Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 mit John Travolta & Denzel Washington bleibt unterirdischBearbeiten

Veröffentlicht am 24.09.2009, 08:55

Das Remake Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 ist ein gutes Beispiel für eine äußerst schlechte Neuauflage eines Films. Tony Scott, Denzel Washington und John Travolta schaffen es nicht, den Film aus den Tiefen des Kino-Schachts herauszuheben.

John Travolta in Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3 John Travolta in Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3 © Sony

An heutigem Donnerstag startet in Deutschland the-taking-of-pelham-123-2 von Regisseur Tony Scott. Das Remake des U-Bahn-Thrillers aus dem Jahre 1974 ist mit den Hollywood-Größen Denzel Washington und John Travolta besetzt. An der Geschichte des Klassikers hat sich kaum etwas verändert:

Unter den Straßen von New York herrscht nackte Angst. Der brutale und skrupellose Gangster Ryder (John Travolta) hat zusammen mit seinen Komplizen die U-Bahn Pelham 123 entführt. Damit sind Dutzende von Fahrgästen in Ryders Gewalt und haben keine Möglichkeit, in den verschachtelten U-Bahn-Tunneln zu entkommen. Ryder fordert über ein Telefon zehn Millionen Dollar Lösegeld, welche innerhalb von nur einer Stunde gezahlt werden soll, ansonsten will er seine Geiseln erschießen. Der Fahrdienstleiter Walter Garber (Denzel Washington) sucht fieberhaft nach einer Möglichkeit, den Gangster zu stoppen, denn er muss mit Ryder kommunizieren. Ein zermürbender Verhandlungskrieg beginnt.

the-taking-of-pelham-123-2 wird von Kritiker Gebhard Hölzl vom Bayerischen Fernsehen trotz der vielschichtigen Vorlage zu einem eindimensionalen Action-Thriller reduziert, in dem Denzel Washington und John Travolta arg unterfordert sind: „Der Thriller ist, um mit Tony Scott ’s früheren Filmen zu sprechen, Déjà Vu – Wettlauf gegen die Zeit, und sein bevorzugter Star Denzel Washington darin erneut der Mann unter Feuer. Und John Travolta, der Ex-Tänzer ist ein wenig aus dem Leim gegangen.“

Ein bitteres Urteil über the-taking-of-pelham-123-2 fällt Kritiker Marius Zekri von Bayern 3 : „Über weite Teile schleppt sich der Film so zäh und müde über die Leinwand, dass sich mancher Zuschauer eine Vorspultaste wünschen wird. Und wer das Original kennt, der dürfte im Kinosessel von der guten, alten Zeit träumen.“ Sein Fazit lautet denn: „Die Idee ist toll, die Schauspieler auch – nur mit der Story und der Umsetzung der Geschichte hapert es. Nach zwei Kinostunden bleibt die Erkenntnis, dass das Warten auf die U-Bahn im wirklichen Leben manchmal spannender sein kann, als im Kino zuzuschauen, wie eine entführt wird.“

Franz Everschor von film-dienst.de lobt zwar die schauspielerische Darbietung, jedoch kritisiert er die filmische Umsetzung von the-taking-of-pelham-123-2 im Vergleich zum Original: „Tony Scott hetzt atemlos durchs Arsenal des modernen Effekte-Films, als wolle er in jeder Szene die Realität rechts überholen. Die Fahrdienstleitung der U-Bahn sieht aus wie das Space Center der NASA, New York wird zur Spielwiese schwerkraftloser Autokollisionen, und die graffitifreien U-Bahn-Züge müssen sich künstliche Beschleunigungen gefallen lassen. Damit der Zuschauer nur nicht zu lange den Gesprächen zwischen Entführer und Fahrdienstleiter lauschen muss, wird der Film auf eine Weise aufgeputscht, als ob sich an der nächsten Straßenecke Terminator und Transformer begegnen würden. Der Schnitt kann nicht hektisch genug sein, die Kamera darf sich um 360 Grad drehen oder wird so „verrissen“, als gelte es, den rasenden Zug beständig an Geschwindigkeit zu übertreffen. Trotzdem ist dies alles nicht genug, um ein heutiges Kinopublikum zufrieden zu stellen. Die Zeiten haben sich geändert und die Erwartungen der Kinobesucher mit ihnen.

Trailer zu the-taking-of-pelham-123-2

Das Remake des U-Bahn-Thrillers the-taking-of-pelham-123-2 startet heute in den deutschen Kinos. Wer in Berlin aufgrund des anhaltenden S-Bahn-Chaos’ trotzdem das Kino pünktlich erreichen möchte, sollte vorher genauestens die Termine in unserem Kinoprogramm studieren.


Cribber (Crib Ber)

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Tesafilm

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