Harry Potter und der Halbblutprinz
© Warner Bros.
Am Mittwoch Abend feierte Harry Potter und der Halbblutprinz in Anwesenheit der drei Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint in London Premiere, am Donnerstag gab es bereits erste Kritiken im Netz zu lesen … und die sind gar nicht gut bzw. bezeichnen in ihren Lobespassagen den Film als so lala.
Norbert Körzfdörfer in der Bild ist völlig entsetzt; er hat gegähnt, war so gar nicht verzaubert und erklärt auch in kurzen und knappen Bild-Stil, warum das so ist: “Schlüssel-Szenen fehlen! Erfundene Szenen verwirren! Wichtigste Szenen sind schlicht falsch! Unwichtige Szenen sind zu langatmig.” Immerhin gibt er den Schauspielern gute Noten; sie haben ihn überzeugt.
Dagegen kritisiert Thomas Kramar von der österreichischen Presse den Hauptdarsteller Daniel Radcliffe überaus süffisant. “Harry Potter bleibt freilich beinahe gesichtslos. Daniel Radcliffe spart mit Mimik – was, abgesehen davon, dass man sich schon daran gewöhnt hat, auch eine Interpretation sein könnte.” Dem Film selbst kann er nicht viel abgewinnen: “Das Drehbuch konzentriert sich auf dieses Motiv: Der Lehrsaal ist liebevoll als verstaubtes Chemielabor eingerichtet, es wird geschüttelt, gekocht und gekostet. Und vergiftet. ... Das Bild Hormone = Zaubertränke ist offensichtlich. Die Harry-Potter-Saga ist ja nicht zuletzt eine Geschichte über die Pubertät, wenn vor allem Harry selbst die meiste Zeit nicht wirklich versteht, was da mit ihm geschieht, steht das auch für die Nöte dieser Lebensphase.”
Thomas Hunziger auf filmsprung schaut eher auf die Stilistik und kann der durchaus etwas abgewinnen, aber das ist bei Harry Potter & Co. auch noch nie wirklich das Problem gewesen. “Formal ist Harry Potter und der Halbblutprinz tadellos. Die visuellen Effekte sind eine Wucht. Die Kameraarbeit von Bruno Delbonnel führt schwerelos und geschmeidig durch die düsteren Episoden und die heiteren Augenblicke und lässt dabei ständig die Schwere der Vorsehung über den Figuren schweben. Äußerst effektvoll ist auch die Musik von Nicholas Hooper, der die bekannten Melodien anklingen lässt, sie dann aber immer wieder durch ominöse Klänge erweitert.”
Auch ersten amerikanischen und britischen Kritiken sind nicht enthusiastisch. Prairie Miller beschreibt in News Blaze den Film durchdrungen von surrealen Bildern, von magisch animierten Objekten und von einer düster-gotischen Atmosphäre. Alles ist wunderbar anzusehen, aber das war es auch schon. Die hoffnungslos verschachtelte Handlung in ihrem bisweilen superbösen-dunklen Ton ist völlig zweitrangig. Wendy Ide von der Times schätzt den 6. Harry Potter immerhin besser ein als Transformers – Die Rache und Ice Age, aber das ist eigentlich auch kein gutes Zeichen … außer für die Kinokasse.
Am Donnerstag startet der Film in unseren Kinos. Bis dahin werden bestimmt noch mehr Kritiker ihre Meinung abgeben. Schaut doch immer mal wieder bei den Kritiken zu Harry Potter und der Halbblutprinz vorbei.
Ines Walk (Ines Walk) 2009/07/10 10:30:00
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Kommentare
über Erste Verrisse zu Harry Potter und der Halbblutprinz
Kommentar schreibenMr Vincent Vega 2009/07/10 13:41:15
Kommentar löschenIch fand den auch sehr mäßig, leider.
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Sonse 2009/07/10 13:49:21
Kommentar löschenIch schau ihn mir zwar an, aber wundern tut mich das nicht. Ich mochte schon nicht sonderlich was Yates mit dem Fünfer gemacht hat und hab mich sehr geärgert, als er für die Regie der restlichen Filme engagiert wurde.
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Batzman 2009/07/10 13:50:27
Antwort löschenIch hätte es auch besser gefunden, wenn sie nochmal ein Wagnis eingegangen wären und einen neuen Regisseur gewählt hätten. Aber ich fand dafür das Band 5 das schwächste und unhomogenste Potter-Buch ist, hat Yates einen passablen Job gemacht.
