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Flüstern des Meeres - Ocean Waves: Teenie-Anime aus Japan

Veröffentlicht am 12.10.2009, 13:29

UFA Anime veröffentlicht in der Ghibli DVD Collection Reihe den Film Ocean Waves aus dem Jahre 1993. Wir sagen euch, ob es sich bei dem TV Film um einen Klassiker aus dem Ghibli Universum handelt.

Ocean Waves - Bild 2314134 Ocean Waves © Ufa Anime

Ocean Waves erscheint als neue Studio Ghibli DVD, rechtzeitig zum Kinostart von Ponyo. Doch wahrend Ponyo unter der Regie von Hayao Miyazaki als echter Ghibli zurecht gefeiert wird, handelt es sich bei Ocean Waves nur bedingt um einen klassichen Ghibli in der Tradition von Chihiros Reise ins Zauberland, Nausicaä – Prinzessin aus dem Tal der Winde oder Das Wandelnde Schloss. Der Film wurde vom japanischen Fernsehsender NTV in Auftrag gegeben und somit nicht für die grosse Leinwand konzipiert. Ghibli hatte Anfang der 1990er Jahre die Idee, unter dem Label “Future Producers of Studio Ghibli” eine Produktionsfirma auszugliedern, die ihren jungen Talenten eine Plattform bietet, die Filmproduktion zu erlernen. Alle Mitarbeiter dieses Studios waren in ihren 20er oder 30er Jahren. Der Regisseur von Ocean Waves, Tomomi Mochizuki, war zu diesem Zeitpunkt gerade erst 35 Jahre, für japanische Verhältnisse unglaublich jung. Es war ausserdem der erste Film Ghiblis, bei dem nicht Miyazaki oder Isao Takahata Regie führte. Mochizuk orientierte sich bei seiner Arbeit jedoch stark am Stil von Takahata (Die letzten Glühwürmchen, Kikis kleiner Lieferservice oder Pom Poko), der auch in die Produktion eingebunden war. Ocean Waves sollte möglichst schnell und günstig, aber in hoher Qualität produziert werden. Ein Ziel, welches Mochizuk leider nur zum Teil erfüllte, denn sowohl die Zeitvorgaben, als auch das Budget hat der Film damals überschritten. Doch kommen wir zur Qualität und zum Inhalt des Films.

Mochizuk, der zuvor unter anderem als Episoden-Regisseur von Ranma 1/2 tätig war, hat eine Geschichte von Saeko Himuro verfilmt und wendet sich vor allem an ein junges Publikum. Taku Morisaki, ein junger Mann aus Kōchi (ein Ort auf Shikoku, südlich von Osaka) erzählt in einigen Rückblenden von seinen letzten Jahren der Oberschule. Zusammen mit seinem Freund Yutaka Matsuno wird ein Beziehungsdreieck mit der gerade aus Tokyo nach Kōchi zugezogenen Rikako Muto aufgebaut. Die beiden Freunde verlieben sich in Rikako, die als Einzelgänger lieber davon träumt zurück nach Tokyo zu ihrem Vater zu kommen. Dabei bleibt die Geschichte jederzeit brav und zurückhalten, die FSK 0 Auszeichnung hat sich der Film somit redlich verdient. Hier ein typischer Dialog zwischen Taku und Yutaka.

Yutaka: Ich war heute bei Rikako.
Taku: Was, du warst bei ihr zu Hause?
Yutaka: Sie war heut nicht in der Schule. Und da ich gehört habe, dass sie alleine wohnt, hab ich mir Sorgen gemacht und bin bei ihr vorbei gegangen.
[...]
Taku: Und du warst sie also besuchen. Ganz alleine?
Yutaka: Ja, sie ist krank. Sie lag die ganze Zeit im Bett.
Taku: Sie lag also im Bett. Und?
Yutaka: Nichts und. Das war schon alles.

Doch auch wenn die Geschichte mehr dahinfliesst und auch gerne als Lehrfilm für anständiges Verhalten und erste Beziehungsprobleme an Schulen gezeigt werden könnte, versprüht er dennoch einen gewissen Charme. Der Stil Takahata, der sich hier vielleicht am besten mit Only Yesterday oder Kikis Lieferservice vergleichen lässt, ist deutlich spürbar und erlaubt, dass man ein wohliges Gefühl beim Schauen erhält. Tomomi Mochizuki war übrigens nach seiner Arbeit an diesem Film nicht noch einmal für Ghibli tätig.

Doch während Tränen der Erinnerung – Only Yesterday eine Botschaft übermittelt, scheint sich dieser Film mit seinem eigenen Dahingeplätscher zufrieden zu geben. Die Geschichte hätte sicher auch in einer Episode einer halbwegs guten Teenager-Serie Platz finden können. Es gilt also bei der Betrachtung des Films die zurecht hohen Erwartungen an eine Ghibli Produktion etwas zu senken. Immerhin handelt es sich auch nur um eine kurze (72 Minuten) TV Produktion, da helfen auch die Extras oder die hochwertige Verpackung. Der Film ist sehenswert, mehr aber leider auch nicht.

Wer seine Studio Ghibli DVD Collection vollständig im Regal stehen haben möchte, oder Only Yesterday bzw. Pom Poko eine hohe Wertung gegeben hat, kann problemlos zugreifen. Alle anderen Anime-Begeisterten sollten lieber der Videothek um die Ecke einen Besuch abstatten, oder auf eine 10 EUR Variante der DVD warten. Für Menschen, denen Miyazaki, Ghibli und die ganzen anderen Begriffe hier überhaupt nichts sagen, einfach Mein Nachbar Totoro oder Die letzten Glühwürmchen kaufen, geniessen und anschliessend immer tiefer in das Ghibli Universum abtauchen. Es lohnt sich.

Schaut euch hier den Trailer zu Ocean Waves an


omdb (Benjamin Krause)

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Kommentare

über Flüstern des Meeres - Ocean Waves: Teenie-Anime aus Japan

nurleben

Apropos Isao Takahata,

der macht jetzt nach 10 Jahren wieder einen Film:

http://www.slashfilm.com/2009/09/28/studio-ghibli-announce-next-film-plus-two-more-in-the-works-from-hayao-miyazaki-himself/

http://blog.affenheimtheater.de/2009/09/28/first-details-studio-ghibli-taketori-monogatari-kaguya-hime-no-monogatari/

Es wird die Verfilmung DES japanischen Märchens, http://de.wikipedia.org/wiki/Taketori_Monogatari

Hoffentlich wird der Film gut :).

Wäre genial, wenn Ghibli eines Tages selbst Nausicaä aus dme Tal der Winde übertreffen, falls das überhaupt geht :D

Kommentar gefällt mir 3 Antworten

annaberlin

Anscheinend läuft Ponyo jetzt gar nicht im Kino....


omdb

was? :(


Wombat

The first Krause, nice.

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