Beginn einer Erfolgsstory Bearbeiten

Veröffentlicht am 08.08.2008, 08:28

Erfolg in den USA sicherte dem deutschen Film wieder Aufmerksamkeit.

Moritz Bleibtreu und Franke Potente in Lola rennt Moritz Bleibtreu und Franke Potente in Lola rennt © X Filmverleih

Sie rennt und rennt und rennt. Ganze dreimal versucht Lola (Franka Potente) ihren Manni (Moritz Bleibtreu) aus seiner verzwickten Lage zu befreien. Er hat eine Plastetüte voller Geld in der U-Bahn vergessen; sein Boss will in 20 Minuten die Kohle, komme, was da wolle. Also läuft Lola für das Leben ihres Manni durch Berlin, mit roten Haaren und grüner Hose, mit Doc Martens und Tattoos und mit unterschiedlichem Erfolg. Es war ein Film über den Zufall. Was wäre wenn … und Millionen Zuschauer spielten dieses Spiel mit, weil der Film ganz Zeitgeist war: Technobeats zum Dauerlauf, rasanter Schnitt und Comicsplitter eingebaut, Berlin als coolsten Ort der Welt. Selten hat das deutsche Kino solch formale Experimentierfreude gesehen und einen derart langen Werbespot für eine Stadt.

Lola rennt von Tom Tykwer war der Beginn einer neuen Ära im deutschen Film. 1998 galt der nämlich nicht viel, weder im In- noch im Ausland. Aber der beachtliche Erfolg von Lola rennt – 2,2 Millionen Besucher im eigenen Land, 5,7 Millionen Dollar Einspielergebnis in den USA und Erfolgsmeldungen aus zahlreichen anderen Ländern – änderte das. Die X Filme Creative Pool GmbH, die der Produzent Stefan Arndt und die Regisseure Tom Tykwer, Dani Levy und Wolfgang Becker im Dezember 1994 gründet hatten, stieg zur kreativsten deutschen Filmschmiede auf, aus der solche Kassenerfolge wie Das Leben ist eine Baustelle, Absolute Giganten oder Goodbye, Lenin! und Alles auf Zucker kamen.

Auf einmal war der deutsche Film wieder was, spülte neben Aufmerksamkeit auf Festivals und bei Kritikern auch wieder Geld in die Kassen. Lola ist mittlerweile zur Pop-Ikone geworden, sicherte Franka Potente die Eintrittskarte nach Hollywood. Tom Tykwer dreht inzwischen auch mit amerikanischen Stars, sein neuester Film The International ist gar eine Hollywood-Produktion. Und im Fahrwasser der Erfolge gelang es auch anderen, sich mit ihren Ideen in der weltgrößten Filmmetropole Gehör zu verschaffen. Nach Roland Emmerich und Wolfgang Petersen ist eine neue Generation deutscher Filmemacher in Hollywood eingezogen: Robert Schwentke, Marco Kreuzpaintner oder Mennan Yapo. Weiter so!

Bleibt zu hoffen, das es auch in Zukunft gute deutsche Filme gibt: Wie bei Lola auch ist es nämlich ein ständiges Auf und Ab …


Ines Walk (Ines Walk)

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Batzman

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Und wenn man ganz ehrlich ist, muss man sich auch fragen: Was kam nach Lola wirklich spannendes? Good Bye, Lenin, war okay. Der Untergang war ziemlich grauenhaft und Das Leben der Anderen wird ja doch reichlich überschätzt. Aber vor allem: Die formale Experimentierfreude, die Lola auch heute noch von anderen Filmen abhebt, ist seitdem wieder ziemlich eingeschlafen. Auch wenn deutsche Filme geleckter und teurer aussehen, optisch und formal hauen sie einen ja in den seltensten Fällen um.

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