The Origins of Monstrosity

American Horror Story - Staffel 2, Folge 6

Mädchentratsch mal anders
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Mädchentratsch mal anders

Nachdem in der letzten Episode bereits die Identität vom Serienkiller Bloody Face gelüftet wurde, erhalten wir heute Einblick in die Psyche von dem ach so hilfsbereiten und gutmütigen Dr. Oliver Thredsen (Zachary Quinto). Die sechste Folge von American Horror Story Asylum mit dem Titel The Origins of Monstrosity liefert uns aber auch noch andere Ursachen für die schwarzen Seelen der Protagonisten. So blitzen in Dr. Arthur Ardens (James Cromwell) Augen fast schon Verletzlichkeit und Schmerz auf, als er von seiner dunklen Vergangenheit erzählt. Außerdem werden wir Zeuge, wie durch ein scheinbar harmloses Gespräch die böse Seite eines (un)schuldigen Mädchens endgültig zum Leben erweckt wird. Auch weiterhin scheint der zweiten Staffel der kultigen Horrorserie weder die Ideen noch die Puste auszugehen.

Was passiert: Für eine Geisel bei einem Serienkiller scheint es Lana (Sarah Paulson) doch recht komfortabel zu ergehen. Während sie in ihrem Kuschelbett aus dem Schlaf erwacht und zu ihrer Linken und Rechten Fotos ihrer Liebsten betrachten kann, zaubert der zuvorkommende Dr. Thredsen aka Bloody Face ein köstliches Frühstück und verrät ihr ganz nebenbei ein grundlegendes Geheimnis: Can I tell you a secret? Nutmeg makes all the difference in the world. Tja, wo der irre Serienkiller recht hat, da hat er nun mal recht! Bei so einem gemütlichen Kaffeekränzchen lassen die ersten Gefühlsoffenbarungen natürlich auch nicht lange auf sich warten. Wie wir von Dr. Schnibbelt-Frauen-die-Haut-ab-und-trägt-sie-als-Maske-Thredsen erfahren, wurde er in frühester Kindheit von seiner Mutter verlassen und verlebte seither einsame Jahre, in denen er nie richtig geliebt wurde. Da machte es augenblicklich ‘klick’: Die getöteten Frauen waren also nur Mittel zum Zweck der Kompensation eines ungelösten Ödipuskomplexes, an dem selbst Freud sich die Zähne ausgebissen hätte. Thredsens Opfer wollten oder konnten die Lücke in seinem Herzen jedoch nicht füllen, und so mussten sie Haut lassen. Doch bei Lana soll nun alles anders sein, denn sie ist the one, seine einzig wahre Mutter, die er auch sogleich als solche bezeichnet. Nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch und anschließenden Wutausbruch von Bloody Boy, begreift Mommy jedoch, dass es nur einen Ausweg aus ihrer Misere geben kann: mitspielen. So dauert es auch nur wenige Augenblicke nach ihrem zärtlich (verheult) gehauchtem It’s okay, Baby., bis sich der kuschelbedürftige Oliver tränenüberströmt Muttis Brust zuwendet. Verstörend? Herzzerreißend? Unheimlich? Belustigend? Ja, irgendwie etwas von allem.

Derweil gibt es in Briarcliff Manor ganz andere Probleme. Schwester Jude (Jessica Lange) ist mit einer Mutter zugange, die ihre eigene Tochter fürchtet und sie deshalb einweisen lassen möchte. Der Antrag wird abgelehnt, denn immerhin befinden wir uns in einer Irrenanstalt und nicht in einem Kindergarten. Und die kleine Jenny ist doch einfach nur unheimlich niedlich und könnte keiner Fliege Schaden zufügen, richtig? Am Ende der Folge werden wir eines Besseren belehrt, als plötzlich ein Messer im Rücken der Mutter steckt. Hat etwa das Gespräch mit Schwester Mary Eunice (Lily Rabe) die schwarze Katze aus dem Sack gelassen? Die teuflische Ader der einst so prüden und unschuldigen Nonne nimmt immer öfter die Zügel in die Hand. Als Schwester Jude durch ihren Privatdetektiv endlich die Möglichkeit hat, Dr. Arden seiner grausamen Vergangenheit zu überführen, hat sich Schwester Mary Eunice dem Schnüffler längst schon mit einer Glasscherbe im Hals entledigt. Jegliche Beweise waren natürlich ebenfalls verschwunden, als Oberschwester Jude am Tatort auftaucht. Pech für sie, Glück für Arden: Er ist aus dem Schneider und kann seinen grausamen Experimenten auch in Zukunft weiter in Briarcliff nachgehen.

Monsigneur Timothy Howard (Joseph Fiennes) gingen die ewigen Anschuldigungen von Schwester Jude gegen den Doktor jedoch zu weit. Zu ihrem doppelten Pech wird sie von ihren Pflichten in Briarcliff enthoben und an eine andere Stelle versetzt. Doch auch wenn Msgr. Howard mit diesem Vorgehen Arden in die Hände spielt, kann sich der Nazi-Doc den vollen Segen von Howard nicht mehr gewiss sein. Denn dieser wurde im städtischen Krankenhaus erstmals Zeuge des Resultates von Ardens Menschen unwürdigen Experimenten, als er der misshandelten und entstellten Shelley (voller Gnade?) den Lebenshauch entriss. Als Arden und Howard sich vor zwei Jahren kennen lernten, schlossen sie zwar einen Pakt, die Forschungen des Doktors in den Mantel des Schweigens zu hüllen, jedoch war sich Howard der Ausmaße dieser Experimente nicht bewusst. Zu gern würde er jetzt die Machenschaften Ardens aufdecken, doch dieser will seine Forschungen am Atomkrieg überlebenden Übermenschen (wtf?) zu gerne fortsetzen und macht ihm mit einer Drohung einen Strich durch die Rechnung.

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