nachdruck verliehen. Mendes portraitiert ihren Niedergang schonungslos und ohne jedwedes optische Element, das die Stimmung unterbrechen oder gar aufhellen könnte. Die Welt, mit denen er die Charaktere umrahmt, ist perfekt und kalt, die Häuser aufgeräumt und steril, die Revolutionary Road Wohnort und Gefangenenlager. Die Geschichte kommt sehr langsam voran und erzählt eigentlich nicht viel, steigert sich aber weiter und weiter zu einer solch rohen Vehemenz, dass sie einen dennoch vollstens einnimmt und nie das Gefühl überflüssiger Längen aufkommt.[...]

Kritik im Original 3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

fko: filmsprung.ch fko: filmsprung.ch

Kommentar löschen
9.0Herausragend

«Revolutionary Road» ist in erster Linie ein hervorragend gespieltes und ausgezeichnet geschriebenes Drama, das auch nicht an zynischen Kommentaren spart. Die Inszenierung von Regisseur Sam Mendes, dem Ehemann von Kate Winslet, ist hauptsächlich zweckdienlich und drängt sich nicht durch formale Verspieltheiten auf. Dadurch kommen die Leistungen der Darsteller natürlich noch besser zur Geltung.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr. D.: Manifest - Das Filmmagazin Mr. D.: Manifest - Das Filmmagazin

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Mendes vierte Regiearbeit ZEITEN DES AUFRUHRS verspricht nun ein Wiedersehen, das viele von Herzen herbeigesehnt und ebenso viele in ihren schlimmsten Schnulz-Albträumen mit Grauen befürchtet haben: Kate Winslet und Leonardo DiCaprio, die beiden Turteltäubchen Rose und Jack aus James Camerons TITANIC, sind nach mehr als 10 Jahren Trennung wieder als Filmpaar vereint. Aber Vorsicht: Dieses Mal dürfen Romantik-Allergiker aufatmen, denn Mendes wäre nicht Mendes, wenn er nicht genau diesen Liebesmythos benutzen würde, um ihn aufs Schlimmste zu demontieren.

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mick Lasalle: San Francisco Chronicle Mick Lasalle: San Francisco Chronicle

Kommentar löschen
10.0Herausragend

Revolutionary Road bekommt meine Stimme für den besten amerikanischen Film 2008.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr... Marcus Wessel: Deadline, blairwitch.de, pr...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Mendes, der nicht nur im Kino sondern auch im Theater zu Hause ist, inszeniert das Scheitern dieser Beziehung wie ein intimes Bühnenstück. Der Fokus liegt dabei von der ersten bis zur letzten Minute auf den Darstellern. Diese danken es ihm mit durchweg hochklassigen Leistungen. Für Winslet, die schon seit Jahren völlig zu Unrecht auf ihren „Titanic“-Auftritt reduziert wird, erweist sich die Rolle der Desperate Housewive gar als schauspielerischer Durchmarsch. Sowohl in den kurzen Momenten des Glücks als auch in Momenten der totalen Verzweiflung verschwindet sie ganz hinter ihrer Rolle. Wir sehen und fühlen Aprils Wut, Aprils Schmerz und Aprils Einsamkeit, wenn sie suchend und hilflos in die Kamera blickt. DiCaprio wiederum bricht einmal mehr mit seinem Sunnyboy-Image. Während der äußerst lautstarken Auseinandersetzungen schreit auch er sich die Seele aus dem Leib – in einer erschreckenden Art und Weise.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Matthias Dell: Der Freitag Matthias Dell: Der Freitag

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Und doch steckt genau in dieser Akkuratesse ein grundlegender Mangel: Die Deutlichkeit - mit der Mendes seine Welt von gestern inszeniert, in der weder die Geschlechterbeziehungen noch die Rolle des psychisch Kranken als mirakulösem Wahrsager aktualisiert sind - lässt keine Fragen offen. Jedem Gesichtsausdruck kann eine Entscheidung zugeordnet werden, jedes Bild versteht sich durch sich selbst. Der Besuch von Zeiten des Aufruhrs ist der Gang durch ein Museum, das pädagogisch wertvoll all seine Exponate bis ins Letzte erklärt.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Hausmeister: Nerdtalk.de

Kommentar löschen
9.0Herausragend

[...] DiCaprio spielt mit jeder Faser Frank Wheeler und sich selbst damit die Seele aus dem Leib. Alle Emotionen, angefangen bei rasender Wut über Hoffnungslosigkeit bis hin zu überzeugenden Liebesbekundungen, bringt er wie mit Fingerschnippen mal eben so in Perfektion rüber. In einer Szene war er sogar dermaßen gut, dass mich allein sein intensives Schauspiel schon ganz dicht an den Augenwinkel-Dammbruch führte (sein Wutausbruch während eines Kaffeekränzchens mit Nachbars und deren Sohn). Standing Ovations für diese Leistung. [...] Ich kann mich nur wiederholen: wirklich großes Gefühlskino.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Enk: Mental Savage Enk: Mental Savage

