Zeugin der Anklage - Kritik

US 1957 Laufzeit 114 Minuten, FSK 12, Drama, Thriller, Kinostart 28.02.1958

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Kritiken (4) — Film: Zeugin der Anklage

Stephan Eicke: www.film-rezensionen.de

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9.5Herausragend

Einen wirklich guten Film erkennt man unter Anderem daran, wie gut er gealtert ist – bei einem guten Film ist es wie bei einem guten Wein, der auch nach Jahrzehnten nichts von seiner Qualität verliert – dies ist so ein Film, der auch nach fast 55 Jahren noch erstaunlich frisch und nicht im Mindesten angestaubt ist. Zeugin der Anklage ist ein brillanter Gerichtsthriller, der all das versammelt, was einen guten Film auszeichnet: Humor, detaillierte Porträtierung der Charaktere, hervorragende Schauspieler, ein cleveres Drehbuch voller Überraschungen, sodass beste Unterhaltung auf sehr hohem Niveau garantiert ist.

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sushi25: movie-fan.de

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8.5Ausgezeichnet

Charles Laughton als Sir Robarts wunderbar, die pointenreichen Dialoge mit seiner Krankenschwester sind großartig. Und wer sich fragt, warum so ein Wirbel um Marlene Dietrich gemacht wurde/wird, der Film liefert die Erklärung, sie war einfach gut. Billy Wilder konnte es halt!

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Flibbo: Wie ist der Film?

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10.0Herausragend

[...] Man möchte einfach unbedingt wissen, wie es ausgeht. Die Entscheidung im ersten Drittel, welche Figur man ins Herz schließt, und welcher man misstraut, ist ein Kinderspiel. Anschließend gilt es natürlich zu erfahren, ob es für die Seite, auf die man sich geschlagen hat, glimpflich ausgeht, oder ob die Sache mit einer Tragödie endet. Genau mit dieser Haltung des Zuschauers spielt das Drehbuch, wie es gewitzter und formvollendeter nicht sein könnte. [...]

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CineKie: CineKie.de

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9.0Herausragend

[...] 50 Minuten vergehen, bis der Startschuss zur Gerichtsverhandlung fällt. In diesen 50 Minuten lernen wir den Verteidiger Sir Robarts kennen, einen Zyniker, wie er im Buche steht. Bereits in den ersten 10 Minuten musste ich ob der Dialoge zwischen ihm und seiner Pflegerin öfter lachen als im gesamten „Scary Movie 4“. [...]

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Kommentare (55) — Film: Zeugin der Anklage


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vega_vincent

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

Was für ein Film! Die Geschichte wartet mit unerwarteten Wendungen auf, die Spannung intensiviert sich von Minute zu Minute, die schauspielerischen Leistungen sind beeindruckend. Tyrone Powers spielt meiner Meinung nach blendend, auf höchstem Niveau, wird aber trotzdem von Marlene Dietrich an die Wand gespielt, als wäre er ein Laie. Das Spiel der Dietrich ist beängstigend gut, aber auch alles andere stimmt. Ein absolut sehenswerter Film! Alles andere als die Standard-Scheixxe, die heute meist produziert wird!

