Zeugin der Anklage - Kritik

US 1957 Laufzeit 114 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 28.02.1958

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Kritiken (5) — Film: Zeugin der Anklage

JackoXL: Die Drei Muscheln, Moviebreak

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9.0Herausragend

[...] Wilder gelingt das Kunststück, sein Publikum in vermeidlicher Sicherheit zu wiegen, mit Erwartungshaltungen zu spielen und ohne Vorbereitungen eine Überraschung nach der anderen aus dem Hut zu zaubern, ohne das das Gesamtwerk darunter leidet, überfrachtet erscheint. Daran sollten sich viele heutige Thriller ein Beispiel nehmen, die einen oft sehr ungeschickt mit gezwungen wirkenden Twists erschlagen. Bei „Zeugin der Anklage“ wird alles behutsam und raffiniert entwickelt, sich nicht zu früh enttarnt und letztlich ist jeder Punkt erschreckend logisch, ausgeklügelt und bis ins Detail – sei es von den Figuren wie den Filmschaffenden – perfekt durchdacht. So abgebrüht und geduldig zeigen sich wenige Werke, in Anbetracht seines Entstehungszeitraum umso bemerkenswerter. [...]

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Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.5Herausragend

Einen wirklich guten Film erkennt man unter Anderem daran, wie gut er gealtert ist – bei einem guten Film ist es wie bei einem guten Wein, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Qualität verliert – dies ist so ein Film, der auch nach fast 55 Jahren noch erstaunlich frisch und nicht im Mindesten angestaubt ist. Zeugin der Anklage ist ein brillanter Gerichtsthriller, der all das versammelt, was einen guten Film auszeichnet: Humor, detaillierte Porträtierung der Charaktere, hervorragende Schauspieler, ein cleveres Drehbuch voller Überraschungen, sodass beste Unterhaltung auf sehr hohem Niveau garantiert ist.

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sushi25: movie-fan.de

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8.5Ausgezeichnet

Charles Laughton als Sir Robarts wunderbar, die pointenreichen Dialoge mit seiner Krankenschwester sind großartig. Und wer sich fragt, warum so ein Wirbel um Marlene Dietrich gemacht wurde/wird, der Film liefert die Erklärung, sie war einfach gut. Billy Wilder konnte es halt!

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Flibbo: Wie ist der Film?

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10.0Herausragend

[...] Man möchte einfach unbedingt wissen, wie es ausgeht. Die Entscheidung im ersten Drittel, welche Figur man ins Herz schließt, und welcher man misstraut, ist ein Kinderspiel. Anschließend gilt es natürlich zu erfahren, ob es für die Seite, auf die man sich geschlagen hat, glimpflich ausgeht, oder ob die Sache mit einer Tragödie endet. Genau mit dieser Haltung des Zuschauers spielt das Drehbuch, wie es gewitzter und formvollendeter nicht sein könnte. [...]

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CineKie: CineKie.de

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9.0Herausragend

[...] 50 Minuten vergehen, bis der Startschuss zur Gerichtsverhandlung fällt. In diesen 50 Minuten lernen wir den Verteidiger Sir Robarts kennen, einen Zyniker, wie er im Buche steht. Bereits in den ersten 10 Minuten musste ich ob der Dialoge zwischen ihm und seiner Pflegerin öfter lachen als im gesamten „Scary Movie 4“. [...]

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Kommentare (63) — Film: Zeugin der Anklage


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Tiger Wutz

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Geniales Kammerspiel. Super Besetzung, sehr viel britischer Wortwitz und Charme und natürlich die Dietrich. Der Schluss haut einen aus den Socken.

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cycloo77

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Bewertung10.0Herausragend

Ein Meisterwerk und Filmklassiker der Filmgeschichte der auch noch in 100dert Jahren fasziniert und verblüfft. Die Raffiness und Wendungen sind Filmgeschichte. Eine Besetzung die besser hätte nicht Passen können Charles Laughton überragt sie aber alle noch ein ganzes Stück ,mit seinem famosem Spiel.Diesen Film hätte man nicht besser verfilmen können,würde hier nicht eine Haarsträhne ändern,einfach ein Kunstwerk der Filmgeschichte!

