© Columbia TriStar
Alle paar Jahre kommen Vampire groß raus, kurze Zeit später schert sich keiner mehr um den Hype – fragt Anne Rice. Aber die Vampire von Stephenie Meyer sind nicht nur ungewöhnliche Vertreter ihrer Art, sie sind die Perversen unter den Blutsaugern. Wir wollen zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger und Stock im Arsch Stephenie Meyer unterstellen, sie habe den jahrhundertealten Mythos Vampir durch den Kakao gezogen. Okay, vielleicht ein bißchen. Aber auf jeden Fall ohne Stock. Es gibt nämlich gute Gründe für unsere Faszination mit Vampiren – und die hat wenig mit goldenen Kontaktlinsen und züchtigem Anschmachten zu tun. Twilight-Fans und Spoiler-Scheue sollten vielleicht nicht weiterlesen…
Eins ist klar: Vampire und Sex gehören zusammen. Es ist kein Zufall, dass die sexuell unterdrückte viktorianische Gesellschaft für eine erste Vampir-Hysterie inmitten all der Gothic Novels sorgte. Als Stehkragen bis zu den Ohren reichten – und sogar Tischbeine verdeckt wurden, um Männer nicht durch die Assoziation “Bein” zu erregen, war an Sex in Wort und Bild nicht zu denken. Metaphern tauchten auf, und der Vampir war eine davon. Die Begründer des Genres Vampir-Roman stammen ungefähr aus dieser Zeit: John Polidori (Der Vampyr), Joseph Sheridan Le Fanu (Carmilla) und allen voran Bram Stoker und sein Dracula.
Vampire in Buch und Film
Vampirismus ist eine Form, Sex darzustellen. Schon der Biss selber ist von einem unstillbaren Hunger, einem fleischlichen Verlangen getrieben – eine reine Impulshandlung und durchaus lustvoll. Dementsprechend auch der Ausgang: Die hemmungslose Hingabe an die Triebe bedeutet Kontroll-, Lebens- und Seelenverlust. Er ist das perfekte Gegenstück zur sinnvollen Beziehung zweier Menschen in der Ehe. In modernen Geschichten wurde dies noch deutlicher. In Anne Rice ’s Vampir-Chroniken kennt Sexualität keine Grenzen mehr: Alle ihrer Vampire lieben ungeachtet des Geschlechts. Diese besondere Eigenschaft wurde in der Verfilmung Interview mit einem Vampir eher subtil angedeutet. In allen literarischen Vorlagen steht die Figur des Vampirs für die Befreiung von engen gesellschaftlichen Normen, sexueller Unterdrückung und die Loslösung von der Vernunft. Der Vampir darf triebhaft handeln, ohne sich um Konventionen oder Konsequenzen zu scheren. Dies ist für das Opfer gleichermaßen gefährlich und endlos faszinierend. Letzlich wird auch der bzw. die Gebissene in einem Moment purer Lust von allen vernunftgesteuerten Entscheidungen erlöst.
Eine sehr deutliche Darstellung von Sex und Vamprismus findet sich im Film Begierde zwischen Susan Sarandon und Catherine Deneuve.
Zu so etwas ähnlichem wie Sex kommt es bei Stephenie Meyer erst nach quälend langem Schmachten, das sich über vier Bücher hinzieht, um dann doch noch (natürlich) durch eine Hochzeit legitimiert zu werden. Wenn es dann endlich soweit ist und in der Hochzeitsnacht die Hüllen fallen, ist Bella für die Dauer der gefürchteten Vereinigung bewusstlos (Hallo? Vergewaltigung?) Selbst die Früchte ihrer “Lust” (und in gewissem Sinne auch die Strafe dafür) erlebt sie nicht, da sie bei der Geburt des Kindes nur knapp einem blutigen, qualvollen Tod entgeht. Stephenie Meyer hat selbst zugegeben, Vampir-Bücher anderer Autoren nie gelesen zu haben und schert sich dementsprechend wenig um Mythen, Konventionen und kulturelle Hintergründe.
Die Figur von Edward ist eine Umkehrung des traditionellen Vampirs, und damit meinen wir nicht, dass er nicht kopfüber schläft. Im Roman ist er es, der die Selbstkontrolle übt. Bella wirft sich bei mehr als einer Gelegenheit an den Hals, versucht ihn zum Biss zu verführen. Statt des mythischen Vampire scheint hier eher der gute alte christliche Kanon zum Tragen zu kommen, in dem die Frau unvernünftige Verführerin, der logische, kontrollierte Mann aber Hüter der Moral ist.
Hier die Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen (Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen) – Szene, in der es beinahe sexy wird:
Das ließe sich verschmerzen, schließlich sind Reboots ja scheinbar gerade in – wäre da nicht diese Aversion gegen Sex. Beide Seiten entziehen sich ständig der Gefahr, körperlich zu werden. Die gefährliche Erkenntnis, dass der Andere aus mehr als nur schmachtenden Blicken und Liebesschwüren besteht, bleibt bis zum Schluss verhüllt und wird verschämt beiseite gekehrt. Und wenn das Fleisch sich nicht mehr länger meiden lässt, dann aber wenigstens ganz schnell bewusstlos werden. Puh, Glück gehabt. Bella und auch die Leser hätten es ja womöglich genießen können. Aber die Möglichkeit gibt Stephenie Meyer uns gar nicht erst.
Was ist eure Meinung? Sollten Vampire animalische Blutsauger bleiben, oder steht ihr auf den romantischen Vampir-Light?
Say-what (Sylwia Plaza) 2009/11/27 17:21:00
Kommentare
über Blutdurst und Sex - was Twilight fehlt
Kommentar schreiben*Jane* 2009/11/27 17:49:14
Kommentar löschenam besten von beidem etwas
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alanger 2009/11/27 20:40:45
Kommentar löschenkeine frage: animalische blutsauger (die intelligenten vampire haben eh was romantisches) und keine öko-klemmie-vampiere. blut ist nun mal blut. ich weiß wovon ich rede, gute nacht.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Tala 2009/11/27 20:52:51
Kommentar löschen"Wenn es dann endlich soweit ist und in der Hochzeitsnacht die Hüllen fallen, ist Bella für die Dauer der gefürchteten Vereinigung bewusstlos (Hallo? Vergewaltigung?)"
