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Alles Shiny? Von Firefly und dem vorzeitigen Ende

Beeblebrox (Matthias Hopf), Veröffentlicht am 23.07.2012, 08:50

Wer kennt es nicht. Einmal damit angefangen, kann man nicht mehr davon ablassen – und ich rede hier nicht vom Rauchen. Stattdessen steht die Sucht nach Serien auf dem Plan und was passiert, wenn man mitten in der Handlung fallen gelassen wird.

Firefly Firefly © FOX

Im ersten Text der Aktion Lieblingsserie hat euch letzte Woche Lord C seinen Lieblingscliffhanger vorgestellt. Auch ich habe mir vorzeitig meine Gedanken über diese neue Rubrik und ein Thema, das ich darin ansprechen möchte, gemacht. Das finale Ergebnis ist letzten Endes ein Text über Firefly ‒ Aufbruch der Serenity von Joss Whedon und dem fatalen und vorzeitig durch die Quoten bedingten Ende dieser einmaligen Serie.

Obwohl ich mich selbst nicht zu den Serienfreaks dieser Welt zähle, gibt es hin und wieder Formate, die mich absolut begeistern. Wenn man sich erst einmal in die Figurenkonstellation und den Mikrokosmos einer solchen Serie eingefunden hat, fällt es schwer, sich wieder davon loszureißen. Dieser Fall trat bei mir mit der ersten Episode von Firefly – Aufbruch der Serenity ein. Ganz grob lässt sich Joss Whedons Werk als Genremix aus Science-Fiction- und Western-Elementen beschreiben. Genauer betrachtet entdeckt man aber noch einiges mehr: Neben dem bereits erwähnten Genre-Crossover finden sich Elemente asiatischer Kultur sowie mannigfaltige popkulturelle Referenzen wieder. Joss Whedon kreiert ein facettenreiches Universum, das sich auf den ersten Blick in der Tradition von Star Wars und Star Trek zu bewegen scheint. Letzten Endes ist Firefly – Aufbruch der Serenity aber doch ein sehr eigenständiges und eigensinniges Kaliber an Serie.

Was hebt Firefly – Aufbruch der Serenity vom Mainstream ab? Zuerst einmal sei hier die unkonventionelle Herangehensweise genannt. Joss Whedon bedient sich bei Szenen, die im Weltraum spielen, einer unfokussierten und leicht verwackelten Kameratechnik wie sie unter anderen auch schon in Battlestar Galactica zu sehen war. Entgegengesetzt sämtlicher Science-Fiction-Serien und Filme verzichtet Joss Whedon zudem komplett auf Maschinen und andere Hintergrundgeräusche, sobald die Kameraperspektive im Weltall zu Außenaufnahmen wechselt. Was sich als besonderes und faszinierende Stilmittel eingebürgert hat, entspricht eigentlich nur einer realistischen Darstellung, denn im Weltraum fehlt ein Trägermedium für Schall und somit sollte dieser lautlos sein. Die daraus resultierende Atmosphäre lässt die Raumschiffe tatsächlich durch Raum und Zeit schweben und trotz beschränktem Budget müssen keine Abstriche im Hinsicht auf die Glaubwürdigkeit gemacht werden, weil Joss Whedons Konzept auf ganze Linie überzeugt.

Was akustisch ebenfalls heraussticht, ist der Western-geprägte Score von Greg Edmonson. Dieser verleiht eben beschriebenen Szenen eine ganz besondere Note und schlägt den Bogen zu den vorhandenen Western-Elementen. Der vermehrte Einsatz von Akustikgitarren sowie anderer Genre-typischer Instrumente unterstreicht den eigensinnigen Charakter von Firefly – Aufbruch der Serenity und unterstützt zusätzlich die Theorie, dass der Science-Fiction-Film die zeitgemäße Weiterentwicklung des Western-Genres ist. Ähnliche Elemente lassen sich sowohl in der einen wie auch der anderen Gattung wiederfinden und Joss Whedon beweist, dass sie sich gegenseitig nicht ausschließen, sondern sogar im Gegenteil ergänzend aufeinander einwirken können. Dass dadurch auch ein gewisse Note Trash unvermeidbar ist, muss wohl als Kollateralschaden hingenommen werden. Aber selbst hierfür ist Firefly – Aufbruch der Serenity ein Plädoyer, denn Joss Whedon verwendet gerne auch Ironie als Stilmittel und vermeidet eine todernste Sichtweise der Dinge im All. Und ich meine, was wären Referenzformate wie Krieg der Sterne oder Raumschiff Enterprise ohne ihren trashigen Charme?

Alles Shiny? Von Firefly und dem vorzeitigen Ende (10 Bilder)

Der eigentliche Kern von Fierfly – Aufbruch der Serenity stellt die Besatzung des Transporters Serenity dar. Für mich steht und fällt eine Serie mit ihren handelnden Hauptfiguren. Doch Joss Whedons Crew hat mich sofort überzeugt. Egal, ob sich Captain Reynolds (Nathan Fillion) seine eigenen Schwächen nicht eingestehen möchte, Pilot Wash (Alan Tudyk) die Serenity wie ein Blatt im Wind landet oder Söldner Jayne (Adam Baldwin) seinen eigenen Codex verfolgt. Selbst an starken Frauenfiguren fehlt es der Besatzung nicht. Zu diesen gehört unter anderem Schiffsmechanikerin Kylee (Jewel Staite) und die schlagkräftige Zoë (Gina Torres), die auch schon im Verteidigungskrieg an der Seite von Captain Reynolds gekämpft hat. Die gesamte Besatzung der Serenity ist mir folglich sehr ans Herz gewachsen und hat somit das Suchtpotential der Serie ungemein gefördert.

