Der Meister Tim Burton
© Chris Pearson
Ein halbes Jahrhundert wird am Montag Tim Burton. Er hat einige der wunderbarsten Märchen und Geschichten auf die Leinwand gezaubert, begeistert uns immer wieder mit seiner ganz einige, individuelle Handschrift. Bizarre Handlungsorte und verschrobene Typen gehören ebenso zu ihr wie eine ganz besondere Liebe zu Außenseitern und schaurigen bis traurigen Figuren.
Begonnen hat alles bei Disney. Hier beginnt er nach seinem Studium als Animator unter anderem an den Filmen Cap und Capper und Tron. Aber die Arbeit am zeichnerischen Fließband ist nichts für Tim Burton, eher schon die kreative Planung. Die bekommt er für Taran und der Zauberkessel übertragen. Hier fällt sein eigenwilliger Stil auf. Mit der Zuckerwatte-Welt von Disney ist der nicht kompatibel: Keine seiner entworfenen Szenerien wird später in dem Film verwendet. Nun erhält er aber einige Freiheiten, kann einige Projekte realisieren, die zur Eintrittskarte nach Hollywood werden.
Sein erster großer Film wird Beetlejuice. Hier finden sich bereits zahlreiche Tim Burton – Elemente: ausgefallene Masken, effektvolle Tricke und zahlreiche Verweise auf Fantasy- und Horrorstoffe. Die charmante und parodistische Un-Toten-Geschichte wird ein Erfolg an den Kinokassen. Danach bekommt er den Zuschlag für Batman. Mit dem Budget von 50 Millionen Dollar dreht er einen der erfolgreichsten Filme des letzten Jahrhunderts. Der Film setzt Standards. Tim Burton inszeniert ein düsteres Gotham City, in dem das Böse in Form von Verbrecherkönig Joker (Jack Nicholson) überaus faszinierend herrscht. In der Fortsetzung Batmans Rückkehr versucht er, die psychologischen Motivationen der Comic-Helden in den Vordergrund zu rücken.
Zwischen seinen Batman-Filmen ist es Edward mit den Scherenhänden, in dem er die Motive aus “Frankenstein” und “Die Schöne und das Biest” zu einer modernen Geschichte über Toleranz und Liebe entwickelt. Erstmals arbeitet er mit Johnny Depp zusammen, der zu einem seiner bevorzugten Darsteller werden wird. Kongenial ergänzen sich beide und sind mittlerweile das wohl produktivste Regisseur-Schauspieler-Gespann des aktuellen Kinos. Fünf Filme haben die beiden bisher gedreht und einer ist schöner als der andere: Ed Wood erzählt die Lebensgeschichte von Edward D. Wood Jr., dem “schlechtesten Regisseur aller Zeiten”. Im Gruselfilm Sleepy Hollow jagt ein junger Aufklärer einen Mörder ohne Kopf. Mit dem Fantasy-Abenteuer Charlie und die Schokoladenfabrik besucht er die Schokoladenfabrik Willy Wonka. In der Musical-Verfilmung Sweeney Todd gibt es sogar einen singenden Johnny Depp zu bewundern. Es wird auch eine weitere Zusammenarbeit geben: Geplant ist die Verfilmung von Alice im Wunderland – ein jahrelanger Traum geht für den Regisseur damit in Erfüllung.
Seine Wurzeln als Animator vergisst Tim Burton nicht: Mit Produzent und Drehbuchautor mit Nightmare Before Christmas, einem Kultfilm, der süßliche Weihnachten um einiges vergnüglicher macht. Auch der Puppenfilm Tim Burton’s Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche ist eine derbe und bunte Geschichte voller Schmerz, Ironie und tieferer Bedeutung mit makabrer Poesie und phantastischer Märchenwelten.
Mögen auch nicht alle seine Filme gänzlich überzeugen – Mars Attacks, Planet der Affen oder Big Fish – sie bieten auf alle Fälle wunderbare Bilder und überbordende Phantasie. Sie strotzen vor zauberhaften Einfällen. Selten hat ein Regisseur ein derart kompaktes und einheitliches Werk vorlegt. Hoffentlich gibt es noch viele Filme unter seiner Regie zu sehen: Happy Birthday, Tim!