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

[...] Eine durchaus gelungene Pointe, für die Darstellung einer nach Jahren kriselnden Beziehung das Kino-Traumpaar der letzten Dekade zu besetzen - vielleicht war es also ganz gut so, dass es für Winslet und DiCaprio in Titanic kein Happy End gab, man sieht ja wo das geendet hätte. [...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Corsovilla: SchönerDenken

Kommentar löschen
7.0Sehenswert

Es gibt Filme, die man unbedingt mögen möchte. “Zeiten des Aufruhrs” zum Beispiel. Man könnte eine halbe Stunde aufzählen, was an diesem Film so gelungen ist - von der dramatischen Geschichte über die Kameraarbeit, die Requisiten - bis hin zur suggestiven Filmmusik von Thomas Newman. Ja, und die Schauspieler … Michael Shannon ist zurecht für den Oscar nominiert. Die einzige Schwäche des Films ist schnell erklärt: immer wieder hölzerne, verkopfte Theaterdialoge. Wer sich als Zuschauer von dieser intellektuellen Kunstsprache aus dem Tritt bringen lässt, dem gehen die großen Gefühle des Films verloren. Wer damit keine Probleme hat, kann einen intensiven Kinoabend genießen. Nur leider kann man sich das nicht aussuchen. (Mehr im Podcast)

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kaltduscher: MoviezKult.de

Kommentar löschen
6.5Ganz gut

[...] Dass Zeiten Des Aufruhrs trotz aller Lobhudelei letztlich doch ein kleines bisschen enttäuscht, ist dem Drehbuch geschuldet, welchem die letzte Konsequenz fehlt. Man hätte gerne mehr erfahren über das Leben der Familie Wheeler, nicht nur des Ehepaars Wheeler. Die Kinder, die inhaltlich mehr zur Geschichte beitragen als vordergründig angenommen, werden so gut wie gar nicht beleuchtet. Auch die gesellschaftlichen und politischen Umbrüche der Nachkriegszeit werden trotz ihrer Relevanz nicht präzise genug erläutert. Der Film konzentriert sich mehr oder weniger auf den Mikrokosmos der Familie, ohne ihn passend in den Makrokosmos einzuordnen – und das kann Mendes mit seiner schlichten Regie ohne Experimente nicht mehr ausgleichen. [...]

Kritik im Original 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Kubrick_obscura: CinemaForever

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Endlich ist es soweit!!! Die lang erwartete Fortsetzung von "Titanic" läuft in den Kinos. Zwar nicht von James Cameron, sondern von diesem ominösen Sam Mendes, dessen "American Beauty" mich zwar fesseln, aber nicht begeistern konnte.
Jack und Rose heißen in diesem Film nun Frank und April und sie sind über 30 Jahre gealtert, ohne dass man das sieht. Mit diesen Variationen muss man als Titanic-Fan wohl leben. Scheint wohl auf dem Mist dieses Sam Mendes gewachsen zu sein... Cameron hätte das alles ganz anders gemacht...
Aber egal, man darf das romantischste Traumpaar schlechthin beim Ehe führen zu sehen. Leider sind die doch nicht so glücklich, wie man sich dass am Ende von Titanic für die Beiden gewünscht hat. Die streiten sich andauernd und am Ende
SPOILER! SPOILER! SPOILER! muss dann mal Rose äh April sterben. Das ist so klischeehaft SPOILER ENDE!!!
Ich weiß nicht, ich gucke mir lieber nochmal "Titanic" an.
...
(4 h später)
...
Boah ey... früher hat der mehr Spaß gemacht. Dieser doofe Sam Mendes hat mir alles versaut. Da guckt man sich einmal einen Film an, der wirklich von Bedeutung ist, wo Schauspiel Film-füllend ist und nicht nur nettes Beiwerk, wo man Klischees dazu nutzt sie bloßzustellen, wo die Kamera nicht berauschen, sondern berühren will, wo jede kleine Nebenrolle ein kleines Wunder ist, wo jede Dialogzeile wahres offenbart und wieder verheimlicht, wo man nicht alles versteht, aber erkennt.
Da guckt man sich einmal einen guten Film an und schon ist der alte Lieblingsfilm futsch...
doof doof doof

PS: Ich habe Angst mir High School Musical wieder anzusehen...

;o)

2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Antworten

Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

„Zeiten des Aufruhrs“ ist von Sam Mendes mit der gleichen Perfektion inszeniert wie auch schon seine früheren Werke, und setzt noch mehr als seine früheren Filme auf die erzählerische Stärke seines Ausgangsstoffes. Die ruhigen, melancholischen und ganz und gar wunderbaren Klavier-Anschläge der musikalischen Untermalung von Thomas Newman fügen sich in den sehr gesetzten Grundtenor des Films ein, und erinnern wohl nicht von Ungefähr an Sam Mendes „Road to Perdition“. Und auch wenn „Zeiten des Aufruhrs“ natürlich zu Vorderst ein Film über eine ganz spezifische Periode ist, ist der Film doch in seiner letztlichen Intention universell veranlagt: Ob man sein eigenes Leben, vielleicht sogar seine Gewöhnlichkeit, zu akzeptieren lernt, ob man den Mut hat aus eingefahrenen Bahnen auszubrechen, oder ob man sich gar bis zu seinem letztem Tag etwas vormacht, ist ein äußerst schmaler Grat und letztlich eine anthropologische Konstante. Das Ergebnis aber, dies ist gewiss, ist Ungewiss und eben auch oftmals tragisch

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Jörg von Grass: filminformer.de; stadtmagaz...