Dann kam der fatale Bruch. Obwohl mir von Anfang an klar war, dass nur eine Staffel von Firefly – Aufbruch der Serenity existiert, war es trotzdem ein mulmiges Gefühl, zu wissen, dass nach der spannenden 14. Folge Objects in Space der Abspann gnadenlos über den Bildschirm rollen würde und ich danach nicht mehr die Möglichkeit haben werde, via Fernbedienung auf die Auswahlmöglichkeit Nächste Folge zu klicken. Wie konnte Fox nur eine solch kreative und einmalige Serie aufgrund ihrer nicht vorhandenen Massentauglichkeit absetzten? Die traurige Antwort auf diese Frage kennt vermutlich mittlerweile jeder Fan und selbst Urknallexperte Sheldon sah sich gezwungen, den Abbruch der Serie bettelnd zu verhindern – leider ohne Erfolg. Den einzigen Lichtblick stellt der später nachgereichte Kinofilm Serenity – Flucht in neue Welten dar. Nachdem das Studio eingesehen hatte, dass eine starke Fanbase vorhanden ist und Joss Whedons Ideen weiteres Potential besitzen, konnte das Firefly-Mastermind seine Visionen in der kongenialen Kinoadaption vollenden.

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karma-karman

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Es gibt ja noch die Comics... :) Und für Rollenspieler auch noch das Firefly-Larp... Hell Yeah! :D

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Merkenau

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Ich habe diese Woche meiner Freundin Firefly gezeigt. Hätte sie es nicht gemocht, wäre das ein Trennungsgrund gewesen...

Natürlich liebt sie es.

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>MARVEL<

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Gute Freundin!


Copper

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Alle, die so wie ich in Kylee verliebt waren heben die Hand!

Sie hat einfach die ganze Zeit nur gestralt...

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ProsperDune

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Ich fang gleich an zu weinen... Aber ehrlich, das war das beste, was ich je auf dem Bildschirm gesehen habe. Die Serie geht mir mindestens so sehr zu Herzen wie Nathan Fillion selbst.
Ich übertreibe, ich weine ja nicht. Doch feststeht: Ich war noch nie glücklicher, als ich "Firefly" und "Serenity" gesehen habe.

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Endzeit

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Ich hoffe ja, dass Whedon dank "Avengers" einen riesigen Haufen Kohle für alles bekommt was er machen will, und "Firefly" muss einfach dabei sein.

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Copper

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Das war auch sofort mein Gedanke, als ich den Artikel gelesen habe :-D


Luinaear

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"Take me out to the black
Tell them I ain't coming back
Burn the land, boil the sea,
You can't take the sky from me"

Soll ich jetzt eigentlich täglich einen Ohrwurm bekommen?^^

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finale.dahoam.1

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Immer höre/lese ich das diese Serie super sein soll... Ich habe sie immer noch nicht gesehen, aber bei ca. 13€ über amazon sollte NEIN MUSS ich einfach noch Mal überlegen......

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>MARVEL<

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Die Serie IST super. Leider bricht sie quasi einfach ab. Kauf dir also unbedingt auch den Film Serenity dazu. Da werden zumindest ein paar der Handlungsstränge zu Ende erzählt.


karma-karman

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"Serenity" ist super, aber zieht mehr oder weniger auch einen Schlussstrich... :(

Immerhin gibt es "Firefly"-Comics, die nach der Serie ansetzen und vor dem Film spielen. Glücklicherweise. Warum, das wissen alle, die den Film gesehen haben, ich will schließlich nichts spoilern.


custin

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Eine tolle Staffel.
Mir ging es ähnlich nach der letzten Folge. Viele Fragen, zu wenige Antworten. Aber der Whedon Humor wie man ihn schon aus den guten Buffy Folgen kannte, funktioniert auch hier.

Die Serie zeigt wie Western und Scifi harmonieren können. Das ist ja leider bei Cowboys vs Aliens nicht so gut gelungen. Schlüssel, aus meiner Sicht, der fehlende gut platzierte trockene Humor.

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kasem

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Eine Serie um die ich wirklich trauere. Ich hatte immer heimlich gehofft das es doch noch mal weiter geht....*schnüff*

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the gaffer

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Schöner Text, der meine Vorfreude auf die Serie weiter in die Höhe treibt.

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Beeblebrox

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Und die Vorfreude ist berechtigt!


Eigenbrötler

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Shiny!
Wirklich schade, dass "Firefly" so ein abruptes Ende gefunden hatte. Aber so ist es vielleicht besser, als wenn die Serie irgendwann Staffel um Staffel dahingesiecht wäre...

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Eigenbrötler

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Ja. Lieber ein Ende auf dem Höhepunkt, mit vielen offenen Fragen, als ein ausgelutschtes Ende.


>MARVEL<

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Aber das ist ja der Punkt, weder war die Serie auf ihrem Höhepunkt, noch haben wir ein richtiges Ende... die Serie hört einfach auf.