„Zerrissene Umarmungen“ ist ein langsam erzähltes Drama über menschliche Obsessionen. Ein filmisches Bermuda Dreieck, das einen Sog entwickelt, dem man sich nicht mehr entziehen kann, denn durch eine starke, bedrückende Atmosphäre weckt Almodóvar das Interesse an den Charakteren – sie werden zu Vertrauten, menschlichen Wesen, die man aus dem alltäglichen Leben in abgewandelter Form zu kennen glaubt und je mehr die Zeitreise Harry Caines voranschreitet, desto mehr begehrt der Zuschauer über das Geheimnis seiner Weggefährten zu wissen. Mit bedeutungsschwangeren Bildern, einer exzellenten und sehr interessanten Kameraführung sowie beeindruckenden darstellerischen Leistungen ist dem Regisseur hier ein kleines Meisterwerk gelungen.
[...]Es ist bloß ein Kratzen an der Oberfläche von „Zerrissene Umarmungen“, wenn man den Blick auf seine drei Hauptfiguren richtet. Ihre auf zwei Zeitebenen erzählte Geschichte über die Wirren von Leiden und Leidenschaften, Eifer und Eifersucht, Liebe und Liebenden verstrickt und verästelt sich mit jeder Tat, jeder Aktion weiter, grenzen in ihren starken, anziehenden und gegensätzlichen Gefühlen jedoch nicht jene der Menschen um sie herum aus, sondern berühren sie ebenso direkt.[...]Unübersichtlich, ein Aufmerksamkeitserzwinger hätte „Zerrissene Umarmungen“ werden können, ein lebensfremdes Stück schwerer Gedanken, eine reine Konstruktion dramatischer Ereignisse und Schicksale. Unter Almodóvars Hand hingegen gerät der Film filigran, wieviele Genrereferenzen und Zitate der Regisseur auch einbringt, wieviel Zeit er sich anfangs auch lässt, um die beiden Zeitebenen zueinander zu führen und wie hart er die Konsequenzen und die Katharsis gen Ende auch arrangiert, bei „Zerrissene Umarmungen“ vernimmt man stets die sanfte Einflüsterung Almodóvars an den Zuschauer, sich einfach zurückzulehnen, zu genießen, sentarse y disfrutar.[...]
[...]Es ist in diesem Film viel von Konstruktion die Rede: „Man fällt nicht einfach so die Treppe hinunter. So etwas gibt es nur im Film“ ist einer von vielen Sätzen, mit denen Pedro Almodóvar in seinem neusten Film mehr oder weniger subtil auf den konstruierten Charakters des Kino hinweist. Und so ist „Zerrissene Umarmungen“ auch ein äußerst konzentriert-konstruiertes Destillat menschlicher Geschichten, die das Leben zu schreiben pflegt, oder aber anders ausgedrückt: Eine Liebeserklärung an das Kino. Dabei gelingt Almodóvar das Kunststück, dass „Zerrissene Umarmungen“ quasi von Allem etwas ist: Klassische ménage à trois, amour fou, die bereits erwähnte amour cinéma, sowie dezenter Noir vereinigen sich in dieser Geschichte, die somit ebenso klassisches und einfühlsames Melodram ist, wie auch ein Hommage an das Filmemachen an sich. Ganz besonders in einer Szene entfaltet sich diese Symbiose zur vollen Blüte: Tränenreich betrauert Ingrid Bergman ein in Pompeji ineinander verschlungenes und versteinertes, weil vom Ausbruch des Vesuv überraschtes Ehepaar. Diese Szene aus dem Klassiker „Reise in Italien“, die Almodóvar aufgegriffen hat, um bei „seinem“ Liebespaar jenen innigen Gefühlsausbruch auszulösen, den man gemeinhin in Ermangelung passender Worte als magisch zu beschreiben pflegt, transzendiert in diesem Moment zu einer symbolgeladenen Metapher, wie sie nur das Kino erschaffen kann.[...}
In der 179. Ausgabe der Süddeutschen Zeitung des Jahres 2009 widmete sich der Feuilleton-Teil auf einer Seite dem spanischen Regisseur Pedro Almodóvar und seinem neuesten Film "Zerrissene Umarmungen". Marcus Rothe erklärte, der Spanier sei „einer der letzten richtig großen Autorenfilmer“ und Rainer Gansera setzte noch einen drauf, indem er Almodóvar zur „Galionsfigur des spanischen Kinos“ erhob. Mit seinem aktuellen Film beweist Almodóvar, dass beide Recht haben, denn "Zerrissene Umarmungen" ist erneut großes Gefühlskino, mit dem typischen Humor des spanischen Auteurs.
Almodóvars neuere Filme sind Totenbeschwörungen, Geister-Messen der Vergänglichkeit. Darin ähneln sie stark den letzten Filmen seiner Generation, den über 50-jährigen, zum Teil schön 60-jährigen, der zweiten Generation des europäischen Nachkriegsautorenkinos: Kaurismäki, Wenders, Tornatore. Sie sind seit jeher unpolitischer und postmoderner, auch langweiliger gewesen, als die älteren. Ihnen gehen, das ist überdeutlich zu sehen, auch die Ideen weitaus schneller aus, als der ersten Generation, den Godards und Chabrols, den Antonionis und Bergmans. So ahmen diese Regisseure seit einiger Zeit eine Kinderhaltung nach, eine Haltung dem Kino gegenüber, die Erfahrungen ihrer eigenen Kindheit wiederbeleben will. Alte Männer, die offenbar ihrer Jugend nachtrauern, und sich dabei als erstaunlich infantil erweisen.
Pedro Almodóvar wird im September 60 Jahre alt, und ist immer noch der beste unter den Genannten. Vielleicht ist sein Film aber auch ein Dokument der Einsicht, dass er sich selbst inzwischen mit sich etwas langweilt, dass im Hinblick auf seine Kreativität gerade »Flasche leer« angesagt ist.
