Du machst mir keine Angst

Die Top 7 der lächerlichen Bösewichte

Samuel L. Jackson als Octopus in The Spirit
© Sony
Samuel L. Jackson als Octopus in The Spirit

Gestern startete bei uns mit Jack Reacher ein vielversprechender Actioner mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Allerdings wurdet sicherlich auch ihr schon beim Anblick der Trailer das Gefühl nicht los, dass Werner Herzog als Bösewicht eine… bemerkenswerte Wahl ist. Allein optisch zaubert seine vollkommen überzeichnete Art ein Schmunzeln auf das Gesicht der Zuschauer, ganz zu schweigen von seiner amüsanten Aussprache, die natürlich eher im Originalton zur Geltung kommt. Das hat uns dazu inspiriert, die relativ junge Filmgeschichte, sprich ab etwa 1990, nach Schurken zu durchforsten, die wirklich alles andere als angsteinflößend sind. Dass sich da zum größten Teil Bösewichte aus Comicverfilmungen finden lassen, dürfte niemanden wundern.

Die Top 7 der lächerlichen Bösewichte (7 Bilder)

Platz 7: Dr. Doom aus Fantastic Four
Dass Fantastic Four ein eher durchwachsener Film ist, geht zu einem nicht geringen Teil auf das Konto des Bösewichts, Dr. Doom. Gespielt von Julian McMahon, besticht seine personifizierte Bosheit in erster Linie durch erbarmungslose Langeweile. Das führt dazu, dass der Zuschauer ihn nicht permanent auslachen möchte, wobei das immerhin irgendein Gefühl geweckt hätte. Auf diese Weise versinkt er mitsamt des ganzen Films im weiten Sumpf der Belanglosigkeit, vielleicht der schlimmste Ort, an dem Filmfiguren landen können.

Platz 6: Drake / Dracula aus Blade: Trinity
Es ist vollkommen verständlich, wenn Produzenten zum Abschluss einer recht erfolgreichen Franchise nochmal richtig einen draufsetzen wollen. Beim Finale der Blade -Trilogie, also Blade: Trinity, hat es sich angeboten, den Vampirjäger gegen den fiesesten, größten und mächtigsten aller Vampire antreten zu lassen: Dracula persönlich. Eine vollkommen legitime Idee, jedoch darf der Verantwortliche der Casting-Abteilung heute vermutlich höchstens Statisten casten, die als Ork kostümiert in der hintersten Reihe durch Moria rennen. Dominic Purcell soll jetzt also Dracula sein? Ein 2×2 Meter-Hüne, der den Tag offensichtlich nicht im Sarg, sondern im Fitnessstudio verbringt und genauso gut Werbe-Ikone für jegliche Kleidungsform sein könnte. Allein deswegen ist es schon unmöglich, diesen Gegner ernst zu nehmen.

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Platz 5: Blackheart aus Ghost Rider
Noch so eine überaus fragwürdige Casting-Entscheidung. Gesucht wurde ein Darsteller, der den Sohn des lebendig gewordenen Grauens, quasi des Teufels, spielen soll. Gefunden wurde Wes Bentley, der diesen Part in Ghost Rider übernahm und zu allem Überfluss so hergerichtet wurde, dass ihm nur noch ein bisschen Glitzer und Kristen Stewart an der Seite gefehlt haben, um endgültig zum sanftesten aller Bösewichte zu werden. Peinlich.

Platz 4: Octopus aus The Spirit
Es gibt nich viel, das noch nicht über The Spirit gesagt wurde. Da es kein negatives Superlativ gibt, das dem Film verwehrt blieb, beschränken wir uns auf eine Sache, die niemals langweilig wird: Die Rollenauswahl von Samuel L. Jackson. Dass es mit extrem hoher Sicherheit keine Figur gibt, die er nicht spielen würde, war eigentlich schon vor The Spirit bekannt. Aber irgendwie tats trotzdem weh. Ich bin mir bis heute nicht sicher, ob sein Charakter absichtlich darauf ausgelegt ist, durchgehend ausgelacht zu werden, befürchte allerdings, dass dem nicht so ist. Von einer grenzdebilen Dialogzeile zur nächsten stolpernd, lässt uns der superböse Octopus keine Minute Zeit, die Schamesröte aus dem Gesicht weichen zu lassen.

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