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Audreyfan

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Bewertung9.0Herausragend

"Zeugin der Anklage" fängt so an, wie ziemlich jeder andere Justizthriller. Ein Anwalt bekommt einen Fall dargelegt, der ziemlich eindeutig ist und wo die Unschuldigkeit des Angeklagten schwer, eigentlich gar nicht zu beweisen ist. Doch schon sehr bald merkt man, dass man es hier mit keinem Durschnittsfilm zu tun hat.
Da wäre einmal Marlene Dietrich, die Frau des Angeklagten. Was für eine Ausstrahlung, was für eine Präsenz, eine unglaubliche Aura umgibt diese Frau, obwohl der Zuschauer sie eigentlich gar nicht so sympathisch findet. Schließlich lügt und betrügt sie und sagt gegen ihren Mann aus.
Dann wäre da Charles Laughton, der Anwalt. Was für ein Humor, Gerissenheit. Ein Anwalt wie er im Bilderbuche steht, nur besser. Wie er sich seiner Krankenschwester widersetzt, einfach göttlich.
Und wir dürfen nicht vergessen, es ist ein Billy-Wilder-Film.
So übernimmt Sir Wilfrid den Fall und es folgt die Gerichtshandlung, der Hauptteil dieses Filmes. Während des Filmes überleg ich mir natürlich, wer denn jetzt der wirkliche Täter sein könnte, weil der Mann ist es ja schonmal nicht. Oder doch? Es ist absolut genial, wie dieser Film mit meinen Konventionen spielt und mit ihnen bricht und wie er den gesellschaftlichen Fehler entlarvt, alles ohne weiteres Hinterfragen hinzunehmen, nur weil die Vertrauenspersonen es so sagen. Wir glauben jedem Twist, der dann irgendwie doch kein Twist ist, weil der nächste Twist den vorherigen Twist umtwistet. Ist der Anwalt von der Unschuld des Angeklagten überzeugt, sind wir es auch. Stellt sich seine eigene Frau gegen ihn, tun wir das auch. Beteuert der Angeklagte seine Unschuld, beteuern wir ihn Gedanken mit. 
Doch was ist, wenn sich einer irrt?
Was ist, wenn einer lügt?
Was ist, wenn keiner lügt und sich niemand irrt?

"Lügen! Alles Lügen!"

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jeffcostello

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

In Billy Wilders „Witness for the Prosecution“ , übernimmt der Londoner Staranwalt Sir Wilfried Robards, direkt nach einem Krankenhausaufenthalt aufgrund eines Herzinfarktes noch geschwächt die Mordanklage von Leonard Vole.
Der Film basiert auf einer Agatah Christie Kurzgeschichte, und war für Chrietie selbst die beste Verfilmung eines ihrer Werke.
Die Darstellung von Charles Laughton als Sir Robards ist grandios, es ist eine wahre Freude ihm zuzusehen wie er ständig mürrisch und aufgebracht, seine Pflegerin in den Wahnsin treibt und wie obsessiv und selbstzerstörerisch er sich seiner Arbeit an dem Fall voll und ganz hingibt. Aus seiner Figur zieht Wilder einen großteil des Humors, von dem der Film reichlich hat.
Auch Marlene Dietrich, hier absolut perfekt, als unterkühlte, unberechenbar-kaltherzig wirkende Ehefrau des Angeklagten besetzt, brilliert.
Ein durch Wilders grandiose Regie höchstspanender und auch sehr humorvoller Film, der in ruhigen Bildern den Prozess zeigt, und der mit einem der twistigsten und Enden der Filmgeschichte schließt.
Witness for the Prosecution ist ein großartiger Film und reiht sich nach 12 Angry Men und Anatomy of a Murder in die Top 3 der besten Gereichtsfilme ein.

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PhantomGestalt

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Bewertung7.0Sehenswert

Auch wenn man dem Film sein Alter in vielerlei Hinsicht anmerkt, so ist die Geschichte auch heute noch durchaus spannend und unterhaltsam. Überragend ist der Schlussakt des Films, sozusagen die Mutter aller Twists.

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meinalterego

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Bewertung10.0Lieblingsfilm

ZEUGIN DER ANKLAGE gilt neben WER DIE NACHTIGALL STÖRT oder DIE 12 GESCHWORENEN als Klassiker des Gerichtskrimis. Und das vollkommen zurecht. Die Adaption einer Kurzgeschichte von Agatha Christie ist ein Meisterwerk an unverhofften Wendungen und doppeltem Boden. Das starke Drehbuch steckt voller Ironie und Witz, das von Billy Wilder genial umgesetzt wurde. Die Schauspieler sind allesamt hervorragend, besonders Charles Laughton als grantelnder Staranwalt und Marlene Dietrich als titelgebende ZEUGIN DER ANKLAGE, die hier ihre wohl stärkste Leistung ihrer Karriere zeigt. Der Twist am Ende des Films kommt komplett unvorhergesehen und zeigt die komplette Raffinesse dieses Klassikers.
Fazit: Twists as it's best.

