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Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
2 ou 3 choses que je sais d'elle (1967), FR Laufzeit 83 Minuten, FSK 16, Drama, Dokumentarfilm, Kinostart 01.11.1968
6.8
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Moviemaster:Movie
von Jean-Luc Godard, mit Joseph Gehrard und Marina Vlady
Ein Tag im Leben einer verheirateten Frau und Mutter, die durch Prostitution ihr Haushaltsgeld aufbessert.Angeregt durch eine Zeitungsreportage erzählt der Film fragmentarisch über Paris und darüber, dass man sich damals in Paris prostituieren musste um zu überleben. Der Regisseur selbst spricht einen Kommentar, der den Film als Essay ausweist, allerdings mit offenem Ende und immer bezweifelnd, ob die gewählten Bilder und Töne die richtigen sind, ob es richtige überhaupt gibt.Der Film gilt als Hauptwerk aus Godards “soziologischer” Periode.
Mehr Bilder (5) und Videos (2) zu Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
Cast & Crew
Drehbuch
Filmdetails Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
- Genre
- Sozialdrama, Sozialstudie, Drama
- Ort
- Vorstadt
- Handlung
- Film, Film und Kino, Kapitalismus, Konsumgesellschaft, Kunst, Kunst und Kultur, Prostituierte, Prostitution
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Kritiken (1) — Film: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
Kubrick_obscura: CinemaForever
Kommentar löschenEssayistischer Godard-Film der die moderne Zivilisation anhand von Sprache, Politik und Gesellschaft untersucht. Gewohnt eigen ist dieses Werk, aber faszinierend zugleich.
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Kommentare (3) — Film: Zwei oder drei Dinge, die ich von ihr weiß
Trimalchio Thu, 21 Feb 2013 18:53:32 -0000
Kommentar löschen„Am 19. August wurde ein Bericht über den Aufbau staatlicher Dienststellen der Pariser Region veröffentlicht. Zwei Tage später, Paul Delouvier wurde zum Präfekten der Pariser Region gewählt, die, laut dem offiziellen Kommnique, jetzt eine neue und eigenständige Verwaltungseinheit bildet.“
Godard flüstert. Er beschreibt die Figuren, bevor sie sich selbst beschreiben. Eine Frau zitiert Brecht, das Schauspiel ist nach dem V-Effekt ausgerichtet.
„Ich komme zu dem Schluss, dass die gaullistische Regierung unter der Maske der Modernisierung und Reform lediglich die natürlichen Tendenzen des Kapitalismus reguliert. Und, dass durch die systematische Planung und Zentralisierung die Regierung die nationale Wirtschaft weiter zum Erliegen bringt, von der Moral ganz zu schweigen.“
Zwei Männer hören am Radio zu, was Johnson zu sagen hat. Die Industriegesellschaft wird analysiert, eine Familie vorgestellt, der Kapitalismus kritisiert.
„Noch nie besessenen Komfort genießend, verbraucht man Gas und warmes Wasser, ohne an die Rechnung zu denken. Immer die gleiche Geschichte. Das bedeutet kein Geld für die Miete oder sonst ein Leben ohne TV oder TV aber kein Auto oder eine Waschmaschine aber keine Ferien. Mit anderen Worten, eine Änderung des Standards.“
Der Mann arbeitet in einer Werkstatt, die Frau ist Prostituierte. Strukturen werden untersucht. Kaffee ist die Symbolik. Psychologie der Formen. Suche nach dem Gefühl. Alte finden keine Arbeit. Verknüpfung von Bild und Sprache.
Godard kritisiert alles.
„Wenn Sie sich LSD nicht leisten können, kaufen Sie das Farbfernsehen.“
Und wieder sind wir in einem Cafe, wieder ist da ein Flipperautomat, wieder trinkt ein Mädchen Cola mit einer Zitrone, wieder sitzt da ein Philosoph.
„Ich höre der Werbung in meinem Transistor zu und dank ESSO bin ich sorglos unterwegs auf den Straßen der Träume, und vergesse alles sonst. Ich vergesse Hiroshima, Auschwitz Budapest. Ich vergesse Vietnam, den Lohntarif, das Wohnproblem, die Hungersnot in Indien. Ich vergesse alles außer, dass ich zurück am Nullpunkt bin und von dort wieder beginnen muss.“
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Brentano Wed, 10 Oct 2012 07:18:40 -0000
Kommentar löschenJa ein erstaunlicher, narrativer, echter und versunkener Film, den man sich eventuell in Etappen und in Ruhe anschauen sollte.