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MemoriAria11

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Brillianter Film ... völlig überraschendes Ende (SEHR VIELE WENDUNGEN). Marlene Dietrich spielt grandios und auch die anderen Darsteller überzeugen. Wieder eine Erinnerung, dass ein Film komplett ohne irgendwelche Spezialeffekte oder Musik trotzdem spannend und unterhaltsam bis zur letzten Minute sein kann ... (für alle die sich für englisches Recht interessieren eine relativ realisische Darstellung des damaligen englischen Rechtssystems). SOLLTE MAN GESEHEN HABEN!!!

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Apathy

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Bewertung9.5Herausragend

Ich danke meinem besten Freund, das er mich überredet hat.
Schwarz-weiß stört mich nicht, aber dieses Alter hat mich schon abgeschreckt.
Ich hätte nie gedacht, dass die früher so einen super Dialogwitz drauf hatten, dass sie so eine Spannung erzeugen zu wussten, dass sie einen Film hinklatschen den ich 57 Jahre später sichte und mir aktuelle Filme plötzlich zum Kotzen schlecht durchdacht vorkommen.
Gebt euch nen Ruck, wenn ihr noch nicht gesehen habt, es wird sich lohnen.

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JakePot

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Mich hätte es nicht gewundert, wenn sich am Ende noch herausstellte, dass Christine von Anfang an eigentlich ein Geist gewesen ist.

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Drax

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Billy Wilders "Zeugin der Anklage" ist eine grandiose Mischung aus Krimi, Komödie und Justizdrama und zählt mit zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.
Die Geschichte basiert auf ein gleichnamigen Theaterstücks von Agatha Christie und alleine das verspricht schon viel Spannung und Raffinesse.

Im Mittepunkt des Filmes steht der Strafprozess um Leonard Stephen Vole, der angeblich ein reiche Witwe getötet haben soll um an ihr Erbe heranzukommen.
Sein Strafverteidiger in diesem scheinbar aussichtslosen Fall ist dabei niemand anderes als der legendäre Sir Wilfrid Robarts, der dabei jedoch die Hilfe von Voles Frau braucht, doch zweifelt Sir Wilfrid nach und nach daran, ob sie ihrem Mann überhaupt wirklich helfen möchte.
Die Handlung ist dabei auf wenige Personen und Schauplätze beschränkt so das der Film beinahe an ein Kammerspiel erinnert.

Der Film glänzt dabei nicht nur durch viel Spannung, schwarzen Humor, messerscharfe Dialoge und tollen Wendungen, sondern auch durch klasse Figuren und eine großartige Cast.
Insbesondere Charles Laughton ist einfach brillant in der Rolle des Sir Wilfrid Robarts und stellt die anderen hochkarätigen Darsteller wie Tyrone Power und Marlene Dietrich doch etwas in den Schatten.
Vor allem Sir Wilfrid Robarts ständige Sticheleien mit seiner Krankenschwester (gespielt von Charles Laughtons Frau Elsa Lanchester) gehören mit zu den absoluten Highlights des Filmes.

"Zeugin der Anklage" ist daher unterm Strich einer der Filme die man sich immer wieder ansehen kann ohne das sie langweilig werden.

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Drax

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Ja, die Wendung am Ende ist wirklich Hammer und hat mich beim ersten mal doch etwas umgehauen.


kobbi88

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Hammer Film, sehr schöner Kommentar :)


timmoe

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Spannender Justizkrimiklassiker von Billy Wilder, der auch einige komödiantische Elemente besitzt. Insbesondere der Anwalt hat es mir angetan, aber alle Haupt- und Nebenrollen sind hervorragend geschauspielert.

SPOILER
Das Ende ist vielleicht etwas etwas over-the-top und verhindert eine höhere Wertung, tut dem Schauvergnügen aber gar nicht weh.

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bestseimon

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

ZEUGIN DER ANKLAGE ist mein erster Film von Billy Wilder gewesen und er hat meine Erwartungen sogar noch übertroffen. Ich bin generell ein riesen Fan des Autorenkinos und Wilder war ja bekanntlich ein ganz Großer in diesem Gebiet. Das merkt man natürlich auch. Der Film überzeugt von der ersten Minute an mit humorvollen Dialogen und der ein oder anderen komischen Situation. Das hat meine Erwartungen zunächst völlig über den Haufen geworfen, habe ich mir doch ein ernstes Gerichtsdrama im Sinne von DIE 12 GESCHWORENEN vorgestellt. Doch diese zunächst leichte, humorvolle Art bringt Wilder perfekt in diesem Film unter.