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Alienator

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Klassiker mit überraschenden Ende
Ein exzellenter Schauspielfilm mit sehr überzeugenden Schauspielern (allen voran die Dietrich!).
Ein Gerichtsthriller mit typischen Wilderelementen, so z.B. die geschlechtsspezifischen Irrungen und Wirrungen. Der Film ist klassisches Erzählkino mit Hitchcockelementen ohne Hitchcok zu sein, so z.B. die Spielereien mit den Erwartungen des Publikums durch Suspenseaufbau und handfesten Überraschungen.
Der Film übt auch durchaus Kritik an die "obere" Klasse und ihre Stupidität aus, und ist aber auch gleichzeitig eine satirische Reise durch alle Gesellschaftsschichten. Er steht außerdem für Liebe (Un-) Schuld und verteidigt diese auf Schärfste.
Ein ganz großer Film, mit einem der überraschensten Enden der Filmgeschichte

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lhiannan

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Bewertung9.5Herausragend

Spannend, witzig und hintersinnig - hier wartet ein Klassiker mit Wortwitz und geschickten Wendungen auf Entdeckung. Sir Wilfrid Robarts, seines Zeichens Anwalt und gesundheitlich angeschlagen, wagt sich an die Verteidigung von L. Vole, dem der Mord von Emily French zu Lasten gelegt wird. Und da ist da noch seine liebende Frau, Mrs Christine Vole, die sich als Zeugin zur Verfügung stellt.
So einfach - so gut? Da Agatha Christie hier die Story liefert, muß man sich auf so manche Überraschung gefaßt machen.

Knurrend und schlecht gelaunt bellt sich Charles Laughton als Sir Wilfrid seinen Weg durch den Film ("Noch ein Gefühlsausbruch und ich lege mich wieder ins Krankenhaus, meine Herrschaften!") und stiehlt fast allen die Show.
Marlene Dietrich als Mrs Vole schreitet als wandelndes Enigma durch den Film, so unterkühlt spielt sie ihre Rolle - aber sehr effektiv, wie sich im Verlauf erweist.
Und Leonard Vole als schleimiger, hinterlistig-plappernder Angeklagter. Ist er wirklich schuldig?

Nichts ist so wie es scheint. An Twists haben wir uns heute als Zuschauer gewöhnt. Aber so kunstvoll, intelligent, charmant, fies und witzig ist es nur selten zu sehen.

"Finden Sie in meiner Gedankenkette einen Fehler?"
"Nein, nein, sie ist sehr logisch, ... soweit sie reicht.

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Homer Simpson

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Skala; von 1 (miserabel) bis 10 (herausragend):

Schauspieler (der Rolle entsprechend, überzeugend, glaubhaft) = 8

Story (gute, spannende Geschichte?) = 8,5

Inhalt der Geschichte (originelles, bedeutendes oder aktuelles Thema) = 7

Filmische Umsetzung (Qualität der Bilder, Musik, Effekte) = 7,5

Handlungsaufbau (Spannungsaufbau, Glaubwürdigkeit der Geschichte) = 9

Drehbuch (wie originell sind die Dialoge?) = 8

Regie (passt die Regie ins Bild, Drehbuch) = 7,5

Kostüme (passen die Kostüme, Qualität, usw.) = 8

Fazit: Ein gelungener Klassiker. Überzeugende Schauspieler, viele Twists, und eine spannende und raffinierte Story machen diesen Film zu einem Must-See.

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jacker

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Erst mein dritter Wilder und ich kann sagen: "Zeugin der Anklage" ist definitiv neben "12 Angry Men" (der allerdings fast komplett im Hinterzimmer des Gerichts spielt) der packendste und spannendste Gerichts-Thriller, den ich bis jetzt gesehen habe.

Das ist zum einen dem Inszenatorischen geschuldet: Eine gute Balance aus tatsächlicher Verhandlung und Geschehnissen hinter den Kulissen findet Billy Wilder hier, denn nie hat man das Gefühl eine der beiden Komponenten käme zu kurz oder würde überansprucht. Tempo und Fortgang der Story sind genau richtig austariert.
Die formell recht trockene Gerichtsverhandlung wird mit einigen, trotz ernstem Thema sehr passenden humoristischen Details gespickt, verliert aber nie die Schärfe und Undurchsichtigkeit die ein Kriminalfall braucht um fesselnd zu wirken. Im richtigen Tempo formt sich ein Bild, doch ob es das endgültige ist, wird bis zum letzten, grandiosen Moment offen gelassen.

Man denkt zu wissen und glaubt zu entlarven, aber ist das auch so?

