Softporno-Ikone Sylvia Kristel ist tot
thetruetorstenreitz (Torsten Reitz), Veröffentlicht am 19.10.2012, 09:22
Als Emmanuelle wurde Sylvia Kristel anno 1974 weltberühmt
© StudioCanal
‘Von der Nonne zur Erotikqueen’ – so ließe sich das frühe Leben der Sylvia Kristel wohl treffendsten in einem Satz zusammenfassen, denn eigentlich hatte die 1952 in Utrecht geborene Tochter eines Hoteliers ganz andere Pläne. Sie wollte ursprünglich ins Kloster gehen, entschied sich dann aber für eine Ausbildung zur Sekretärin und einer Karriere als Model. Im Alter von 22 Jahren wurde die hübsche Niederländerin dann mit der namensgebenden Hauptrolle im französischen Softporno Emmanuelle mit einem Schlag weltberühmt. Laut der Welt starb die Schauspielerin am Mittwochabend an den Folgen einer Kehlkopfkrebserkrankung.
Ihr damaliger Ehemann, der 18 Jahre ältere belgische Schriftsteller Hugo Claus, überredete seine junge Gattin, sich für die Hauptrolle in Emmanuelle zu bewerben. In Thailand waren wir noch nicht, sagte er, und außerdem kommt der Film doch nicht in die Niederlande, also wird deine Mutter ihn nicht sehen, erzählte die Aktrice einmal in einem Interview. Der Erotikstreifen behandelt dann eine ganz ähnliche Geschichte wie die von Sylvia Kristel und Hugo Claus. Eine schöne junge Frau erlebt mit ihrem wesentlich älteren Ehemann erotische Abenteuer in Fernost. Der Film wurde zu einem Welterfolg und machte Softporno salonfähig. Die Niederländerin kam jedoch von der Rolle nie wieder los.
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Insgesamt neunmal spielte die Darstellerin bis in die 1990er Jahre hinein die promiskuitive Emmanuelle und wurde damit zur absoluten Männerfantasie in der zweiten Hälfte der 1970er. Angeblich haben ihr Kinodebüt bislang mehr als 650 Millionen Menschen gesehen. In einem Pariser Lichtspielhaus lief der Erotikfilm sogar dreizehn Jahre lang ununterbrochen. Auch in anderen Parts auf der Leinwand zeigte Sylvia Kristel immer wieder nackte Haut. Bei Ausflügen nach Hollywood wie in Zärtlich fängt die Liebe an , während denen sie im Alkohol- und Drogensumpf versackte, musste sie jedes Mal hart darum kämpfen, einmal bekleidet auftreten zu dürfen. So sind ihre bekanntesten Rollen abseits von Emmanuelle dann auch in solchen erotisch angehauchten Werken wie Lady Chatterleys Liebhaber und als Spionin Mata Hari, auch wenn diese Filme allesamt keine Kassenschlager waren.
Sie hatte kaum Talent, sagte der in den Niederlanden bekannte Schauspieler Huub Stapel, war dafür anscheinend aber ein Schatz. Vielleicht ist das der Grund für ihre weitgehende Reduzierung auf das Softporno-Genre. Denn die Rolle der Verführerin lag der Niederländerin offenkundig im Blut. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – blieb Sylvia Kristel als Ikone im Gedächtnis der Menschen. Es wird jetzt allseits um sie getrauert. Bisher sind laut ihrer Agentin Emma Onrust schon Beileidsbekundungen von überall her eingetroffen. Wir kriegen Berichte aus der ganzen Welt, sogar aus China, so die Vertreterin der Schauspielerin: Sie war eine liebe, intelligente und witzige Frau.
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Bereits im Juni dieses Jahres wurde Sylvia Kristel mit einem lebensbedrohlichen Schlaganfall in ein Amsterdamer Krankenhaus eingeliefert. Seit 2001 litt sie unter Krebs. Angeblich rauchte sie seit ihrem elften Lebensjahr filterlose Zigaretten. In den letzten Jahren ihres Lebens wohnte sie zurückgezogen in Amsterdam, begann zu malen und trat in Theaterstücken auf. Damit schien sie wesentlich glücklicher als mit dem ganzen Glamour und dem Hin und Her, das dieser mit sich bringt. Zumindest deuten Interviews aus diesem Zeitraum genau das an. Doch für die Welt blieb Sylvia Kristel weiter Emmanuelle von Regisseur Just Jaeckin, die Ikone des Softporno.
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TexasTomBoe Fri, 19 Oct 2012 10:52:54 -0000
Kommentar löschenomg!
hab ich das doch glatt überlesen...
wenn ich meiner tochter (die jetz 7 is) mal sag das das so ein skandal war wirds mich auslachen und mir whrscheinlich ein selbgemachtes video von ihrer besten freundin zeigen... kotz
das war noch soft ;)
bei black emanuel is dann aber schon ins hardcore fach gegangen... hb das damals auf VOX gesehen und da haben die vergessen zu schneiden!
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Filmkenner77 Fri, 19 Oct 2012 11:50:09 -0000
Antwort löschenNicht zu verwechseln mit Laura Gemser. ;-)
stuforcedyou Fri, 19 Oct 2012 10:08:19 -0000
Kommentar löschenDanke für viele - äh - schöne Stunden alleine vor der Glotze.
Ach ja, auf der Hauptseite, das kleine Bild von der nackten Kristel, da ist der Kommentarzähler wirklich genau an der richtigen Stelle. Zumindest aus Sicht des Jugendschutzes. ;)
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Markbln Fri, 19 Oct 2012 10:05:58 -0000
Kommentar löschenNicht, dass ich die EMMANUELLE-Filme für große Kunst halte, aber ich finde "Soft-Porno" despektierlich.
Die Filme brachten damals eine ganz neue Version von Erotik auf die Filmbühne, die David Hamilton später mit BILITIS verfolgte, der das Ganze auf die Lolitaschiene verlegte. EMMANUELLE ist ganz Kind seiner Zeit und in einem freien Geist als ganz freier Umgang der Geschlechter zu sehen. Alt/Jung, Monogamie, Polygamie, Promiskuität, gleichgeschlechtliche Sex und andere Tabus werden gegen die Unfähigkeit zu lieben gestellt. Die ersten Filme waren weit mehr als "Soft-Pornos", es geht viel mehr um den Eros.
Es gab von den Filmen uncut und geschnittene Versionen.
Goodbye, Sylvia Kristel.
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doctorgonzo Fri, 19 Oct 2012 08:26:37 -0000
Kommentar löschenMan(n) hat das Gefühl, ein Stück Jugend wäre gestorben. Schade.
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micromachine Fri, 19 Oct 2012 08:15:18 -0000
Kommentar löschenWar ne hübsche Frau. Ich glaube das fand ich als Teenager auch. ;)
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LiquidSun Fri, 19 Oct 2012 07:43:06 -0000
Kommentar löschenR.I.P. - Is ne menge Lotion für deine Filme drauf gegangen
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R.I.P
Ist es eigentlich Zufall, dass ausgerechnet heute Arte ihren letzten Film "Die Swingmädchen" zeigt? Oder haben die tatsächlich so schnell ihr Programm angepasst, um einen 3,5-Stünder zu bringen?
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geroellheimer Fri, 19 Oct 2012 13:30:38 -0000
Antwort löschenIst wirklich ein Zufall.