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

Nach dem mit fünf Oscars ausgezeichneten "American Beauty" und dem ebenfalls mehrfach ausgezeichneten "Road to Perdition" inszeniert Sam Mendes (Ehemann von Kate Winslet) erneut ein...

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Mr Vincent Vega: Die 5 Filmfreunde, gamona, ...

Kommentar löschen
5.0Geht so

[...] Wenn sich die Eheleute hier dann verbal in Stücke reißen und schönstes Möbelinventar zu Bruch geht, möchte man Winslet und DiCaprio eigentlich bei gar nichts anderem mehr zusehen. Das mag so klingen, wie es gewiss nicht inszeniert ist - Mendes hält sich mit ausgestelltem Zynismus, so wie er in "American Beauty" einen faden Beigeschmack hatte, auffällig zurück -, doch lässt sich schwer leugnen, dass die beiden Hauptdarsteller ganz und gar in ihren intensiven Rollen aufgehen. So dramatisch flogen Ehe-Fetzen im Kino seit "Wer hat Angst vor Virginia Wolf?" nicht mehr. [...]

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TheCorey: MovieMaze

Kommentar löschen
7.5Sehenswert

„You’re the most interesting person I’ve ever met“, erklärt April (Kate Winslet) 1948 ihrem Freund Frank. Auf einer Party hatten sich die ambitionierte Schauspielerin und der Kriegsveteran kennen gelernt. Beide lachen und philosophieren über Paris, jene Stadt, der Frank im Zweiten Weltkrieg verfallen ist und die er seitdem wieder besuchen möchte. Dort seien die Menschen noch frei, versichert er seiner Freundin. Doch es kommt alles anders als geplant. April wird schwanger und Frank nimmt einen Job in der ehemaligen Firma seines Vaters an. Er mag den Job nicht und es beschämt ihn, wie sein Vater geendet zu sein, gesteht er an seinem 30. Geburtstag sieben Jahre später einer Sekretärin seiner Firma. Kurz darauf steht er in ihrem Zimmer und bindet sich die Krawatte. Es hat sich viel getan in den vergangenen sieben Jahren seit die Wheelers in ihr weißes Haus in der Revolutionary Road gezogen sind. Dem ersten Kind folgte ein zweites, hauptsächlich um sich selbst zu beweisen, dass die Älteste kein Unfall gewesen sei. Was als Übergang geplant war, ist zur Routine verkommen. Die Ehe ist in ihrem verflixten siebten Jahr am Bröckeln.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Antworten

Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...

Kommentar löschen
8.5Ausgezeichnet

Mendes' Film ist eine abgründige Studie der westlichen Ehe. Manchmal erinnert er an "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" oder Bergmans "Szenen einer Ehe", dann wieder an Satiren von Woody Allen und die Suburbia-Filme von Todd Solondz ("Happiness") und Todd Fields ("Little Children"). Wie letztere ist auch "Zeiten des Aufruhrs" vor allem eine überaus hellsichtige und berührende, mitunter auch bittere Betrachtung über Entfremdung, Hoffnungslosigkeit und Angst vor der Freiheit. Ein Angriff auf das vermeintlich "normale Leben", auf blindes Sicherheitsdenken und unsere ganz alltägliche Feigheit.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

D. Kamalzadeh: Der Standard D. Kamalzadeh: Der Standard

Kommentar löschen
9.0Herausragend

Sam Mendes, der mit American Beauty schon einmal eine zeitgenössische Variante von Lebenslügen in der Vorstadt gedreht hat, ist wiederum ein Regisseur mit einer ausgeprägten Vorliebe für tableauhafte Bilder, in denen er nichts dem Zufall überlässt. Das selbstzerstörerische Wirken der Wheelers fasst er in Einstellungen, die sie und ihr stylishes Ambiente wie in einem Coffetable-Book festhalten, aus dem es kein Entkommen gibt. Das Vorhaben des Paares, aus dem verhassten Alltag der Vorstadt auszubrechen, um nach Paris zu gehen, löst sich denn auch alsbald in Luft auf.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

G. Jekubzik: Filmtabs G. Jekubzik: Filmtabs

Kommentar löschen
8.0Ausgezeichnet

Sam Mendes findet in seiner zweiten Bloßlegung (nicht nur amerikanischer) Lebensleere Bilder und Momente unendlicher Einsamkeit. Die ungelebten Träume in leeren Blicken, der klägliche Spott der ganz großen Feiglinge, die sich über das Scheitern der verzweifelten Träumer mokieren, all das schickt einen tief erschüttert ins Leben zurück. Auch dank des großartigen, konzentrierten Schauspiels, das ohne viel Drumherum, ohne Action den Film trägt. Grandios wie Leonardo DiCaprio und Kate Winslet durch die Zustände von Öde, Hoffnung, Desillusion und Hass gehen. Ein Drumherum ist allerdings sehr wichtig, die Kulissen und Kostüme, die das Jahr 1955 glaubhaft machen und trotzdem die Figuren atmen und lebendig lassen.

