Ulrich Tukur und Jeanette Hain als Dieter und Gloria Glanz.
© ARD
Die Gier nach Geld ist das, was die Welt vorantreibt. Jeder hofft auf den schnellen Gewinn und möchte gern die Jahre harter Arbeit und des Ansparens von Kleinbeträgen umgehen. Wenn wir den Medien Glauben schenken, reicht anscheinend eine gute Idee und ein glückliches Händchen aus, um schnell zu Geld zu kommen – warum nicht auch ich, denkt sich der Zuschauer vielleicht.
Dieter Wedel hat sich dieses Themas angenommen: der Gier nach Geld und damit nach Macht und Anerkennung. Spielerisch und mit einem Augenzwinkern zeigt er in seinem zweiteiligen Film Gier, wie scheinbar vernünftige Menschen ihren Verstand über Bord werfen, wenn der ganz große Gewinn lockt. Die Recherche für den TV-Film führte Regisseur Dieter Wedel zu Finanzexperten, aber auch Hochstaplern, Betrügern und deren Opfern. Im Mittelpunkt seines zweiteiligen Fernsehfilms Gier steht Dieter Glanz (Ulrich Tukur), ein charismatischer Finanzjongleur und Menschenfänger, dem die Reichen das Geld hinterherwerfen. Der unwiderstehlichen Anziehungskraft kann auch Andy (Devid Striesow) nicht entgehen, der sich gern aus seinem mittelmäßigen Leben zum JetSet aufschwingen möchte. Dieter Wedel engagierte eine interessante Gruppe Schauspieler, unter anderem Jeanette Hain als Dieters Frau Gloria Glanz, sowie Katharina Wackernagel, Heinz Hoenig, Uwe Ochsenknecht und Sibel Kekilli in den Nebenrollen. Vor allem aber drehte er einen Film über die Jagd nach Geld und Macht, der unterhaltsam und schwarzhumorig angelegt ist, ohne den berühmten belehrenden Finger zu heben.
Allerdings sehen das nicht alle Kritiker so. Barbara Sichtermann vom Tagesspiegel ist regelrecht enttäuscht über Gier. “Wie im Leben so kommt es auch im Film nicht immer auf die Wahrheit an, wohl aber auf die Spannung, die entsteht, wenn sie verborgen wird. Mit dieser Spannung darf man nicht sparsam umgehen. In Gier erfahren wir nichts über die tatsächlichen Machinationen des Finanzjongleurs. Es ist ein Film über die langen Gesichter der Betrogenen und das Händereiben des Betrügers. Und das reicht nicht.”
Um euch selbst ein Bild zu machen, schaut euch hier einen kurzen Trailer zum TV-Zweiteiler Gier an:
Der Fernsehfilm Gier läuft in zwei Teilen Mit Glanz und Gloria und Das Duell am 15. Januar 2010 auf arte (ab 20.15 Uhr) und am 20. und 21. Januar um 20.15 Uhr auf ARD. Falls euch die Gier nach Geld nicht interessiert, schaut doch in unser Fernsehprogramm nach Alternativen.
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Say-what (Sylwia Plaza) 2010/01/15 10:00:00
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Kommentare
über Dieter Wedels unersättliche Gier
Kommentar schreibenchriskaps 2010/01/15 13:33:19
Kommentar löschenTukur, Striesow, Wiesinger, Wedel... ist doch geil!
Ich hab so langsam das schleichende Gefühl moviepilot ist bevölkert von Gegnern des deutschen Films. Ach, Amerika, schau was du aus uns gemacht hast. :-(
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Narrisch 2010/01/15 14:45:44
Antwort löschenChriskaps, da bist du im Irrtum. Moviepilot ist bevölkert von Freunden des deutschen Films.
Wenn das amerikanische Kino so ein Thema aufgreift, kommt ein Film wie "Wallstreet" von Oliver Stone dabei heraus und der ist über 20 Jahre alt.
hansmeiser20 2010/01/17 13:17:32
Kommentar löschenAbgewedelt.
