Don't dream it, be it. Na wirds bald.
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Das US-Magazin After Elton hat seine Leser aufgefordert, die besten Filme mit “queeren Themen” zu wählen. Die Ergebnisse könnte man dabei als bunte Mischung bezeichnen, die zeigt, wie wenig Filme mit Schwulen und Lesben innerhalb der normalen Filmwahrnehmung stattfinden. Denn genau genommen, ist das Etikett Schwulenfilm oder Queer Cinema eher unglücklich.
Deutlich wird das, wenn man umgekehrt alle Filme, in denen Heteros die Hauptrollen spielen, als Heten-Filme bezeichnen würde, ganz gleich, worum es geht und welches Genre sie bedienen. Natürlich käme niemand auf die Idee, When Harry met Sally, Hostel und Chicago als Hetenfilme zu bezeichnen, nur weil es irgendwie in allen Filmen auch um die Beziehung zwischen heterosexuellen Figuren geht. Umgekehrt ist es aber selbstverständlich, dass beautiful Thing, Hellbent und The adventures of Priscilla Queen of the desert alle als Schwulenfilme laufen, auch wenn sie unterschiedlicher kaum sein könnten.
Insofern ist auch in der Top 50 von After Elton alles vertreten und wenig davon überrascht wirklich.
Auf Platz 1 steht, wie kaum anders zu erwarten, die Cowboy-Schomzette Brokeback Mountain, einer der wenigen Filme, der tatsächlich den Mainstream erreicht hat. Vielleicht, weil die Figuren das machen, was man von Schwulen im Film erwartet: Unglücklich vor sich hin leiden und am Ende sterben.
Platz 2 sicherte sich ebenfalls ein Klassiker. Das britische Coming-Out-Märchen Beautiful Thing, einer der Filme zum Thema, die nicht über ihre Didaktik funktionieren und sich auch nicht in einer “hach ist alles furchtbar”-Stimmung ergehen.
Eine kleine Überraschung auf Platz 3: Shelter ein relativ unbekannter Indiefilm aus dem Jahr 2007, der einen großen Bogen macht um all die Standardthemen. Keine Szene, kein AIDS, keine Fummeltrinen, kein Coming-Out: Nur eine einfache Lovestory, bei der am Ende keiner stirbt.
Platz 4 und 5 sind dann wieder bekanntere Werke: Die freche Komödie um einen schwulen Mormonen Latter Days und die James Ivory Verfilmung Maurice, die Hugh Grant schon vor Vier Hochzeiten und ein Todesfall bekannt machte.
Platz 6 und 7 geht an die liebenswerte “Wo find ich einen ruhigen Platz zum Vögeln”-Liebeskomödie Trick und abermals einen Coming-Out-Film aus dem vereinten Königreich: Get Real-Von mann zu mann.
Die Plätze 8 und 9 belegen der eher unbekannte Film Big Eden und die Midlife-Crises-Ensemble-Komödie Club der gebrochenen Herzen mit Neu-Actionstar Timothy Olyphant und Serien-Superman Dean Cain.
Keine Überraschung auf Platz 10: the adventures of priscilla queen of the desert, in dem sich der spätere Matrix-Star Hugo Weaving und Alt-Haudegen Terence Stamp in gewagte Fummel warfen und im Outback von Australien ABBA-Songs in die Wüste gröhlten.
Eher überraschend ist da schon der einzige deutsche Film der Liste: marco kreuzpaintner s Sommersturm mit Robert Stadlober und Kostja Ullmann. Der leichtfüssige Coming-Out-Film, der bewusst als Mainstream-Film im Gefolge von Crazy vermarktet wurde, hat es wohl auch auf Grund seiner unkrampfigen Herangehensweise in Amerika fast mehr Fans als in Deutschland und schaffte es damit immerhin auf Platz 17.
Direkt vor ihm auf Platz 16 ein weiterer ungewöhnlicher Film: Mysterious Skin von Gregg Araki mit Jungstar Joseph Gordon-Levitt in der Hauptrolle. Das komplexe, humorvolle und drastische Drama, das sich dem Thema sexuellen Mißbrauchs völlig unhysterisch nähert, hat nicht nur die Kritiker überzeugt, sondern auch das Publikum.