Also soweit ich Band 4 kenne - und ich kenne es gut - ist Bella alles andere als bewusstlos. Oder soll die Tatsache, dass Stephenie Meyer die Bettszene nicht beschreibt, jetzt dafür geradestehen? Zumindest versucht Bella am nächsten Morgen Edward davon zu überzeugen, dass es die schönste Nacht ihres Lebens war. Klingt für mich nicht unbedingt nach Kontrollverlust ihrerseits. Eher seinerseits, wenn er schon "währenddessen" in Kissen beißen muss....
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Tala 2009/11/27 21:00:27
Kommentar löschenP.S.: Bei allen drei angedeuteten Liebesszenen _vor_ Bellas Verwandlung (also auf Isle Esme) ist Bella nicht bewusstlos. Ebensowenig wie bei der angedeuteten "ersten Nacht" nach ihrer Verwandlung.
Es ist ein Jugendbuch. Laut Amazon empfohlen ab 14 - 15 Jahren. Da erwarten wir doch nicht wirklich explizit beschriebene Sexszenen, oder? Vor allem nicht, wenn das Buch aus den USA kommt
Also bitte den Artikel nochmals überdenken - er ist wirklich in vielen Punkten falsch.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 30 Antworten
Kris 2009/11/28 08:12:05
Antwort löschenTala, es ehrt Dich, dass Du versuchst Klarheit zu schaffen. Aber ich glaube das ist verlorene Liebesmüh.
Tala 2009/11/28 10:03:37
Antwort löschenSchlecht recherchierte Artikel regen mich auf. Jemand, der so etwas schreibt, kann die Bücher gar nicht gelesen haben. Und etwas so nieder zu machen ohne das Thema überhaupt genau zu kennen, ist heuchlerisch.
Kris 2009/11/28 12:30:31
Antwort löschen"Niedermachen" ist zurzeit anscheinend oberstes Gebot. Von "dumm" über reaktionär, lustfeindlich, frauenfeindlich, männerfeindlich, rassistisch - alle möglichen Vorwürfe hat man der Serie schon gemacht. Jetzt sind wir bei Vergewaltigung angekommen. Und dann wird der wachsende Unmut der Nicht-Fans noch durch solche Artikel permanent gefüttert. Keine Ahnung, warum ein harmloses Märchen alle so aufstachelt. Bis heute konnte mir das niemand erklären. Aber ich habe den Eindruck, Fakten sind nicht entscheidend. Deswegen, auch wenn Du bei der Sache Recht hast, verlorene Liebesmüh.
annaberlin 2009/11/28 13:30:06
Antwort löschenIch habe die Bücher nicht gelesen und die Filme nicht gesehen, weil sie mich nicht interessieren. Einer der Gründe dafür sind: Ein von einer Mormonin geschriebenes Jugendbuch. Von einer mormonischen Autorin erwartet man eigentlich überhaupt keinen Sex, wer schon einmal in den USA war und Mormonen kennengelernt hat, weiß, wovon ich spreche. Ich glaube auch nicht, dass Meyers sagen wollte, Bella würde vergewaltigt. Es ist wohl eher so, dass hier etwas Verbotenes stattgefunden haben soll (die beiden sind ja nicht verheiratet) und es nur deshalb von der Autorin schemenhaft beschrieben wurde, weil ja diese Liebe zwischen einem Vampir und einem Menschen stattfindet. Quasi-Legalisierung des Sexuellen durch eine ohnehin phantastische Partnerschaft.
alanger 2009/11/28 14:28:06
Antwort löschenwenn etwas "reaktionär, lustfeindlich, frauenfeindlich..." ist, kann man es ja durchaus auch als solches benennen. und ein "harmloses Märchen" ist das ganze sicher nicht, da steckt viel zuviel kohle, vermarktung und massenwirksamkeit hinter. wenn das dann mit einem fragwürdigen weltbild koaliert ist sowas immer nachdenkenswert. aber was rede ich, ich habe die bücher und filme auch nicht gelesen und gesehen. und obwohl ja sonst alle bei allem mitredendürfen ohne irgendeine ahnung vom jeweiligen thema zu haben, bei twilight MUSS man insider sein. also watt solls...
Kängufant 2009/11/28 14:30:53
Antwort löschenNatürlich wollte sie das nicht sagen. Aber das ändert nichts daran, daß es im Ablauf genau das gleiche wie eine Vergewaltigung mit GHB (oder im Volksmund KO-Tropfen) ist. Selbstverständlich WILL sie Sex in dem Moment. Hinterher kann sie sich nur nicht mehr dran erinnern. Vielleicht ändert das Buch ja die Auffassung und Mädchen, die nach einer Party aufwachen, denken in Zukunft, ihnen sei da etwas ganz wunderbar romantisches passiert. Es geht nicht darum, explizite Sexszenen zu beschreiben. Von den ganzen frauenfeindlichen und reaktionären Inhalten will ich gar nicht erst anfangen. Und sich dann auch noch hinzustellen, und der Autorin zu unterstellen, sie habe schlecht recherchiert, weil sie hinter die Geschichte gesehen hat und nicht alles für bare Münze nimmt... so viel zur Heuchelei. Sorry, aber die Haltung, daß ein Buch nur das sagt und bewirkt, was sein Autor ausdrücken will, empfinde ich als höchst beunruhigend und naiv. Und darum ist es auch kein "harmloses Märchen".