Ines Walk (Ines Walk) 2008/08/23 08:51:00
0 Mitgliedern gefällt diese News
Kommentare
über Ein Meister des Phantastischen wird 50 Jahre
Kommentar schreibenInes Walk 2008/08/23 09:37:55
Kommentar löschen@Mr Vincent Vega: Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, aber ... Guillermo Del Toro scheint mir gerade auf dem Sprung zu sein!
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Adio 2008/08/23 11:41:56
Kommentar löschen"Mögen auch nicht alle seine Filme gänzlich überzeugen – Mars Attacks!, Planet der Affen oder Big Fish – Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht"
Bei den ersten beiden muss ich dir recht geben, aber Big Fish? Das ist ein absolutes Meisterwerk, einer der absolut besten von Burton. Ein modernes Märchen was sich deutlich von den anderen absetzt.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
LadyMorganLeFay 2008/08/23 11:55:31
Kommentar löschenAlso da muss ich Adio zustimmten...Big Fish echt ein super schöner Film...Ich weiß echt nicht, was die für ein Problem haben...?!
er ist echt ein großartiger Regisseur...ohne Frage...
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Ines Walk 2008/08/23 11:59:53
Kommentar löschen@Adio / Lady MorganLeFa.. : BIG FISH hat für mich zwar eine wunderbare Lust am Visuellen, am Fantastischen, am Fabulieren, hat mich aber irgendwie lauwarm aus dem Kino entlassen.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Sonse 2008/08/23 12:09:22
Kommentar löschenDa muss ich Ines beipflichten. "Big Fish" fand ich nett, mehr aber auch nicht.
Das Wonka-Remake würde ich noch zu den schwächeren Filmen zählen.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Batzman 2008/08/23 13:36:19
Kommentar löschenBig Fish ist nett, aber irgendwie hatte ich nie Lust ihn nochmal zu sehen. Planet der Affen ist bisher der einzige Totalausfall von Burton. Mars Attacks! find ich hingegen wirklich gut, der Film war genau das richtige Antidot zum pathetischen ID4, der zeitgleich lief. Der Wiederguckfaktor des Films ist - bei aller bewussten Trashigkeit - schon ziemlich hoch und er bietet viele sehr geile Bilder, von brennenden Kühen bis zum gepfählten Präsidenten und dem entkörperten Pierce Brosnan.
Ein Film mit dem ich bei aller Kunstfertigkeit nicht wirklich warm geworden bin ist hingegen Sweeney Todd, den Burton für meinen Geschmack zu humorlos inszeniert hat. Da waren andere Bühnenversionen des Musicals weniger anstrengend...
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
crazyape 2009/06/19 01:26:53
Kommentar löschenWie kann man nur Big Fish mit Mars Attacks und Planet der Affen in einem Atemzug nennen. Big Fish ist im gegensatz zu den andern beiden ein genialer Film. Mars Attacks und Planet der Affen finde ich Schrott, der es nicht verdient hat auch nur annähernd mit Big Fish verglichen zu werden!
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
RobVonHelvete 2009/07/30 08:34:43
Antwort löschenBig Fish war wirklich gut. Mars Attacks war für mich eine Verbeugung vor den 50er Jahren und deren Sci-Fi Movies von daher kurzweilig lustig aber nich das wahre Ich. Und zu PoA sag ich gar nichts ^^
RobVonHelvete 2009/07/30 08:32:13
Kommentar löschenAlso bis auf Planet der Affen fand ich eigtl bisher alle seine Filme gut.
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten
Deine Meinung zum Artikel Ein Meister des Phantastischen wird 50 Jahre
Bitte logge dich ein oder registriere dich um einen Kommentar zu schreiben.



Es gibt keinen, gab keinen und wird auch keinen besseren Regisseur mehr geben. ;)
1 Mitglied gefällt das Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht Antworten