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Die kreativen Köpfe hinter euren Lieblingsserien

Picknicker (Thomas Zimmer), Veröffentlicht am 16.03.2012, 16:50

Letzte Woche haben wir euch in einer kleinen Geschichtsstunde über die Entstehung des Quality-TV Phänomens informiert. Diese Woche soll es um die großen Showrunner gehen, die den neuen Serien ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken.

Vince Gilligan am Set von Breaking Bad Vince Gilligan am Set von Breaking Bad © AMC

In meinem Text von letzter Woche habe ich versucht einen kleinen Überblick zur Entstehungsgeschichte des Quality-TV zu geben. Eine der Schlussfolgerungen lautete, dass das neu ausgerufene goldene Fernsehzeitalter aus verschiedenen Gründen mit filmgeschichtlichen Umbrüchen wie der Nouvelle Vague oder dem New Hollywood Kino vergleichbar ist. Zum einen ist eine neue kreative Schaffensperiode entstanden, die die Unterhaltungsindustrie nachhaltig beeinflusst hat. Zum anderen – und darum soll es im heutigen Text gehen – feiert der Begriff des Autors momentan eine überraschende Renaissance.

Die Rückkehr des Autors im Fernsehen
Der Begriff des Autors oder Auteurs, wie er prägend für das Kino der 60er und 70er Jahre war, ist ein Ausdruck, der im Hinblick auf die sehr industriell geprägte Fernsehlandschaft lange gar keine Rolle innerhalb dieser zu spielen schien. Schließlich waren die Aufgaben bei der Herstellung einer Fernsehsendung meist noch deutlich klarer verteilt, als beim großen Bruder Film. Und selbst dort verlor der Begriff in den 80er und 90er Jahren deutlich an Bedeutung. Der Autor wurde nicht nur in der Literatur für tot erklärt, sondern auch für den Film und nicht mehr als maßgebend angesehen, wenn es um die Interpretation eines bestimmten Werkes ging. Dass der Autorenbegriff nun gerade im Fernsehen ein Comeback feiert, liegt an der neuen Art der Quality-Fernseherien, für deren Erfolg nicht zuletzt die umfassende Vision eines kreativen Showrunners oder Creators verantwortlich ist. Immer öfter verbinden wir bestimmte Serien nun mit den Namen ihrer geistigen Väter. Die wichtigsten modernen Fernsehautoren wollen wir euch folglich kurz vorstellen. Um im Rahmen zu bleiben, beziehen wir uns besonders auf die hierzulande bekanntesten Dramaserien und lassen andere Genres erst einmal außen vor.

Die Veteranen – Drei Davids für ein HBO
So richtig los ging es mit dem modernen Quality-TV Zeitalter für viele mit der HBO-Gangsterserie Die Sopranos. Der Kopf hinter dem Projekt um den in der Existenzkrise steckenden Mafioso Tony war David Chase. Der mittlerweile 66-Jährige erschuf bereits Ende der 80er Jahre mit Almost Grown seine erste eigene Serie, die trotz Kritikerlob nach nur 10 Folgen eingestellt wurde. Nicht so bei den Sopranos; Chase wird in 30 der 86 Episoden explizit als Autor genannt, führte sowohl beim Pilot als auch beim Finale Regie und segnete das Skript jeder einzelnen Folge ab. Ein wahrer Alleskönner.

Neben den Sopranos gilt Vielen eine Sendung des nächsten Herrn als Maß aller Dinge, wenn es um moderne Dramaserien geht. Nach der Miniserie The Corner entwarf David Simon gemeinsam mit dem Ex-Polizisten Ed Burns das Baltimore-Epos The Wire. Simons Herkunft (als ehemaliger Polizeireporter) ist der Journalismus und die nicht-fiktionale Literatur. Ein Hintergrund, den der Zuschauer Simons Serien anhand ihres beeindruckenden Realismus in jeder Sekunde anmerkt. Mit seiner aktuellen Serie Treme über das New Orleans nach dem Hurrikan Katrina leuchtet David Simon weiter die thematischen und erzählerischen Möglichkeiten des Serienformats aus.