Wenn sich dann die Handlung in den Gerichtssaal verlegt, wechselt Wilder gleichzeitig die Stimmung. Es scheint jetzt ernst zu werden, der Humor muss sich erstmal hinten anstellen. In der Folge ergibt sich eines der besten Justizdramen der Filmgeschichte. Wilder zieht so konsequent die Spannungsschraube an und spielt in fast unvergleichlicher Weise mit den Gedanken des Zuschauers. Welchen Verlauf die Handlung letztendlich nimmt ist vollkommen überraschend und schlicht großartig durchdacht. Und auch wenn man lange Zeit im Grunde „nur“ eine Gerichtsverhandlung sieht, ist das so spannend und interessant inszeniert wie ich es selten gesehen habe.
Dazu kommen die wirklich fantastischen Darsteller. Was Charles Laughton da abgeliefert hat, sprengt jeglichen Rahmen. Er erschafft einen Charakter, der einem trotz seiner schroffen Art ans Herz wächst und hat dabei eine unglaubliche Ausstrahlung, die einem regelrecht in diesen Film hineinzieht. Auch Marlene Dietrich ist durch und durch überzeugend und trägt einen großen Teil zu der Stärke des Streifens bei.

Generell lassen sich kaum Schwachpunkte ausmachen. Die Exposition ist vielleicht etwas zu lang geraten, aber das macht der restliche Teil allemal wieder wett. Drehbuch, Regie, Schauspieler, alles auf einem überaus hohen Niveau, dazu toll durchdachte Wendungen und teilweise spannender als ein Hitchcock. Ich freue mich jetzt auf die nächsten Werke von Billy Wilder, die hoffentlich genauso gut sind, oder womöglich sogar noch besser.

http://planetofpictures.blogspot.de/2013/11/witness-for-prosecution-us-1957-billy.html

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Curryman1312

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Einzige Frage die sich mir stellt, warum nur 8? :)


bestseimon

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Um noch etwas Luft nach oben zu lassen. War ja mein erster Wilder und da will ich erst nochmal abwarten wie seine anderen Filme im Vergleich zu dem hier sind und die Wertung dann ggf. angleichen.


AgentGuhl86

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Klassiker zu bewerten ist immer besonders schwierig, denn die Community schaut da sicherlich mit wachsameren Blicken drauf, als auf einen 08/15-Streifen, der in den Bewertungen einfach so durchgewunken wird.
Als Genre ist Thriller oder Drama oder Kriminalfilm genannt, was mich hätte erwarten lassen, dass der Film eine düstere Erzählweise verfolgt. Er tut es nicht - nein, er ist eher aufgelockert, was insbesondere dem meisterhaften Rechtsanwalt Sir Roberts zuzuschreiben ist. Dieser wird liebevoll und äußerst motiviert von einer Krankenschwester umsorgt, die ein wachsames Auge auf seine Gesundheit hat. Er übernimmt gegen ärztlichen Rat und auch gegen sein erstes Urteil die Verteidigung in einem Mordfall, der recht unscheinbar erscheint. Der Kern des Films spielt sich in einem lexikalischen Schlagabtausch im Gerichtssaal statt und wir - die Zuschauer - drücken die Daumen, dass der wortgewandte Rechtsanwalt seinen Kunden aus der Schuld argumentiert. Interessant ist - aber unsere Sympathie für den Angeklagten und seinen Verteidiger lässt uns das vergessen - dass während der Verhandlung kaum noch über den Mordfall gesprochen wird. Die Argumentation versucht eher die Glaubwürdigkeit der Zeugen bzw. der "Zeugin der Anklage" zu untergraben. Die Verhandlung kommt mit einem Urteil zum Ende, die Beweisführung scheint klar. Zu unserer Freude lauert am Ende des Tages aber ein toller Twist, der in jedem Filmfreund die Glückshormone hochkochen lässt. Meine Empfehlung für dieses Gerichtsdrama, das leichter wirkt, als es in Wirklichkeit ist.