Rorschach_ 2009/11/28 14:34:38
Antwort löschen@Kris: Warum ein harmloses Mädchen alle so aufstachelt? Ganz einfach, weil Tausende von Jugendliche im Alter von 12-18 sich dieses naive (sie vertraut einem gefährlichen Typen blind, der ihr sagt, dass er sie durchaus jeden Augenblick töten könnte...Hallo?! Im wahren Leben läuft es nun mal nicht so) und unterwürfige Mädchen zum Vorbild nehmen. Das muss nicht, kann aber gefährlich werden, wenn keine Aufklärung z.B. im Elternhaus stattfindet. Eine Frau muss keineswegs bis zur Ehe warten, um mit einem Mann zu schlafen. Außerdem darf er nicht über ihr Leben bestimmen. Konflikte werden nicht wirklich als solche dargestellt und klären sich meist schon innerhalb von wenigen Seiten. So einfach funktioniert es im wahren Leben nun mal nicht. So, das war der Jugendschutzaspekt.
Zum Unterhaltungseffekt in Büchern (ja, ich habe mich durch alle vier gequält und darf urteilen) und Filmen geht: *schnarch* Niemand kann mir sagen, dass er sich durch dieses stundenlange Gesäusel nicht tödlich gelangweilt fühlt, wenn man mal einen Moment aus seinem haargeltriefenden kleinen Kosmos herauskommt und sich den so gut wie nicht vorhandenen Plot anschaut. Wenn man auf Romantik steht und zwar nur auf Romantik, dann kann man sich zehn Minuten durchaus anschauen. Danach wird es wieder problematisch, weil jeder denkende Mensch spätestens dann merkt, dass es keinen GRUND für dieses Gefühl gibt. Ein Groupie-Rockstar-Verhältnis, das sich niemals verändert oder entwickelt, will niemand über vier Filme lang sehen. Also zumindest ich nicht!
annaberlin 2009/11/28 15:09:32
Antwort löschenAlso Leute.....ruhig mal. Als ich 13 war, habe ich alle Bille&Zottel Bücher gelesen, wo das Pferd quasi der bessere Mann war. Diese ganzen Mädchenromane sind wirklich alle mitsamt ultra kitschig und können gefährlich sein für desorientierte Kinder, genauso wie eine Boygroup wie Take That gefährlich sein kann. Verteufelt mal nicht die Autorin, die einfach mal unglaublichen Erfolg mit Kitschromanen für Teenie-Mädels geschaffen hat, so wie eben unsere Großmütter Ärzteromane lasen und meine Generation eben Bravo, Bille und Zottel, Petra und wie der ganze Mist heisst. Ist ja auch nicht so, dass Twilight der einzige Einfluss auf die Mädchen wäre, sondern einer von ganz vielen.
alanger 2009/11/28 15:16:22
Antwort löschen"...wo das Pferd quasi der bessere Mann war". ich verkneif mir mal ein süffisantes grinsen;)
annaberlin 2009/11/28 15:38:16
Antwort löschenNa alanger, dazu musst du wohl 13 Jahre alt sein und Bille&Zottel toll finden. Zottel, der reife, verständnisvolle, charmante und verkuschelte beste Freund quasi :-) hehe!
Hoppipolla 2009/11/28 18:49:07
Antwort löschenJetzt weiss ich warum die J.K. Rowling sowas wie Sex völlig in ihren Büchern ausgespart hat. Blöde Diskussionen sind da immer die Folge (an denen ich mich ja beteilige, ja die Ironie ist mir bewusst). Ich habe die Bücher gelesen udn fand sie unterhaltsam. Blos bei einem Punkt muss ich dne Kritiker Recht geben, denn die angedeutete Sex-Szene hat bei mir, der Beschreibung nach ziemliches Unbehagen ausgelöst, was glaube ich genau an der eigenartigen Umschreibung lag.
Ansonsten sollten wir alle uns vor Augen halten, dass diese Buch-Reihe einfach nur nette trivial-Literatur ist, nichts weiter.
Tala 2009/11/29 01:50:52
Antwort löschen@annaberlin und @Kängufant: Ich bin mir jetzt grade wirklich nicht sicher, ob wir von ein- und demselben Buch mit dem Titel "Bis(s) zum Ende der Nacht" reden. Also nehme ich mir einfach mal meine gebundene deutsche Ausgabe (das erwähne ich nur wegen der Seitenangaben, die könnten ja im Taschenbuch variieren) zur Hand und schaue nach....
@annaberlin: Die Hochzeit wird im Buch beschrieben. Der Hochzeitstag beginnt auf Seite 53 und endet auf Seite 90. Auf Seite 64 sagen beide "Ich will". Dich Hochzeitsnacht und damit der _erste_ Sex wird auf Seite 101 angedeutet.
Da ist also nichts Verbotenes dabei. Natürlich wird S. Meyer auf Grund ihrer Erziehung und ihres Glaubens - und wohl auch auf Grund der Tatsache, dass es sich um Jugendbücher handelt - keine Sexszenen einbauen. Aber das muss ja nicht sein. Wer explizite Sexszenen zwischen Edward und Bella lesen will, dem empfehle ich einschlägige Fanfiction-Seiten, die garantiert über die beiden irgendwo existieren.
@Kängufant: Bella kann sich sehr wohl erinnern. Was interpretierst du in das Buch rein?
