Oscar 2017

Beste visuelle Effekte - Chancen & Voting

Die Nominierten für die Besten visuellen Effekte
© Studiocanal/Disney/Universal
Die Nominierten für die Besten visuellen Effekte

Blicken wir auf die Nominierten in der Kategorie Beste visuelle Effekte beim Oscar 2017, fällt vor allem eines auf: Disney dominiert das Geschehen. Gleich drei Filme stammen aus der Schmiede der Filmfirma, die 2016 das erfolgreichste Kinojahr ihrer Geschichte hinlegte. Mit Marvel-Superheld Doctor Strange und dem Star Wars-Spin-off Rogue One sind gleich zwei große Franchises vertreten. Die mehr oder weniger reale Realverfilmung The Jungle Book komplettiert das Disney-Trio. Alle drei Filme sind so vollgepackt mit hochwertigen Effekten, sodass eine Nominierung nicht überrascht. Deepwater Horizon hält sich dagegen mit nachträglich eingefügten Effekten zurück, beeindruckt aber dennoch mit einem computergenerierten Modell der titelgebenden Bohrinsel. Mit Kubo - Der tapfere Samurai ist sogar auch ein Animationsfilm, besser gesagt Stop-Motion-Film, vertreten, eine echte Seltenheit in dieser Kategorie.

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Die Rolle des Favoriten ist zwar klar verteilt, aber es kann immer Überraschungen geben und jeder der Kandidaten hat zumindest ein kleine Chance, mit der Trophäe nach Hause zu gehen. Hier stellen wir euch die einzelnen Filme und deren Leistungen im CGI-Bereich vor und ermitteln die Chancen jedes einzelnen Teilnehmers bei den Oscars 2017 in der Kategorie Beste visuelle Effekte.

Deepwater Horizon

In Deepwater Horizon erzählt Peter Berg die wahre Geschichte der gleichnamigen Ölplattform im Golf von Mexiko, auf der es 2010 zur Katastrophe kam. Ein riskantes Bohrmanöver löste eine Explosion aus, die elf Menschen tötete und eine verheerende Kettenreaktion auslöste, woraufhin die Plattform im Meer versank und das austretende Öl das Meer verpestete. Neben Mark Wahlberg ist die Deepwater Horizon selbst einer der Hauptdarsteller. Diese sieht zwar fotorealistisch aus, ist aber in Wahrheit am Computer entstanden.

Wenn es um die Quantität der visuellen Effekte ginge, wäre Deepwater Horizon wohl das Schlusslicht des Kandidatenfelds. Qualitativ braucht sich der Film jedoch nicht zu verstecken und es reichte für zwei Preise bei den Visual Effects Society Awards. So gewann der Katastrophenfilm einerseits für die besten visuellen Effekte zur Unterstützung eines Realfilms, andererseits wurde die Ölplattform als bestes animiertes Modell ausgezeichnet. Da es sich dabei aber eher um Nebenkategorien handelt, sehen die Prognose-Experten Deepwater Horizon allerdings nur als Außenseiter im Kampf um den Oscar.

Doctor Strange

Noch vor einigen Jahren wäre ein solches Effektspektakel wie Doctor Strange wohl kaum möglich gewesen. Zwischenzeitlich wissen wir gar nicht mehr, wo oben und unten ist und ob oben und unten überhaupt existiert, wenn sich New York in seine Bestandteile zerlegt und die Wolkenkratzer von allen Seiten wachsen. In der Comicadaption Doctor Strange wird aus dem egozentrischen Chirurgen Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ein mächtiger Magier, der seine Kräfte zum Wohle der Menschheit einsetzt. Dabei wandelt er durch Dimensionen, in denen Raum und Zeit aus den uns gewohnten Fugen geraten. Dabei erinnert der Film unweigerlich an Inception, der im Jahre 2011 den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte mitnehmen konnte.

Doctor Strange darf sich durchaus Hoffnungen auf den Oscar machen, wenn auch nicht allzu große. Die Experten sehen ihn weder als Favoriten, noch als abgeschlagenen Außenseiter. Beeindruckend ist die bereits erwähnte Darstellung von New York City, die bei den Visual Effects Society Awards einen Preis gewinnen konnte.

