Delfin-Blut für eine bessere Welt

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Veröffentlicht am 22.10.2009, 08:50

Die Dokumentation Die Bucht enthüllt skandalöse Vorgänge im japanischen Küstenort Taiji: In einer abgelegenen Bucht werden jährlich tausende von Delfinen abgeschlachtet. Welche Wirkung haben die drastischen Bilder?

Die Bucht Die Bucht © Drei Freunde

Ric O’Barry wurde in den 1960er Jahren bekannt durch seine Mitarbeit an der legendären TV-Serie Flipper: Er fing fünf Delfine ein und trainierte sie für die Dreharbeiten. Als einer der Meeressäuger in seinen Armen starb – Ric O’Barry spricht von einem Selbstmord – entschloss er sich zu einem radikalen Positionswechsel: Anstatt Delfine zu fangen und zu dressieren, bekämpfte er von nun an den Handel mit den Tieren.

Mit dem Dokumentarfilm Die Bucht sorgt der überzeugte Tierschützer derzeit für Furore. Zusammen mit einem Team aus hochspezialisierten Spionagetechnikern, Tauchern und Filmschaffenden gelang es Ric O’Barry, erstmals Aufnahmen von einer grausamen Massenschlachtung zu filmen: Im japanischen Küstenort Taiji werden jedes Jahr Tausende von Delfinen mit perfiden Methoden in eine abgelegene Bucht gelockt und dort auf brutale Weise umgebracht. Nur die stärksten und widerstandsfähigsten Meeressäuger werden für Preise bis zu 150.000 Dollar an Zoos und Aquarien in aller Welt verkauft.

Die angloamerikanische Filmkritik zeigt sich begeistert von Die Bucht. Gelobt werden das hohe handwerkliche Niveau und die mitreißende Wirkung, die der Dokumentarfilm entfaltet. Kritiker-König Roger Ebert folgert, dass dies noch ein Nachspiel für Die Bucht haben wird: “Es gibt viele Dokumentationen, deren Wut sich auf die menschliche Zerstörung des Weltfriedens richtet. Diese ist eine der besten – eine sichere Oscar-Nominierung.”

Auch in Deutschland hinterlässt Die Bucht tiefen Eindruck. Annette Kögel vom Tagesspiegel zeigt sich angesichts der drastischen Bilder erschüttert: “Das blutrote Meer in der Taiji-Bucht ist nicht nachkoloriert, die Farbe ist echt. Jedes Jahr malträtieren Fischer in Taiji, rund 700 Kilometer südlich von Tokio, mit Delfintrainern in gemeinsamer Sache Tausende der hochintelligenten und sensiblen Tiere. Sie verwirren die Delfine, indem sie Lärm produzieren. Sie treiben sie zusammen, Weibchen kalben in Panik, andere springen immer wieder verzweifelt in die Luft, um den Stichen der Fischerhaken und Lanzen zu entgehen, verheddern sich schwerverletzt im Treibnetz.”

Nach Magret Koehler von br-online handelt es sich bei Die Bucht um “verstörendes und reales Horrorkino mit dem Menschen als größten Feind der Natur. [Die Bucht] funktioniert auf zwei Ebenen – auf der emotionalen wie auf der informativen [und] lebt vor allem durch den Hauptprotagonisten Richard O’Barry. Spektakulär, aber nie spekulativ.”

Hier ist der Trailer zu Die Bucht


Malu (Martin Lukas)

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Die unmittelbarste Gefahr für Wale und Delphine sind die kilometerlangen Treib-, Schlepp- und Stellnetze der Fischer. Wenn sich die Tiere darin verfangen, ersticken sie qualvoll, weil sie unter Wasser keine Luft bekommen und zum Atmen nicht an die Wasseroberfläche können. Über sechs Millionen Delfine sind in den letzten Jahren in den Ring- und Treibnetzen der Thun- und Tintenfischfänger zugrunde gegangen. Noch sterben jährlich Zehntausende von Delfinen im östlichen tropischen Pazifik in den Ringnetzen der Gelbflossen-Thunfischfänger. Jahrelang wurden von der Marine der USA und Russland Delfine gefangengehalten, um diese für militärische Zwecke auszubilden und entsprechend einzusetzen. In Chile werden jährlich einige Tausend der seltenen und stark bedrohten Chilean-, Commerson-, Peale's- und Dusky-Delfine getötet, um ihr Fleisch als Krabbenköder zu verwenden. Auf der japanischen Insel Iki spielen sich jedes Jahr gräßliche Szenen sinnloser und bestialischer Tierquälerei ab. Dies mit der Begründung, daß Delfine die Fischer konkurrenzieren. Die getöteten Delfine werden zu billigem Düngemittel verarbeitet.

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