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Sterni hakt wieder mal nach...

Frauen im Hintergrund ?

Judith Anderson und Joan Fontaine in "Rebecca"
© Euro Video
Judith Anderson und Joan Fontaine in "Rebecca"

Bei dem Thema komme ich ins Schwärmen...

Ich musste die Kategorie der Nebendarsteller in Männlein und Weiblein aufteilen, es sind zu viele.

Spontan fallen mir aus dem guten alten Hollywood gleich mehrere ein:

Gladys Cooper ( "Reise aus der Vergangenheit", "Getrennt von Tisch und Bett" )
Fay Bainter ( Oscar für "Jezebel" als Beste Nebendarstellerin )
Mary Astor ( Oscar für "The Great Lie" als Beste Nebendarstellerin )
Hattie McDaniel ( Oscar für "Vom Winde verweht" als Beste Nebendarstellerin, die Schwarze stach so die für denselben Film nominierte Olivia de Havilland aus ! )

Oben seht Ihr ein Bild, das vielen bekannt vorkommen wird.
Judith Anderson heizt als Hausdame Mrs. Danvers der armen unbedarften zweiten
Mrs. de Winter so richtig ein und verunsichert sie. Sie hat ihre Herrin Rebecca verehrt und hält deren Andenken in Ehren. Dem hat die graue Maus kaum etwas entgegenzusetzen.

Dafür gab es eine Oscar-Nominierung als Beste Nebendarstellerin.

Eine andere Geschichte:

Bette Davis höchstpersönlich sorgte dafür, dass die Rolle ihrer Kollegin Mary Astor im Film "The Great Lie" ( bei uns heißt er "Vertauschtes Glück", nicht zu verwechseln mit dem Film, in dem Glenn Ford ihr Partner war ! ) ausgebaut wurde und erlaubte ihr, den Film für sich zu stehlen. Sie hatte die Probeaufnahmen gesehen.
Der Lohn: Astor gewann den Oscar als Beste Nebendarstellerin, Davis wurde ausnahmsweise nicht einmal nominiert.
Ich kenne den Film, das geht in Ordnung. Die Astor mochte ich, auch in negativen Rollen.
Jahre später sah man sie in "Wiegenlied für eine Leiche", mit Bette Davis hatte sie keine gemeinsame Szene. Doch die Rollen der zwei Ladies hatten sehr wohl miteinander zu tun...

Wie lohnenswert Nebenrollen sein können, zeigt das Beispiel "Alles über Eva" aus dem Jahre 1950. Hier waren sowohl Thelma Ritter als auch Celeste Holm für den Oscar als Beste Nebendarstellerin vorgesehen.
Das gab es u.a. auch bei "Die Waffen der Frauen" 1988 mit Sigourney Weaver und Joan Cusack.
2002 trafen jeweils bei den Oscars, den Golden Globes und dem BAFTA Maggie Smith und Helen Mirren aufeinander, immer in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für den Film "Gosford Park".
Während in all diesen Fällen die Damen leer ausgingen, schaffte es 2003 Catherine Zeta Jones, sich mit "Chicago" gegen Queen Latifah durchzusetzen, die im gleichen Film auftrat.

2003 wurde zwar vermieden, dass Meryl Streep und Julianne Moore sich mit
"The Hours" in der gleichen Kategorie trafen, statt dessen taten sie dies getrennt voneinander. Denn Meryl hatte neben diesem Film noch "Adaption" zu bieten.
Julianne durfte sich über zwei Nennungen freuen.
Neben "The Hours" als Beste Nebendarstellerin war sie auch für "Dem Himmel so fern" als Beste Hauptdarstellerin vorgesehen.
Wie sie sich fühlen musste, als sie in beiden Fällen verlor, konnte sicher keine besser nachfühlen als Sigourney Weaver, die damals neben "Die Waffen der Frauen" auch noch für "Gorillas im Nebel" nominiert war und Jodie Foster die Trophäe überlassen musste..

Jetzt aber genug davon.
Es gibt haufenweise Nebendarstellerinnen, die wahrscheinlich niemals in einem Film die Besetzungsliste anführen werden, an die wir uns aber dennoch sehr gerne erinnern.
Nicht jede wird das Glück einer Meryl Streep haben, die als Nebendarstellerin anfing
( 1979 nominiert für "Die durch die Hölle gehen" ) und gleich bei der zweiten Nominierung, nämlich für "Kramer gegen Kramer" 1980 gewann.
Ein Star war geboren, es war der Beginn einer beispiellosen Karriere.

Habt Ihr in dieser Hinsicht Wünsche ? Könnte Margo Martindale zum Beispiel einen ganzen Film alleine tragen ? Pom Klementieff ( Guardians Of Galaxy Vol. 2 ) wurde bereits an anderer Stelle genannt.




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