"Ich überlegte müßig, weshalb ich letzte Nacht solche Panik gehabt hatte. Jetzt kamen mir diese Ängste albern vor" (S. 102)
""Edward", flüsterte ich, jetzt war ich wirklich bestürzt. Er zog meine strahlende Erinnerung in den Dreck, beschmutzte sie. "Sag so etwas nie wieder."" (S. 104)
"Ich versuchte mich daran zu erinnern, mich an den Schmerz zu erinnern, aber da war nichts. Sein Griff war in keinem Moment zu fest gewesen oder seine Hände zu hart auf meinem Körper. Ich wusste nur noch, dass ich mir wünschte, er würde mich noch fester halten, und wie schön es war, als er es tat..." (S. 105)
""Ich wusste nicht, was ich erwarten sollte - aber ganz bestimmt habe ich nicht erwartet, dass es so... so... wundervoll und vollkommen sein würde." Meine Stimme wurde zu einem Flüstern, mein Blick glitt von seinem Gesicht hinab zu seinen Händen. "Ich meine, ich weiß ja nicht, wie es für dich war, aber für mich war es so."" (S. 108)
Bella kann sich also sehr wohl an die Nacht erinnern. Sie kann sich nur an keinen Schmerz erinnern, weil sie zu dem Zeitpunkt keinen spürte. Wahrscheinlich aus Leidenschaft oder Ekstase. Und was sie am nächsten Morgen spürt, wird eher als das beschrieben, was man nach einer ungeübten, körperlichen Belastung wohl von jedem erwarten kann. Und wenn jetzt mal bitte alle die Hand heben würden, die nach einer leidenschaftlichen Nacht auch am nächsten Morgen etwas... wund... waren? Danke schön. Ich hatte auch schon mehrfach blaue Flecke von denen ich hinterher nicht mehr wusste, woher sie kamen. Das bedeutet jedoch in keinem Fall, dass sie sich nicht an den Sex erinnert. An _den_ erinnert sie sich scheinbar sehr gut und sie war ziemlich zufrieden damit. Wie sie sagt: Wundervoll und Vollkommen.
Ich fürchte, man muss mit den Gedanken schon sehr weit im Rinnstein sein, wenn man in diese Worte eine Art KO-Tropfen-Vergewaltigung rein interpretiert.
Tala 2009/11/29 02:03:13
Antwort löschen@Kängufant: Ich stimme jedoch in einem Punkt mit Dir überein: Bella wird (in Band 3) wirklich als jemand beschrieben, der ich niemals sein könnte. Sie nimmt Edward bedingungslos viel zu schnell zurück und lässt sich von ihm sehr lange bevormunden. Und nachdem sie ihn zurück genommen hat, hätte ich nicht besonders lange die Reaktionen von Charlie auf Edward toleriert - nicht mit 18. Von zwei Monaten Hausarrest ganz zu Schweigen. Und bei Charlies Reaktion darauf, dass Jacob Bella gegen ihren Willen geküsst hat ("Herzlichen Glückwunsch") wäre ich - wie man so schön sagt - meinem Vater mit dem nackten Hintern ins Gesicht gesprungen (vor _allem_ nach seinem Benehmen gegenüber Edward). Und ich hätte meinem Vater in Band 2 auch erstmal gesagt, wer denn überhaupt die Motorräder fahrbereit gemacht hat und Bella das Fahren beigebracht hat. Das sind nur einige Punkte, die mir bei Bella sauer aufstoßen. Nichts desto weniger empfinde ich die Twilight-Reihe immer noch als eine der besseren Jugendbuchreihen. Aber gut - ich bin auch eine der wenigen, die bei Harry Potter Snape richtig toll findet, weil der der einzige ist, der Harry nicht auf ein hohes Podest stellt und ihm alles durchgehen lässt.... tjo.
Tala 2009/11/29 03:02:50
Antwort löschen@Rorschach
"@Kris: Warum ein harmloses Mädchen alle so aufstachelt? Ganz einfach, weil Tausende von Jugendliche im Alter von 12-18 sich dieses naive (sie vertraut einem gefährlichen Typen blind, der ihr sagt, dass er sie durchaus jeden Augenblick töten könnte...Hallo?! Im wahren Leben läuft es nun mal nicht so) und unterwürfige Mädchen zum Vorbild nehmen."
Unterwürfig? Ja.. aber das kommt auch darauf an, wie die Leser sich selber sehen. Wie oben gesagt, könnte ich mit vielen Dingen mit Bella nicht übereinstimmen. Aber es ist ein Märchen. Genau so könnte man darüber urteilen, dass Harry Potter mit all seinem Ruhm in allen 7 Bänden noch kein Mädchen "flachgelegt" hat. Und Bella hat ihre "wahre Liebe" gefunden. Es urteilt ja auch keiner über Shrek, der sich in einen Menschen verliebt und erst am Ende rausfindet, dass sie sich Nachts in einen Oger verwandelt. Auch im wahren Leben gibt es viele Frauen, die wie Bella leben. Das mag für Dich oder mich furchtbar oder seltsam klingen - aber es gibt auch viele, die mit einer solchen Beziehung mehr als zufrieden sind. Immerhin versucht Edward, Bella noch zu warnen und im zweiten Band _versucht_ er noch, sie zu schützen, indem er geht.
"Das muss nicht, kann aber gefährlich werden, wenn keine Aufklärung z.B. im Elternhaus stattfindet. Eine Frau muss keineswegs bis zur Ehe warten, um mit einem Mann zu schlafen."
Muss sie nicht - sie kann aber. Gerade in den USA und in GB gibt es im Moment den Trend, bis zur Ehe zu warten. Ich selber sehe den Sinn darin nicht - gut, ich bin ein paar Jahre über das Thema hinaus - aber wenn die Mädchen das wollen - lass sie doch. Es ist auch nicht so, dass Bella den Sex nicht will. Im dritten Band versucht sie mehrfach, Edward zu verführen. Aber wenn _er_ nicht will - aus welchen Gründen auch immer - sollte _er_ dann gezwungen werden? Wäre das nicht genau so falsch, wie anders herum? Und wenn Bella damit leben kann, auf die Hochzeit zu warten (und gegen Ende von Band 3 kommt sie ja zu dem Entschluß, weil es auch für sie das Richtige ist), wer will sie verurteilen?
"Außerdem darf er nicht über ihr Leben bestimmen. Konflikte werden nicht wirklich als solche dargestellt und klären sich meist schon innerhalb von wenigen Seiten. So einfach funktioniert es im wahren Leben nun mal nicht. So, das war der Jugendschutzaspekt."