The Jungle Book

The Jungle Book als Realverfilmung zu bezeichnen, ist schon eine sehr großzügige Auslegung des Wortes "real". Außer dem jungen Mogli-Darsteller Neel Sethi ist nämlich nur sehr wenig wirklich echt. Das soll allerdings keine Kritik sein. Im Gegenteil: Die Animation der tierischen Begleiter des Protagonisten sind sehr gut gelungen. So gut, dass das Abenteuer des kleinen im Dschungel aufgewachsenen Waisenkindes beinahe die Illusion einer echten Welt aufrecht erhält, wären da nicht die vielen sprechenden Tiere.

The Jungle Book ist der mit Abstand größte Favorit. Alle großen Prognose-Seiten sehen den Disney-Film als Gewinner für den Oscar in der Kategorie Beste visuelle Effekte. Mit sechs Nominierungen und fünf gewonnenen Preisen war er der große Sieger bei den Visual Effects Society Awards und bekam dort sogar den Hauptpreis. Auch beim BAFTA-Award wurde The Jungle Book für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet. Dennoch gibt es den ein oder anderen Experten, der auf eine Überraschung spekuliert und Doctor Strange, Rogue One oder sogar Kubo vorne sieht.

Kubo - Der tapfere Samurai

Dass ein Animationsfilm für die visuellen Effekte bei den Oscars nominiert wird, ist eine echte Seltenheit. Das letzte Mal geschah das vor 24 Jahren, als Nightmare Before Christmas diese Ehre hatte. Nun hat es auch Kubo - Der tapfere Samurai geschafft. Dadurch, dass es sich dabei um einen Stop-Motion-Film handelt, der folglich reale Elemente beinhaltet, ist er für die Kategorie erlaubt. Zwar hat Kubo nicht das Mega-Budget seiner Konkurrenz, dafür steckt viel Leidenschaft in dem Samuraiabenteuer, wie ein kurzes Making-of-Video am Ende des Films beweist. Darin arbeiten einige Mitarbeiter an einer gigantischen Skelettpuppe, die Gerüchten zufolge die größte Stop-Motion-Figur sei, die je gebaut wurde.

Da allein schon Kubos Nominierung eine Überraschung war, ist zu bezweifeln, dass sich der Animationsfilm tatsächlich den Oscar holt. Zwar war der Film mit sechs Nominierungen bei den Visual Effects Society Awards vertreten, gewann dort aber nur den Preis für die besten Effekte in einem Animationsfilm. Die meisten Prognosen sehen Kubo noch vor Deepwater Horizon, aber hinter den anderen Kandidaten.

Rogue One: A Star Wars Story

Star Wars stand schon immer für tolle visuelle Effekte. Nicht umsonst ist die Reihe gerade in dieser Kategorie ein Stammgast bei den Oscars. Auch Rogue One konnte die Academy wieder überzeugen. Die spektakulären Machtdemonstrationen des Todessterns sorgten für viel computergenerierten Wirbel, aber auch die Land- und Raumschlachten machten einiges her.

Rogue One ist der heißeste Favorit unter den Außenseitern. Wenn einer The Jungle Book schlägt, dann ist es laut den Experten von Goldderby Star Wars. Auch Scott Feinberg vom Hollywood Reporter sieht die Rebellion von Jyn Erso (Felicity Jones) als stärksten Konkurrenten des Dschungelabenteuers. Bei den Visual Effects Society Awards war Rogue One immerhin der Film mit den meisten Nominierungen, auch wenn er bei der Preisverleihung völlig leer ausging. Ob The Jungle Book, Rogue One oder vielleicht sogar Doctor Strange: Die Chancen, dass ein Disney-Film gewinnt, ist in der Kategorie Beste visuelle Effekte enorm hoch.


Wer, glaubt ihr, gewinnt den Oscar für die Besten visuellen Effekte 2017?


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