Zum Kinostart von Pitch Perfect 2

Der Aufstieg des Rebell Rebel

Mehr als nur blöd gucken: Rebel Wilson in Pitch Perfect 2
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Mehr als nur blöd gucken: Rebel Wilson in Pitch Perfect 2
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2012 war die Komödie Pitch Perfect ein voller Erfolg. Es ist also kein Wunder, dass gestern die Fortsetzung Pitch Perfect 2 in den deutschen Kinos angelaufen ist. Neben Anna Kendrick (Up in the Air) und Brittany Snow (Harry's Law) ist auch die Australierin Rebel Wilson erneut in der Fortsetzung der Musicalkomödie zu sehen. Das Gesicht ist bekannt, doch wann ist Wilson eigentlich so berühmt geworden? Wir haben uns etwas umgeguckt.

Rebel Wilson heißt wirklich Rebel. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen, solltet ihr wissen, dass ihre Geschwister auf die wundervollen Namen Liberty, Annachi und Ryot hören. Denkt jetzt nicht, ihre Eltern wären Hippies, laut Wilson selbst ist sie nämlich in einem sehr konservativen Haushalt groß geworden. Übrigens sind Liberty und Ryot in Australien auch kleine Berühmtheiten. Sie haben nämlich an der ersten Staffel The Amazing Race Australia teilgenommen. Nun aber der letzte Funfact: Ihre Großtante war die Ehefrau von Walt Disney. Ich weiß, ich weiß. Natürlich sind das keine Erklärungen für ihren ansteigenden Ruhm. Also: Weiter geht's.

Pizza essen

Ihre allererste Rolle hatte Rebel Wilson als die griechisch-australische Toula in der australischen Low-Budget-Sitcom Pizza. Aber der dritten Staffel spielt sie die übergewichtige Freundin des Libanesen Habib (Tahir Bilgic). Schon damals bezogen sich viele ihrer Gags auf ihr Übergewicht, was sich durch ihre komplette Karriere ziehen soll. Durch ihre Darstellung in der Serie und dem darauf folgenden Film Fat Pizza gelangte sie bald an einen festen Platz im Ensemble von The Wedge, einer australischen Sketchcomedy. Erneut erscheint es hier als ihre vorrangige Aufgabe, dick zu sein und somit die Brüller zu liefern. Einer ihrer Charaktere hieß sogar Fat Mandi:


Hollywood, sie kommt!

Ihre erste Rolle in einem Hollywood-Streifen hatte sie in Ghost Rider. Vielleicht ist der Film kein Glanzstück, das geben wir gerne zu. Allerdings war Wilsons Auftritt als Gothic-Mädchen, das von Eva Mendes interviewt wird, schon ein Highlight. Wenn sie versucht, mit ihren Händen den brennenden Kopf des Ghost Riders nachzuahmen, erkennt man den Ansatz von Rebel Wilsons Humor, an dem sie bis heute feilt: Sie schafft es, sich selbst in den Mittelpunkt zu rücken und uns die Figuren um sie herum vergessen zu lassen.

Was auf diesen Auftritt folgt, ist ihr erster großer Wurf. 2008, also im Alter von nur 22 Jahren, bekommt Rebel Wilson ihre eigene Serie. Damit meinen wir nicht nur, dass sie die Hauptrolle in Bogan Pride übernommen hat, sondern sich auch das Wort "Schöpferin" auf ihre Fahne schreiben darf. Sechs Folgen lang erzählt sie in der Musical-Comedy die Geschichte eines dicken Mädchens aus der Unterschicht, die versucht durch einen Tanzwettbewerb an Geld für die Operation ihrer Mutter zu kommen. Nicht viele Australier haben sich die Serie angesehen, allerdings waren die Kritiker begeistert. So schrieb Gary Young von Impulse Gamer:

Wilson ist der Star der Serie und [...] holt für ihren Charakter den Dreck aus sich selbst heraus. [...] Es ist klassische australische Comedy.