Ja - einer der Aspekte, die ich an Bella nicht mag. Okay. Aber das ist ihr Charakter. Solche Frauen gibt es - glaube mir, ich habe sie kennen gelernt.
"Zum Unterhaltungseffekt in Büchern (ja, ich habe mich durch alle vier gequält und darf urteilen) und Filmen geht: *schnarch* Niemand kann mir sagen, dass er sich durch dieses stundenlange Gesäusel nicht tödlich gelangweilt fühlt, wenn man mal einen Moment aus seinem haargeltriefenden kleinen Kosmos herauskommt und sich den so gut wie nicht vorhandenen Plot anschaut."
Der Unterschied liegt immer im Sinne des Betrachters. Es gab Passagen, durch die ich mich hindurch quälen musste. Aber alles in allem fand ich die Bücher gut und ich erkannte einen Plot. Der für mich nachvollziehbar und schlüssig war. Ich mag die Bücher. Und ich bin nicht eine der Frauen, der zum Thema "Der Trend geht zum Zweitbuch" neben dem Telefonbuch noch die Gelben Seiten einfallen. Ich weiß eigentlich nicht mehr, wohin mit dem ganzen gebundenen Papier und lese mindestens pro Woche ein Buch. Und die variieren über alle Themen.
Nur momentan kommt mir das Twilight-bashing wie eine Modeerscheinung vor - ungefähr so, sich darüber zu äussern, wie lügnerisch oder mistig doch die Bild ist - trendy - aber völlig unnötig. Und jeder hat sie doch schon in der Hand gehabt.....
kyote 2009/11/29 12:54:26
Antwort löschenHm zu Twilight will und kann ich nichts sagen, aber Snape hasst Harry Potter. Das ist ein bisschen was anderes als "nicht aufs Podest heben", was übrigens nur Leute machen, die ihn nicht kennen.
Ich mag die Figur des Snape allerdings auch durchaus, aber aus ganz anderen Gründen (einer ist Alan Rickman).
Eigentlich ist es OT, aber andererseits bäumt sich in mir die Frage auf, wie man sich auf jemanden Verlassen soll, der bei der einen Buchreihe eine so merkwürdige Interpretation in eine der Hauptfiguren legt.
Tala 2009/11/29 13:11:01
Antwort löschenLangsam mache ich mir wirklich Sorgen darum, dass Amazon mir andere Versionen meiner Bücher schickt als dem Rest der Welt. Klar, Snape mag Harry Potter ganz und gar nicht. Verständlich, weil er Lily liebte und sie mit James zusammen kam. Aber er hasst ihn nicht. _Das_ wird in den Erinnerungen, die Snape während seines Todeskampfes freigibt, eigentlich völlig klar.
Und ja - Alan Rickman ist auch ein guter Grund, Snape zu mögen *grins*. Ich persönlich halte den Snape im Buch jedoch für eine der am meisten missverstandenen Figuren in der gesamten HP-Reihe. Und den im Film für den am meisten vernachlässigten.
Kris 2009/11/29 13:18:05
Antwort löschenTala, ich habe dieses Amazon-Problem anscheinend auch. Ich würde ja glatt sagen, wir müssten uns mal beschweren, aber tatsächlich haben wir wohl die besseren Versionen der Bücher bekommen!
Batzman 2009/11/29 14:26:36
Antwort löschenLangsam bekomme ich den Eindruck mit Twilight ist es wie mit Fußball. Da will sich mir auch nie erschließen das sich intelligente Menschen dafür begeistern können, weil es mir als extrem dumm und primitiv erscheint. Dennoch muß ich den Fakt akzeptieren das es so ist...
alanger 2009/11/29 19:41:14
Antwort löschenbatz, mit deinem twilight fußball vergleich lehnst du dich ganz weit aus dem fenster, gaaaaaaanz weit.
Batzman 2009/11/29 20:24:35
Antwort löschen*grins* Stimmt. Twilight hat wenigstens noch Taylor Lautner zu bieten ;) Beim Fußball fehlt selbst der Schauwert.
Btw schön die ganzen Fußballfan-Kommentare beim 66/67-Trailer zu lesen: http://www.youtube.com/comment_servlet?all_comments&v=pTlbmxBxE8E&fromurl=/watch%3Fv%3DpTlbmxBxE8E
dagegen wirken dann die ganzen 11jr Twilight-Fans schon wieder intellektuell und zivilisiert. ;)
Tala 2009/11/29 23:45:50
Antwort löschen@Kris Stimmt - ich werde mich bestimmt nicht beschweren ;-)
@Batzman Hm - ich mag kein Fußball - darum schaue ich es nicht. Aber ich rede es auch nicht runter, wenn ich Fußballfans begegne (und davon gibt es in meinem von Männern beherrschten Beruf viele). Und ich versuche auch nicht, Fußballfans den Verlauf oder die Regeln eines Spiels zu erklären, das ich selber nicht kenne. Ich würde vielleicht denjenigen, die Twilight so schlimm finden oder die in harmlose Worte etwas Ekelhaftes reininterpretieren wollen, dasselbe empfehlen....
Batzman 2009/11/30 02:44:14
Antwort löschenDann sind wir aber ganz schnell bei Ommas Leitspruch, wenn du über eine Sache nichts gutes sagen kannst, dann sag gar nichts dazu. Und als Filmredakteur und Kritiker ist das dann doch etwas schwierig.
Aus der Vergewaltigungsdiskussion halte ich mich bewusst raus, da ich in erster Linie die Filme beurteile und das was ich von den Büchern kenne - inkl. der Interview mit der Autorin. Die Bücher hab ich nur quer gelesen (okay auch nur Band 1) und halte mich da mit Interpretationen zurück.