Der Kult-Klassiker The Rocky Horror Picture show landete immerhin noch auf Platz 20, der AIDS-Film für die ganze Familie Philadelphia musste sich mit Platz 26 begnügen. Gus van Sant s starbesetzte Shakespeare-Adaption My Private Idaho – Das Ende der Unschuld mit River Phoenix und Keanu Reeves schaffte es nur auf Platz 31.
Noch weiter abgeschlagen: Die starbesetzte Miniserie Angels in America auf Platz 39 und das hochgelobte Road-Movie Transamerica. Der Film mit Desperate Housewives-Star Felicity Huffman als transidente Frau, die auf der Fahrt durch Amerika ihren Sohn kennenlernt, war den Votern nur Platz 43 wert.
Verdientes Schlusslicht: Die ungelenke Verfilmung des Muscials Rent, deren uninspirierte Umsetzung nicht nur Jahre zu spät kam, sondern in ihrer Statik so manche Bühneninszenierung in den Schatten stellte.
Batzman (Oliver Lysiak) 2008/09/09 13:51:00
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Kommentare
über Die schwulsten Filme aller Zeiten
Kommentar schreibencrizcgn 2008/09/09 17:50:05
Kommentar löschenHier übrigens meine persönlichen Top10 laut Moviepilot Bewertung
(wieso kann man so etwas eigentlich nicht per Button filtern und suchen?)
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01. Trick (US)
02. Beautiful Thing (GB)
03. The Laramie Project (US)
04. Boy Culture (US)
05. Früchte der Liebe (DE, ES)
06. Die History Boys - Für's Leben lernen (GB)
07. Latter Days (US)
08. Mysterious Skin - Unter die Haut (US)
09. Prom Queen - Einer wie keiner (CA)
10. Priscilla - Königin der Wüste (AU)
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Batzman 2008/09/09 18:00:02
Kommentar löschenHistory Boys wäre bei mir auch ganz weit vorne dabei. Toller Film, aber auch viel zu gut um nur als "Queer-Cinema" wahrgenommen zu werden.
Prom Queen ist lustig, aber auch bißchen zusehr TV-Movie.
Auf meiner Liste wäre sicherlich Das Kuckucksei (Torch Song Trilogy) auf einem der ersten 5 Plätze.
Cowboys & Angels ist auch klasse. Wobei das Schwulsein ja fast keine Rolle spielt und es wirklich um Freundschaft und Coming of Age geht...
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crizcgn 2008/09/09 18:23:40
Kommentar löschenDer Autor dieses Textes hat sicher selbst festgestellt, dass SHELTER (Platz 3) nicht einmal hier gelistet ist (obwohl er dieses Jahr auf speziellen Festivals lief) ... könnt man ja mal ändern ;-)
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DAS KUCKUCKSEI gibt es (wie einige andere Titel der Liste - ABSCHIEDSBLICKE) trotz prominenter Besetzung in Deutschland nicht einmal auf DVD (*VHS-entstaub*)
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Ach es gab 1988 noch den bitischen Film THE FRUITMACHINE (u.a. mit Robbie Coltrane). Den hätte ich nach dem WUNDERBAREN WASCHSALON auch noch erwartet ...
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alanger 2008/09/09 18:24:01
Kommentar löschenhab ich das überblättert oder ist da kein rosa von braunheim film dabei?
das würde den rosa aber ärgern.
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Batzman 2008/09/09 21:43:39
Kommentar löschenDie Liste ist ja von Amerikanern gewählt worden, da wundert es schon das Sommersturm dabei ist. Die gruseligen Praunheim-Filme sind da wohl noch unbekannter als hier... was ich nicht wirklich bedauere. Da gäbe es andere nicht-angelsächsiche Filme aus dem europäischen und asiatischen Raum, die spannender sind, als der schnarchenlangweilige Kram von Rosa.
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Mr Vincent Vega 2008/09/09 22:22:01
Kommentar löschenFür die Polemik gegen BROKEBACK MOUNTAIN bekommst du von mir noch den Po voll.
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Mr Vincent Vega 2008/09/09 23:08:17
Kommentar löschenUnd HISTORY BOYS war schrecklich. Eine penetrante Homo-Fantasie, die zudem noch reaktionäre Tendenzen aufweist (Lehrer sind triebgesteuerte Klemmschwestern, die ihren Schülern an die Wäsche wollen). Und die Hauptfigur wurde durch einen grässlichen Epilog auch noch verraten.
