Flops des Jahres 2009
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Wieder waren die Jungsfilme des Kinojahres 2009 die großen Bringer an den weltweiten Kinokassen. Hollywood spezialisiert sich immer mehr aufs Zielgruppen-Kino. Das männliche Publikum läuft in Transformers – Die Rache & Hangover 2, das weibliche in New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde (New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde) & Selbst ist die Braut. Die Paare verabreden sich möglicherweise zu beiden Filmen, um Toleranz fürs andere Geschlecht zu zeigen, aber letztlich ist der jeweils andere nach dem Kinobesuch dann doch entsetzt über den Kinogeschmack seines Partners. Wie viele Beziehungen mögen wohl im Kinojahr 2009 kaputt gegangen sein, wegen großer Lego-Träume, verworrenem Erlöser-Wahn oder der sinnlosen Weltzerstörung?
Der gigantische Lego-Traum aller Jungs
Dass die großen Autobots mittlerweile auf der Erde heimisch geworden sind und gemeinsam mit einer US-Marine-Truppe gegen die bösartigen Decepticons kämpfen, ist eigentlich ein Geheimnis. Allerdings dürfte über die Ausgangslage in Transformers – Die Rache ein jeder Zuschauer schon nach fünf Minuten Film nur den Kopf schütteln, denn der Kampf zwischen den Außerirdischen legt gleich mal die Millionenstadt Shanghai lahm. Das Knallen der Explosionen und die Rauchschwaden sind bis Moskau zu hören bzw. zu sehen. Wieder bietet Michael Bay in seinem Jungsfilm alles auf, was an moderner Kriegsmaschinerie zu haben ist. Es kracht und bummt gewaltig. Ich konnte meine Augen nicht von der Leinwand wenden, wurde regelrecht in den Kinosessel gedrückt. Aber sobald etwas Ruhe einkehrte, kehrten auch meine Gedanken ins Hirn zurück und dann ging das Kopfschütteln los. Insbesondere wenn die wenigen Dialoge gesprochen wurden, fühlte ich mich in einem schlechten C-Movie. Hier wurde in Rauch und Feuer mehr investiert als in die Geschichte, die – ausgeschrieben – auf eine Briefmarke passt. Dass Transformers – Die Rache trotzdem bis dato mit 832 Millionen Dollar der erfolgreichste Film des Kinojahr 2009 ist, lässt mich auch nur kopfschüttelt zurück.
Erlösung brachte Terminator 4 nicht
Sehnsüchtig haben Millionen Fans wie auch ich auf eine Fortsetzung von Terminator gewartet. Was wir bekommen haben, war die Reibeisen-Stimme eines sich zu ernst nehmenden Christian Bale, eine verworrene Messias-Handlung und endlose Verfolgungsjagden zu Wasser, Erde und Luft. Auch Terminator: Die Erlösung hatte seine besten Momente in den Actionszenen, wenn Skynet in die Luft geht, wenn Terminatoren in verschiedenen Ausführungen das übriggebliebene Häuflein von Menschen bekämpfen. Hier ist das Franchise dynamisch und kurzweilig. Aber sobald der Zuschauer über die Zeitebenen nachdenkt, beißt sich die Geschichte in den Schwanz und verkommt zur reinen Seifenoper ohne tiefen Gehalt. Da rettet der Sohn den Vater, um diesen in die Vergangenheit zu schicken, damit er überhaupt gezeugt werden kann. Schicksal ist also vorbestimmt und wir sind in ihm gefangen, Erlöser einbegriffen, der aber – so will es der Fortsetzungswahn von Hollywood – dann doch keine Erlösung bringt. Vielleicht hätte Regisseur McG nicht in die Zukunft schauen, sondern dort bleiben sollen, wo die Terminator-Filme schon immer die besten waren: in unserer Gegenwart.
Spaß am Weltuntergang mit viel Schwachsinn
Es ist wunderbar vorsehbar: In einem Roland Emmerich-Film ist auch Roland Emmerich drin. Wenn er also einen neuen Weltuntergang heraufbeschwört, bekommen wir Zuschauer genau diesen. Keine komplizierte Handlung vernebelt uns das Hirn, keine tieferen Charakterzeichnungen lenken vom eigentlichen – der Zerstörung – ab. Insofern ist 2012 der überraschungsfreieste Film des Kinojahres 2009 und zugleich einer voller Überraschungen, denn wie Roland Emmerich den Weltuntergang zelebriert sucht seinesgleichen. McG oder Michael Bay wirken wie junge Hasen gegenüber dem Schwaben, der in der Übertreibung sein Heil sucht und findet, in der Hirnlosigkeit der Geschichte allerdings auch.
Versteht mich nicht falsch: Die Filme sind gute Unterhaltung, bieten Kino in seiner reinsten kinetischen Form. Aber sie haben ein großes Problem. Die großen Blockbuster des Kinojahres 2009 konnten wenig anfangen mit den Menschen. Sie wirkten so klein, so nichtssagend, sie sind nur Statisten, wurden von all den Maschinen und der Zerstörungswucht an die Wand gespielt. Die Erde wird natürlich wieder einmal gerettet, die Menschheit obsiegt, aber der Verstand ist uns dabei abhanden gekommen.
Ines Walk (Ines Walk) 2009/12/31 09:00:00
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Kommentare
über An der Kasse Top, aber im Kopf ein großer Flop
Kommentar schreibenWeltensegler 2009/12/31 12:44:26
Kommentar löschen"Die großen Blockbuster des Kinojahres 2009 konnten wenig anfangen mit den Menschen. Sie wirkten so klein, so nichtssagend, sie sind nur Statisten, wurden von all den Maschinen und der Zerstörungswucht an die Wand gespielt. Die Erde wird natürlich wieder einmal gerettet, die Menschheit obsiegt, aber der Verstand ist uns dabei abhanden gekommen."
Besser kann man es nicht ausdrücken! Leider DER Trend, besser wird's in Zukunft wohl eher nicht werden. Ich find's traurig, da drückt man gewissen Emmerichs und Bays 3-stellige Millionenbeträge in die Hand, die dann fast gänzlich für die Effekte draufgehen. Finde, es wäre besser, sich die wirklich guten Filme, die das Licht der Kinoleinwand nicht erblicken, auf DVD zu holen.
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Tytus 2009/12/31 13:23:48
Antwort löschenIch frage mich immer noch wieso die Filme so teuer waren, haben die bei denn Dreharbeiten nur Kaviar und Champagner bekommen ;)
Die Gehälter der Schauspieler waren bestimmt nicht so hoch.
Ich kann irgendwie nicht glauben das da alles in die Effekte gesteckt wurde, so toll waren die auch nicht und CGI wird auch aufgrund steigender Rechner Geschwindigkeit immer Billiger.
Beeindruckend war da doch District 9, tolle -effekte und dann so billig?
MasterTNQ 2010/01/02 00:15:56
Antwort löschenNaja, die Effekte sind ja nicht nur so teuer wegen der Rechner, sondern auch wegen der Arbeitskräfte. Was da an Arbeitszeit reingesteckt wird, will ich mir gar nicht ausmalen. Und was an Geld reingesteckt wird, auch nicht.
Tytus 2010/01/02 13:24:49
Antwort löschenJa natürlich, aber die Rechenzeit ist schon ein Kostenfaktor.
Sheeeeep 2009/12/31 12:49:24
Kommentar löschenVon Terminator (übrigens der vierte Ines ;) ) war ich am meisten enttäuscht. Von den andern zwei Filmen war ja nicht mehr zu erwarten aber beim neuen Maschinenfilm hätte ich doch eine durchdachtere Story erwartet.
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Jason Bourne 2010/01/01 13:07:32
Kommentar löschenIch habe 2012 und Terminator 4 gesehen.Transformers nicht weil der1 schon voll Dämmlich war.Aber bei den andern beiden kann ich dir nur teilweise zustimmen.Ich bin mit einer gewissen Erwartung ins Kino gegangen und die wurde beide male voll erfüllt.Bei 2012 wollte ich mich von den Bildern im Kino einfach nur berieseln lassen.Die Handlung an sich war mir da egal.Bilder waren wichtiger.Natürlich war das Ende dann aber mehr Emmerich kitsch als je zuvor und mich auch den Kopf Schüteln lassen.Aber soll ich den ganzen Film vom vom Ende abhängig machen?.Nein den 2012 ist Trotzdem ein Kinoerlebnis das dich staunen läst und in der die Logische Tiefe Handlung keinen platz hat.Bei Terminator 4 ist die Handlung eigentlich nicht so schlecht aber trotzdem weit hergeholt das aber wie in jedem Terminator Film.Ich meine wie oft kann man noch einen Terminator durch die Zeit schicken um John Conner zu beschützen.Terminator 4 will eine neue sichtweise auf die Saga bringen.Aber der Film lebt nur von Action und Bildern wie erwart
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Ich habe keinen der drei gesehen - aber es überrascht mich nicht, dass sie hier auf dieser Liste stehen. Verpasst habe ich da offensichtlich nichts...
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