Das Frau Meyer einen furchtbaren Stil schreibt (selbst für Jugendbücher), der sehr an Lore-Romane erinnert, darf ich aber schon feststellen. Die Filme habe ich beide gesehen und kann sie insofern auch beurteilen. Klar sieht man die Dinge auf der Leinwand mit Kenntnis der Hintergründe aus den Büchern anders und wohlwollender (ich kenne das selbst von den Harry Potter-Filmen), aber dennoch bleiben gewisse handwerkliche und inszenatorische Dinge die ich auch als Nicht-Fan gut beurteilen kann - genauso wie es mir als nicht Fan zusteht zu sagen, welche Dinge ich an der Fußball-Kultur widerwärtig finde.
Twilight mag eine adäquate Buchverfilmung sein, was aber dennoch mit Vorsicht zu genießen ist, wenn es sich dabei um eine furchtbar geschriebene Vorlage handelt. Aus Rosamunde Pilcher-Büchern kann man auch nur Rosamunde-Pilcher-Filme machen. Aus Uta Danella nur Uta-Danella-Filme. Aus Hanni-und-Nanni-Büchern nur - usw....
Tala 2009/11/30 09:36:31
Antwort löschenUm Kritik geht es nicht. Die ist in Ordnung und jeder hat andere Ansichten über die Bücher und Filme. Aber zu lesen, dass Bella bei den "Liebesszenen" als
a: unverheiratet
b: bewusstlos oder
c: aus irgendeinem anderen Grund vergessend
dargestellt wird, dann haben diese Kritiker das Buch entweder nicht gelesen oder wollen da was reinlesen, was nicht existiert. Und dann beurteilen sie das. Und das ist unfair - finde ich.
kyote 2009/11/30 11:26:00
Antwort löschenAuch wenn etwas spät:
Snape hat seine Hass- und Eifersuchtsgefühle gegenüber James auf Harry projiziert (ok er hasste wohl nicht direkt Harry).
Dennoch ist das ne ganz andere Schiene als "nicht aufs Podest" heben, was wie gesagt eh niemand getan hat, der Harry kennenlernte.
Kris 2009/11/30 19:53:58
Antwort löschenBleibt festzuhalten, dass hier niemand vergewaltigt wurde und Breaking Dawn auch keine literarische, romantische Rechtfertigung für solche Taten darstellt.
Amalthea 2009/12/01 08:40:39
Antwort löschenAm meisten ärgert mich an der Twilight-Reihe, dass die Autorin durch Bellas Ablehnung einer körperlichen Beziehung zu dem Werwolf die Sodomie geradezu verteufelt, was sicherlich ebenfalls mit ihrem mormonistisch-archaischem Weltbild zusammenhängt. Ganz schön prüde, wenn ihr mich fragt.
ladycullen<3 2010/01/02 21:56:39
Antwort löschen@Amalthea: Aber wenn sie den Werwolf halt nicht liebt, sondern immernoch Edward? Körperliche Beziehungen zu jemand den man nicht liebt müssen ja nicht unbedingt sein. Und ich weiß nicht recht was ich von Sodomie halten soll. ganz ehrlich, so klasse find ich das auch nicht.
guantanamo_jay 2009/11/28 00:02:03
Kommentar löschenDann soll man ein Jugendbuch ohne Vampire mit ganz viel Geschmachte und verruchten Blicken schreiben und nicht den Mythos und alles für was er steht mit Füßen treten, in dem man ihn so unangebracht und bieder verarbeitet.
Warum unsere Jugend schwülstig und fern ab jeglicher Realität mit längst überholten Werten großgezogen werden sollte, kann ich auch nicht recht nachvollziehen.
Vampire dürfen ruhig noch menschliche Züge zeigen, auch Reue, aber diese absolut unverständliche Selbstkontrolle, die wahrscheinlich sogar kein Mann an den Tag legen würde, wenn Kristen Stewart ihn so angraben würde ist von Seiten Edwards( der eigentlich lusterfüllte Vampir) einfach nur unlogisch.
2 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 19 Antworten
Tala 2009/11/28 10:00:40
Antwort löschenDa es keine "Definition" gibt, wie Vampire zu sein haben, ist es doch einfach Mrs. Meyers Phantasie überlassen, wie sie sie darstellt. Z.B. beschreibt auch bei "True Blood" der Vampir Bill Compton einiges aus den Geschichten um die Vampire als Mythos. Wie z.B. Kreuze, Weihwasser, Knoblauch usw. Die Vampire da versuchen sogar, durch synthetisches Blut weniger Monster zu sein, damit sie unter Menschen leben können. Wie ein Vampir ist, liegt _immer_ im Auge des Erfinders. Ich finde da nichts Schlimmes dran
In der Twilight-Serie geht es ganz einfach um die ewige, wahre Liebe. Und genau darum geht es auch, wenn Edward solch eine Selbstkontrolle zeigt. Er fürchtet, dass er mit seiner Stärke Bella weh tut oder sogar tötet, wenn er die Beziehung körperlicher werden lässt. Wenn er als der (lusterfüllte) Vampir beim Sex die Kontrolle verliert, schwebt Bella in Lebensgefahr. Dass sie seine "Sängerin" ist, erschwert die Sache nur noch, weil ihr Blut für ihn so verlockend ist. Er stellt ihr Leben vor seine Bedürfnisse und nachdem, was ich in "Midnight Sun" gelesen habe (das ist ein Projekt von S. Meyer und handelt von Twilight aus Edwards Sicht) fällt ihm das ganz und gar nicht leicht.
Kris 2009/11/28 12:28:24
Antwort löschen"fernab jeglicher Realität" - Denn Vampirfilme haben sich ja schon immer durch ihren enormen Bezug zur Realität und den Werten einer modernen Gesellschaft ausgezeichnet.