So viel weiterführende Gedanken und ausdifferenzierte Anmerkungen über die Lebensmodalitäten der „Neuzeit“, die sich bis heute nicht wesentlich verändert, sondern höchstens dramatisierend akkumuliert haben, wie die entsprechenden "Warenberge des Wahnsinns" der massivierten anti ökologischen und anti humanen, radikal beschönigten (auch deutschen "Exporthelden") -Überproduktion an allem.
Die Geschichte im Hintergrund dient nur dazu, eine Sicht auf einen Inhalt zu transportieren, der heutige Reflexionsgewohnheiten in derartigen Medien bei weitem überlegen ist. Aber schon damals wurde diese Art von Kino verachtet und kritisiert, aber zumindest noch von solchen Kritikern, die fähig waren, zu denken und sich verschiedene Standpunkte unter differierenden Blickwinkeln, anzuschauen. Etwas das heute in einem anbiedernden, auf artig-devot Dauerlächelnd gestrickten Kommerzialismus und Warenkult und seiner überwältigenden "Fun im Kaufen und dann wegwerfen" Geselllschaft, (in der die sich wie Zombies in Innenstädten dem entmündigenden Kaufrausch hingegeben wird, den andere konzipiert haben, immer die Anderen, Experten?) nur noch selten geschieht. (oder geschehen soll, bzw. zu gelassen wird,..)
Man/frau/mensch/ er/sie/es sollte nur mal betrachtet, wie G, Gauss in seiner bekannten Interview Reihe in den 60er Jahren, zur gleichen Zeit etwa, gelassen Rudi Dutschke kritisierte, aber in dem er ihn Ernst nimmt, ausreden und sich erklären ließ.
Etwas das aktueller, vollständig angepasster und der HERRschaft der Kapitaleigner bis zum Anschlag hysterisch unterworfener, ebenso warenförmig lavierender "offiziell-kommerzieller“ Baby-balla-balla, „des König neuen Kleider“ Journalismus, kaum noch zu Weg bringt und auch nicht mehr für nötig erachtet, da er sich gewinnbringend einseitig, hinter als wichtig aufgezäumten Wirtschafts-Ideologien und monetären Interessen verschanzt hat, die ihn in einem Stadium ohne jegliche bewusste Intensität oder Identität, „am Leben“ zu erhalten, vorgeben, etc.
Bzw. die Konsum und Wohlfühl- wie aufgezäumten Behaglichkeits Interessen der komplett vom intensiven Leben entwöhnten Schreiberschwärme zu stillen erachtet.?
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Geralt von Riva Mon, 15 Oct 2012 12:40:05 -0000
Antwort löschenDu bist so sehr davon überzeugt, du likest es selber. Schön, schön.
Brentano Mon, 15 Oct 2012 13:26:07 -0000
Antwort löschenwas denn sonst, willst du es disliken?
hollygolightly1 Sat, 16 Jun 2012 19:56:25 -0000
Kommentar löschenIn dem essayistischen Film kritisiert Godard, der selbst als flüsternder Voice-Over-Erzähler agiert, die Konsumgesellschaft der 60er, die Amerikanisierung Frankreichs, den Vietnamkrieg und den Kapitalismus wieder einmal auf schönste Weise. Dabei wird eigentlich keine besonders außergewöhnliche oder komplizierte Geschichte erzählt: Eine verheiratete Frau mit Kind verdient durch Prostitution zusätzliches Geld. Abends ist sie wieder zu Hause. Ein Tag in ihrem Leben. Ein Tag wie jeder andere. In einer Welt, in der das einzelne Individuum inmitten von Politik, Wirtschaft, Materialismus und Unterhaltung längst seinen Wert verloren hat.
Der in soziologischer Hinsicht höchst wertvolle Film wird, wie ich finde, zu Unrecht unterschätzt, zumal er einen großen Einfluss auf Regisseure wie Martin Scorsese und Quentin Tarantino hatte und filmtechnisch/stilistisch gesehen einer der besten Filme des 20. Jahrhunderts sein dürfte. Schon allein diese Szene ist Gold wert:
http://www.youtube.com/watch?v=oviB7td-CaU
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franticfury Sat, 16 Jun 2012 20:54:30 -0000
Antwort löschenOh ja, jetzt hab ich erst richtig Lust auf Godard, Außer Atem ist heute endlich mal dran :)