Auch schauspielerisch fährt "Zeugin der Anklage" groß auf: Marlene Dietrich als unnahbare, geheimnisvolle femme fatale, Tyronne Power als zunächst entspannter, später verzweifelter Angeklagter der ausbruchsartig seine Unschuld beteuert und ein großartiger Charles Laughton als kränkelnder, aber fest entschlossener Anwalt bilden den Kern eines starken und charismatischen Ensembles.

Definitiv ein sehr starker Klassiker der einmal mehr zeigt, dass man kaum etwas abseits eines guten Skripts und guter Darsteller braucht um einen Film zu schaffen, der trotz schwarz/weiss um einige Nuancen farbenfroher als so mancher neuerer Streifen ist und in seiner Reduziertheit enorme Wirkung erzielt.

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RoosterCogburn

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@jacker: Nein, nicht generell. In dem Fall meinte ich zwar den Film "Erin Brockovich", die Aussage kannst du aber auch auf "Traffic", "Out of Sight" und zum Teil "Ocean's 11" beziehen. - Das sind für mich Soderbergh's Top-Filme. Welche auch gut sind (allerdings nicht ganz so exquisit), "Sex, Lies, and Videotape", "The Good German" und "The Informant!". "Haywire" und "Magic Mike" habe ich noch nicht gesehen ...


jacker

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"Haywire" geht m.M.n. gar nicht. Wirkt so als wolle Soderbergh den Zuschauer in der Formelhaftigkeit seiner üblichen Sehgewohnheiten anschwärzen / entlarven, dafür liefert er aber einen 1) noch viel zu stylischen Film ab und 2) nichts was den Verzicht auf übliche Muster ausgleichen kann.
Aber nur meine Meinung. Für viele ist der Film auch ne Bombe!


Andy Dufresne

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Bewertung9.5Herausragend

Eines der twistigsten Twist-Enden der Filmgeschichte trifft auf grandiose Schauspieler (Laughton & Dietrich) und ruhige, entspannt in Szene gesetzte Bilder.
Ein Plot (Ein Mann ist wegen Mordes angeklagt, eine Zeugin könnte ihn entlasten) der simpel erscheint und in Wahrheit komplex, vielschichtig und dennoch immer logisch und nachvollziehbar ist.
Geführt von einem einzigartigen Regisseur (Billy Wilder), höchstspannend, augenzwinkernd, extrem kurzweilig.
Eine Mischung wie es sie nur sehr, sehr selten gibt.
Ein ganz klarer Alltime-Klassiker!

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Andy Dufresne

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Wollt grad sagen: Vorgestern kam er auf ARTE und eigentlich IMMER läuft er auf öffentlich rechtlichen Sendern.Aber egal, Zeugin der Anklage auf DVD zu haben kann kein Fehler sein :)


jollyroger

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Absolut, gleiches gilt für den fantastischen "The Road" auch, von daher hast du da alles richtig gemacht..;)


RoosterCogburn

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Bewertung10.0Herausragend

Allein die Rafinnesse der Handlung ist schon ein Schmankerl für sich. Nach dem die erste Dreiviertelstunde des Inhalts erzählt ist, wird die Agatha Christie Adaption zum reinen Gerichtskrimi. Für mich gehört dieser Film zu den besten Gerichtsdramen die je verfilmt worden sind. Und "Zeugin der Anklage" kann, im Gegensatz zu anderen Genrevertretern, sogar noch mit Humor punkten.

Tyrone Power's Darstellung wirkt auf mich in dieser Verfilmung zum Teil zwar doch recht theatralisch. Aber Marlene Dietrich als kühle Femme Fatale ist hier auf jeden Fall die richtige Besetzung. Wirklich klasse fand ich Elsa Lanchester als strenge Krankenschwester, die Sir Wilfrid immer betütelt hat ("Jetzt müssen wir aber langsam ins Bettchen." - "Wir?"). Übrigens, Laughtons damalige Ehefrau. Und natürlich Charles Laughton als eben dieser Sir Wilfrid Robarts, der eigentlich kürzer treten muss, nimmt eine ungeheure Leinwandpräsenz ein - der Wahnsinn.