Tala hat Recht: Ist die Wellt denn zu klein für die verschiedensten Vampire oder sind es nur die Köpfe?
annaberlin 2009/11/28 13:33:09
Antwort löschensehe ich genauso. Lasst doch Meyers und den Filmemachern die Vampire einfach so, wie sie wollen! Die Darstellung von Vampiren als sexgeil und durchgedreht sagt mir ebenso wenig zu. Underground fand ich auch nicht toll wegen einer sexy Kate Beckinsale, von mir aus hätte auch Reese Witherspoon im Dirndl da Werwölfe jagen können. Ist wirklich jedem selbst überlassen, wie er Vampire mag, genauso wie es unterschiedliche Arten von Zombies, Elfen, Feen, Zwergen usw. gibt.
alanger 2009/11/28 15:36:15
Antwort löschenich mags halt nicht wenn meine freunde (die vampire) zu langweiligen pc müslis degradiert werden. demnächst noch zombis die gegen die globalisierung protestieren. obwohl...
annaberlin 2009/11/28 15:40:10
Antwort löschenzombies, die wieder menschen werden, wenn sie sich in ein menschenmädchenverlieben und platonischen sex mit amnäsie ausüben....oha diese idee ist millionen wert.
guantanamo_jay 2009/11/28 16:15:06
Antwort löschenTja, vielleicht muss ich auch zugeben, dass mir Vampire, die jetzt von dem gemeinen 14-jährigen Mädchen für gesellschaftstauglich erklärt wurden nicht in meine Vorstellung dieses superben Wesens passen.
Ein Gutes hatte dieser meiner Meinung nach kitschige und völlig überbewertete Film dann aber doch, Wiederbelebung eines Genres und Filme, wie Daybreakers, die das Thema auch anders, aber mir lieber anpacken versprechen viele neue Ansätze....hoffentlich ^^
Tala 2009/11/29 02:24:34
Antwort löschenBtw: Wenn Edward, der technisch gesehen nur 3 Jahre älter ist, als mein Opa war, auch nur ansatzweise so erzogen wurde wie mein Opa, ist es nur verständlich, das er Sex vor der Ehe nicht in Betracht zieht. Ein lustiges Familienschmankel: Mein Großvater fragte meinen Vater am Tag meiner Hochzeit mit deutlicher Betroffenheit, ob mein Zukünftiger auch wüsste, dass ich keine Jungfrau mehr sei... naja, ich hoffe doch... immerhin war ich im 4. Monat von ihm schwanger....
Mein lieber Opa, mit dem ich zum Glück 2/3 meines Lebens verbringen durfte - für ihn war Sex vor der Ehe ein absolutes no-go. Und S. Meyer beschreibt die Verwandlung zum Vampir derart, dass sie ab dem Moment wie eingefroren im Körper werden. Auch die Gefühle. Und wirkliche Veränderungen dieser Gefühle sind sehr selten und dann dauerhaft. Edward kannte zu dem Zeitpunkt seiner Verwandlung die Liebe zu einer Frau noch nicht, da alles in ihm danach strebte, Soldat zu werden. Er suchte die richtige Frau. Das erste Mal, als er diese Liebe spürte, war mit Bella. Das veränderte ihn.
Und nachdem Edward die grafischen Gedanken seiner Umgebung auch in den 60ern, 70ern und 80ern ertragen musste ;-), muss er schon eine wahnsinnige Selbstkontrolle aufgebaut haben, um - auch als lustvoller Vampir - nicht die nächstbeste Frau anzufallen und damit sich und seine Familie in Gefahr zu bringen.
Die "vegetarische" Ernährung half wohl dabei, da die Familie Cullen sich dadurch einfacher an ihre menschlichen Seiten erinnern konnten.
Nachdem Bella verwandelt wurde und sie und Edward eine Beziehung eingehen konnten, die auf mehr gleicher Basis gestellt war, leben sie auch diese lustvolle Vampirseite aus. Und die scheint es auch bei S. Meyer zu geben:
"Er hatte den schönsten, vollkommensten Körper der Welt und er gehörte nur mir, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich jemals denken würde: Jetzt reicht es aber für heute. Ich würde immer noch mehr wollen. Und der Tag würde nie zu Ende gehen. Wie sollten wir dann überhaupt jemals aufhören? Es störte mich gar nicht, dass ich darauf keine Antwort wusste." (Band 4, S. 509)
""Wie lange soll das so gehen? Ich meine, Carlisle und Esme, Emmett und Rose, Alice und Jasper - die sind doch nicht den ganzen Tag in ihren Zimmern eingeschlossen. Sie bewegen sich in der Öffentlichkeit, vollständig bekleidet, die ganze Zeit. Lässt dieses... wahnsinnige Verlangen irgendwann nach?" (Band 4, S. 510)
"Das musste reichen, um mich über den Tag zu bringen. Ich würde schon das richtige Maß für dieses überwältigende, wahnsinnige Verlangen finden und eine gute..." (Band 4, S. 513/514)
Tala 2009/11/29 10:54:52
Antwort löschen@guantanamo_jay: *Kicher* Mag sein. Aber willst du jemanden dafür verurteilen? "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" ist auch großer Kitsch und hält sich im TV schon seit gefühlten 100 Jahren. Der Hype um Twilight hingegen... sollten sie tatsächlich einen Weg finden, den 4. Band zu filmen, wird spätestens ein Jahr nach der Veröffentlichung des letzten Teils enden. Absehbar.
Momo_09 2009/11/29 11:36:46
Antwort löschen"Vampire dürfen ruhig noch menschliche Züge zeigen, auch Reue, aber diese absolut unverständliche Selbstkontrolle, die wahrscheinlich sogar kein Mann an den Tag legen würde, wenn Kristen Stewart ihn so angraben würde ist von Seiten Edwards( der eigentlich lusterfüllte Vampir) einfach nur unlogisch."
Vielleicht ist es gerade das, was viele Mädchen/ Frauen daran so toll finden?
Kris 2009/11/29 11:52:43
Antwort löschenDas glaube ich auch. Dieses "Ich tue alles für sie, egal was es mich kostet" - eigentlich logisch, dass Frauen das gutfinden und es Männer abschreckt.