Gier ist wohl der schlechteste Wedel. Ein Zweiteiler ohne Dramaturgie, ohne storry, langweilig und fast schon tragisch. Da werden ansonsten gute Schauspieler wie Komparsen eingesetzt. Einzig Heinz Hönig kommt gut rüber, in einer Nebenrolle. Das erstaunt, da in anderen Wedelwerken gerade die Charaktere der Figuren präzise herausgearbeitet wurden. Statdessen werden in Gier Wedels Lieblingsszenen aus seinen anderen Werken sinnlos zusammengeschnipselt. Der Zweiteiler ist - kurz gesagt - miserabel.
Wedel sollte sich und uns allen einen Gefallen tun: aufhören. Bereits der König von St. Pauli konnte nicht mehr so glänzen wie der Schattenmann. Gier ist jetzt der absolute Absturz. Aber wir werden ja sehen. Nach Unten gibt es keine Grenzen.
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hansmeiser20 2010/01/17 13:17:36
Kommentar löschenAbgewedelt.
Gier ist wohl der schlechteste Wedel. Ein Zweiteiler ohne Dramaturgie, ohne storry, langweilig und fast schon tragisch. Da werden ansonsten gute Schauspieler wie Komparsen eingesetzt. Einzig Heinz Hönig kommt gut rüber, in einer Nebenrolle. Das erstaunt, da in anderen Wedelwerken gerade die Charaktere der Figuren präzise herausgearbeitet wurden. Statdessen werden in Gier Wedels Lieblingsszenen aus seinen anderen Werken sinnlos zusammengeschnipselt. Der Zweiteiler ist - kurz gesagt - miserabel.
Wedel sollte sich und uns allen einen Gefallen tun: aufhören. Bereits der König von St. Pauli konnte nicht mehr so glänzen wie der Schattenmann. Gier ist jetzt der absolute Absturz. Aber wir werden ja sehen. Nach Unten gibt es keine Grenzen.
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So fürchterlich Deutsch, hölzern und künstlich. Zumindest erweckt der Trailer diesen Eindruck. Das erinnert mich sehr an den "Dalles" Verschnitt, "Die Guldenburgs" der in neunzigern bei ARD oder ZDF lief.
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Chris1981 2010/01/15 13:19:05
Antwort löschenDem kann ich nur zustimmen. Sieht nach einem weiteren schlechten Deutschen Fernsehfilm aus.
Genau solche Filme bringen dem deutschen Film seinen (zu Unrecht) leider doch eher schlechten Ruf.
Narrisch 2010/01/16 02:12:32
Antwort löschenNach 3 Stunden stümperhaften Filmhandwerk in dem ich mir vorkam wie in einer verlängerten Fassung von GZSZ hoffe ich inständig das Wedel nie wieder einen Film macht. Passiert ist in diesen 3 Stunden eigentlich fast nichts. Die Einfallslosigkeit beginnt schon mit den Titeleinblendugen. Es hat den Anschein als hätte man den Standard AVID Titelgenerator benutzt und mit Arial fett den Vorspann vom Traumschiff, Jahrgang 1989, nachgebaut. Die Handlung beschränkt siich darauf das ein scheinbar cleverer Blender einen Haufen geldgieriger Anleger prellt, die die ganze Zeit nichts anderes tun, als sich vertrösten zu lassen. Der Hintergrund der eigentlich interesssanten Geschichte, wie es dazu kommen konnte das man sich durch Gier so verführen lassen kann bleibt im Dunkeln. Wie war es einem ehemaligen Gerichtsvollzieher möglich eine Fassade aufzubauen die ausreichte das man ihm Millionen anvertraute? "Gier" hat keine überraschende Wendung, keine Spannung, keinen Höhepunkt. Lauwarme Luft, langweilig abgedreht und mit einem Duddel Soundtrack von Harold Faltermeyer zugekleistert der genau so viel Substanz hat wie die Investments von Dieter Glanz.
Wedel schafft es wieder einmal nicht, die aufgefahrene Cremé der deutschen Schaupspielriege glaubhaft in Szene zu setzen. Stattdessen wird wie eine Kuhherde bei Gewitter dumpf in die Kamera geklotzt oder, wie üblich, sich selbst gespielt. Anstatt das Geld des Gebührenzahlers bei teuren Drehs in Südafrika zu verballern (jaja ich weiß, das tolle Licht) wäre ein Investment ins Drehbuch sinnvoller gewesen.