Kritik im Original Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Alle Kritiken (25)


Kommentare (124) — Film: Zeiten des Aufruhrs


Sortierung

deadfru5

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Oh "Revolutionary Road", oh "American Beauty", meine gesellschaftliche und zwischenmenschliche Situation verachtet euch zutiefst, mein Verstand und mein Herz sind euch dagegen wohlgesinnt. Welche Seite, denn es kann sich gewiss nur um eine Handeln, wird wohl langfristig bestehen können?

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Ferdy

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Im Gegensatz zu Sam Mendes satirisch überzeichneten „American Beauty“, erlangt sein Ehedrama „Zeiten des Aufruhrs“ von Anfang an eine sehr ernste Grundstimmung und setzt dennoch das fort, was er mit seinem Debüt begonnen hat: Die Dekonstruktion des westlichen Subjekts und seinen Lebensraum. Die Langeweile des Alltags, die Fantasielosigkeit der Werte und die verblassten Jugendträume sind Gegenstand des Mittelklasselebens der beiden Hauptprotagonisten, die mit legalen Drogen wie Konsum, Alkohol, Sex und Fernsehen versucht werden zu betäuben. Mit der Idee, ihr Leben radikal zu ändern, um die Lethargie zu besiegen, fängt das eigentliche Drama an. Dem Regisseur gelang eine elegant inszenierte und bewundernswert kluge und berührende, abgründige Studie über den Konflikt zwischen dem Leben das man führt und dem, das man führen will. Getragen wird die Tragödie von zwei hervorragenden Hauptdarsteller - allen voran die allzeit unterschätzte Kate Winslet.
Nach dem Roman „Revolution Road“ von Richard Yates.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Yogi1983

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Uff...ganz schön harter Tobak. Und eigentlich so überhaupt kein Film den ich mir normalerweise anschaue. Aber als der letztens im TV kam, konnte ich einfach nicht weg schalten ob der tollen schauspielerischen Leistung der beiden. Aaah...eigentlich hasse ich Filme wo ich von Beginn an weiss, das alles schlecht ausgeht. Aber WENN ich sie dann mal schaue, begeistern sie mich doch irgendwie. :-D

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Murray

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

"Revolutionary Road" ist ein Feuerwerk der Emotionen das die beiden Hauptdarsteller Winslet und DiCaprio zu Höchstform aufspielen lässt, untermalt mit Thomas Newman tollen Kompositionen und brilliant eingefangen von Roger Deakins Kameraarbeit. Wenn dann auch noch Sam Mendes auf dem Regiestuhl Platz nimmt kann bei diesem Dreigespann absolut nichts schiefgehen.
Ein Hochglanz-Beziehungsdrama par excellence.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Amlor

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Ich muss zugeben, dass ich mich sowohl mit dem Film, als auch mit dieser Bewertung ein wenig schwer tue. Nicht falsch verstehen, der Film ist vom erzählerischem und vor allem von der schauspielerischen Leistung ganz großes Kino. Vor allem nicht nur Kate und Leonardo überzeugen hier und toppen noch einmal ihre Leistung von Titanic - wobei dieser Film auch dazu eine bessere Grundlage bietet - auch die Nebendarsteller, allem vor ran Michael Shannon, der mir aktuell vor allem auch in Boardwalk Empire extrem gut gefällt, spielen ihre Rollen extrem überzeugend.
Die Aussage des Filmes wird kaum für jeden eingängig sein. Hier kommt es zu Problemen, die man am liebsten nie in seinem Leben habe möchte und auch bei keinem seiner Freunde vorzufinden wünscht - auch wenn die Gefahr, wahrscheinlich vor allem in der heutige Zeit, mehr als real bleibt. Hier zeigt der Film vor allem, wie Zeitlos einige Dramen sein können und das man jeder Zeit Opfer sein kann.
Trotz alledem fällt es mir wirklich schwer, diesen Film wirklich zu bewerten. Ich würde ihn unter 'sehr schwerere Kunst' und 'Film für Kenner und Liebhaber' einordnen, wo er auch locker 10 Punkte erreichen kann. Da der Film mich aber noch nicht ganz erreichen konnte - wobei ich leider noch nicht in der Lage bin, genau sagen zu können, wo dran dieses liegt... kommt aber evt. im Review und dann werde ich diesen Kommentar sicher noch erweitern - und da ich denke, dass es auch sicher den meisten so gehen wird, bekommt der Film doch nur die prognostizierten 7.5 Punkte.
Fans von den Schauspielern, unabhängig ob Haupt- oder Nebenrolle sollten sich den Film auf jeden Fall angucken, es lohnt sich. Liebhaber von Dramen und/oder von 'schwerer' Kunst müssen diesen Film gucken und einfach genießen. Alle anderen empfehle ich diesen Film, wenn man Lust auf ein Familien- und Lebensdrama.