Ansonsten ist mir die Liste zu klischeelastig. Meist nur Ghettofilme, die nie über den Tellerrand blicken. Hat eben wirklich erst einen Ang Lee dazu gebraucht. *ggg*
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Batzman 2008/09/10 02:06:10
Kommentar löschenNaja so viele Ghettofilme sind es nun nicht. Diese Filme der Liste sind sehr eigenständige Werke, die weit mehr als nur die üblichen Themen behandeln:
The Sum of Us
Parting Glances
Mysterious Skin
Priest
C.R.A.Z.Y.
Wedding Banquett
Angels in America
Shelter
Velvet Goldmine
Shortbus
Transamerica
Velvet Goldmine
Beautiful Laundrette
Sordid Lives
My Own Private Idaho
Gods & Monsters
Bent
La mala educación
Also durchaus ein nicht geringer Teil... und von Ang Lee guck ich mir lieber das Wedding Banquette an, als BBM.
Zu History Boys, ich glaub du tust dem Film und dem was er ausrückt ziemlich unrecht. So wie du das Ende interpretierst, hab ich es nie gesehen... und ich glaub auch kaum, dass der Film und das zugrunde liegende Bühnenstück vorgibt universelle Aussagen machen zu wollen.
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crizcgn 2008/09/10 03:23:03
Kommentar löschen"Für die Polemik gegen BROKEBACK MOUNTAIN bekommst du von mir noch den Po voll" ... *Grübel* Also das was da auf dem Berg abging war nun auch alles andere als SAFE. Nicht umsonst gab es darauf inflationär viele BAREBACK MOUNTAIN Cowboyhut-Filmchen ... *gröhl*
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patcharisma 2008/09/10 16:20:47
Kommentar löschenMein Lieblings-Gay-Film kommt aus England "The Fruit Machine" (1988).
Ich verstehe nicht warum es ihn nicht auf DVD gibt, auch in MoviePilot fehlt er.
Kennt ihn jemand?
Cool Soundtrack by Hans Zimmer!
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Mr Vincent Vega 2008/09/10 22:09:24
Kommentar löschen@crizcgn;:
Das ist immer noch ein Film, der eine Zustandsbeschreibung von Wyoming anno 1963 liefert. Im Prinzip wird alles, was dem Film in den wenigen Fällen aus der queeren Ecke vorgeworfen wird, schon von ihm selbst zurückgewiesen, weil er eindrucksvoll und -fühlsam beschreibt, wohin Selbstverleugnung führt und eben nicht führen darf. Im Prinzip ist das der progressivste und unverstellteste Schwulenfilm.
@patcharisma:
Klang interessant .. bis ich Hans Zimmer gelesen hab.
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crizcgn 2008/09/11 02:41:23
Kommentar löschen@MrV.V. aus B.
MIR musst Du das nicht erklären. ICH habe ja nur über die Reaktion der Pornoindustrie ausgelassen. Und IHR wolltet irgendwelche Hinterteile füllen! ;-)
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Nebenbei:
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Fruit_Machine
oder http://www.imdb.com/title/tt0095183/
Neben der Hans Zimmer Musik (seine "The British Years") gab es den damals aktuellen Stock-Aitken-Waterman Discosound (u.a. diverse Divine Titel) ... und Robbie Coltrane als vollblütige Transe "Annabelle"!
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patcharisma 2008/09/11 16:42:04
Kommentar löschen@Vega: Hans Zimmer machte damals in England sehr tolle Soundtracks (auch "My Beautiful Laundrette") prior to the US-Schrott! Zu hören auf der CD "The British Years", Milan-Records.
Vielleicht solltest Du Dich jeweils vorher informieren, bevor Du eine Dumme hast!
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Danke für den Hinweis. Die Liste ist insofern besonders interessant, da sie anscheinend von der "Zielgruppe" selbst gewählt wurde. Gegen das Ergebnis ist auch nichts zu sagen. "Sommersturm" ganz vorne dabei ist natürlich eine Sensation (wurde der synchronisiert für die fremdsprachfaulen Amis?).
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Folgende Filme habe ich dann aber doch vermisst:
-> And the Band played on ... Und das Leben geht weiter (1993)
-> Die History Boys - Fürs Leben lernen (2006)
-> Love and Death on Long Island (2001)
-> The 24th Day (2004)
-> Cowboys & Angels (2003)
-> Der talentierte Mr. Ripley (1999) [???]
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Und ein kleiner Einwand: "Rocky Horror Picture Show" schaffte es in die Top20, allerdings sogar bis auf Platz 18!
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