"Zerrissene Umarmungen" ist eine unterhaltsame Meisterschaft in Sachen Filmkunst, aber ein Meisterwerk ist der Film leider nicht - die Fehler fehlen. Es sieht so aus, als könne Almodóvar das, was er macht, inzwischen zu gut, als sei er am Ende seiner Entwicklung angelangt. Es wäre für Almodóvar an der Zeit, zur Abwechslung mal einen Film zu drehen, der kein Almodóvar-Film ist.
Vom Vorspann an, der zwei Lichtdoubles während der Vorbereitung einer Einstellung zeigt, ist die Dualität das Ordnungsprinzip des Films. Zwei Zeitebenen spiegeln sich ineinander, die Figuren führen Doppel existenzen (Lena ist Sekretärin und bessert ihr Gehalt als Callgirl auf; Mateo arbeitet als Harry Caine erfolgreich als Drehbuchautor). In dem schönsten Szenenübergang überblendet Almodóvar jedoch von einer sich drehenden Filmspule auf die Aufsicht eines Treppenhauses, das Mateo in einer analogen Bewegung herunter rennt. In dieser wiederholt aufgegriffenen Kreisbewegung liegt der Kern einer freizügigen Dramaturgie, in welcher Film noir, Komödie und Melodram gleichermaßen zu ihrem Recht kommen und die gespickt ist mit Zitaten: Sie scheint auf eine unentrinnbare Fatalität zu verweisen, aber zugleich auf eine Vollendung. Almodóvars Cinephilie erfüllt sich in der Entgrenzung von Film und Leben. Mateo überwindet das Trauma, indem er seinen damals entstellten Film neu schneidet. Almodóvar gelingt es, im Kino die eigene Biografie zu bewältigen, wie es sonst nur François Truffaut geschafft ist. Und hat der nicht einmal gesagt, wenn er erblinden sollte, würde er weiter Drehbücher schreiben?
"Zerrissene Umarmungen" ist, wie "Volver", eine Liebeserklärung an La Cruz, aber vor allem eine an das Kino. Almodóvar träumt und inszeniert sich durch sämtliche Kinomoden und -stile, zitiert augenzwinkernd die Filmgeschichte. Und sich selbst. Er schafft es jedoch nicht nur, aus diesem Zitatenschatz etwas ganz Eigenes, Originäres zu entwickeln, ihm gelingt gar der Kunstgriff, diesen Film nicht als Film zu erzählen - sondern als Making Of.
Denn erst erleben wir diesen mit Blindheit geschlagenen Regisseur (Lluís Homar), dann wird rückblickend erklärt, was damals bei den Dreharbeiten geschah. Ein Making Of im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Denn der Produzent, rasend vor Eifersucht, zwingt seinen Sohn, die Dreharbeiten mit einer Kamera zu begleiten, als Making Of also, und lässt sich die Bilder vorführen, um Anzeichen der Affäre zu finden. Später wird er sich aus Rache des Films bemächtigen und daraus ein übles Machwerk machen.
Ist das Almodóvars späte Rache an dem Produzenten seines "Heiligen Wahnsinns"? In seinem kompliziert verschachtelten Plot aus Betrügen, Geheimnissen und späten Beichten wird der Regisseur am Ende den entstellten Film nehmen und zu dem zusammenfügen, was er hätte werden sollen. Ein Plädoyer für den Final Cut.
Doch zählt „Zerrissene Umarmungen“ zu den schwächeren Produktionen des stets mit vielen Preisen und Kritikerlob überhäuften aber auch überschätzten zweifachen Oscarpreisträgers. Zwar folgt er visuell dem exzessiven Farbenrausch früherer Werke, doch ist der Film zu komplex und zu wenig subversiv. Hinzu kommt der misogyne Blick eines Machos, der übel aufstößt. Lena, sie ist wie die Ballettänzerin Alicia in „Sprich mit ihr“ letztlich nur das Objekt männlicher Begierde. Von einem der angeblich größten Frauenregisseure würde man mehr erwarten.
(WDR3)
Lena (Penelope Cruz) hat das Leben als Sekretärin satt. Heimlich hat sie Schauspielunterricht genommen. Ihre große Chance lässt nicht lange auf sich warten: gleich gibt’s die Hauptrolle in dem Retro-Blockbuster „Frauen und Koffer“ und auch eine im Leben des geheimnisvollen Regisseurs Matteo (Lluís Homar). Eine gefährliche Leidenschaft: Denn Lena ist noch mit dem stinkereichen Ernesto (Jose Luis Gomez) liiert - ein böser, eifersüchtiger Mann. Und alt: Ernesto ist 60, hat Geld wie Heu und halb Spanien gehört ihm auch. Bald übrigens auch der Film. Was Wunder, dass es alsbald mannigfache Verwicklungen gibt. Für seinen neues Werk musste der spanische Regisseur Pedro Almodovar nicht allzu weit laufen: Das Meiste in „Zerrissene Umarmungen“ spielt mehr oder weniger in einem Filmset. Die Hauptfigur ist ein Regisseur, die Handlung eine Moritat, die sich aus Filmzitaten zusammensetzt. Na, das trifft sich ja gut. Im Mittelpunkt steht der Autor und Filmemacher…
Lena (Penelope Cruz) hat das Leben als Sekretärin satt. Heimlich hat sie Schauspielunterricht genommen. Ihre große Chance lässt nicht lange auf sich warten: gleich gibt’s die Hauptrolle in dem Retro-Blockbuster „Frauen und Koffer“ und auch eine im Leben des geheimnisvollen Regisseurs Matteo (Lluís Homar).
Eine gefährliche Leidenschaft: Denn Lena ist noch mit dem stinkereichen Ernesto (Jose Luis Gomez) liiert - ein böser, eifersüchtiger Mann. Und alt: Ernesto ist 60, hat Geld wie Heu und halb Spanien gehört ihm auch. Bald übrigens auch der Film. Was Wunder, dass es alsbald mannigfache Verwicklungen gibt.