Eigentlich hat Billy Wilder hier nur ein Broadway-Stück verfilmt. Wie man es in den 50ern und 60ern sehr gerne tat. Aus der ursprünglichen Broadway-Besetzung wurde sogar Una O’Connor als Haushälterin des Mordopfers für den Film verpflichtet. Das die Kamera etwas an Hitchcocks "Der Fall Paradin" erinnert, kommt nicht von ungefähr. Russell Harlan orientierte sich bei seiner Arbeit an Lee Garmes.

Der Fazit des Marshals: Mitreißend und witzig spielen Legenden in einer großartig ausgetüftelten Geschichte.

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brigerbaerger

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Toller Kommentar, der Lust auf dieses cineastische Schmankerl macht. Lief ja gestern auf Arte und zum Glück noch rechtzeitig programmiert...


RoosterCogburn

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Danke für das Kompliment. - Dann wünsch ich dir viel Spaß beim ansehen. Laughton lohnt sich immer.


uncut123

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Laughton und dietrich spielen in dieser packenden geschichte sowas von geil...einfach richtig gut dieser film!hab nichts zu meckern

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Danyrail

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Danke euch! :)


RoosterCogburn

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P.S.: Ebenfalls sehr gut. Der einzige Film, in dem Charles Laughton Regie führte: "Die Nacht des Jägers" mit Robert Mitchum.


Mr. Pink

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Packender Gerichtsthriller, unterhaltsam, spannend und durch den zynischen Humor, der sich perfekt in das Drama einfügt sehr witzig inszeniert und immer mit dem richtigen Timing erzählt. Zudem großartig gespielt, besonders von Charles Laughton, der in seiner Rolle glanzvoll aufgeht, Marlene hat schöne Beine und die ausgeklügelte Geschichte bietet einige saftige Überraschungen.

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VisitorQ

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that. ending.


Moe Szyslak

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

Sehr guter Klassiker und Gerichtsdrama, das von Beginn an sehr fesselnd inszeniert ist, aber doch viele sehr amüsante Szenen und spritzige Dialoge zu bieten hat. Vor allem hervorgerufen durch Charles Laughton als kauziger Strafverteidiger und Zigarrenfreund (trotz Herzprobleme), der einfach köstlich war mit seiner Griesgrämigkeit und seinen frotzelnden Ansagen und Kommentaren. Vor allem auf seine Krankenschwester hatte er es verbal abgesehen, aber auch sonst hat er mächtig ausgeteilt. Saucooler Charakter, ich musste desöfteren richtig laut lachen über das, was der losgelassen hat (und dann noch der Blick dazu), der war das Highlight des Films. Die Gerichtsverhandlung selbst war sehr spannend und mitreißend, der Film war generell eh sehr unterhaltsam und gut gemacht und gespielt. Neben Laughton war vor allem Marlene Dietrich richtig stark als kaltes, undurchschaubares Biest. Gegen Ende war es vielleicht etwas überspielt und vorhersehbar, aber im Großen und Ganzen ein klasse Streifen.

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Freidenker

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Bewertung9.5Herausragend

Für mich der beste Billy Wilder Film den ich bisher gesehen habe.
Die Vorlage zum Film stammt aus der Feder von Agatha Christie,wobei die Geschichte zunächst nur eine Kurzgeschichte war,bis sie sie 1953 zu einem erfolgreichen Theaterstück überarbeitete und es dann schließlich 1957 von Billy Wilder wirklich meisterhaft verfilmt wurde.
Wie bei Agatha Christie üblich ist die Geschichte nicht nur enorm gut durchdacht
sondern bietet auch eine ordentliche Portion Humor,die einen immer wieder zum lachen bringt,wobei die Dialoge auch einfach messerscharf geschliffen sind.
Dazu gibt es natürlich ein wirklich überraschendes Ende,das nicht besser hätte sein können.
Auch die Charakter sind einfach genial und hervorragend besetzt egal ob Elsa Lanchester als pflegende Krankenschwester oder Marlene Dietrich als Christine Vole,wobei vor allem Charles Laughton als Sir Wilfrid Robarts einfach sensationell ist.

"Zeugin der Anklage" ist daher alles in allem ein geniales Gerichtsdrama mit einer ordentlichen Portion Humor das man sich immer wider ansehen kann.

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LokisSon

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Genialer Film. Für mich allerdings der drittbeste von Wilder bisher nach Sunset Blvd und Some Like it Hot :)


Freidenker

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Sunset Blvd. hab ich bisher leider noch nicht gesehen,steht aber ganz weit oben auf meiner Merkliste.


