Der Untergang

Adolf Hitler rügt diktatorische Zensur von Constantin Film

21.04.2010 - 11:10 Uhr
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Bruno Ganz in Der Untergang
© Constantin Film
Bruno Ganz in Der Untergang
In Der Untergang legte Bruno Ganz mit seinem Tobsuchtsanfall als Hitler eine Glanzleistung hin. Die Szene gehörte eine ganze Weile zu den meistgesehensten Videos auf YouTube – jedoch mit parodistischen Untertiteln. Nun verschwinden diese Videos rapide aus dem Netz.

Die Szene, in der Adolf Hitler einen Tobsuchtsanfall bekommt, ist wohl jedem Zuschauer, der Der Untergang gesehen hat, in Erinnerung geblieben. Aber viele Leute kennen diese Szene nur aus den Parodien, die in den letzten Monaten vermehrt im Internet und vor allem auf dem Video-Portal YouTube kursierten. Diese Videos sind zumeist mit englischen Untertiteln versehen und legen dem erbosten Hitler ganz neue Worte in den Mund.

Hitler, den die Parkplatzsituation in Tel Aviv zur Weißglut treibt. Hitler, der ausrastet, weil er im Kinderbuch Wo ist Walter? den Walter nicht finden kann. Hitler mit Schaum vor dem Mund und verärgert über die Fehler des iPads. Die meisten dieser Videos sind bereits aus dem Netz verschwunden. Auch wenn immer wieder neue Parodien auftauchen, so hat die Anzahl dieser Videos in den letzten Wochen rapide abgenommen. Einige der erfolgreichsten Videos, mit über mehreren Millionen Klicks, wurden bereits vom Betreiber YouTube gesperrt. „Dieses Video enthält Content von Constantin Film. Dieser Partner hat das Video aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt.“ – Constantin Film, der Produzent von Der Untergang, hat den Hitler-Parodien also einen Riegel vorgeschoben.

Der Vorstand der Constantin Film AG, Martin Moszkowicz, erklärt, dass der Filmverleiher und -produzent schon von jeher gegen Urheberrechtsverletzungen an seinen Inhalten vorgeht. Die Löschung sei natürlich keine Wertung, ob eine Parodie gelungen oder nicht gelungen ist. Doch wieso sieht Constantin Film erst jetzt seine Urheberrechte verletzt?

Noch vor kurzem hatte Regisseur von Der Untergang, Oliver Hirschbiegel, erklärt, dass ihm die Parodien seines Filmes durchaus gefallen. Er selbst schickt oft neue Version via E-mail an Freunde und hat bereits 150 unterschiedlichste Interpretationen gesehen. „Als Regisseur kann man kein schöneres Kompliment bekommen.“ ließ er verlauten und verriet sogleich, dass seine liebste Version die sei, in der Hitler erfährt, dass Billy Elliot am Broadway ausverkauft ist.

Laut dem Vorstand von Constantin Film würden aber Viele die Löschung der Videos befürworten. „Zuschauer, die den Film gesehen haben, urteilen da oft anders als jene, die nur die Parodie kennen. Sie wissen, dass es in dieser Szene um Entscheidungen geht, die für Millionen von Menschen den Tod bedeutet haben.“

Auf YouTube gibt es nun bereits die ersten Parodien, in denen Hitler bei Constantin Film anruft und dem Verleiher die Leviten liest. Leider können wir das Video nicht einbetten, aber hier rügt Adolf Hitler die Constantin.

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