Endlose Euphorie für Up in the Air, nur Dank dem Clooney-Effekt?Bearbeiten
Veröffentlicht am 15.09.2009, 13:00
George Clooney verhilft Up in the Air zu Höhenflügen
© Paramount Films
Up in the Air schafft ein Kunststück: Es ist selten, dass sich sämtliche Kritiker so einig zeigen – und das auch noch im positiven Sinne. Die Meinungen zu Jason Reitman s drittem Film nach den Hits Juno und Thank You for Smoking sind nicht nur voll des Lobes, sie sind geradezu euphorisch.
Up in the Air handelt von einem reisenden “Effizienz-Experten”, der von verschiedenen Firmen angeheuert wird, um vor Ort Personaloptimierung zu betreiben. Mit anderen Worten: Er feuert die Arbeitnehmer. Dies erledigt er aalglatt und wortgewandt – er benutzt leere Motivationsphrasen, spricht von “neuen Chancen” und “Karriere-Überleitung” mit einer distanzierten und emotionslosen Liebenswürdigkeit, die wir bei jedem anderen außer George Clooney widerlich finden würden. Der Protagonist, dem zunächst nur seine Bonusmeilen wirklich ans Herz gehen, darf jedoch im Verlauf des Films seine Seele entdecken. Dies schafft er auf die typisch vergnügliche, verschmitzte Clooney-Art.
Die Kritiker sehen die feine Ironie, in wirtschaftlichen Krisenzeiten ausgerechnet einen Film über Entlassungen zu machen. Sie loben unter anderem die Ehrlichkeit und die Nähe zum Leben. Es hilft natürlich, dass Jason Reitman jene Art von feinsinnigem schwarzen Humor auf die Leinwand bringen kann, die schon Thank You for Smoking zu einer kleinen Kinoperle machte. Dies ist erst sein dritter Film, doch wird ihm nach zwei von Kritikern und Publikum gleichermaßen geliebten Vorgängern bereits eine großartige Karriere in Hollywood vorhergesagt.
Noch mehr als der Regisseur aber wird Hauptdarsteller George Clooney gelobt. Er dominiert jede Szene, darf sich abwechselnd cool und gefühlvoll zeigen, und eine herzerwärmende moralische Wandlung durchmachen. Während er für sein in Venedig vorgestelltes Werk (wir berichteten hier) Männer, die auf Ziegen starren noch eher gemischte Kritiken bekam, wird ihm nun für diesen Film ein ungleich größeres Publikum und hohe Auszeichnungen prophezeit. Schon jetzt gibt es Oscar-Getuschel in Toronto – mit dem ganzen Lob wird seinem Status als Hollywoods Goldkind noch ein kleines Krönchen aufgesetzt.
Falls ihr Euch selbst einen Überblick verschaffen wollt, hier ist noch einmal der Trailer zu Up in the Air:Ob das Publikum und die Academy den Hype jedoch mitmachen – das wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Eure Meinung wird entscheiden, ob der Clooney-Effekt anhält.
Say-what (Sylwia Plaza) 2009/09/15 13:00:00
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Also ich finde, dass das nicht allein wegen George Clooney so gehypt wird.
Jason Reitman hat mit seinen Vorgängerfilmen bewiesen, dass er das Zeug hat in Hollywood ganz groß rauszukommen. Seine ersten Beiden sind in meiner Liste der Topkomödien ganz weit oben! Allein Thank you for Smoking ist eine Komödie/Satire die ich mir immer wieder anschauen kann, die Witze sind immer noch herrlich lustig!
Kommentar gefällt mir Kommentar gefällt mir doch nicht 1 Antworten
jannis 2009/09/16 06:26:54
Antwort löschenDas stimmt!