Für seinen neues Werk musste der spanische Regisseur Pedro Almodovar nicht allzu weit laufen: Das Meiste in „Zerrissene Umarmungen“ spielt mehr oder weniger in einem Filmset. Die Hauptfigur ist ein Regisseur, die Handlung eine Moritat, die sich aus Filmzitaten zusammensetzt. Na, das trifft sich ja gut.
Im Mittelpunkt steht der Autor und Filmemacher Matteo Blanco, der seit 14 Jahren in der Dunkelheit lebt. Das Augenlicht hat er samt seiner großen Liebe Lena bei einem Autounfall auf Lanzarote verloren. Nun diktiert er unter dem symbolträchtigen Namen Harry Caine Drehbücher und Literatur, wenn er nicht gerade eine junge, schöne Vorleserin flachlegt.
Im Anschluss an derlei Exposition geht Almodovars Film zwei Stunden um den Block, bis uns die schröckliche Vergangenheit mit ihrer Wahrheit sukzessive eingeholt hat. Es gibt erschreckend schlecht gespielte Liebesszenen zu besichtigen und ortstypische Wutausbrüche. Überraschende Wendungen der Geschichte bestehen darin, dass irgendwer unerwartet homosexuell statt erwartbar hetero ist. Die andere Hälfte der Witze beruht auf der Altersdifferenz zwischen Lena und ihrem Finanzmogul, Ernesto: „Männer meines Alters können schon mal Herzprobleme kriegen nach sechs Mal.“ Lena: „Du bist kein Mann deines Alters.“
Die Filmstruktur gleicht dabei dem kindlichen Erzählen: Und dann ist das passiert, und dann das. Und dann haben Penelope Cruz und der Mann mal wieder die Klamotten ausgezogen.
Das Erzähltempo gastiert auf der Kriechspur - wie bisweilen auch die Action-Szenen: So kriegt Almodovar das sicherlich schwierige Kunststück hin, Penelope Cruz von Ernesto die Treppe hinunterschmeißen und die Szene dabei aussehen zu lassen, als hätte sich keiner bewegt. Cruz nicht, der Bösewicht nicht, die Treppe auch nicht. „Zerrissene Umarmungen“, könnte man sagen, ist mit seiner Klischeehaftigkeit die Arthouse-Version von „Transformers“.
Nie stand das Kino, dieses Paralleluniversum zum Leben, stärker im Vordergrund bei Almodóvar als hier. [...] Irgendwie ist alles miteinander verwoben, und Almodóvar erweist sich als Meister darin, die Zusammenhänge erst nach Kräften zu verschleiern und dann effektvoll zu enthüllen.
Nach "Volver" bin auch ich dem Almodóvarismus verfallen. Mittlerweile kenne ich seine filmischen Mittel und Motive und mag sie sehr!
So ist auch "Los abrazos rotos" ein typischer Almodóvar - schrill, melodramatisch und interessant. Nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Was mir an Almodóvars Filmen so besonders gut gefällt ist die intelligente Verknüpung von Tiefgründigkeit mit Ästhetik. Seine Filme handeln von menschlichen Beziehungen, Problemen - Dinge, die wir alle aus dem Alltag kennen, die uns aber aus einer anderen Perspektive vermittelt werden. Wenn man diese Themen so wunderschön und stark auf eine Leinwand bringt, dann kann man von einem guten Film reden. In Almodóvars Filmen spielt auch die (Homo-)sexualität oft eine Rolle, so wie auch in "Los abrazos rotos".
Alles in allem ist der Fim sehenswert, wenn auch zwischendurch ziemlich langatmig. Almodóvars Filme stellen in der Tat eine Herausforderung dar, aber wenn man sich darauf einlässt und bereit ist, einen intensiven Film zu sehen, wird man als Zuschauer schon zufrieden sein.
Mein erst zweiter Almodovar hat die Erwartungen erfüllt. Anfangs scheint die Story ins Leere zu laufen, hintenraus führt der Spanier dann aber geschickt die Fäden zusammen zu einem glaubwürdigen Ende.
Penelope Cruz glänzt einmal mehr, in diesem Film als passionierte Schauspielerin, die zwischen einem reichen Geschäftsmann und einem visionären Regisseur steht.
Auf Almodovar muss man sich einlassen, dann berühren einen seine Geschichten und man fühlt mit den Charakteren. Dafür werden Filme gemacht.
wenn er dann mal die Handlung endlich fertig erklärt hat, sodass man durchsteigt, wirds wieder ein richtig guter Almodóvar. Der Weg dahin ist leicht anstrengend...
Die Story an sich ist altbekannt und auch schon mehrmals erzählt, aber wie sie Almodovar entfaltet ist schon interessant. Außerdem kann er sich auf eine großartige Penelope Cruz stützen, die den ganzen Film trägt. Und als Sahnehäupchen gibt es am Ende noch den ironisch-komischen Ausschnitt der Endfassung eines Films, um den es die ganze Zeit geht. Wir sind in besagter Branche und verfolgen ein dramatisches Dreiecksverhältnis. Darin involviert sind der Regisseur (Lluis Homar), der Produzent (José Luis Gomez) und der alle überstrahlende Star Penelope Cruz. Wichtige Details werden unaufdringlich vorweggenommen, bis man ihre Bedeutung begreift. Die Leidenschaft ist der Motor der Beziehungen. Penny Cruz treibt es mit beiden Männern so heftig, dass es dem Kameramann schwindelig wird. Einmal aus Lust, einmal aus Pflicht. Das ist buchstäblich zum ’Kotzen’. Es entsteht nebenbei eine Doku, die mit anderen Texten unterlegt wird. Und dann menschelt es sehr: Enthüllungen, Verrat aus Rache und den angedeuteten fatalen Unfall nach einem Kuss. Almodovar kann gut erzählen und bringt dabei die menschliche Seite zum Klingen, auch wenn’s unerfreulich ist, ist es gut gemacht und allemal dramatisch. Aber davor hatte uns ja bereits der Titel gewarnt.