Ines Walk 2009/07/10 13:59:01
Antwort löschenFür mich ist Teil 6 das schlechteste Buch, weil alles nur auf Teil 7 ausgerichtet ist, und so ist der Regisseur vielleicht gar nicht schuld?
@Batzman: Teil 5 ist doch super mit der Nazilehrerin, der Rebellion der Zwillinge.
Sonse 2009/07/10 14:09:47
Antwort löschenJa, das Buch war bis auf Umbridge schon nix. Ich mochte allerdings Azkaban (Nr. 3) auch nicht sehr und Cuarons Film ist der mit Abstand beste (und wird dies wohl auch bleiben).
Das Problem mit dem dahin wabernden Plot hatten für mich allerdings auch die letzten beiden Bücher, die erst gegen Ende wieder gut und spannend wurden. Hatte mich am Ende des 6ers so gefreut, dass Rowling mit den "Horcruxes" (die waren zusammen mit mehr Snape-Handlung sowieso das beste am sechsten) dem 7er eine gewisse Struktur vorgegeben hat. Leider hat sie das in der 7 nicht so umgesetzt wie ich mir das erhofft hatte.
Aber bei mir wäre das sowieso anders verlaufen: andere Prophecy - und ich hätte Harry am Ende über die Klinge springen lassen. Wer mochte schon Harry? Die Lieblingsfiguren bei allen sind immer andere, oder? ;)
Batzman 2009/07/10 14:13:42
Antwort löschen6 & 7 haben auch ihre Schwächen. Der dritte ist mit seiner morbiden Stimmung schon als Buch mein Lieblingsteil gewesen. Aber der 5 wirkte für mich bis auf Umbridge schon sehr ausgewalzt. Rowling selbst meinte ja hinterher, dem hätten ein-zwei Lektorendurchgänge und Kürzungen sehr gut getan....
alanger 2009/07/10 14:23:19
Antwort löschenich bin bei den büchern schon nach teil zwei ausgestiegen. diese ganze hermetische welt (ohne bezug zu irgendwas von interesse) mit diesem ganzen quidditch-quatsch, den eindimensionalen, tölpel-gegenspielern (malfoy) und dem ständigen lord voldemort der sowas von böse ist dass er nix auf die reihe bekommt ...wers mag.
die filme habe ich mir dummerweise bis zum letzten angesehen. wobei ich mich frage warum. den rest des debakels erspare ich mir.
Batzman 2009/07/10 16:10:24
Antwort löschenDie Bücher wurden aber eigentlich erst ab Teil 3 wirklich spannend, davor waren es wirklich Abenteuerbücher für Kinder... ab drei wurd es sehr viel düsterer und der ganz Subtext um ethnische Säuberungen usw wurde deutlicher herausgearbeitet.
alanger 2009/07/10 16:17:37
Antwort löschen"...Subtext um ethnische Säuberungen"? aha, du bist dir sicher das es noch um harry potter geht, von millionen teens geliebt?
vielleicht sollte ich jetzt mal endlich zu den "biss zum..." büchern greifen. die haben bestimmt auch einen post irakkrieg subtext;)
Sonse 2009/07/10 16:21:26
Antwort löschenDas erste mag ich gerade als klassisches Kinderbuch sehr gern. Als Kind wäre ich da auch absolut süchtig geworden. Generell kann Rowling sowieso sehr gut schreiben, nur strukturell hapert es oft.
Batzman 2009/07/12 17:17:35
Antwort löschenIch glaub das war genau der Grund warum ich 1 und 2 im Vergleich eher schwach finde. Wenn sie diese strikte Formel weitergefahren hätte, mit der Voldemort-Reinkarnation der Woche und das Konzept nicht mit Band 3 erweitert hätte, wäre ich sicher abgesprungen. Als Einleitung für die düstere, oft sehr hoffnungslose Welt der späteren Bücher sind 1-2 gut, aber dieses sehr formelhafte, Quiditch, Punktevergabe, die ganzen Hogwarts-Rituale fand ich schon am Ende von Band 2 ermüdend.