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Benjamin Barker

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Eine der erinnerungswürdigsten Opening Scenes aller Zeiten, dessen Wucht einem erst bei Erscheinen des Titels vollkommen bewusst wird, wirft einen unvermittelt in die Situation. Es geht um das Ehepaar April & Frank, anfangs schwer einzuschätzen, was sich jedoch auch im Laufe des Films nicht grundlegend ändern wird. Es wird Abstand genommen von plakativer Schwarz-Weiß-Malerei, hier gibt es nicht den Sympathischen und den Egoisten, nicht den Engagierten und den Verantwortungslosen, im Grunde sind es nicht mal zwei gegensätzliche Pole. Wie könnte es auch? Sie sind verheiratet, haben Kinder, da muss Liebe sein oder zumindest gewesen sein. Doch sie wurden eingeholt von dem, was alle Paare früher oder später unausweichlich zu ereilen scheint: der Alltag, die Routine - und mit ihr die Ernüchterungen, Erkenntnisse und Zweifel. Zweifel an eigenen Entscheidungen, Zweifel am Partner, Zweifel an der gesamten verdammten Situation. Wie geht es nun weiter? Beugt man sich Erwartungen und unsichtbaren Zwängen und verweilt in der persönlich unbefriedigenden Situation? Mit Affären & Alkohol als Ventil? Oder flieht man, riskiert etwas, denkt an sich selbst? Wohin mit meinem Leben?

Sam Mendes, schon durch sein Meilenstein-Debüt "American Beauty" zum Milieustudenten & Darsteller-Regisseur prädestiniert, greift hier thematisch ähnlich veranlagte Aspekte auf, geht jedoch deutlich tiefer und intensiver. Dies soll keine Kritik an "AB" sein, ein einzigartiger Film, sondern lediglich die Stimmung von "Revolutionary Road" verdeutlichen. Mendes liefert hier mit ein weiteres fehlerfreies Schaffen ab.

April & Frank stehen ohne Zweifel im Mittelpunkt, es gibt kaum Szenen ohne ihre Beteiligung. Seine Entscheidung, objektive Einflüsse von Außen genau so wie die Rolle der Kinder weitestgehend außen vor zu lassen, war eben so mutig wie im Endeffekt fördernd. Durch ihre emotional Abschottung, gewinnt die Beziehung zwischen ihnen einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Beide sind so facettenreich und voller feiner Details, sie zu beobachten und zu erforschen, ist faszinierender, als jede außenstehende Handlung es je hätte sein können. Dialoge, so hart und ehrlich, wie das nüchterne Leben nun mal ist. Eingebettet in die wunderbar eingefangenen 60er, nicht nur deutlich werdend an Kleidung & Zigaretten, sondern primär an der Einstellung der Leute, dessen Einfluss auf das Ehepaar wohl nicht unerheblich ist. Sind sie tatsächlich die einzigen Träumer in dieser Welt voller Spießer? Mal ist sie es, mal er, mal beide, mal keiner. Die Stimmung steht oft auf der Kippe, so sehr man sich in guten Zeiten auch wünscht, dass es so bleiben möge. Doch gerade gegen Ende ist die erzeugte Dynamik kaum zu beschreiben, für eine derart fesselnde Atmosphäre müssen alle (!) Einzelteile perfekt sein und nahtlos in einander greifen. Dies ist hier gegeben.

Sam Mendes als Regisseur ist eine Offenbarung für jeden Schauspieler. Er blendet die Umwelt aus, nur darauf fokussiert, Platz zu schaffen, die jene dann mit Leben füllen müssen. Die Kamera hält immer drauf, immer ruhig, ehrlich, nichts beschönigend. Das ist intensiv, oft geradezu brutal, aber auch unheimlich einvernehmend. Selbst Szenen, die mit anderen Beteiligten im oberen Drittel des Overactings hätten landen können, beeindrucken hier durch Authentizität und Nähe.
Ich verzichte darauf, die Darstellungen von Winslet und DiCaprio im Detail zu schildern. Es würde ihnen schlicht nicht gerecht werden, das muss man gesehen haben - und ich hoffe, Sätze wie diese klingen bei mir noch nicht zu abgegriffen. Michael Shannon spielt in seiner handvoll Szenen höchst unkonventionell und schafft so bewusst einen Gegenpart zum Hauptprotagonisten-Duo. Alles scheint zu passen.

Ein Film ohne Schwächen, was jedoch keineswegs ein Garant dafür ist, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und tatsächlich zu erreichen. Sam Mendes gelingt dies, scheinbar, spielend. Er zeigt hier anschaulich, ehrlich und mitreißend auf, was passiert, wenn die Leidenschaft der Resignation weicht und man persönliche Träume gesellschaftlichen Konventionen unterordnen muss - und obwohl ich davon hoffentlich noch weit entfernt bin, fühlte ich mich persönlich angesprochen und zum Nachdenken angeregt. Ich bin zutiefst beeindruckt. Packend wie lange kein Film mehr und gleichzeitig nüchtern wie intensiv. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so gespannt auf ein Filmende war, wie in diesem Fall - und dabei so beispielhaft abgeholt wurde. Der beste Film, den ich 2013 bislang gesehen habe. Unfassbar groß.
Sam Mendes wandert im Ranking weiter nach oben - und Richard Yates ins Bücherregal.

"Hopeless emptiness. Now you've said it. Plenty of people are onto the emptiness, but it takes real guts to see the hopelessness."