Prestigeww

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Bewertung8.5Ausgezeichnet

Ein toller Film, der gekonnt mit den Erwartungen und Vorurteilen der Figuren aber auch des Publikums spielt. Er ist dadurch ein recht spannender Kommentar zum englisch-deutschen Nachkriegsmisstrauen, aber auch zu den Erwartungen der Zuschauer an bestimmte Figurenklischees und Plotelemente, die einen Genrefilm auszeichnen.

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based_god

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Bewertung9.0Herausragend

Einfachheit ist Trumpf!

"Zeugin der Anklage" zeigt, wie man mit kleinen Mittel einen grossartigen, zeitlosen Film erschaffen kann. Bereits die Story ist relativ simpel. Ein Mord- bzw. Erbschaftsdelikt, eine Wendung, die für den geübten Zuschauer zwar vorhersehbar ist und eine weitere, die wirklich überraschend und zum richtigen Zeitpunkt kommt. Dann braucht man noch einige überzeugende Darsteller, die den Figuren das nötige Leben einhauchen und fertig ist der Klassiker.

"Zeugin der Anklage" - Ein Film, einfach wie genial. Ein Muss für Fans von Krimis oder allgemein von Filmen. Lasst euch nicht vom Alter abschrecken, es wirkt höchstens positiv auf den Film.

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cpt. chaos

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Bewertung8.0Ausgezeichnet

"Ich denke, wir sind in Englnad! Kann man denn hier für etwas bestraft werden, das man gar nicht getan hat?"
"Wir sind bemüht es nicht zur Regel werden zu lassen!"

Billy Wilders verfilmte Agatha Christies gleichnamiges Theaterstück 1957 und machte hieraus einen Gerichtsklassiker, der sowohl durch seinen Humor - die Grabenkämpfe zwischen dem kränklichen Anwalt (überragend gespielt von Charles Laughton) und seiner ihm auf Schritt und Tritt begleitenden Krankenschwester, sind der absolute Hammer! – als auch Spannung und insbesondere Wendungsreichtum besticht! Insbesondere der Endtwist ist äußerst genial!

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r3sortiane

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Bewertung9.5Herausragend

"Wehe, wenn Sie das Gewicht meiner Persönlichkeit unterschätzt haben!"
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Thematik
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Ein herzkrankes, despotisches und unverbesserliches, im Kern aber sympathisches Anwaltsurgestein, eigentlich längst im krankheitsbedingten Ruhestand und stets umsorgt durch eine pflichtbewusste Pflegerin, übernimmt aus beruflicher Passion die Verteidigung in einem Mordfall. Der Angeklagte soll ein Verbrechen aus Gier begangen haben, erscheint in seiner charismatischen Art jedoch so ganz und gar nicht wie ein berechnender Mörder. Die Ehefrau, die ihm ein Alibi bezeugen kann, ist von einer emotionalen Kälte umgeben, die auf ein folgenschweres Geheimnis vermuten lässt. Wir finden uns also in einem Gerichtssal wieder, der von Perückenträgern dominiert wird welche strikten juristischen Regeln und Kniffen folgen und dennoch auf charmant-witzige, erfrischende und bezaubernd höfliche Art und Weise miteinander und mit den anderen Beteiligten wechselwirken.
Atmosphäre
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So einfach und schlicht die Thematik, so geschickt, unterhaltsam und wendungsreich die Umsetung. Die Charaktere des Films sind zwar einerseits deutlich bestimmten Rollen zugeschrieben, entwickeln sich aber allesamt im Laufe des Films weiter und zeigen neue, bis dato verborgene Seiten ihrer Persönlichkeit. Keine der wichtigen Figuren stagniert in ihrem Stereotyp. Dies macht den Film, vor allem schlussendlich, wirklich rund. Darüber hinaus trumpft "Zeugin der Anklage" immer wieder mit herzlichen, aus heutiger Sicht amüsant manierlichen und trotzdem äußerst witzigen kleinen Seitenhieben, Neckereien oder Kavaliersprovokationen auf. Die Befürchtung, ein alter Film könne heutzutage nicht mehr ebenbürtig unterhalten, kehrt sich angesichts der herzerfrischenden Raffinesse der Dialoge eindeutig ins Gegenteil und entlarvt den modernen, häufig retortenhaften Massen-, Fäkal- oder Abwertungshumor als synthetisch, stupide und einfallslos.
Fazit
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Ein absolut sympathischer, witziger und zugleich spannender Film mit einem hervorragenden Finale. Ein schauspielerisch beschlagener, wandlungsreicher Charles Laughton in der Rolle eines infantil-unverbesserlichen und zugleich hochprofessionellen Anwalts. Ein charakterlich gewinnender, unbefleckt und ungerecht behandelt wirkender Angeklagter (Tyrone Power) und eine eiskalte, intrigenumwitterte und ruchlos anmutende Marlene Dietrich. Nicht zuletzt auch meine heimliche Lieblingsfigur der sympathisch-süffisante, fidele Francis Compton als Richter.

