Cannes 2009: A l'Origine - Gérard Dépardieu in Cannes
annaberlin (Anna Sita Zinn), Veröffentlicht am 22.05.2009, 08:55
Hochkarätig besetzt ist diese französische Komödie von Xavier Giannoli, die soeben in Cannes ihre Premiere feierte: À l’origine wartet mit Gérard Depardieu auf und präsentiert in den Hauptrollen die nicht minder bekannten François Cluzet und Emmanuelle Devos. Die augenzwinkernde Komödie dreht sich um einen kleinen Gauner, der sich als Verantwortlichen beim Bau einer Autobahn ausgibt. Sein Lügenkonstrukt funktioniert recht gut, bis er an eine Frau gerät, die die Bürgermeisterin eines kleinen Ortes ist, durch welchen die Autobahn führen soll. Denn als Gefühle ins Spiel kommen, zweifelt der Betrüger an seinem Lügenkonstrukt. Doch mittlerweile arbeiten bereits mehr als zehn Personen für ihn.
Exzellent nennt Hanns-Georg Rodek von der Welt den Film. "Diese – auf wahren Geschehnissen beruhende – Geschichte klingt eigentlich nach einer putzigen englischen Filmkomödie. Weil sie aus Frankreich kommt, ist sie eher bittersüß als putzig und berichtet viel von Selbstausbeutung und blinder Hoffnung auf “die da oben”. Keiner fragt jemals, ob dieser Autobahnbau irgendeinen Sinn ergibt; die Strecke führt ins Leere und entsteht einzig und allein, damit das Rad der Wirtschaft sich weiterdreht."
Als Favorit des Wettbewerbs – gemeinsam mit dem anderen fanzösischen Beitrag Ein Prophet – sieht gar Hans Jürg Zinsli von der Berner Zeitung den Film. “Französische Kleinkriminelle und Hochstapler sind in Cannes der letzte Schrei. Das klingt verrückt, und verrückter noch: Die Filme Ein Prophet von Jacques Audiard und À l’origine von Xavier Giannoli mäandrieren so geschickt zwischen dreister Selbstbereicherung und persönlichem Reifetest, dass die restliche Konkurrenz verblasst. Die beiden französischen Wettbewerbsfilme führen dabei nicht nur den Weitblick im Titel. Sie spiegeln das Gute im Bösen, vermessen die soziale Landkarte präzise und vermitteln Helden-Visionen.”
Enttäuscht dagegen ist Milan Pavlovic im Kölner Stadtanzeiger: Die Komödie beginnt zwar außerordentlich gut, doch "nach 80 Minuten fängt der Film an, sich zu ziehen, weil er sich wiederholt. Und selbst gute Schauspieler … können nicht jede Länge verdecken.
Hier könnt Ihr Euch den französischsprachige Trailer anschauen. Wann der Film in unsere Kinos kommt steht noch nicht fest.
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