Quo vadis, Pedro? Solide gemachter, fein säuberlich erzählter Almódar ohne Hysterie oder wenigstens Inspiration, der ganz nette Anspielungen (auf eigene Filme) bereitstellt, aber leider zu oft nur dahin dümpelt.
Eine zauberhafte Liebeserklärung an das Kino mit zauberhaften Bildern, zauberhafter Musik und einer bezaubernden Penélope Cruz! Einfach zauberhaft in allen Belangen!
Wie schon mehrfach geschrieben hier, besticht "Zerrissene Umarmungen" nicht gerade durch Originalität. Man kennt die Versatzstücke, und diese bieten auch jeweils in sich nichts Neues. Muss es ja auch nicht. Wäre es handwerklich so geschickt umgesetzt, dass ich dennoch jede Minute wissen möchte, wie es weitergeht. War es aber nicht. Dieses Gefühl ergab sich einmal etwa in der Mitte für vielleicht 20 Minuten, als der Film wirklich etwas Noir wurde, vorher und nachher schaute ich eher desinteressiert zu. Das lag ganz sicher nicht an den SchauspielerInnen, bei denen zumindest die älteren Hauptcharaktere keine einzige Schwäche hatten. Es lag eher daran, dass man die Teile kannte und etwa die "wessen-Sohn-Frage" zum einen einem schon ewig auf der Zunge lag, zum anderen man sie verneint hatte, mit besten Gründen. Und dann wurde wieder konstruiert, um die Gründe zu entkräften. So etwas kann interessant sein, wenn darin viel Geist steckt. Hier fühlte ich mich nur verarscht wie im allerbilligsten Krimi. Wenn das "ironischer Seitenhieb" (annaberlin) sein soll, dann habe ich für diesen nichts übrig, das ist mir schlicht: zu dumm.
Sehr schade, da Grundsetting und DarstellerInnen viel mehr hätten ergeben können. Aber am Ende muss ich wohl auch konstatieren: Almodovár filmt einfach durchgehend einen Zentimeter an mir vorbei. Nie schrecklich, aber begeistern konnte mich auch noch nie etwas.
"Zerrissene Umarmungen" wird sehr langsam und behutsam erzählt, Hektik lässt Almodovar nie aufkommen. Da wundert es dann auch nicht, wenn es eine gewisse Zeit dauert, bis man richtig in den Film reinkommt. Die Verbindung zwischen Gegenwart und den Rückblenden aber ist derart geschickt gelöst, dass man stets weiter hineingezogen wird, wie in einen Strudel. Der lässt einen irgendwann absolut nicht mehr los und es herrscht trotz weiterhin langsamer Erzählung eine bedrückende Atmosphäre und subtile Spannung, unbedingt will man das Geheimnis von Harry Caine und der ihn begleitenden Personen kennen.
Nach und nach werden immer mehr Details offengelegt, sehr klug wird vieles noch zurückgehalten und im richtigen Moment preisgegeben. Dass die Geschichte um Verlangen, Begierde und Leidenschaft trotz der eher deprimierenden Stimmung und den schon arg gebeutelten Charakteren schon eher leicht als brockenschwer daherkommt, ist eine Kunst, die den Film schon beinahe zum Meisterwerk erhebt. Die sehr bunten Bilder tragen auch ihren großen Teil zum überraschend leichten Gefühl bei.
Auf den Almodovar ist halt Verlass, was cool konstruierte Filme mit atmosphärischem und stilistischem Tiefgang angeht. Und die Spannung lässt er auch nicht zu kurz kommen. Und ja, ich gebe es zu: Die Cruz ist gut. Aber ich mag sie trotzdem nicht...
Jetzt hat sich auch Almodóvar dort niedergelassen, wo man ihn lieber nicht gesehen hätte – im Mittelfeld. Einst waren seine Filme umwerfend – entweder man fiel auf die Knie vor Begeisterung (»Deseo«, »Flor«, »Carne«, »Todo«) oder auf den Hinterkopf vor Entsetzen (»Átame«, »Kika«, »Educación«). Heute tut der gute Pedro keinem mehr weh.
Sehr klar und mit vollen Farben ins Bild gesetzt, wie man es von Almodovar kennt. Die Story wird auf sehr interessante Weise mit Hilfe längerer Rückschauen erzählt. Vielleicht ist der Film deshalb komplexer als andere Werke des Regisseurs, aber meiner Ansicht nach längst nicht so komplex, dass es anstrengend wird der Handlung zu folgen. Im Gegenteil - der Film kommt streckenweise angenehm leicht und humorvoll daher. Wenngleich die Figuren von den Geschehnissen allesamt arg gebeutelt werden.
"Zerrissene Umarmungen" handelt von einer rassigen, natürlich
spanischen Jung-Frau (High Heels, Rot und nochmals Rot,Perücken), der die Männer reihenweise verfallen. Diese Reihe besteht zwar nur aus zwei einschlägig vorgeprüften Exemplaren, lässt dafür aber an Intensität nichts vermissen.
Ein alternder Produzent und Wirtschaftsboss konkurriert mit einem arrivierten Regisseur, der sich auf der Zielgerade der werberelavanten Altersgruppe befindet, um der Schönen
Gunst - und gewinnt. Natürlich nicht umsonst. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Almodovars Film ist nicht so grell und schrill inszeniert wie seine früheren Werke. Altersmäßigung ist angesagt. Was hier von Vorteil ist. Die Personen gewinnen an Tiefe, der Film an Atmosphäre. Es gibt Momente, die eine derartige Wahrhaftigkeit und Lebendigkeit entfalten, dass man von kinohistorisch wegweisenden Sequenzen sprechen muß.
Grandios.
Empfehlen kann ich ausnahmsweise die untertitelte spanische Fassung. Denn auch die Originalstimmen der Schauspieler besitzen Offenbarungscharakter.
Da tut es letztlich nichts zur Sache, dass die Geschichte gegen Ende ein wenig zu konstruiert erscheint. So ist es halt, das Kino-Leben.
