Sequel statt Reboot

Die Fortsetzung des Rosenkrieg mit anderen Mitteln

Der Rosenkrieg
© 20th Century Fox
Der Rosenkrieg

Der Rosenkrieg war eine bittere Satire auf die Ehe- und Familienvorstellung der bürgerlichen Oberschicht in den USA, die allein über die Menge ihrer Besitztümer ihren Beziehungsstatus definieren. In dem Film von Danny DeVito bekriegten sich Michael Douglas und Kathleen Turner als das Ehepaar Rose bis aufs Blut. Der Autor der Vorlage, Warren Adler, hat kurz nach The War of the Roses (1981) auch eine Fortsetzung geschrieben: The War of the Roses, The Children. Hierin geht es um die Kinder des Ehepaars Rose, Josh und Evie, die unter den Auswirkungen ihrer sich bekriegenden Eltern leiden. Aus dem alles vernichtenden Ehestreit wird ein von Generation zu Generation weitergegebende Sozialstörung. Josh schafft sich sein eigenes Leiden, wenn er heiratet, nur um sich einer nervenzehrenden Beziehung auszusetzen. Evie dagegen ergeht sich in Maßlosigkeit, sie ist promisk und leidet an einer Essstörung. Am Ende steht auch hier Betrug, Gewalt und Zerstörung. Abermals vorgetragen im Gewand einer rabenschwarzen Komödie.

Mehr: Kathleen Turner in Dumm und Dümmer 2

Es sind bisher weder ein Regisseur noch ein Drehbuchschreiber von Der Rosenkrieg 2 bekannt, aber Produzent David Permut treibt die Entwicklung des Films bei Grey Eagle Films voran. Mit der Perspektive auf die nächste Generation der Rosenkrieger erweitert sich zugleich das Spektrum um das Ausgangsthema. David Permut sagt dazu: “Der Film deckt mit ironischem Ton die Schattenseiten der bürgerlichen Familie auf, die von Ehebrechertum, Maßlosigkeit und überbesorgten Schwiegermüttern geprägt sind. Zudem zeigt er die katastrophalen Auswirkungen, die all das auf die nächste Generation hat, die Enkelkinder des einstigen Ehepaars Rose.” (deadline.com)

Das klingt vielverspechend, schlugen doch die Filme der letzten Jahre, die die us-amerikanische Mittelklasse portraitierten eher gefällige Töne an: Little Miss Sunshine, The Kids Are All Right und Crazy, Stupid, Love. waren in erster Linine Wohlfühlfilme mit Versöhnungsgarantie. Erfrischender war da schon Wir sind die Millers von Rawson Marshall Thurber, der schon mit Voll auf die Nüsse seine Vorliebe für Witze bewies, die (buchstäblich) unter die Gürtellinie zielen, und in seinem neuen Film, das Konzept der Patchwork-Familie durch den Kakao zieht. Wir können gespannt sein, wie die neue Version des Rosenkriegs aussieht.

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