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

JohnnyKee

Antwort löschen

Ruhestörung, Easter Parade, Short Stories, Zeiten des Aufruhrs of course. Alles Meisterwerke^^


Benjamin Barker

Antwort löschen

"Ruhestörung" hab ich dank dem Bücherregal meiner Eltern sogar schon hier liegen, ich bin gespannt. ;)


ElMagico

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Und wieder einmal zieht die "Saw"-Reihe den kürzeren. Denn in den intensivsten Momenten will man hier einfach nur das TV-Gerät ausschalten, weg von alledem. Manchmal war es mir dann auch wirklich zu arg, so sehr das der Bogen Gefahr lief überspannt zu werden. In den ruhigeren Momenten wird nämlich doch auch deutlich, dass "Revolutionary Road" ein Konstrukt ist, welches gar nichts anderes will, als von einer zwischenmenschlichen Katastrophe in die nächstgrößte zu führen. So tief hätten die Abgründe gar nicht gezeichnet werden müssen, mir persönlich hätte etwas Licht in dieser Geschichte durchaus gefallen, allein um die Schatten besser wirken zu lassen.
So erscheint "Revolutionary Road" als ein auswegsloser und völliger dunkler Emotionsbatzen. Man hat Bauchweh ob der Situationen in denen Frank und April immer wieder versuchen sich zum explodieren zu bringen. Demütigungen, verbale Gewalt und endlose Vorwürfe. Von beiden Seiten. Sympathie hatte ich hier für niemanden. Nicht ansatzweise. Ich kann hier sowieso nicht ganz mitgehen und die Umwelt, die Gesellschaft und die konservative Ära für das Desaster der Wheelers Verantwortlich machen. Beide haben ein massives Kommunikationsproblem miteinander. Das ist fast noch harmlos ausgedrückt. Das Umfeld erschwert die Flucht aus dieser Situation, dass diese aber so erschreckend ist, dafür sind die beiden verantwortlich. Und man wundert sich wirklich, wie es diese Menschen 7 Jahre miteinander ausgehalten haben sollen ohne sich etwas gegenseitig anzutun. Das Thema Trennung wird auch kaum thematisiert, vielleicht eben darum: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Und so dreht sich diese ekelhafte Spirale immer weiter, wird gelogen und betrogen, Gefühle verletzt und der Stolz gebrochen. Von außen kommt da wenig Hilfe, denn auch alle anderen Beziehungen werden negativ dargestellt. Entweder schon völlig abgestumpft oder von Lügen durchzogen. Ein Punkt der mir nicht so gut an "Revolutionary Road" gefiel, da man den Eindruck bekommt es gab damals keine funktionierenden Beziehungen, was natürlich völliger Unsinn ist.
Bezeichnend das der einzige Charakter, dem man inhaltlich zustimmen mag und der auch zumindest etwas Sympathie auf sich ziehen kann, ein geschlossen Untergebrachter kranker Mensch ist. Und diesem gehört auch der eigentlich wichtigste Satz dieses Films, weil er etwas sagt, dass "Revolutionary Road" fast schon etwas auffällig unter den Tisch kehrt: "...But get right down to it, I don't have a whole hell of a lot to be glad about. Do I? Oh but, hey...you know what? I'm glad abouth one thing. You want to know what I'm glad about? I'm glad I'm not gonna be this kid"
Intensiv und brutal, eindringlich und ohne einen Funken Optimismus.

bedenklich? 19 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

LowRidah

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Das beste Ehedrama das ich je sehen durfte.

//SPOILER
Dieser Film ist die Wahrheit. Die Quintessenz dieser ist ja, dass alle Frauen verlogen sind.

Oder lag es am Alkohol? oO

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

based_god

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Verhältnismässig kleine Erwartungen. Und ich wurde überrascht!

Der Plot um das Ehepaar (grossartist!!: Leonardo DiCaprio und Kate Winslet), die einen Ausbruch aus dem American (Anti-)Dream planen und dabei sowohl glückliche, hoffnungsvolle aber auch hindernde und desillusionierende Momente erleben ist grandios gestrikt. Das unvermeindliche und früh als Ende absehbare wird herausgezögert. Es wird dem Zuschauer Mut gemacht und sehr gekonnt mit Sympathien gespielt. Die Charaktere sind mir schon lange bei keinem anderen Film so nahe gekommen. Selten habe ich so mit Leo mitgefiebert. Trotzdem jedoch ist der heimliche Star Michael Shannon. Er lebt seine Rolle des psychisch kranken, der als einziger zu verstehen scheint, förmlich.

Zusammen mit einem tollen Szenenbild und toller Musik, welche die 50er zu wiederbeleben scheinen machen Drehbuch und Schauspieler die "Zeiten des Aufruhrs" zu einem Meisterwerk. Wie konnte ich das nur verschmähen? Danke an souli für die Empfehlung auf jeden Fall!

bedenklich? 9 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten

KonTaicho

Antwort löschen

Ganz groß der Film! Wie fandest du denn "Blue Valentin"?


gta21445

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

haben wohl die meisten gestern auf ARD gesehen? Kam halt nix anderes wie dieser Film musste ihn dann anschauen und war sehr überrascht, sehr schöner und trauriger Film, der die Träume und die realität der Menschen widerspiegelt und was passieren kann wennn die traumwelt platzt in einer "vorzeige Ehe".