Sonse 2009/07/12 18:10:14
Antwort löschenEben, bei 2 habe ich auch schon begonnen mich zu langweilen. Der 1er ist jedoch eine wirklich gelungene "Einleitung" und ich mag gut gemachte Expositionen. An der 3 störte mich im Ansatz glaub (ich hab alle Bücher nur einmal gelesen und bei 1-4 ist das mittlerweile sieben Jahre her...) das, was ich vor allem bei den letzten bemängele, wobei die 3 da im Vergleich vermutlich doch besser war. 1 und 4 haben neben der Voldemort-Dauerbedrohung noch eine Grundstruktur durch die Suche nach dem Stein-MacGuffin (1) und dem Triwizard-Wettbewerb (4). So etwas wünschte ich mir auch für die 7: ein Horcruxes-Abarbeiten. Nicht falsch verstehen, diese Strukturmittel sind selbst für den Plot nicht wesentlich, aber sie haben Rowling für mich immer gezügelt, auf dass sie mit ihrer Fanatsie nicht zu weit abwandert, nicht "dahin wabert". ;) Schlimmstes Beispiel was das angeht, war für mich dieses nervige Kapitel über Riesen und Hagrids Sippe im 5er...
Die anderen Bücher stehen für mich durch diese mangelnde Struktur nicht auf eigenen Beinen, sie sind in der gesamten Geschichte ein Plotpoint zur Motivation von Harry: die 3 gibt ihm Black, die 5 diese (bescheurte) Prophecy und 6 die Horcruxes (den Way Out). In der 7 kulminiert dann die Anzahl von MacGuffins und Vehikeln. Für was die 2 da ist, weiß ich gar nicht... Okay, man könnte jetzt "Dobby" sagen und hätte die 2 damit ausreichend beschrieben. ;)
nurleben 2009/07/12 17:10:04
Kommentar löschen“Schlüssel-Szenen fehlen! Erfundene Szenen verwirren! Wichtigste Szenen sind schlicht falsch! Unwichtige Szenen sind zu langatmig.” -- hm irgendwie ist das das Grundproblem aller schlechten HP-Verfilmungen :D :D :D
Und die Dunkel-Fast-Schwarz-Optik hat mich schon im fünften Teil dermaßen von angekotzt. Holzhammer hoch zehn ...
Ich meine Hallo!, dunkle Zeiten kann man nicht einzig dadurch ausdrücken, dass man einfach den ganzen Film optisch ein bisschen eindunkelt, sondern durch gutes Schauspiel, Skript, Schnitt, gute Kameraarbeit etc.
Mann mann mann :D
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Den Fehler Radcliffe als Potter gecasted zu haben, kann man dem Sequel nun nicht mehr wirklich vorwerfen. Er war schon immer The Weakest Link in der ansonsten trefflich besetzten Reihe. Er hat es nie geschafft die vielschichtige, widersprüchliche Figur wirklich mit Leben zu erfüllen, aber damit werden wir leben müssen. Wenn der Film annähernd das Niveau seiner Vorgänger erreicht und die düsteren Elemente noch stärker betont als zuvor, sollte dennoch wieder ein unterhaltsamer Fantasyfilm herauskommen.
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nurleben 2009/07/12 17:04:22
Antwort löschenich glaube Radcliff ist nur einer von VIELEN Fehlgriffen ...
Die Produzenten, Steve Kloves, die Regisseure und und und ...
Ich behaupte mal der größte Fehlgriff war, Warner das machen zu lassen ...
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nurleben 2009/07/12 17:06:48
Antwort löschenAber du hast schon recht, Radcliff ist ein GROßER Fehlgriff ...
Batzman 2009/07/12 17:25:46
Antwort löschenVerglichen mit dem sonstigen Blockbusterschrott der vergangenen Jahre, solch debilem Scheiß wie Transformers, Ausfällen wie Wolverine, Terminator, Illuminati oder hohlem Gepose wie Star Trek und Mißlungenen Adaptionen wie Tintenherz, bin ich mit den bisherigen Potter-Verfilmungen insgesamt durchaus zufrieden. Seit Cuaron die Serie gehijacked hat mit Teil 3 und den ganzen niedlichen Kinderkram über Bord warf, find ich - bei allen Einschränkungen und Abstrichen - die Filme immer noch unterhaltsam. Radcliffe ist kein guter Schauspieler, aber Emma Watson und die ganze Erwachsene Besetzung ist schon sehr gut. Grint ist passabel und das Mädchen das Luna spielt, fand ich sogar wirklich treffend - sie hat genau den Burtonesken Charme den ich mir für die Rolle vorgestellt habe. Ich find es nur schade, dass sie Yates alle übrigen Teile machen lassen, was aber sicher auch dran liegt, dass der als erfahrener TV-Mann dem Streß des Fließbandarbeitens am Besten gewachsen ist. Dennoch tatsächlich nochmal jemand mit eigenen Visionen anstatt einen soliden Handwerker zu verpflichten, wäre sicher spannend gewesen. Martin McDonagh, der In Bruges gedreht hat, wäre ganz sicher ein interessanter Potter-Regisseur geworden...