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geheimer333

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Bewertung9.0Herausragend

Witness for the Prosecution

Gestern beschloss ich zu beginnen eine große Bildungslücke meinerseits zu schließen. Ja, was die älteren Werke der Filmgeschichte der Filmgeschichte angeht, bezeichne ich mich gut und gerne als Laie. Einen der ältesten gesehenen Filme ist „12 Angry Men“, als ich diesen vor einiger Zeit zu Gesicht bekam, war ich hellauf begeistert. So sollte meine Skepsis gegenüber älteren Filmen verflogen sein, leider nicht. „12 Angry Men“ wäre sicher ein Einzelfall, dachte ich. Das Schwarz/Weiß störte mich zwar keineswegs und auch das Fehlen von Musik oder Effekten fiel mir nicht negativ auf. Doch dieses nahezu lächerliche Vorurteil, dass die meisten alten Filme langweilig wären, konnte ich nicht ablegen. Vielleicht war ich überzeugt, die Thematik wäre veraltet, könnte keine Botschaft mehr vermitteln, die in der heutigen Zeit von Gebrauch wäre. So oder so ähnlich, ist ja auch egal.
Gestern packte mich ein beängstigender Schub der Spontanität und Risikofreude und ich beschloss mir „Witness for the Prosecution“ anzusehen. Da war ich halbwegs auf der sicheren Seite, ein Gerichtsfilm, wie „12 Angry Men“, wieso eigentlich nicht? Außerdem lief nichts besseres im Fernsehen.
So ließ ich mich also umhüllen von dem Charme der Fünziger, den gut gestrickten Charakteren, den großartigen Schauspielern (allen voran den tollen Charles Laughton, von dem ich jetzt schon Fan bin) und dem intelligenten Drehbuch.
Ich war (und bin es immer noch) hellauf begeistert. Sind alte Filme also doch zu was Nütze? Ja! Die Story ist simpel aber genial, führt den Zuschauer gekonnt an der Nase herum. Trotz des ernsthaften Grundthemas (immerhin Mord), lockert vor allem Charles Laughton das ganze immer wieder mit witzigen Bemerkungen und reichlich anderer Komik auf. Man kann förmlich spüren, wie viel Spaß die Beteiligten am Dreh gehabt haben müssen. Da ist eine unbeschreibliche Harmonie zwischen den Schauspielern, die ich so selten gesehen habe (am ehesten noch bei Robert De Niro und Jodie Foster in „Taxi Driver“). Doch trotzdem ist sowohl Spannung als auch Dramatik im Überfluss vorhanden. Das kommt auch ohne bombastischen Soundtrack und 100 verschiedenen, ständig wechselnden, Kameraeinstellungen perfekt rüber, vielleicht, auf eine minimalistische Art und Weise sogar besser.
So hat man mit einer Handvoll von Drehorten und nur ein paar wichtigen Rollen, mehr erreicht als so gut wie alle Blockbuster aus dem 21. Jahrhundert. Darüber hinaus hat dieser Film etwas, was viele heutige Werke nicht mehr haben: Menschlichkeit. Hier und da mal ein Flackern im Bild stört doch niemanden, wenn man sich am Film erfreuen, mitlachen und mitfiebern kann.

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SiameseAlex

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Toller Kommentar! Glaube, du sprichst so vielen aus der Seele!


ukrainer

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Super Kommentar. Bin 100% deiner Meinung, was alte Filme angeht. Bin auch mit 12 Angry Men eingestiegen. :)



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