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Rei

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Grandiose Schauspieler brillieren in einem vor Dialogwitz nur so sprühenden und genial ausgetüftelten Script. Ein Glanzstück der Filmgeschichte. Rei

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vega_vincent

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Was für ein Film! Die Geschichte wartet mit unerwarteten Wendungen auf, die Spannung intensiviert sich von Minute zu Minute, die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend. Tyrone Powers spielt meiner Meinung nach blendend, auf höchstem Niveau, wird aber trotzdem von Marlene Dietrich an die Wand gespielt, als wäre er ein Laie. Das Spiel der Dietrich ist beängstigend gut, aber auch alles andere stimmt. Ein absolut sehenswerter Film! Alles andere als die Standard-Scheixxe, die heute meist produziert wird!

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Audreyfan

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Bewertung9.0Herausragend

"Zeugin der Anklage" fängt so an, wie ziemlich jeder andere Justizthriller. Ein Anwalt bekommt einen Fall dargelegt, der ziemlich eindeutig ist und wo die Unschuldigkeit des Angeklagten schwer, eigentlich gar nicht zu beweisen ist. Doch schon sehr bald merkt man, dass man es hier mit keinem Durschnittsfilm zu tun hat.
Da wäre einmal Marlene Dietrich, die Frau des Angeklagten. Was für eine Ausstrahlung, was für eine Präsenz, eine unglaubliche Aura umgibt diese Frau, obwohl der Zuschauer sie eigentlich gar nicht so sympathisch findet. Schließlich lügt und betrügt sie und sagt gegen ihren Mann aus.
Dann wäre da Charles Laughton, der Anwalt. Was für ein Humor, Gerissenheit. Ein Anwalt wie er im Bilderbuche steht, nur besser. Wie er sich seiner Krankenschwester widersetzt, einfach göttlich.
Und wir dürfen nicht vergessen, es ist ein Billy-Wilder-Film.
So übernimmt Sir Wilfrid den Fall und es folgt die Gerichtshandlung, der Hauptteil dieses Filmes. Während des Filmes überleg ich mir natürlich, wer denn jetzt der wirkliche Täter sein könnte, weil der Mann ist es ja schonmal nicht. Oder doch? Es ist absolut genial, wie dieser Film mit meinen Konventionen spielt und mit ihnen bricht und wie er den gesellschaftlichen Fehler entlarvt, alles ohne weiteres Hinterfragen hinzunehmen, nur weil die Vertrauenspersonen es so sagen. Wir glauben jedem Twist, der dann irgendwie doch kein Twist ist, weil der nächste Twist den vorherigen Twist umtwistet. Ist der Anwalt von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, sind wir es auch. Stellt sich seine eigene Frau gegen ihn, tun wir das auch. Beteuert der Angeklagte seine Unschuld, beteuern wir ihn Gedanken mit. 
Doch was ist, wenn sich einer irrt?
Was ist, wenn einer lügt?
Was ist, wenn keiner lügt und sich niemand irrt?

"Lügen! Alles Lügen!"

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jeffcostello

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In Billy Wilders „Witness for the Prosecution“ , übernimmt der Londoner Staranwalt Sir Wilfried Robards, direkt nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Herzinfarktes noch geschwächt die Mordanklage von Leonard Vole.
Der Film basiert auf einer Agatah Christie Kurzgeschichte, und war für Chrietie selbst die beste Verfilmung eines ihrer Werke.
Die Darstellung von Charles Laughton als Sir Robards ist grandios, es ist eine wahre Freude ihm zuzusehen wie er ständig mürrisch und aufgebracht, seine Pflegerin in den Wahnsin treibt und wie obsessiv und selbstzerstörerisch er sich seiner Arbeit an dem Fall voll und ganz hingibt. Aus seiner Figur zieht Wilder einen großteil des Humors, von dem der Film reichlich hat.
Auch Marlene Dietrich, hier absolut perfekt, als unterkühlte, unberechenbar-kaltherzig wirkende Ehefrau des Angeklagten besetzt, brilliert.
Ein durch Wilders grandiose Regie höchstspanender und auch sehr humorvoller Film, der in ruhigen Bildern den Prozess zeigt, und der mit einem der twistigsten und Enden der Filmgeschichte schließt.
Witness for the Prosecution ist ein großartiger Film und reiht sich nach 12 Angry Men und Anatomy of a Murder in die Top 3 der besten Gereichtsfilme ein.

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PhantomGestalt

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Bewertung7.0Sehenswert

Auch wenn man dem Film sein Alter in vielerlei Hinsicht anmerkt, so ist die Geschichte auch heute noch durchaus spannend und unterhaltsam. Überragend ist der Schlussakt des Films, sozusagen die Mutter aller Twists.

