Zerrissene Umarmungen ist der bislang teuerste Film des spanischen Erfolgsregisseurs Pedro Almodóvar, er folgt einer Reihe viel gelobter Spielfilme und die kürzlich mit einem Oscar prämierte Penélope Cruz spielt die Hauptrolle. Garniert ist das zynische Melodram à la Almodóvar mit zahlreichen profilierten Schauspielern des spanischen Kinos: Lluís Homar, Lola Dueñas, Rossy de Palma, Blanca Portillo und Ángela Molina – alle gehören zum festen Ensemble Almodóvars. Und dennoch erntete der Film bei den Screenings eher verhaltenen Applaus.
Wie die spanische Presse berichtet, wurde der Film ziemlich kühl aufgenommen, die Zuschauer seien unbefriedigt aus dem Kinosaal gekommen. Zerrissene Umarmungen reiche nicht an die Vorgängerfilme heran, der Regisseur liefere nichts Neues, die vielen Handlungselemente seien zu verwirrend, so der Grundton. Nichtsdestotrotz habe es Pedro Almodóvar einmal wieder geschafft, einen Film zu drehen, in dem die Darsteller perfekt inszeniert würden. Penélope Cruz sei geradezu umwerfend und wachse über sich hinaus, so ein Zuschauer. Ein “kreativer Kollaps”, ein “Ausguss von Hochmut”, die “Perforation des Egos” sei der Film, schreibt jedoch ein Kritiker in einer vernichtenden Kritik.
Der 19. Spielfilm von Almodóvar erzählt die Geschichte des Regisseurs Mateo (Lluís Homar), der bei einem Autounfall sein Sehvermögen verliert und fortan von den Phantomen seiner Vergangenheit besucht wird (alle mitsamt außergewöhnliche Frauen). Stilistisch nähere sich der Film dem Film Noir an, Almodóvar zitierte andauernd Klassiker der Filmgeschichte wie Reise in Italien von Roberto Rossellini oder weitere Werke, die interreferentiell auf das Kino zurückgreifen (Achteinhalb, Die amerikanische Nacht). Augen der Angst – Peeping Tom, Fahrstuhl zum Schafott und Spezielles wie der mexikanische Horrorfilm La Loba von Rafael Baledón aus dem Jahr 1965 – das Auge muss geübt sein im Wiedererkennen, schreibt der Kritiker von El País. Bleibt zu hoffen, dass der Kinozuschauer auch ohne einen gefestigten Schatz an Filmwissen seine Freude am neuen Almodóvar haben wird.
Zerrissene Umarmungen läuft am 6. August 2009 in Deutschland an.
Dieser Film ist ein Tobis Filmclub -Film.
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annaberlin (Anna Sita Zinn) 2009/03/20 12:40:00
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Kommentare
über Erste negative Kritiken zum neuen Almodóvar
Kommentar schreibenchristof.s 2009/03/22 13:56:51
Kommentar löschenKann die Kritiken in Spanien nicht ganz nachvollziehen. Ich finde, der Film ist gute Almodovár-Kost, nicht total umwerfend aber solide. Teils trautig, teils auch lustig, und so furchtbar kompliziert ist die Story auch wieder nicht. Vor allem eben ist der Film gespickt mit typischen Almodóvar-Elementen, vom visuellen Design (bunte Sets, knallige Farben) über die Personenkonstellation (Vater-Mutter-Sohn-Geliebte-Geschichte und das Film-im-Film Thema) bis hin zu den Schauspielern (lauter alte Bekannte). Wer Almodóvar mag, wird auch diesen Film zumindest interessant finden.
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Genau in die andere Richtung geht folgende Kritik:
www.screendaily.com/ScreenDailyArticle.aspx?intStoryID=43655
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