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

mariega

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

AUTOPSIE EINER EHE

Der wahre Sinn dieses Filmes ist meines Erachtens die Zerstörung des mythischen Titanic-Paares. "Les Noces rebelles", so der Titel auf französisch, hinterläßt einen bitteren ''Geschmack von Asche''.
Ich komme nicht umhin das Liedchen von Charles Trenet in ''Baisers volés" von Truffaut: ''Que reste-t-il de nos amours?'' (Was ist aus unserer Liebe geworden?) vor mich hin zu summen.

bedenklich? 15 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten

Telebaum

Antwort löschen

auch ein ansatz!


mariega

Antwort löschen

Tatsächlich, vielleicht mein französischer Blickwinkel ;)!


MrDepad

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

"Zeiten des Aufruhrs" von Sam Mendes ist ein Beziehungsdrama, welches auch "Szenen einer Ehe" heißen könnte.
Mendes beleuchtet wieder mal das Leben einer Vorstadtfamilie, diesmal in den 50ern. Leonardo DiCaprio und Kate Winslet sind nach Titanic wieder als Schauspielpaar vereint und spielen Frank und April, die mit ihren beiden Kindern in einer Vorstadt von Connecticut leben. Nach außen hin sind sie für die Nachbarn das absolute Traumpaar, doch als Zuschauer merkt man schon vor Einblendung des Filmtitels, dass dem nicht so ist.
Mendes beleuchtet anfangs durch Rückblenden die schönen Momente des Paares, während einen die Gegenwart in die bittere Realität zurückholt. Beide wollen den stereotypischen Idealen des öden Durchschnittsbürgers entfliehen, dabei sind beide längst in diesen Rollen festgewachsen, was ihnen nach und nach durch schmerzliche Situationen klar wird. Immer wieder lässt Mendes die beiden fantastischen Hauptdarsteller in heftigen Auseinandersetzungen gegeneinander prallen, wobei die Streitsituationen stets sehr eindringlich inszeniert sind.
In den Nebenrollen sticht vor allem Michael Shannon hervor. Er holt als psychisch Gestörter wieder mal das Maximum aus seinen recht kurzen Szenen heraus und vor allem im Zusammenspiel mit DiCaprio sind hier fantastische Szenen gelungen. Das 50er Jahre Design ist hervorragend in Kostümen und Austattung gelungen, besonders gefallen hat mir aber wieder die Musikuntermalung, bei denen zwei spezielle Stücke immer wieder auftauchen und mich begeistert haben.
Als Kritikpunkt muss ich sagen, dass ich die beiden Kinder des Paares als recht überflüssig empfand. Diese hätte man locker aus der Geschichte streichen können, da sie kaum vorkommen.
"Zeiten des Aufruhrs" ist ein fantastisch gespieltes, hervorragend inszeniertes Beziehungsdrama, welches sehr intensiv die Ups & Downs einer Ehe beleuchtet, in der ein Paar an der Eintönigkeit der braven, langweiligen Alltagsroutine zu scheitern droht.

bedenklich? 5 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

Telebaum

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Ich halte den Film für noch besser und vor allem tiefgründiger als AMERICAN BEAUTY. Hier bündelt sich das ganze westliche Entfremdungsdrama zu einem geradezu parabelhaften Vorstadtdrama, das zwar so ziemlich in jedem Moment vorhersehbar wird, aber dadurch nur umso zwingender und folgerichtiger den bequemen Lebensentwurf desillusioniert.

bedenklich? 6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MaxN91

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mit "Zeiten des Aufruhrs" beschäftigt sich Regisseur Sam Mendes erneut mit dem amerikanischen Bürgertum, diesmal allerdings im Gewand der Konventionen von 1950. Er beleuchtet die Ehe Frank und April Wheeler, die sich selbst befreit vom Spießbürgertum und der Mittelklasse verstehen, aber sich mit aller Härte eingestehen müssen, dass sie genau in ihr verhasstes Rollenbild verfallen. Nach Titanic brachte erst Mendes das grandiose Duo Kate Winslet und Leonardo DiCaprio wieder zurück auf die Leinwand. Zeiten des Aufruhrs lebt von der Chemie und Verbindung dieser Schauspieler und beide liefern oscarwürdige Leistungen ab- so spürbar schmerzhaft wie der Zuschauer alle Ausbrüche dieser Ehe erlebt ist es kein Wunder, dass der Film einem schwer an die Nieren geht. Das hier ist ein Drama, dass die Bezeichnung mehr als verdient. Nur in wenigen Einstellungen gibt Mendes dem Zuschauer eine Art Hoffnungsschimmer, viel zu sehr ist er doch beschäftigt den Bruch einer einst beneidenswerten Liebe zu verdeutlichen. Ich werde mir den Film sicher nicht so schnell noch einmal ansehen, denn wie schon erwähnt nimmt er einen schwer mit und lässt mich als Zuschauer jeden Streit, jeden Wutausbruch so nah miterleben, dass sich das ganze eher nach einem Bühnenstück anfühlt, von dem man nur 1-2 Meter wegsitzt. Doch auch Das muss Kino leisten können, denn oft sind es die negativen Gefühle, die uns besonders berühren. Sehr einfach lässt sich die Geschichte übrigens auch in die Gegenwart transportieren, denn bis auf die wunderbaren Settings und Requisiten könnte die Geschichte genauso heute funktionieren. Weiterhin besonders positiv aufgefallen ist der Auftritt von Michael Shannon, der zwar als psychisch krank diagnostiziert ist, jedoch der einzige zu sein scheint, der die Fassade des Ehepaars Wheeler mit Leichtigkeit durchschaut und dabei einige Wunde Punkte zu trifft. "Zeiten des Aufruhrs" ist ein wunderbar geschriebenes, gespieltes und gedrehtes Drama, dass an einigen Stellen für meinen Geschmack etwas zu dick aufträgt und einen durchaus mitnehmen, aber auch runterziehen kann. Dies ist sicherlich kein Kino für die Masse, aber eine gelungene, besondere Erfahrung.