Der Realismus in David Simons Serien funktioniert oft über die Eigenheiten der Sprache der einzelnen Figuren. Und auch der nächste Mann im Bunde ist ein Mann des Wortes. Nie kam Sprache im Fernsehen rauher daher, als in der modernen Westernserie Deadwood von David Milch, die zur Enttäuschung zahlreicher Fans bereits nach der dritten Staffel abgesetzt wurde. Milch selbst gilt als verrücktes Genie, das einst gegen Drogensucht kämpfte, für seine unorthodoxe Arbeitsweise bekannt ist und nach dem eher enttäuschenden John from Cincinnati mit der HBO-Show Luck zumindest mit der ersten Staffel die Kritiker begeistern konnte. Doch auch Luck wurde vorzeitig abgesetzt.

Die neue Generation
Die stärkste Konkurrenz im Bereich Dramaserien bekommt die Hitschmiede HBO aktuell vom Kabelsender AMC. Kein Wunder, zeichnen doch auch hier die kreativsten Köpfe für die populären Serienproduktionen verantwortlich. Eine der aufsehenerregendsten dieser Shows ist mit Sicherheit die adrenalingeladene Sendung Breaking Bad, über den Normalbürger Walter White, der sich aus Verzweiflung zum professionellen Drogenkoch entwickelt. Der erst 45-jährige Vince Gilligan agiert als Creator dieses nervenzerreißenden Dramas, welches auch zu euren Lieblingsserien gehört. Sein Handwerk lernte er bei keiner geringeren Serie als der Kult-Sendung Akte X. Dem “Bad Boy” Gilligan dürfte noch eine rosige Zukunft bevor stehen.

Die zweite große AMC Show, die momentan in aller Munde ist, nennt sich Mad Men und stammt aus dem Ideenpool von Matthew Weiner. Ende März geht die Serie rund um eine Werbeagentur im New York der 60er Jahre in die 5. Staffel, wobei Weiner, seine Darsteller und seine Crew bereits mit zahlreichen Preisen für das beeindruckende Period-Drama überhäuft wurden. Brisant ist, dass der ehemalige Sopranos-Autor die Serie urprünglich seinem damaligen Arbeitgeber HBO angeboten hatte. Diese lehnten allerdings ab. Eine Entscheidung, die im Nachhinein für einiges an Zähneknirschen seitens HBO gesorgt haben dürfte.

Waren das schon alle?
Es könnten an dieser Stelle zahlreiche weitere wichtige Fernsehautoren genannten werden, denen es gelingt, ihre eigene Handschrift in diversen Fernsehserien unterzubringen; von Terence Winter (Boardwalk Empire), über Joss Whedon (buffy–im-bann-der-damonen, n/a) bis Amy Sherman (Gilmore Girls, The Return of Jezebel James), und und und… Damit dieser Text allerdings nicht zum reinen Namedropping verkommt, ist nun erstmal eure Meinung gefragt.

Wie seht ihr die Bedeutung des Autors in modernen Quality-Serien? Wer sind eure Lieblinge? Über wen würdet ihr gerne mehr wissen?


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Kommentare

über Die kreativen Köpfe hinter euren Lieblingsserien


Happy_Mask_Salesman

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Kurt Sutter (The Shield, Sons of Anarchy) wäre sicher auch noch erwähnenswert.

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torwei

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Ohne Autoren geht nunmal NICHTS.

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hitchkokfan

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Boardwalk Empire ist bisher eine der besten Serien, die ich gesehen habe. Sie versuch eben so authentisch ein Jahrzehnt dazu stellen, wie Mad Men. Gleichzeitig sind nahe zu alle Charaktere mehrdimensional.
Auch Mad Men und Breaking Bad finde ich gut, jedoch, habe ich beide nach 2-3 Staffeln aufgehört zu schauen. Nur bei Mad Man kommt ab und zu wieder das Verlangen auf weiter zu schauen.
Ansonsten freue ich mich gerade auf die zweite Staffel von Terra Nova (jaja, einfaches Hollywood bum-bum aber spannend) und Eureka (der Nerd ;) ).