Nachdem die Australier ihre Rebel Wilson also als eigenes Kulturgut erkannt haben, hat es auch nicht mehr lange gedauert, bis Hollywood erneut an die Tür klopfte. Doch nun sollte sie nicht nur eine Rolle ohne Namen bekommen, so wie es in Ghost Rider der Fall war. Nein, hier sollte ihre Karriere erst richtig ins Rollen geraten.

Die Komödie unterwandern

In dem Oscar nominierten und von Judd Apatow produzierten Film Brautalarm erhielt Wilson die Rolle der Brynn. Diese wohnt zusammen mit ihrem Bruder Gil (Matt Lucas) und Kristen Wiigs Annie in einer WG. Über Nacht wird Rebel Wilson mit dieser Darstellung zum Star in Amerika. Niemand kann es aus seinem Kopf verbannen, wie sie ihr neues Tattoo zeigt und es versucht, mit gefrorenen Bohnen zu kühlen. Es dauert nicht lange und Wilson bekommt ihre erste Hauptrolle in einem Hollywood-Film. In Die Hochzeit unserer dicksten Freundin (grausamer deutscher Titel) spielt sie an der Seite von Kirsten Dunst und Isla Fisher. Ihr Humor? Hat sich nicht wirklich geändert. Immer noch ist ihre Figur ein großer Bestandteil ihres Repertoires. Außerdem hört für sie der Witz niemals bei der Pointe auf. Es erscheint ein wichtiger Teil ihrer Gags zu sein, die Geschichte tot zu erklären. Das ist wahrlich etwas, das wir schon lange nicht mehr auf der Leinwand sehen durften. Ellen DeGeneres hat dies öfter in ihrer Sitcom Ellen getan, aber im Kino ist Humor in den letzten Jahrzehnten meist sofort erkennbar, selten wird auf die Nachwirkung gewartet. Erst der Witz, darauf lautes Lachen, dann ist Schluss. Nicht bei Rebel Wilson! So ist ihr grausames Tattoo in Brautalarm nicht nur sichtbar witzig, nein, Frau Wilson muss sich im Kreis drehen, ihren vollen Prachtkörper präsentieren und das Motiv kommentieren, denn es ist schließlich ein "Native American symbol for wasted."

Rebel Wilson? Auf jeden Fall besetzen!

Es folgt ein ganze Reihe an Komödien. Darunter waren zwar auch Durchschnittsleistungen wie Was passiert, wenn's passiert ist oder Die Trauzeugen zu finden, aber sie zeigte sich auch in kleinen gehaltvolleren Filmen, zum Beispiel an der Seite von Glee-Star Chris Colfer in Vom Blitz getroffen oder in Small Apartments, erneut an der Seite von Matt Lucas.

Im Oktober 2012 startete dann Pitch Perfect. Die Musical-Komödie wird zu einem immensen Erfolg, was auch Rebel Wilson zu verdanken ist. Der Film bietet nichts Neues. Glee trifft Breakfast Club, und das auch nur in halb so gut. Wilsons Witze sollte aber niemand verpassen. Wenn sie Rumknutschen mit dem Konsum von Crystal Meth vergleicht oder horizontales Laufen erklärt, fragt sich der Zuschauer, warum man jetzt schmunzeln musste. Im Prinzip war das ein billiger Gag, aber dieses Mädchen denkt nicht darüber nach, sondern lässt ihn einfach heraus.

Rebel Wilson lehrt uns, dass Comedy eigentlich nicht mehr machen muss, als das zu sagen, was wirklich passiert. Ja, sie ist dick und jeder sieht es. Warum also nicht darüber reden? Letztlich lebt sie uns vor, dass wir alle einfach mehr über uns selbst lachen sollten. Schwierig scheint es ja nicht zu sein - jeder hat Potential.

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