bedenklich? 8 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

uncut123

Kommentar löschen
Bewertung10.0Lieblingsfilm

sehr schöner film wo die beiden hauptdarsteller es wieder einmal richtig gut machen...wo der oper das hörgerät ausschaltet ist voll die gänsehautgarantie und die figur john hatt mich so sehr zum lachen gebracht das er alleine schon 5 punkte verdient!!

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

MelinaHelene

Kommentar löschen
Bewertung8.5Ausgezeichnet

Beeindruckend. Einfach nur beeindruckend. Ganz großes Kino!

bedenklich? 2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

rai1mund

Kommentar löschen
Bewertung8.0Ausgezeichnet

ein wunderbarer Film, gelungen wie sein American Beauty. die actionlastigen Streifen von Mendes sagen mir nicht so zu. Skyfall war enttäuschend, mit diesem "psychologisierten" 007.

bedenklich? 1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

TinaCocaine

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

"Jack" und "Rose" mal anders. In meinen Augen nicht so dramatisch und romantisch wie zu Titanic-Zeiten, dennoch harmonieren sie auch in "Zeiten des Aufruhrs" sehr gut. Ich finde den Film ein bisschen deprimierend, was aber nicht unbedingt schlecht ist. Zudem hat er sowohl "böse" als auch sehr romantische Szenen, relativ einfache, dennoch aussagekräftige Dialoge und eine simple Story, die aber mehr als gut umgesetzt wurde. Ich kaufe den Protagonisten ihre Gefühle ab, was in einem Drama für mich einer der wichtigsten Punkte ist. Eine gelungene Sache!

bedenklich? Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten

VisitorQ

Kommentar löschen
Bewertung7.5Sehenswert

Shiiiiiiiiiiiiiiiiiiiit! holy moly. Mein Körper kam nicht so ganz klar auf den Film. Ich war nicht vorbereitet auf son krasses Teil. Hat mir unglaublich gut gefallen. Faszinierend gespielt, schön erzählt und echt krass. Daumen hoch!

bedenklich? 4 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 6 Antworten

Le Samourai

Antwort löschen

Niiiice.


VisitorQ

Antwort löschen

♥ Die Post ♥


Le Samourai

Kommentar löschen
Bewertung9.0Herausragend

Wow. Nahezu perfektes Hollywood-Melodram von einem der wunderbarsten Regisseure des neuen Jahrtausends und gleichzeitig neben AMERICAN BEAUTY sein bestes Werk.
REVOLUTIONARY ROAD vereint zum zweiten Mal das mittlerweile zu richtigen Charakterdarstellern gereifte TITANIC-Pärchen di Caprio und Winslet und verdeutlicht auch schlagartig, welcher der beiden der bessere Film ist. An die Inszenierungskunst, die mise-en-scène (dank traumhafter Kameraarbeit von Roger Deakins), das Darstellen wahrhaftiger Emotionen und stiller Subtilitäten eines Mendes kommt Camerons Bombast-Kitsch nicht mal ansatzweise heran.
Die Leistungen von Kate Winslet und Leonardo di Caprio sind absolut überragend und erreichen eine selten gesehene Intensität und Glaubwürdigkeit. Michael Shannon ist ein weiteres Mal ein Hochgenuss, auch Kathy Bates weiß wie gewohnt zu überzeugen.
Kostüme, Ausstattung, 50s Flair - perfekt. Der kluge Score von Mendes' Stammkomponist Thomas Newman erinnert ein wenig an AMERICAN BEAUTY und fängt hervorragend die Ups & Downs dieser turbulenten, leidenschaftlichen, aber gleichzeitig auch bemitleidenswerten Ehe ein.
Eines der beeindruckendsten Melodramen der letzten Jahrzehnte und für mich der endgültige Beweis, dass Sam Mendes zu den wichtigsten Filmemachern unserer Zeit gezählt werden muss. Meisterwerk!

bedenklich? 33 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 25 Antworten

Le Samourai

Antwort löschen

:) Dachte du standest da mal mit einem N, Joohnnie. Bitte verzeih mir! Dein Vrehdi.


TheJoker

Antwort löschen

schön geschrieben, werde ich mir heute mal zu Gemüte führen ;)