Der Streifen spielt hier, dann dort, springt vorwärts, rückwärts, seitwärts, bis er im Schneideraum sein Ende findet.
Es ist die Geschichte von Harry Caine und Mateo Blanco, seiner Liebe zu Lena und all dem Drama drumherum. Mit dabei ein reicher alter Sack, ‘n psychopathischer Schwuler und schwerwiegende Schuld.
Zerrissene Umarmungen ist wieder ein typischer „Almodóvar“. Die Story besteht aus verschiedenen Zeitebenen, es geht um Leidenschaft und Abhängigkeit und es gibt einen „Film im Film“, bzw. das Filmbusiness spielt eine tragende Rolle.
Als Zuschauer muss man sich darauf einlassen und ein wenig Geduld mitbringen. Dann wird man aber belohnt mit eindrucksvollen schauspielerischen Leistungen, nicht nur von Frau Cruz, sowie betörenden Bildern. Die Story ist zwar komplex, aber jederzeit nachvollziehbar. „Schlechte Erziehung“ z.B., war da um einiges schwieriger.
Das hier und da ein wenig Kritik am neusten film des Spaniers zu hören ist, liegt vielleicht daran, das dass alles nicht mehr wirklich neu ist. Es wurde alles schon mal gezeigt, wenn auch in anderen Bildern mit einer anderen Story. Aber wen stört das? Es ist immer wieder faszinierend Almodóvar und seiner Crew zuzuschauen.
Viele Emotionen, bisschen kitschig. Schöne Farben. Schöne Kamera. Die Erwartung wird erfüllt, jedoch nicht übertroffen. Extrem verwundert hat mich die Reaktion eines Protagonisten, als er erfährt, wer sein Vater ist. Die kam schon sehr lässig, so nach dem Motto: Ach nette Info, naja ich muss dann mal Blumen gießen... da wollte man irgendwie zu viele Fässer Subprobleme auf machen und wusste nicht so genau wie man die wieder schließt. So gehen auch ein paar Figuren irgendwie verloren. Es gibt halt die Guten und die Bösen und noch jemanden mit einem schlechten Gewissen (Blanca Portillo - großartig).
Mit seiner Kurzweiligkeit und einer ansprechenden Ästhetik hält der Film, was man von Almodóvar erwarten darf. Der Regisseur erfindet sich nicht gerade neu, doch kann man vollkommen zufrieden aus dem Kino gehn. Die Geschichte ist spannend und intelligent erzählt, die Cruz - wie man sie aufgrund ihres Diva-Statuses bei Almodóvar nennen muss - passt ihr Spiel an die verschiedenen Diegesen des Films an und die knalligen Farben verwelken beim spanischen Kultfilmer wohl nie.
Ein Film über Liebe und Leidenschaft, die Leiden schafft.
Ach, wäre doch jeder Film so schön. Das ist Almodovár und dafür gehe ich soooooooooooo gerne ins Kino. Der Film hat mich sehr angesprochen, mit wunderbaren Darstellungen und einer richtig schönen Musik dazu. Die Kammeraeinstellungen von Händen und Füßen oder eine gespiegelte Zeitung in der Iris des Lesers, sind einfach sehenswert. Penelope hat grandios viele Gesichter gezeigt und jeder merkt, dass die Kamera sie liebt.
ein absolut sehenswerter film mit tollen schauspielern. die kritik im vorfeld, wonach die handlung etwas komplex geraten sei, kann ich nicht nachvollziehen. mit zeitsprüngen und filmen im film erfindet man heute das rad mit sicherheit nicht mehr neu... ansonsten muss man auf jeden fall auch die grandiosen aufnahmen auf lanzarote und penelopes selbst-synchronisation hervorheben.
Ich habe gerade den Film gesehen, und Danke, Tobis Filmclub, für die Karten zur Premiere.
Sehr sehr gut, enbischen zu lang, an manche Stellen auch langweilig, manche Dinge konnte man schon vorher sehen, aber was für eine tolle leistung von Penelope!!Camera und Regie!umwerfend!
Zerrissene Umarmungen - Kritik
ES 2009 Laufzeit 128 Minuten, FSK 12, Drama, Kinostart 06.08.2009
Kritiken (11) — Film: Zerrissene Umarmungen
Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de
Kommentar löschen„Zerrissene Umarmungen“ ist ein langsam erzähltes Drama über menschliche Obsessionen. Ein filmisches Bermuda Dreieck, das einen Sog entwickelt, dem man sich nicht mehr entziehen kann, denn durch eine starke, bedrückende Atmosphäre weckt Almodóvar das Interesse an den Charakteren – sie werden zu Vertrauten, menschlichen Wesen, die man aus dem alltäglichen Leben in abgewandelter Form zu kennen glaubt und je mehr die Zeitreise Harry Caines voranschreitet, desto mehr begehrt der Zuschauer über das Geheimnis seiner Weggefährten zu wissen. Mit bedeutungsschwangeren Bildern, einer exzellenten und sehr interessanten Kameraführung sowie beeindruckenden darstellerischen Leistungen ist dem Regisseur hier ein kleines Meisterwerk gelungen.
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ChristiansFoyer: http://christiansfoyer.de/
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Christian H.: Kino, TV und Co, Wicked Vis...
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TheCorey: MovieMaze
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Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin... Suchsland: FAZ, FR, filmdienst, Berlin...
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Pedro Almodóvar wird im September 60 Jahre alt, und ist immer noch der beste unter den Genannten. Vielleicht ist sein Film aber auch ein Dokument der Einsicht, dass er sich selbst inzwischen mit sich etwas langweilt, dass im Hinblick auf seine Kreativität gerade »Flasche leer« angesagt ist.
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Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin... Harald Peters: WamS, Die Welt, taz, Berlin...
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Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,... Gerhard Midding: Berliner Zeitung, epd Film,...