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Nehcimheo

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Mutter aller Twists? dann schau dir mal "das cabinet des dr. caligari" an


meinalterego

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ZEUGIN DER ANKLAGE gilt neben WER DIE NACHTIGALL STÖRT oder DIE 12 GESCHWORENEN als Klassiker des Gerichtskrimis. Und das vollkommen zurecht. Die Adaption einer Kurzgeschichte von Agatha Christie ist ein Meisterwerk an unverhofften Wendungen und doppeltem Boden. Das starke Drehbuch steckt voller Ironie und Witz, das von Billy Wilder genial umgesetzt wurde. Die Schauspieler sind allesamt hervorragend, besonders Charles Laughton als grantelnder Staranwalt und Marlene Dietrich als titelgebende ZEUGIN DER ANKLAGE, die hier ihre wohl stärkste Leistung ihrer Karriere zeigt. Der Twist am Ende des Films kommt komplett unvorhergesehen und zeigt die komplette Raffinesse dieses Klassikers.
Fazit: Twists as it's best.

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Alienator

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klassiker mit überraschenden Ende
Ein exzellenter Schauspielfilm mit sehr überzeugenden Schauspielern (allen voran die Dietrich!).
Ein Gerichtsthriller mit typischen Wilderelementen, so z.B. die geschlechtsspezifischen Irrungen und Wirrungen. Der Film ist klassisches Erzählkino mit Hitchcockelementen ohne Hitchcok zu sein, so z.B. die Spielereien mit den Erwartungen des Publikums durch Suspenseaufbau und handfesten Überraschungen.
Der Film übt auch durchaus Kritik an die "obere" Klasse und ihre Stupidität aus, und ist aber auch gleichzeitig eine satirische Reise durch alle Gesellschaftsschichten. Er steht außerdem für Liebe (Un-) Schuld und verteidigt diese auf Schärfste.
Ein ganz großer Film, mit einem der überraschensten Enden der Filmgeschichte

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lhiannan

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Bewertung9.5Herausragend

Spannend, witzig und hintersinnig - hier wartet ein Klassiker mit Wortwitz und geschickten Wendungen auf Entdeckung. Sir Wilfrid Robarts, seines Zeichens Anwalt und gesundheitlich angeschlagen, wagt sich an die Verteidigung von L. Vole, dem der Mord von Emily French zu Lasten gelegt wird. Und da ist da noch seine liebende Frau, Mrs Christine Vole, die sich als Zeugin zur Verfügung stellt.
So einfach - so gut? Da Agatha Christie hier die Story liefert, muß man sich auf so manche Überraschung gefaßt machen.

Knurrend und schlecht gelaunt bellt sich Charles Laughton als Sir Wilfrid seinen Weg durch den Film ("Noch ein Gefühlsausbruch und ich lege mich wieder ins Krankenhaus, meine Herrschaften!") und stiehlt fast allen die Show.
Marlene Dietrich als Mrs Vole schreitet als wandelndes Enigma durch den Film, so unterkühlt spielt sie ihre Rolle - aber sehr effektiv, wie sich im Verlauf erweist.
Und Leonard Vole als schleimiger, hinterlistig-plappernder Angeklagter. Ist er wirklich schuldig?

Nichts ist so wie es scheint. An Twists haben wir uns heute als Zuschauer gewöhnt. Aber so kunstvoll, intelligent, charmant, fies und witzig ist es nur selten zu sehen.

"Finden Sie in meiner Gedankenkette einen Fehler?"
"Nein, nein, sie ist sehr logisch, ... soweit sie reicht.

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Homer Simpson

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Skala; von 1 (miserabel) bis 10 (herausragend):

Schauspieler (der Rolle entsprechend, überzeugend, glaubhaft) = 8

Story (gute, spannende Geschichte?) = 8,5

Inhalt der Geschichte (originelles, bedeutendes oder aktuelles Thema) = 7

Filmische Umsetzung (Qualität der Bilder, Musik, Effekte) = 7,5

Handlungsaufbau (Spannungsaufbau, Glaubwürdigkeit der Geschichte) = 9

Drehbuch (wie originell sind die Dialoge?) = 8

Regie (passt die Regie ins Bild, Drehbuch) = 7,5

Kostüme (passen die Kostüme, Qualität, usw.) = 8

Fazit: Ein gelungener Klassiker. Überzeugende Schauspieler, viele Twists, und eine spannende und raffinierte Story machen diesen Film zu einem Must-See.

