Meine glorreichen Sieben

7 Filmschießereien, die Peter nie vergessen wird

Sieben Filmschießereien, die ich nie vergessen werde
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Sieben Filmschießereien, die ich nie vergessen werde

Auf der Leinwand stirbt täglich eine zigfach größere Anzahl Menschen eines unnatürlichen Todes als im echten Leben in einem ganzen Jahr – und das ist auch gut so! Denn was wären Kino und TV ohne dicke Wummen und coole Typen, die damit umzugehen wissen? Die Schießerei ist aus einem ordentlichen Action-, Gangster- oder Westernfilm nicht wegzudenken. Im Gegenteil, oft bildet sie seinen epischen Höhepunkt. Das ist auch den Regisseuren bewusst und so versuchen sie, dem geneigten Publikum immer kreativere oder materialintensivere Schießereien zu bieten. Um diesen Aufwand zu honorieren, ist es Zeit unsere beliebte Rubrik Meine glorreichen Sieben den Filmschießereien zu widmen.

7 Filmschießereien, die Peter nie vergessen wird (8 Bilder)

Desperado – Schießen ist wie Tango tanzen
Robert Rodriguez kann getrost als Spezialist für ungewöhnliche Filmschießereien bezeichnet werden. Armbrust gegen Vampir in From Dusk Till Dawn, eine Sexbombe mit Maschinengewehrbein in Planet Terror oder ein Pfarrer, der inmitten seiner Kirche eine ganze Gangsterbande niederschießt in Machete. Warum ich die Kneipenschießerei aus Desperado gewählt habe? Antonio Banderas tanzt den Shootout wie einen Tango. Wenn er, über den Tresen tänzelnd, Bösewichte in No-Look-Manier und mit Pistole hinter dem Rücken erschießt, dann ist das pure Ästhetik. Hinzu kommt das wunderbare Ende der Schießerei, bei dem sowohl dem Mariachi als auch dem letzten Schurken im entscheidenden Moment die Patronen ausgehen. Nach mehreren Versuchen mit herumliegenden Waffen, die sich ebenfalls alle als leer geschossen erweisen, erbarmt sich der Desperado und bricht seinem Widersacher ganz klassisch mit bloßen Händen das Genick.

Terminator – Gemetzel auf die gemächliche Tour
Es wäre nicht zu veranworten, wenn in einer solchen Liste Arnold Schwarzenegger als Terminator fehlen würde. Nachdem er in einer Polizeistation abgewiesen wird, verabschiedet er sich mit den Worten ’I’ll be back’. Und wie er zurückkommt! Erst rast er mit dem Auto in den Eingangsbereich, dann schlendert er gemächlich durch die Gänge und schießt mit zwei massiven Maschinenpistolen die gesamte Polizeistation kurz und klein. In der Szene zeigt sich auch wie praktisch es ist, ein Cyborg zu sein. Für den Polizeiwachtmeister, der ihm eine Maschinengewehrsalve in den Rücken ballert, hat der Terminator bestenfalls ein müdes Lächeln übrig, bevor er sich zum Zurückschießen umdreht.

Der blutige Pfad Gottes – Schießerei lebhaft nacherzählt
Der exzellente, aber vollkommen wahnsinnige Cop Paul Smecker, gespielt von Willem Dafoe, rekonstruiert eine Schießerei in einem Vorort von Boston. Unterlegt mit klassischer Musik steigert er sich brüllend und schwitzend in die bereits vergangenen Ereignisse hinein, die von Regisseur Troy Duffy – eine geniale Idee – zeitgleich zu Willem Dafoes Ausbrüchen insziniert werden. Dabei liegt der Cop mit seiner Version teilweise auch leicht daneben. Was er für das Werk von sechs Schützen hielt, war in Wirklichkeit die Leistung eines Mannes mit sechs Pistolen: des gefürchteten Killers Il Duce.

Spiel mir das Lied vom Tod – Ein poetischer Shootout
Eigentlich bedarf diese Szene keiner Beschreibung und ihre Aufnahme in meine glorreichen Sieben keiner Rechtfertigung. Der epische Soundtrack von Ennio Morricone im Hintergrund, die sorgsamen Kamerafahrten des Regiegroßmeisters Sergio Leone und die Nahaufnahmen auf die zusammengekniffen Augen von Charles Bronson alias Mundharmonika sowie die beinahe unschuldigen blauen Augen des brutalen Schurken Frank, verkörpert von Henry Fonda. Dieser Shootout ist reine Poesie und zurecht fester Bestandteil der Filmgeschichte.

Matrix – Limbo und Akrobatik
Dass es durchaus von Vorteil ist, eine Schießerei in einer Scheinwelt auszutragen, in der Zeit und Raum dehnbare Begriffe sind, beweisen Neo und Trinity. Schon im Untergeschoss des Hauses, in dem Morpheus gefangen gehalten wird, bieten sie dem schwer bewaffneten Sicherheitspersonal eine akrobatische Show. Schießen und gleichzeitig Salto machen oder Räder schlägen gibt es wohl sonst nur im chinesischne Staatszirkus. Einfach legendär ist dann die Szene auf dem Dach. Erst weicht der Bösewicht Agent Smith Neos Schüssen geschickt aus. Doch Neo ist eleganter: Unter dem Kugelhagel des Schurken taucht er durch wie ein jamaikanischer Limbotänzer.

Pulp Fiction – Die schützende Hand Gottes
Wenn ein Protagonist durch eine Schießerei zu Gott findet, dann muss sie etwas Besonderes gewesen sein. Jules alias Samuel L. Jackson hatte gerade seinen flammenden Monolog über Big Kahuna Burger und die Heimsuchungen Gottes beendet, als ein Mann aus dem Badezimmer stürzt und sein ganzes Magazin auf ihn und seine Partner Vincent Vega alias John Travolta leer schießt. Dass er mit keinem Schuss trifft, bezahlt er selbstredend mit seinem Leben. Doch die Verwunderung über die katastrophalen Fehlschüsse ist groß. Und Jules weiß die Erklärung: Gott ist vom Himmel hinabgestiegen und hat die Patronen höchstpersönlich abgelenkt.

Scarface – You’re fucking with the best
Die Chancen sind in dieser Schießerei unter der Regie von Brian de Palma wirklich extrem ungleich verteilt. Auf der einen Seite haben wir Al Pacino alias Tony ‘Scarface’ Montana, auf der anderen Seite eine ganze Gangsterarmee im Sold der kolumbianischen Drogenmafia. Gut, für Tony Montana spricht, dass ihm eine M-16 mit eingebautem Granatwerfer zur Verfügung steht – gegen ihn, dass er sich kurz vor dem Angriff bis Oberkante Unterlippe vollgekokst hat. Seinem ohnehin großen Selbstbewusstsein hat das allerdings nicht geschadet. Seine letzten Worte bevor er im Kugelhagel untergeht: You fuck with me, you’re fucking with the best!’

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich meine Auswahl in keine wertende Reihenfolge gebracht habe. Und da mir bewusst ist, dass die Rubrik diesmal auch Meine glorreichen 50 hätte heißen können, liegt es nun an euch: Welche Filmschießerei werdet ihr niemals vergessen?

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