Vielleicht kann man hier ja noch "Sherlock" aus GB erwähnen. Diese "Serie", ist wirklich hervorragend und es ist doch schön, dass das qualitative Britische Fernsehen nicht ausgestorben ist.

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Seppeline

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Du hast diese News hier übersehen:
http://www.moviepilot.de/news/keine-zukunft-fuer-terra-nova-114703


hitchkokfan

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danke.
Na das ist ja mal wirklich schade. Kürzlich hieß es ja noch, dass an der zweiten Staffel gearbeitet wird - auch wenn das schon so in den Seilen hing. Verstehe ich gar nicht. Die Serie ist zwar enorm teuer, aber mit genug Marketing wäre sie sicherlich genau so stark zu verkaufen gewesen wie Lost


Weltensegler

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Joa, sehr cool. Für mich sind es so weit David Simon und Vince Gilligan aus dem Text. Ansonsten ist Jason Katims (Roswell, FNL, Parenthood) ein ganz Großer für mich, Greg Berlanti auch (leider macht er seit einiger Zeit Sachen die mich nicht ansprechen - auch aktuell wohl nix dabei). Alan Ball natürlich für SFU. Wobei dann ja eigentlich alle Köpfe genannt werden müssten die bei Lieblingsserien dabei stehen, Community Macher Dan Harmon gehört auch dazu. Schöner Artikel, give us more.

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Imagination

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Hihi. :)


marv

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Sorkin mit West Wing, sollte nicht vergessen werden

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Dox

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Bei dem Bild da oben bekomm ich schon wieder Gänsehaut, wenn ich nur an die letzten Episoden der 4. Staffel denke...

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Mr. Pink

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Meine Helden unter den Serienschöpfern sind Joss Whedon und Ryan Murphy.

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mitcharts

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Mehr, viel mehr von solchen Artikeln, bitte!

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Prechtl

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"Der Autor wurde nicht nur in der Literatur für Tod erklärt..." - für tot erklärt heißt das :)

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Picknicker

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Recht haste! Danke, ist verbessert.


Ines Walk

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Alan Ball für SIX FEET UNDER und - ihr wisst schon ...

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Picknicker

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Six Feet Under ist super, True Blood hab ich leider noch nicht gesehen...aber ich gebs zu: ich hab ihn einfach vergessen...sorry!:)


the gaffer

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Joss Whedon FTW!

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HerrLehmann

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!


mitcharts

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/sign


Roolfer

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Danke Picknicker, für diesen tollen Artikel :)
Danke Vince, für meine absolute Lieblingsserie :)

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phoenix409

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Für die ganz großen Dinger muss man dann wohl David heißen :)
Gerade vor den beiden Erstgenannten hab ich übrigens aller größten Respekt: Nach solchen Lebenswerken hat man wirklich alles erreicht und kann (zumindest künstlerisch) wahrlich zufrieden von der Welt gehen.
Alan Ball (Six Feet Under) sollte hierbei auch nicht unerwähnt bleiben.
Ansonsten bin ich natürlich gespannt, ob sich Gilligan mit Season 5 entgültig mit in die Reihe der ganz Großen stellen darf. Dass er das Zeug dazu hat, kann man eindeutig sehen.

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Imagination

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Mal wieder sehr geil. :)

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Weltensegler

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Hihi. :)


Mein Senf

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Meine Held in dieser Kategorie ist David E. Kelley, der meine erste Lieblingsserie "Picket Fences - Tatort Gartenzaun" (1992-1996) erdacht und geschrieben hat.

Daneben gehen unter anderem "L.A. Law", "Doogie Howser", "Ally McBeal", "The Practice", "Chicago Hope und "Boston Legal" auf sein Konto. Nicht alles davon ist 100prozentig mein Fall, aber definitiv Qualitätfernsehen im schicksten 1990er-Jahre-Stil und garantiert in 4:3.

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brainchild

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Nicht zu vergessen "Boston Public", sehr unterschätzt!


Coach T

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Sehr gut!

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Rukus

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Frank Lupo! Kampfstern Galactica, Magnum, Trio mit vier Fäusten und natürlich das A-Team. Muss man mehr sagen? ;)

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