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jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Erst mein dritter Wilder und ich kann sagen: "Zeugin der Anklage" ist definitiv neben "12 Angry Men" (der allerdings fast komplett im Hinterzimmer des Gerichts spielt) der packendste und spannendste Gerichts-Thriller, den ich bis jetzt gesehen habe.

Das ist zum einen dem Inszenatorischen geschuldet: Eine gute Balance aus tatsächlicher Verhandlung und Geschehnissen hinter den Kulissen findet Billy Wilder hier, denn nie hat man das Gefühl eine der beiden Komponenten käme zu kurz oder würde überansprucht. Tempo und Fortgang der Story sind genau richtig austariert.
Die formell recht trockene Gerichtsverhandlung wird mit einigen, trotz ernstem Thema sehr passenden humoristischen Details gespickt, verliert aber nie die Schärfe und Undurchsichtigkeit die ein Kriminalfall braucht um fesselnd zu wirken. Im richtigen Tempo formt sich ein Bild, doch ob es das endgültige ist, wird bis zum letzten, grandiosen Moment offen gelassen.

Man denkt zu wissen und glaubt zu entlarven, aber ist das auch so?

Auch schauspielerisch fährt "Zeugin der Anklage" groß auf: Marlene Dietrich als unnahbare, geheimnisvolle femme fatale, Tyronne Power als zunächst entspannter, später verzweifelter Angeklagter der ausbruchsartig seine Unschuld beteuert und ein großartiger Charles Laughton als kränkelnder, aber fest entschlossener Anwalt bilden den Kern eines starken und charismatischen Ensembles.

Definitiv ein sehr starker Klassiker der einmal mehr zeigt, dass man kaum etwas abseits eines guten Skripts und guter Darsteller braucht um einen Film zu schaffen, der trotz schwarz/weiss um einige Nuancen farbenfroher als so mancher neuerer Streifen ist und in seiner Reduziertheit enorme Wirkung erzielt.

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RoosterCogburn

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@jacker: Nein, nicht generell. In dem Fall meinte ich zwar den Film "Erin Brockovich", die Aussage kannst du aber auch auf "Traffic", "Out of Sight" und zum Teil "Ocean's 11" beziehen. - Das sind für mich Soderbergh's Top-Filme. Welche auch gut sind (allerdings nicht ganz so exquisit), "Sex, Lies, and Videotape", "The Good German" und "The Informant!". "Haywire" und "Magic Mike" habe ich noch nicht gesehen ...


jacker

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"Haywire" geht m.M.n. gar nicht. Wirkt so als wolle Soderbergh den Zuschauer in der Formelhaftigkeit seiner üblichen Sehgewohnheiten anschwärzen / entlarven, dafür liefert er aber einen 1) noch viel zu stylischen Film ab und 2) nichts was den Verzicht auf übliche Muster ausgleichen kann.
Aber nur meine Meinung. Für viele ist der Film auch ne Bombe!


Andy Dufresne

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Bewertung9.5Herausragend

Eines der twistigsten Twist-Enden der Filmgeschichte trifft auf grandiose Schauspieler (Laughton & Dietrich) und ruhige, entspannt in Szene gesetzte Bilder.
Ein Plot (Ein Mann ist wegen Mordes angeklagt, eine Zeugin könnte ihn entlasten) der simpel erscheint und in Wahrheit komplex, vielschichtig und dennoch immer logisch und nachvollziehbar ist.
Geführt von einem einzigartigen Regisseur (Billy Wilder), höchstspannend, augenzwinkernd, extrem kurzweilig.
Eine Mischung wie es sie nur sehr, sehr selten gibt.
Ein ganz klarer Alltime-Klassiker!

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jollyroger

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Absolut, gleiches gilt für den fantastischen "The Road" auch, von daher hast du da alles richtig gemacht..;)


Markbln

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Oh gott, was muss ich da 10 Monate verspätet lesen: Billy Wilder kann keine Komödien drehen? Ich möchjte mich jetzt künstlich echauffieren. Jolly, du spielst ja mit deinem Kritikerstatus.



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