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Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost Peter Zander: Welt, Berliner Morgenpost
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Denn erst erleben wir diesen mit Blindheit geschlagenen Regisseur (Lluís Homar), dann wird rückblickend erklärt, was damals bei den Dreharbeiten geschah. Ein Making Of im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Denn der Produzent, rasend vor Eifersucht, zwingt seinen Sohn, die Dreharbeiten mit einer Kamera zu begleiten, als Making Of also, und lässt sich die Bilder vorführen, um Anzeichen der Affäre zu finden. Später wird er sich aus Rache des Films bemächtigen und daraus ein übles Machwerk machen.
Ist das Almodóvars späte Rache an dem Produzenten seines "Heiligen Wahnsinns"? In seinem kompliziert verschachtelten Plot aus Betrügen, Geheimnissen und späten Beichten wird der Regisseur am Ende den entstellten Film nehmen und zu dem zusammenfügen, was er hätte werden sollen. Ein Plädoyer für den Final Cut.
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Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte... Kirsten Liese: BR Online, WDR3, Darmstädte...
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Jürgen Kiontke: Jungle World, ai-Journal, K...
Kommentar löschenLena (Penelope Cruz) hat das Leben als Sekretärin satt. Heimlich hat sie Schauspielunterricht genommen. Ihre große Chance lässt nicht lange auf sich warten: gleich gibt’s die Hauptrolle in dem Retro-Blockbuster „Frauen und Koffer“ und auch eine im Leben des geheimnisvollen Regisseurs Matteo (Lluís Homar).
Eine gefährliche Leidenschaft: Denn Lena ist noch mit dem stinkereichen Ernesto (Jose Luis Gomez) liiert - ein böser, eifersüchtiger Mann. Und alt: Ernesto ist 60, hat Geld wie Heu und halb Spanien gehört ihm auch. Bald übrigens auch der Film. Was Wunder, dass es alsbald mannigfache Verwicklungen gibt.
Für seinen neues Werk musste der spanische Regisseur Pedro Almodovar nicht allzu weit laufen: Das Meiste in „Zerrissene Umarmungen“ spielt mehr oder weniger in einem Filmset. Die Hauptfigur ist ein Regisseur, die Handlung eine Moritat, die sich aus Filmzitaten zusammensetzt. Na, das trifft sich ja gut.
Im Mittelpunkt steht der Autor und Filmemacher…
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HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost HG Rodek: Die Welt, Berliner Morgenpost
Kommentar löschenNie stand das Kino, dieses Paralleluniversum zum Leben, stärker im Vordergrund bei Almodóvar als hier. [...] Irgendwie ist alles miteinander verwoben, und Almodóvar erweist sich als Meister darin, die Zusammenhänge erst nach Kräften zu verschleiern und dann effektvoll zu enthüllen.
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Kommentare (23) — Film: Zerrissene Umarmungen
Kommentar schreibenhollygolightly1 2012/02/08 16:19:06
Kommentar löschenNach "Volver" bin auch ich dem Almodóvarismus verfallen. Mittlerweile kenne ich seine filmischen Mittel und Motive und mag sie sehr!
So ist auch "Los abrazos rotos" ein typischer Almodóvar - schrill, melodramatisch und interessant. Nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich. Was mir an Almodóvars Filmen so besonders gut gefällt ist die intelligente Verknüpung von Tiefgründigkeit mit Ästhetik. Seine Filme handeln von menschlichen Beziehungen, Problemen - Dinge, die wir alle aus dem Alltag kennen, die uns aber aus einer anderen Perspektive vermittelt werden. Wenn man diese Themen so wunderschön und stark auf eine Leinwand bringt, dann kann man von einem guten Film reden. In Almodóvars Filmen spielt auch die (Homo-)sexualität oft eine Rolle, so wie auch in "Los abrazos rotos".
Alles in allem ist der Fim sehenswert, wenn auch zwischendurch ziemlich langatmig. Almodóvars Filme stellen in der Tat eine Herausforderung dar, aber wenn man sich darauf einlässt und bereit ist, einen intensiven Film zu sehen, wird man als Zuschauer schon zufrieden sein.
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servo80 2012/01/26 20:27:44
Kommentar löschenMein erst zweiter Almodovar hat die Erwartungen erfüllt. Anfangs scheint die Story ins Leere zu laufen, hintenraus führt der Spanier dann aber geschickt die Fäden zusammen zu einem glaubwürdigen Ende.
Penelope Cruz glänzt einmal mehr, in diesem Film als passionierte Schauspielerin, die zwischen einem reichen Geschäftsmann und einem visionären Regisseur steht.
Auf Almodovar muss man sich einlassen, dann berühren einen seine Geschichten und man fühlt mit den Charakteren. Dafür werden Filme gemacht.
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provinzpilot 2012/01/15 03:59:54
Kommentar löschenwenn er dann mal die Handlung endlich fertig erklärt hat, sodass man durchsteigt, wirds wieder ein richtig guter Almodóvar. Der Weg dahin ist leicht anstrengend...
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8martin 2012/01/09 12:30:19
Kommentar löschenDie Story an sich ist altbekannt und auch schon mehrmals erzählt, aber wie sie Almodovar entfaltet ist schon interessant. Außerdem kann er sich auf eine großartige Penelope Cruz stützen, die den ganzen Film trägt. Und als Sahnehäupchen gibt es am Ende noch den ironisch-komischen Ausschnitt der Endfassung eines Films, um den es die ganze Zeit geht. Wir sind in besagter Branche und verfolgen ein dramatisches Dreiecksverhältnis. Darin involviert sind der Regisseur (Lluis Homar), der Produzent (José Luis Gomez) und der alle überstrahlende Star Penelope Cruz. Wichtige Details werden unaufdringlich vorweggenommen, bis man ihre Bedeutung begreift. Die Leidenschaft ist der Motor der Beziehungen. Penny Cruz treibt es mit beiden Männern so heftig, dass es dem Kameramann schwindelig wird. Einmal aus Lust, einmal aus Pflicht. Das ist buchstäblich zum ’Kotzen’. Es entsteht nebenbei eine Doku, die mit anderen Texten unterlegt wird. Und dann menschelt es sehr: Enthüllungen, Verrat aus Rache und den angedeuteten fatalen Unfall nach einem Kuss. Almodovar kann gut erzählen und bringt dabei die menschliche Seite zum Klingen, auch wenn’s unerfreulich ist, ist es gut gemacht und allemal dramatisch. Aber davor hatte uns ja bereits der Titel gewarnt.