Ursachenforschung könnte aber generell nicht schaden und ist im Zweifelsfall heilsamer als Verteufelung.
kyote 2009/11/29 13:01:42
Antwort löschen"Ich tue alles für sie, egal was es mich kostet, und wenn er mit dem Finger chnippt bin ich zur Stelle und frage: Wie hoch?"
Klingt ganz schön feministisch ;)
guantanamo_jay 2009/11/29 15:42:39
Antwort löschenNein, von verurteilen kann nicht die Rede sein, gefällt mir einfach nur nicht ;-)
guantanamo_jay 2009/11/29 15:49:57
Antwort löschenMädchen jungen Alters haben doch so viele schöne Liebesfilme, die das Alles mit ein bisschen weniger Geschmachte und Rumgeeiere verarbeiten können, die können sich Before Sunrise, 500 Days of Summer oder andere tolle Sachen zum Thema Liebe angucken.
Aber jetzt werde ich wieder idealistisch, trifft halt aus irgendwelchen Gründen den Zeitgeist, dass sich Leute vlt. wieder nach dieser vergangenen Keuschheit sehnen, in einer Welt, die mit Sex vollgestopft ist.
Jetzt mal Vampire hin oder her.
Kann ich ja auch irgendwie verstehen, aber der Hype bleibt aus filmischer Sicht unbegründet, wie so oft.
Momo_09 2009/11/29 16:38:20
Antwort löschenWäre der Film - ohne dass es das Buch gegeben hätte - in die Kinos gekommen, dann wäre er wohl auf jeden Fall gefloppt. Aber da man durch das Buch bereits so in der Geschichte drin ist, kann der Film noch so sch*** sein, die Geschichte wird als toll empfunden, noch dazu sehen die Schauspieler einigermaßen gut aus und schon klappt es!
guantanamo_jay 2009/11/29 21:02:53
Antwort löschenGlaube nicht, dass die Bücher so einen großen Einfluss auf den größten Teil der Fangemeinde des Films hatte.
Momo_09 2009/11/30 12:39:47
Antwort löschenEcht? Bei mir und vielen meiner Bekannten war das anders herum...
Ok, ich lasse mich gern eines besseren belehren.
Kris 2009/11/29 13:48:34
Kommentar löschenIn meiner Welt gibt es Platz für animalische Blutsauger UND glitzernde Entsagungsvampire. Sollte demnächst jemand einen Film über Alien-Vampire vom Planeten Desmodontinae drehen, werde ich für die auch mein Fenster offen lassen.
6 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
treebeard3rd 2009/11/29 16:19:55
Kommentar löschenEs kann beides funktionieren. Vampire können animalisch sein aber auch romantische Adern haben. Es sind nicht existente Wesen. Also können wir hier nicht von Realismus reden oder irgendwelche Regeln. Fantasy wäre nicht Fantasy wenn es eingeschränkt wäre durch irgendwelche Regeln. Ich mag Twilight nicht, aber ist halt mal eine andere Vorstellung von Vampiren. Es gibt genug Leute, denen das geschaffene Universum gefällt.
3 Mitgliedern gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
alanger 2009/11/29 20:11:48
Kommentar löschenum die diskussion etwas zu versachlichen hier mal die definition: "Ein Vampir ist ein ...grafisches Analysewerkzeug für Datenreihen, zur Optimierung von parallelen Anwendungsprogrammen"
http://de.wikipedia.org/wiki/Vampir_%28Begriffskl%C3%A4rung%29
das glitzert doch in einem ganz anderen licht.
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 2 Antworten
ladycullen<3 2010/01/02 22:47:57
Kommentar löschenIch denke doch, dass für beide Platz ist in dieser Welt. Das schöne an Fantasie ist doch, dass der Begriff keine Grenzen setzt.
Ich hab mir jetzt alle Kommentare durchgelesen, aber ich sehe nicht so recht ein was an der Darstellung der Vampire in twilight falsch sein soll. Es gibt durchaus blutdurstige Vampire (alle bis auf die Cullens und die Denalis). Und wenn es so falsch sein soll, dass in einem Jugendfilm/-buch keine expliziten Sexszenen vorkommen, dann weiß ich auch nicht weiter.
Ich würde Say-what und allen anderen allerdings raten die Bücher zu lesen, bevor sie in ihren Artikeln völlig abwegige Sachen behaupten. Die Fakten zu kennen ist wichtig uzw. ohne etwas hineinzuinterpretieren, aber das wurde ja schon vorher in einer ellenlangen Diskussion geklärt. Trotzdem, diese Anschuldigungen und Unterstellungen gehen mir mittlerweile sowieso auf den Keks. Wie Kris oben bereits erwähnte: dumm, reaktionär, lustfeindlich, frauenfeindlich, männerfeindlich, rassistisch... es gibt einen ganzen Regenbogen solcher Anschuldigungen.
" Selbst die Früchte ihrer “Lust” (und in gewissem Sinne auch die Strafe dafür) erlebt sie nicht, da sie bei der Geburt des Kindes nur knapp einem blutigen, qualvollen Tod entgeht."? Naja, ein ewiges glückliches Leben mit einem Mann der sie über alles liebt und einem Kind, das einmal glücklich mit Jacob zusammenkommen wird ist wirklich ein schlimmes Los. Und sie ist bei der Geburt ihres Kindes bei Bewusstsein.
"Hol ihn RAUS!" schrie ich Edward zu. Warum hatte er das noch nicht getan? "Er kriegt keine Luft! Jetzt SOFORT!" "Das Morphium ..." Er wollte waten, wollte mir Schmerzmittel geben, während unser Baby starb?! "NEIN! JETZT ..."
Um zu schreien muss man definitif bei Bewusstsein sein, das wollte ich nur ansprechen, weil das vorher noch nicht geklärt wurde.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Deine Meinung zum Artikel Blutdurst und Sex - was Twilight fehlt
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.



Romantik kann da ruhig reinspielen, aber bitte nicht "light"!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten