Blade Runner Nr. 3 - ARD zeigt Final-Cut-VersionBearbeiten

Veröffentlicht am 06.08.2009, 12:00

Blade Runner geht in die dritte Runde. Nach der Originalfassung und der veröffentlichten Director’s Cut hat es Ridley Scott endlich geschafft: Die final geschnittene Version von Blade Runner soll den Schlussakkord setzen.

Blade Runner Blade Runner © Warner Home Video - DVD

Viele Wege führen nach Rom, sagt ein Sprichwort. Doch im Falle von Regisseur Ridley Scott und seinem scheinbar auf Ewigkeit unvollendetem Meisterwerk Blade Runner war der Weg einfach nur steinig und lang. Ganze 25 Jahre hat es gebraucht, bis sein Lieblingsprojekt endlich die finalen und gewünschten Formen annehmen durfte. Heute Abend wird diese Version auf der ARD erstmals im deutschen Free-TV ausgestrahlt.

Dazwischen lag ein langer Kampf, der schon 1982 mit Beginn der Dreharbeiten zu eskalieren drohte. Die ursprüngliche Produktionsfirma ging bankrott und musste aussteigen. Daraufhin stieg der Milliardär und Medienmogul Jerry Peren­chio als Geldgeber ein und sicherte sich die Rechte an der Fernseh- und Videoauswertung. Damit aber nicht genug. Laut einer Vertragsklausel sollten im Falle einer Budgetüberziehung alle Rechte an dem Film in die Hände von Jerry Perenchio fallen. Der Rest der Geschichte entbehrte nichts an Soap-Dramatik: Im kreativen Produktionschaos überzog Ridley Scott den Drehplan und das festgelegte Budget. Die Spannungen zwischen Regisseur, Produktion und Filmcrew konnten bis zum Drehende nicht mehr abgelegt werden. Vielmehr zeigte sich Jerry Perenchio nach Testvorführungen der Rohfassung beunruhigt und bekam Muffensausen. Der Produzent setzte sich über Ridley Scott hinweg und nahm Änderungen am Film vor. Zum Entsetzen des Regisseurs wurden Szenen rausgeschnitten, das Ende verändert und zum Verständnis der Geschichte Voice-over-Kommentare von Harrison Ford eingesprochen.

Der Film erwies sich zwar als Kino–Flop, gewann aber dank der neuen VHS-Technologie schnell eine große Fan-Gemeinde. Im Jahre 1992 erschien aufgrund der großen Nachfrage die Director’s Cut–Version. Darin wurden die Voice-over-Kommentare entfernt, eine zusätzliche Szene eingefügt und das Ende offener gestaltet. Jedoch entsprach diese schnell auf dem Markt geschossene Version immer noch nicht ganz den Vorstellungen vom Blade Runner-Meister Ridley Scott.

Heute Abend dürfen wir nun endlich um 22.45 Uhr in der ARD-Reihe „Sommerkino“ die Lieblingsversion von Ridley Scott als Free-TV-Premiere bestaunen. Die Final-Cut-Version aus dem Jahre 2007 wurde optisch sowie akustisch aufpoliert und digitalisiert. Die Spezialeffekte erstrahlen im neuen Glanz. Und soviel sei den Fans verraten: Die Version enthält einige neue und erweiterte Szenen. Also unbedingt einschalten!

Möge Mr. Scott friedlich und zufrieden mit dieser Version leben.

Wenn Ihr wissen wollt, was sonst noch so auf dem Bildschirm läuft, dann schaut doch in unser Fernsehprogramm.


BenCiu (Benjamin Ciupek)

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dAShEIKO

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...und ich hab kein Fernseher :(
Aber DoM hat die Ultimate ;)

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4LOM

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Eigentlich handelt es sich um Version Nr. 5.

V1: Die amerikanische Kinofassung von 1982.
inkl. Voice-Over
inkl. Happy End
ohne Einhorn

V2: Die internationale Kinofassung von 1982 mit wenigen Sekunden mehr Gewalteinstellungen
inkl. Voice-Over
inkl. Happy End
ohne Einhorn

V3: Die Workprint-Fassung von 1982, die zeitlich vor V1+2 datiert (Sie war bereits 1982 bei Sneak-Previews und Dallas und Denver zu sehen.) aber erst 1990 einem größeren Publikum bekannt wurde, als sie fälschlicherweise bei einem 70mm-Festival in L.A. gezeigt wurde. Geplant war die Aufführung einer 70mm-BlowUp-Kopie der Kinofassung. 1991 wurde dieser 70mm-Print bei einem weiteren Filmfestival in L.A. gezeigt, 35mm-Reduction-Prints waren ebenfalls 1991 in L.A. zu sehen. Die Begeisterung der Fans über diese Fassung führte zum Director's Cut.
inkl. Voice-Over in einer Szene
inkl. weiterer kurzer Szenen und alternativer Einstellungen
inkl. alternativer Musik in einigen Szenen
ohne Happy End
ohne Einhorn

V4: Der Director's Cut von 1992, den Warner Bros. anfertigen ließ, um die neu entfachte Begeisterung für den Film dank der Workprint-Fassung zu nutzen. Ridley Scott war bei der Erstellung dieser Fassung jedoch nicht involviert.
ohne Voice-Over
inkl. Gewaltszenen der internationalen Kinofassung
ohne Happy End
inkl. Einhorn

V5: Der Final Cut von 2007, mit dessen Erstellung unter der Aufsicht von Ridley Scott bereits Anfang dieses Jahrzehnts begonnen wurde, wegen lizenzrechtlicher Probleme die Arbeiten jedoch für einige Jahre auf Eis lagen. Im Grunde wurde der DC in Nuancen verändert, einige Fehler wurden ausgebügelt, die Einhorn-Sequenz anders geschnitten und kurze Szenen eingefügt.
ohne Voice-Over
inkl. Gewaltszenen der internationalen Kinofassung
inkl. weiterer kurzer Szenen (bekannt aus dem Workprint)
inkl. überarbeiteter Szenen (Fehler entfernen)
ohne Happy End
inkl. Einhorn

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4LOM

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V2 (int. Kinofassung) war die Fassung, die bis zum DC die meisten Leute kannten, da diese auch z.B. auf Video und LaserDisc erhältlich war. Auf DVD wurde 1999 erst einmal nur der Director's Cut von 1992 veröffentlicht. Die Qualität der Disc war jedoch mies, da der zweistündige Film auf eine DVD-5 (Single-Layer) gepresst wurde. 2006 gab's eine Neuauflage des Director's Cut mit besserem Bild, aber immer noch ohne Extras. Die internationale Kinofassung (V2) ist derzeit nur innerhalb der "Blade Runner - Ultimate Collector's Edition" mit 5 Discs erhältlich. Alle anderen Fassungen liegen ebenfalls vor, außerdem noch eine sehr ausführliche Dokumentation und eine weitere DVD mit zusätzlichen Featuretten.

Auf Blu-ray gibt es in Deutschland nur die "Final Cut"-Fassung inklusive der Dokumentation. In den USA ist auch die "Ultimate Collector's Edition" mit allen Schnittfassungen auf Blu-ray erhältlich.


alanger

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danke.


Chris1981

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Asche auf mein Haupt, aber ich kenne den Film noch gar nicht!!! Werde ihn mir aber heute Abend aufzeichnen und bei Gelegenheit zu Gemüte führen. Hoffe die in der ARD gezeigte Version taugt dann wenigstens was! ;-)

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BenCiu

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In aller Ausführlichkeit sind es für die eingefleischten Blade Runner Fans natürlich 5 Versionen! 4LOM, Du hast recht! Der Werdegang des Films reicht auf jeden Fall für eine Buchveröffentlichung. Das Thema hat auch heute noch nichts an Aktualität eingebüßt: Sobald die Produktionsgelder knapp werden, leidet zumeist die künstlerische Arbeit. Dieser Konflikt zwischen Regisseur und Produktion läuft aus Sicht der Produzenten haufig nach dem Optimunprinzip, welches nicht zugleich das künstlerische Optimun des Films fördert: Mit minimalen Input den maximalen Ertrag zu erzielen. Aber das ist ne ganz andere Geschichte!

Also vielen Dank für die "kleine" Zusatzinfo! :-)

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nurleben

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Tipp für alle ohne Videorekorder :): onlinetvrecorder.com ;)

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