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vannorden 2012/01/09 01:28:13
Kommentar löschenQuo vadis, Pedro? Solide gemachter, fein säuberlich erzählter Almódar ohne Hysterie oder wenigstens Inspiration, der ganz nette Anspielungen (auf eigene Filme) bereitstellt, aber leider zu oft nur dahin dümpelt.
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Mr. Pink 2011/09/07 00:43:34
Kommentar löschenEine zauberhafte Liebeserklärung an das Kino mit zauberhaften Bildern, zauberhafter Musik und einer bezaubernden Penélope Cruz! Einfach zauberhaft in allen Belangen!
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dbeutner 2011/04/26 15:59:19
Kommentar löschenWie schon mehrfach geschrieben hier, besticht "Zerrissene Umarmungen" nicht gerade durch Originalität. Man kennt die Versatzstücke, und diese bieten auch jeweils in sich nichts Neues. Muss es ja auch nicht. Wäre es handwerklich so geschickt umgesetzt, dass ich dennoch jede Minute wissen möchte, wie es weitergeht. War es aber nicht. Dieses Gefühl ergab sich einmal etwa in der Mitte für vielleicht 20 Minuten, als der Film wirklich etwas Noir wurde, vorher und nachher schaute ich eher desinteressiert zu. Das lag ganz sicher nicht an den SchauspielerInnen, bei denen zumindest die älteren Hauptcharaktere keine einzige Schwäche hatten. Es lag eher daran, dass man die Teile kannte und etwa die "wessen-Sohn-Frage" zum einen einem schon ewig auf der Zunge lag, zum anderen man sie verneint hatte, mit besten Gründen. Und dann wurde wieder konstruiert, um die Gründe zu entkräften. So etwas kann interessant sein, wenn darin viel Geist steckt. Hier fühlte ich mich nur verarscht wie im allerbilligsten Krimi. Wenn das "ironischer Seitenhieb" (annaberlin) sein soll, dann habe ich für diesen nichts übrig, das ist mir schlicht: zu dumm.
Sehr schade, da Grundsetting und DarstellerInnen viel mehr hätten ergeben können. Aber am Ende muss ich wohl auch konstatieren: Almodovár filmt einfach durchgehend einen Zentimeter an mir vorbei. Nie schrecklich, aber begeistern konnte mich auch noch nie etwas.
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metal1bob 2011/04/14 19:54:09
Kommentar löschen"Zerrissene Umarmungen" wird sehr langsam und behutsam erzählt, Hektik lässt Almodovar nie aufkommen. Da wundert es dann auch nicht, wenn es eine gewisse Zeit dauert, bis man richtig in den Film reinkommt. Die Verbindung zwischen Gegenwart und den Rückblenden aber ist derart geschickt gelöst, dass man stets weiter hineingezogen wird, wie in einen Strudel. Der lässt einen irgendwann absolut nicht mehr los und es herrscht trotz weiterhin langsamer Erzählung eine bedrückende Atmosphäre und subtile Spannung, unbedingt will man das Geheimnis von Harry Caine und der ihn begleitenden Personen kennen.
Nach und nach werden immer mehr Details offengelegt, sehr klug wird vieles noch zurückgehalten und im richtigen Moment preisgegeben. Dass die Geschichte um Verlangen, Begierde und Leidenschaft trotz der eher deprimierenden Stimmung und den schon arg gebeutelten Charakteren schon eher leicht als brockenschwer daherkommt, ist eine Kunst, die den Film schon beinahe zum Meisterwerk erhebt. Die sehr bunten Bilder tragen auch ihren großen Teil zum überraschend leichten Gefühl bei.
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spanky 2010/03/19 11:04:03
Kommentar löschenAuf den Almodovar ist halt Verlass, was cool konstruierte Filme mit atmosphärischem und stilistischem Tiefgang angeht. Und die Spannung lässt er auch nicht zu kurz kommen. Und ja, ich gebe es zu: Die Cruz ist gut. Aber ich mag sie trotzdem nicht...
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Joe Gillis 2010/02/26 23:22:13
Kommentar löschenJetzt hat sich auch Almodóvar dort niedergelassen, wo man ihn lieber nicht gesehen hätte – im Mittelfeld. Einst waren seine Filme umwerfend – entweder man fiel auf die Knie vor Begeisterung (»Deseo«, »Flor«, »Carne«, »Todo«) oder auf den Hinterkopf vor Entsetzen (»Átame«, »Kika«, »Educación«). Heute tut der gute Pedro keinem mehr weh.
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jollyroger 2011/03/28 10:44:24
Antwort löschenTouché.
maslobojew 2010/02/08 12:25:51
Kommentar löschenSehr klar und mit vollen Farben ins Bild gesetzt, wie man es von Almodovar kennt. Die Story wird auf sehr interessante Weise mit Hilfe längerer Rückschauen erzählt. Vielleicht ist der Film deshalb komplexer als andere Werke des Regisseurs, aber meiner Ansicht nach längst nicht so komplex, dass es anstrengend wird der Handlung zu folgen. Im Gegenteil - der Film kommt streckenweise angenehm leicht und humorvoll daher. Wenngleich die Figuren von den Geschehnissen allesamt arg gebeutelt werden.
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cinorbird 2009/09/18 22:55:39
Kommentar löschen"Zerrissene Umarmungen" handelt von einer rassigen, natürlich
spanischen Jung-Frau (High Heels, Rot und nochmals Rot,Perücken), der die Männer reihenweise verfallen. Diese Reihe besteht zwar nur aus zwei einschlägig vorgeprüften Exemplaren, lässt dafür aber an Intensität nichts vermissen.
Ein alternder Produzent und Wirtschaftsboss konkurriert mit einem arrivierten Regisseur, der sich auf der Zielgerade der werberelavanten Altersgruppe befindet, um der Schönen
Gunst - und gewinnt. Natürlich nicht umsonst. Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
Almodovars Film ist nicht so grell und schrill inszeniert wie seine früheren Werke. Altersmäßigung ist angesagt. Was hier von Vorteil ist. Die Personen gewinnen an Tiefe, der Film an Atmosphäre. Es gibt Momente, die eine derartige Wahrhaftigkeit und Lebendigkeit entfalten, dass man von kinohistorisch wegweisenden Sequenzen sprechen muß.
Grandios.
Empfehlen kann ich ausnahmsweise die untertitelte spanische Fassung. Denn auch die Originalstimmen der Schauspieler besitzen Offenbarungscharakter.
Da tut es letztlich nichts zur Sache, dass die Geschichte gegen Ende ein wenig zu konstruiert erscheint. So ist es halt, das Kino-Leben.
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Ronny Roger 2009/09/15 20:13:18
Kommentar löschenSchönes Ende. Kein schöner Film.
Der Streifen spielt hier, dann dort, springt vorwärts, rückwärts, seitwärts, bis er im Schneideraum sein Ende findet.
Es ist die Geschichte von Harry Caine und Mateo Blanco, seiner Liebe zu Lena und all dem Drama drumherum. Mit dabei ein reicher alter Sack, ‘n psychopathischer Schwuler und schwerwiegende Schuld.
Also nein, sehenswert is’er keinesfalls.
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Thomas479 2009/08/31 22:53:35
Kommentar löschenZerrissene Umarmungen ist wieder ein typischer „Almodóvar“. Die Story besteht aus verschiedenen Zeitebenen, es geht um Leidenschaft und Abhängigkeit und es gibt einen „Film im Film“, bzw. das Filmbusiness spielt eine tragende Rolle.
Als Zuschauer muss man sich darauf einlassen und ein wenig Geduld mitbringen. Dann wird man aber belohnt mit eindrucksvollen schauspielerischen Leistungen, nicht nur von Frau Cruz, sowie betörenden Bildern. Die Story ist zwar komplex, aber jederzeit nachvollziehbar. „Schlechte Erziehung“ z.B., war da um einiges schwieriger.
Das hier und da ein wenig Kritik am neusten film des Spaniers zu hören ist, liegt vielleicht daran, das dass alles nicht mehr wirklich neu ist. Es wurde alles schon mal gezeigt, wenn auch in anderen Bildern mit einer anderen Story. Aber wen stört das? Es ist immer wieder faszinierend Almodóvar und seiner Crew zuzuschauen.
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ellen_ripley 2009/08/18 01:25:25
Kommentar löschenViele Emotionen, bisschen kitschig. Schöne Farben. Schöne Kamera. Die Erwartung wird erfüllt, jedoch nicht übertroffen. Extrem verwundert hat mich die Reaktion eines Protagonisten, als er erfährt, wer sein Vater ist. Die kam schon sehr lässig, so nach dem Motto: Ach nette Info, naja ich muss dann mal Blumen gießen... da wollte man irgendwie zu viele Fässer Subprobleme auf machen und wusste nicht so genau wie man die wieder schließt. So gehen auch ein paar Figuren irgendwie verloren. Es gibt halt die Guten und die Bösen und noch jemanden mit einem schlechten Gewissen (Blanca Portillo - großartig).
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honey-bunny 2009/08/11 01:28:15
Kommentar löschenMit seiner Kurzweiligkeit und einer ansprechenden Ästhetik hält der Film, was man von Almodóvar erwarten darf. Der Regisseur erfindet sich nicht gerade neu, doch kann man vollkommen zufrieden aus dem Kino gehn. Die Geschichte ist spannend und intelligent erzählt, die Cruz - wie man sie aufgrund ihres Diva-Statuses bei Almodóvar nennen muss - passt ihr Spiel an die verschiedenen Diegesen des Films an und die knalligen Farben verwelken beim spanischen Kultfilmer wohl nie.
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Burning Brain 2009/08/09 13:41:56
Kommentar löschenAlmodóvar fokussiert sich wieder auf seine Muse Cruz, die in diesem Falle von einem hervorragenden Lluis Homar unterstützt wird.
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lucie 2009/08/08 20:54:50
Kommentar löschenEin Film über Liebe und Leidenschaft, die Leiden schafft.
Ach, wäre doch jeder Film so schön. Das ist Almodovár und dafür gehe ich soooooooooooo gerne ins Kino. Der Film hat mich sehr angesprochen, mit wunderbaren Darstellungen und einer richtig schönen Musik dazu. Die Kammeraeinstellungen von Händen und Füßen oder eine gespiegelte Zeitung in der Iris des Lesers, sind einfach sehenswert. Penelope hat grandios viele Gesichter gezeigt und jeder merkt, dass die Kamera sie liebt.
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Pat Bateman 2009/08/04 13:09:53
Kommentar löschenein absolut sehenswerter film mit tollen schauspielern. die kritik im vorfeld, wonach die handlung etwas komplex geraten sei, kann ich nicht nachvollziehen. mit zeitsprüngen und filmen im film erfindet man heute das rad mit sicherheit nicht mehr neu... ansonsten muss man auf jeden fall auch die grandiosen aufnahmen auf lanzarote und penelopes selbst-synchronisation hervorheben.
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Anjuta 2009/08/04 02:42:00
Kommentar löschenIch habe gerade den Film gesehen, und Danke, Tobis Filmclub, für die Karten zur Premiere.
Sehr sehr gut, enbischen zu lang, an manche Stellen auch langweilig, manche Dinge konnte man schon vorher sehen, aber was für eine tolle leistung von Penelope!!Camera und Regie!umwerfend!
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